Unterhalt... Verzichten- und dann???

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von lysannsteve 08.09.08 - 14:09 Uhr

Hallo,
es geht um meine Schwester. Sie hat sich vor knapp nem Jahr von ihrem Lebensgefährden getrennt, mit dem sie zwei Kinder hat. Wollte erstmal kein Unterhalt beantragen, weil er eh schon allerhand schulden hat udn sie dachte auch so über die Runden zu kommen. Nun hat sie es doch gemacht. Nun droht er ihr und sagt, dass sie dann auch auch das essen für die Kids mitgeben soll wenn sie aller zwei Wochen fürs WE bei Ihm sind und solche dinge...
Außerdem hat er ihr mit dem Gericht gedroht. Und darauf hat sie keinen Bock. Nun will sie an das Jugendamt schreiben, dass sie auf den Unterhalt verzichten will. Und das bereits gezahlte, will sie zuirück zahlen. Nur ich denke das wenn man einmal verzichtet es dann w sicherlich schgwer wird, es erneut zu beantragen.
Kann mir da jemand weiter helfenß

wÜRD MICH FREUNE:::

Lysann

Beitrag von zwergenkoenigin21w 08.09.08 - 14:15 Uhr

Sie darf gar nicht auf den Kindesunterhalt verzichten!!!

Beitrag von manavgat 08.09.08 - 14:15 Uhr

Deine Schwester hat - sorry - eine Meise unter dem Pony!

Der Unterhalt steht den Kindern zu. Das Jugendamt braucht sie nicht, sondern eine Anwältin, die den Unterhalt beitreibt. Im übrigen hat sie selbst auch einen Anspruch auf Unterhalt.

Die Reihenfolge ist die: Selbstbehalt, Unterhalt Kinder, Unterhalt KM (falls bedürftig) und erst dann andere Schulden.

Deine Schwester sollte sich dringend informieren und die Rechte der Kinder verfolgen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von lysannsteve 08.09.08 - 14:23 Uhr

Deiner ersten Aussage gebe ich vollkommen recht!
seh ich auch so!

Ich kenn mich da ja gar nicht aus... Ist der Unterhjalt das gleiche wie der Unterhaltsvorschuß. Den sie jetzt wohl vom Jugendamt bekommen hatte?

Beitrag von manavgat 08.09.08 - 14:25 Uhr

Nein und im übrigen gibt es UHV nur maximal 6 Jahre und maximal bis das Kind 12 ist. Insofern ist direkt gezahlter Unterhalt immer besser, weil es nicht den UHV-Anspruch verbraucht. UHV ist nur der Mindestunterhalt und nur für die Kinder.

Mein Rat: dringend eine Anwältin aufsuchen und mithilfe von PKH (Prozeßkostenhilfe) den Unterhalt beitreiben.

Gruß

Manavgat

Beitrag von jay67 08.09.08 - 21:27 Uhr

Hallo,

ja ist alles richtig. Ich bin derzeit dabei, mich scheiden zu lassen und habe beim Jugendamt den Antrag gestellt. Das Jugendamt braucht bisschen, um es zu berechnen. Aber was ich damit sagen will. Man bekommt dann einen Titel gegen den Kindesvater und man kann per Gericht den Unterhalt einklagen. Das geht dann soweit, bis der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, falls nicht gezahlt wird.
Und wenn man auf Kindesunterhalt verzichtet macht man sich strafbar.

LG
jay67

Beitrag von scullyagent 08.09.08 - 20:40 Uhr

Ich kenn mich da ja gar nicht aus... Ist der Unterhjalt das gleiche wie der Unterhaltsvorschuß. Den sie jetzt wohl vom Jugendamt bekommen hatte?

Enischuldige mal die Frage:

Aber wie zum Teufel ( und ohne Falschangaben ) hat es deine Schwester geschafft Unterhaltsvorschuß zu erhalten obwohl gegenüber dem Kindesvater doch auf Unterhalt verzichtet haben will.

Das passt überhaubt nicht zusammen, zumal der Kindesvater ja vom Jugendamt zur Rückzahlung des UVG aufgefordert wird und auch massiv gedrängt wird die Zahlung des KU selbst zu bewerkstelligen.

