Wenn einem alles zuviel wird...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von gretchens.armee 08.09.08 - 13:52 Uhr

Hey, nu muß ich mich auch mal mit einer Bitte um Rat an die Experten wenden...

Wir sind momentan haarscharf am Rande einer richtigen Beziehungskrise, weil wir von außen soviel um die Ohren haben. Jede Menge Lernerei in den letzten Monaten von meiner Seite, von seiner Seite Höllenstreß auf Arbeit, viel Verantwortung, und trotzdem Geldsorgen, also ohne Unterbrechung reinstürzen ins nächste. Unser Leben ist zur Zeit ziemlich atemlos.

Sicherlich kommen auch mal wieder ruhigere Phasen, aber die sind im Augenblick nicht abzusehen, wir sind beide voll gestresst, genervt, kaputt und obwohl wir bislang immer noch irgendwie die Kurve gekriegt haben, uns gegenseitig zu stützen und zu unterstützen und unseren Streß nicht am anderen auszulassen, klappt das in letzter Zeit nicht mehr ganz so gut... :-(

Also, eigentlich können wir uns gegenseitig gerade nicht die Rückendeckung geben, die wir uns normalerweise gegeben haben, weil wir beide total im Eimer sind.

Hinzu kommt, daß er in letzter Zeit immer häufiger was getrunken hat. Täglich, eigentlich.
Ich mache mir Sorgen, um uns. Auf die Trinkerei angesprochen, reagiert er empfindlich und ich fühle mich schuldig, weil ich nicht so wirklich für ihn da war in letzter Zeit.

Die Stimmung ist echt mies zwischen uns beiden, so mies war sie noch nie. Und wir haben schon einiges miteinander überstanden und durchgestanden. Geplante nette Abende scheitern zum Beispiel daran, daß einer von uns vor Müdigkeit aus den Latschen kippt.

Ich weiß eigentlich auch nicht, um welche Art Rat ich bitte, vielleicht hilft es ja schon, wenn das einem bekannt vorkommt.
Was das Trinken angeht, so bin ich ebenfalls ziemlich irritiert. Ich komme aus einer Suchtfamilie und finde es schwer, zwischen Über- und Unterbewertung zu trennen. Ich finde, er übertreibt es mit dem Trinken, er findet, ich übertreibe es mit meiner Sorge.

Grüße, G.-





Beitrag von doctor-avalanche. 08.09.08 - 14:12 Uhr

Wenn er es nur im Moment und nicht über Jahre mit dem Alk übertreibt, würde ich es einfach lassen, es zu thematisieren. Diese Art weiblicher Fürsorge wird sehr schnell als Bemuttern oder Bevormundung verstanden.....Es bringt nichts, schon gar nicht wenn Du es - verzeih' die Unterstellung - mit leicht nervigem Unterton vorträgst!

Ansonsten kann ich Euch nur raten, nee wünschen, reibt Euch nicht zu sehr auf, macht den anderen nicht für Euren eigenen Stress verantwortlich, seid nicht ungerecht zueinander und gönnt dem anderen den Freiraum, den er braucht, um mit seinem Druck fertigzuwerden......

Beitrag von gretchens.armee 08.09.08 - 14:35 Uhr

Hey, danke für deine Antwort.

Und ich gebe zu, ich war in letzter Zeit immer genervter wegen der obligaten Pulle Sekt/Wein, manchmal blieb es nicht bei einer.
Schlimmstenfalls waren die Diskussionen, die er hinterher mehr oder minder stark angetüdelt führte, auch nicht gerade von der nettesten Sorte.
Das hat mir in letzter Zeit ziemlich zugesetzt und ich wurde bevormundend. Das stimmt.
Mist.

Beitrag von doctor-avalanche. 08.09.08 - 14:49 Uhr

Solange es nur Wein und Sekt ist.....ich kenne Leute, da stehen leere Whiskey-Pullen rum. Da denkt man, Guns 'n' Roses wären zu Besuch gewesen......

Wie gesagt, mal phasenweise "drink to forget" sollte akzeptabel sein.

Bei Deiner familiären Historie nicht immer einfach.

Nur Diskutieren und Streiten mit angetrunkenem Zustand solte man besser lassen. Angetrunkene Männer lassen sich noch weniger was sagen als nüchterne :)

Beitrag von silkstockings 08.09.08 - 14:56 Uhr

>>Solange es nur Wein und Sekt ist.....ich kenne Leute, da stehen leere Whiskey-Pullen rum. Da denkt man, Guns 'n' Roses wären zu Besuch gewesen...... <<

Musst du das hier so öffentlich verkünden? #schwitz

Beitrag von joulins 08.09.08 - 14:59 Uhr

???

#schock

Ach du Scheiße.

Beitrag von doctor-avalanche. 08.09.08 - 15:08 Uhr

Das verstehst Du jetzt falsch.....

Frau Strumpf hat einfach ein Herz für Freaks, Creeps, Punks und Penner. Und kann & will sie nicht auf dem Trockenen sehen.....

Allerdings bringt das gewisse Probleme mit den Nachbarn mit sich. Wenn sie mal wieder zu einer ihrer berüchtigten Wohltätigkeitsveranstaltungen lädt, ist der Teil Krefelds wie ausgestorben und ihres das einzig beleuchtete Haus.

Spätestens ab 11, wenn unter lautem Krakeelen und hämmerndem Schwermetall-Getöse die ersten Gäste durch die klirrenden Fenster die Party wieder verlassen müssen, weiss man warum ........

Beitrag von silkstockings 08.09.08 - 15:09 Uhr

Jaja ...und genau so etwas plant ihr bösen Buben, richtig?

Ich weiß ja nicht, ob ich das wirklich gut finde, was ihr da vorhabt.

Beitrag von doctor-avalanche. 08.09.08 - 15:14 Uhr

Ich dachte immer, Frauen mögen böse Buben!

Beitrag von silkstockings 08.09.08 - 15:17 Uhr

Im Prinzip ist das auch richtig ...

Beitrag von litha 08.09.08 - 15:10 Uhr

Ulli, das war jetzt aber ein Eigentor.

Ich habe mich nicht angesprochen gefühlt. Erstens habe ich keine WhiskEy-Flaschen, sondern genieße edlen Single-Malt und zweitens stehen sie nie öffentlich rum, sondern sehr artig in Reih und Glied in meinem Schatzkästlein #cool

Beitrag von silkstockings 08.09.08 - 15:12 Uhr

Wann warst du das letzte Mal in der ersten Etage dieses meines Hauses?

Ich bin mir sicher, der Doktor meint den Raum über der Küche ...

Beitrag von stern76 08.09.08 - 18:13 Uhr

Hallo? Sekt und Wein ist genauo suchtgefährdet auch wenn da weniger promille drin ist.

Beitrag von silkstockings 08.09.08 - 18:20 Uhr

Stimmt, aber eine Flasche Schnaps hat mehr Umdrehungen als eine Flasche Wein.

Beitrag von stern76 08.09.08 - 18:28 Uhr

Ja aber wollen wir uns über die Promille hier streiten. Fakt ist, das er zuviel trinkt. Und das sowas schon sehr gefährden ist, was er da treibt. In einem Jahr ist er so tief drin und kommt nicht mehr raus. Und jetzt kann mann ihn noch rausziehen und die Bremse ziehen.

Ein Alk ist immer ein schweres Thema. Ich trinke auch gerne ein Gläschen Wein aber sicherlich eine Flasche am Abend. Das ist schon ein Alkproblem. Und ich wette mit dir, da würde mir ein Suchtberater Recht geben.

Beitrag von silkstockings 08.09.08 - 18:31 Uhr

>>Ich trinke auch gerne ein Gläschen Wein aber sicherlich eine Flasche am Abend.<<

Eine ganze Flasche?

Beitrag von stern76 08.09.08 - 18:39 Uhr

Upps, sollte heißen keine Flasche am Abend....wie der Mann/Freund der Posterin.

Beitrag von colle 08.09.08 - 18:32 Uhr

eine flasche pro abend?..du alleine?

Beitrag von stern76 08.09.08 - 18:40 Uhr

Habe mich berichtigt, sorry....mal wieder zu schnell gewesen.
Nein im Ernst, wenn ich mal trinke. Das kommt vielleicht alle paar Monate vor.

Beitrag von silkstockings 08.09.08 - 19:04 Uhr

Vielleicht heute? Prost. #fest#glas

Beitrag von wonka 08.09.08 - 14:25 Uhr

Redet! Immer wieder und ganz ehrlich! Entschuldige dich für die fehlende Zeit, sage ihm, was dich bedrückt.
Sage ihm auch, dass du Angst um euch hast.
Das sind meiner Meinung nach ganz "normale" Begleiterscheinung einer stressigen Zeit, die hoffentlich wirklich nur eine vorübergehende Phase darstellt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man jederzeit cool und ausgeglichen bleibt, wenn von außen der Druck steigt. Ihr seid noch immer dabei eine Existenzgrundlage zu schaffen und das beinhaltet auch Reibereien. Er flüchtet in den Alkohol ( vielleicht ) und du in zusätzliche Sorgen.
Da heraus zu kommen ist bestimmt nicht einfach, aber vielleicht könnt ihr euch einfach ein Nahziel setzen, damit das Fernziel nicht zu weit entfernt scheint, bei dem ihr einfach sagen könnt, so nun machen wir mal Halbzeit. ( Semesterferien mit Urlaub verbinden? )
Zum Thema Alkohol möchte ich eigentlich nichts sagen, darin bin ich zu empfindlich ;-)

Viel Glück und Kopf hoch.

LG Lukas

Beitrag von litha 08.09.08 - 14:26 Uhr

Hallo Gretchen,

zur eventuellen Gefährdung durch die Trinkerei kann ich wenig sagen, denn du nennst keinerlei Anhaltspunkte. In meiner Familie und im Freundes-/Bekanntenkreis ist es durchaus üblich Alkohol zu konsumieren. Mal mehr, mal weniger. Der Grat, auf dem man sich bewegt ist schmal. Trotz aller Sorge würde ich das nun nicht überbewerten, wenn es noch nicht so lange geht und nicht auch in irgendwelche Alkoholexzesse übergeht.

Mir stellt sich bei deinem Post die Frage, warum ihr hergeht und "nette" Abende plant, wenn ihr beide völlig ausgepowert seid. Warum tut's nicht einfach ein DVD-Abend auf der heuimischen Couch und selbst wenn ihr beide selig Arm in Arm beim Film eindöst habt ihr doch mehr davon, als bei irgendetwas konstruierten, wo man wach bleiben muss.

Wenn die Akkus leer sind, dann holt sich der Körper seinen Schlaf. Versucht Spannung rauszunehmen, nicht alles aufzudröseln und diskutieren zu wollen sondern vielleicht einfach mal nichts tun....

Alles Gute für euch!
Litha

Beitrag von gretchens.armee 08.09.08 - 14:49 Uhr

Hey, Wonkas und deine Meinung sind ein wenig konträr, deshalb musste ich erst einmal überlegen.

Wenn ich das so richtig überschlage, sind wir dieses Jahr annähernd an die zehn Jahre zusammen und in der Zeit haben sich bestimmte Mechanismen eingespielt, was ja irgendwie auch normal ist.
Dazu hat bisher auch immer gehört, sich, egal was ist, Zeit füreinander zu nehmen, der Rest war Alltag.

Also, dazu gehörten die besagten "netten Abende", die wie auch immer aussehen mochten.

Ich bin geneigt, dir zuzustimmen, mal einen Gang runterzufahren. Ich weiß nicht, wie er es sehen wird, vielleicht mit Erleichterung. In letzter Zeit haben nämlich altbewährte Mechanismen nicht gefunzt und brachten schlechte Laune, weil irgendeiner von uns sich quasi trotz Erledigtsein überwinden musste. Das war alles auch nicht sehr harmonisch und schön.

Was das Trinken angeht, so läuft es schon eine ganze Weile so, die letzte Zeit, also das letzte halbe Jahr ungefähr eben nahezu täglich, weil er seit einem halben Jahr auch einen unheimlichen Druck hat und runterkommen will. Dafür hatte ich auch anfangs Verständnis, bin aber, glaube ich, in letzter Zeit in eine Bevormundungsfalle getappt.
Trotz dieser Einsicht jetzt weiß ich immer noch nicht, ob ich persönlich glücklich über diese Art von Trinkverhalten bin, aber ich werde mir mal Gedanken darüber machen, das anders rüberzubringen als mit Genervtheit.

Grüße, G.!

Beitrag von litha 08.09.08 - 15:07 Uhr

Man kan mit ewigem Reden und Verstehen wollen den Partner durchaus nerven :-) Vor allem, wenn sowieso schon eine kriselnde Stimmung, Gereitztheit und Unzufriedenheit vorherrscht. Sehr schwer, da einen Gang zurückzuschalten und den Mund zu halten. Trotzdem auf jeden Fall einen Versuch wert. Zumindest in der heiklen Situation.

Genauso verhält es sich mit dem Trinken. Du erreichst das Gegenteil, wenn du ihn während des Alkoholkonsumes Vorhaltungen - auch noch bevormundend genervt - machst. Er wird eventuell anfangen und heimlich was trinken und das macht die Situation noch schlimmer, weil erst recht unkontrollierbar. Wenn Gespräche, dann nciht am Abend. Eventuell ergibt sich eine andere Gelegenheit, wo man neutral und sachlich seine Sorgen vortragen kann. Erfahrungsgemäß ist es meist so, dass der "Trinker" meint, alles unter Kontrolle zu haben.

Eine Flasche Wein/Sekt, auch wenn es täglich ist, empfinde ich nicht für schlimm oder gefährlich, wobei es da sicher andere Meinungen zu gibt. Grundsatz-Diskussionen führe ich auch gerne in angeschwippstem Zustand, denn dann ist man unkontrollierter, mutiger, leider auch emotionaler #hicks

Alles in allem denke ich, DU solltest in erster Linie versuchen DEINE Mitte wiederzuerlangen. Denn von dieser Position kannst du ihm hilfreich und unterstützend zur Seite stehen, jedoch nicht, wenn du selber gerade strauchelst.

Ich wünsche dir sehr, dass es vorübergeht und ihr euch nicht verliert.

Beitrag von gretchens.armee 08.09.08 - 15:32 Uhr

"Eine Flasche Wein/Sekt, auch wenn es täglich ist, empfinde ich nicht für schlimm oder gefährlich, wobei es da sicher andere Meinungen zu gibt"

Danke für diese Einschätzung.
Ich weiß eben auch nicht, was noch "normal" ist.
Wenn ich mit meinen Leuten einen trinken gehe, und es auch mal heftiger wird, erlebe ich das durchaus als normal. Ich trinke mich ja nicht ins Koma.
Im Sommer letzten Jahres habe ich mich hin und wieder mit einem Bier auf den Balkon gesetzt und mich schon wie an der Grenze zur Suchtkrankheit gefühlt, weil es mal öfters vorkam als meinem gewöhnlichen Trinkverhalten entsprechend.

Ich bin bei diesem Thema schnell durcheinander, leicht zu irritieren. "Wer täglich trinkt, hat ein Problem, ist druff" heißt es einerseits, andererseits können Millionen Franzosen alle druff sein ;-)?
Diese Hypothek ist blöd, auch wenn ich Therapie gemacht habe und so, wo mir jedoch auch jede alkoholische Genehmigung, die ich mir erteilte, als Warnhinweis mitgegeben wurde, daß ich vielleicht DAS SUCHTGEN haben könnte, kann ich keine wirkliche Einschätzung geben.
Deshalb helft ihr mir sehr, wenn ihr sowas schreibt.

Ich werde nicht mein Problem mit der lückenhaften Einschätzung und meiner Vorgeschichte zu seinem machen.
Ich bin froh, hier gepostet zu haben und danke euch sehr!
Grüße, G.-