Oder verdient der KV soo wenig , das er unter Selbstbehalt liegt? Sind so ca. 980 €. Dann bringt auch der Anwalt nix, einem Nackten kann man nicht in die Tasche greifen...

Scully

Beitrag von lysannsteve 10.09.08 - 15:44 Uhr

Hi, na er hat vor einiger Zeit Insolvenz und ich glaub auch privatinsolvens angemeldet...
Sie hat erst vor ca 5 Wochen den UHV beantragt... und nun bedroht er sie mit Gericht usw. das möchte sie gern umgehen und will deswegen nun darauf verzichten...
Habe mich vielelicht etwas doof ausgedrückt, eben weil ich mich damit nicht auskenne...

Liebe Grüße
LYsann

Beitrag von scullyagent 10.09.08 - 19:35 Uhr

Auch bei der Privatinsolvens gehen Unterhaltsschulden vor allen anderen!

Wenn deine Freundin UVG beantragt hat, muß der KV den KU nur bis zur Pfändungsfreigrenze tragen. Ist das weniger als das UVG, dann wird der Rest durch das Jugendamt getragen.

Der Kindesvater hat also eh keinen Cent mehr oder weniger. Weitere Schulden laufen dann auch nicht auf. Denn den UVG müssen Väter nur dann zurückzahlen, sollten sie zahlungsunwillig sein. Bei Zahlungsunfähigkeit entfällt die Rückzahlung.

Vorsicht: Manche Jugenämtern versuchen zahlungsunfähigen, schlecht informierten Vätern eine Rückzahlungsvereinbarung aufs Auge zu drücken. Der KV Deiner Freundin soll sowas bloß nicht unterschreiben - denn dann steigen seine Schulden wirklich und die Private Insolvens geht nicht durch, da er während der Inso keine neuen Schulden machen darf!

Verdient der KV richtig gut,geht seine Insolvens wie geplant weiter; er zahlt also zuerst den Kindesunterhalt, bedient dann seine Gläbiger über Insolvensverfahren und ihm bleibt der Selbstbehalt ( zzgl. der Freibeträge )

Klagen gegen die Forderung nach Kindesunterhalt kann er nicht.

Druck mein Geschreibsel am besten aus und gib es Deiner Freundin. Sie soll es dann ihrem Ex geben. Der kann auch gerne nochmal seinen Schuldenberater nach näheren Details fragen.

Bis dann
Scully

Beitrag von lexika 08.09.08 - 16:15 Uhr

Oh,

Dein Text war ein bisschen missverständlich.
Hab ich das richtig verstanden?
Deine Schwester bekommt keinen Unterhalt und hat bis vor kurzem auch keinen Antrag auf Unterhaltsvorschuss gestellt.

Jetzt ist es doch knapper als gedacht und sie hat Unterhaltsvorschuss beantragt. Richtig so?

Prinzipiell kann sie den jederzeit wieder einstellen lassen unabhängig ob er zahlt oder nicht solange sie keine sonstigen Sozialleistungen beantragt und umgekehrt auch wieder aufleben lassen solange er keinen Unterhalt zahlt.

Den Unterhaltsvorschuss muss er auch nur dann zurückzahlen wenn er Unterhalt zahlen kann, wenn er wirklich nicht zahlen kann laufen für ihn keine Schulden auf. Dass sie das für ihn zurückzahlen will sag ich mal lieber nix dazu.

Zum Thema Gericht: kann ich prinzipiell nachvollziehen dass sie das vermeiden möchte (geht mir auch so) aber er hat doch gar keinen Klagegrund (kann ihr ja schlecht verbieten Unterhaltsvorschuss zu beantragen).

Ach ja - und Essen am Umgangswochenende ist immer seine Sorge (und in der Unterhaltsberechnung übrigens mitberücksichtigt).

Wenn sie sich auch ein Jahr nach der Trennung noch so einschüchtern lässt muss man ja froh sein dass sie überhaupt den Absprung geschafft hat.

Lg, Christine

Beitrag von lysannsteve 10.09.08 - 15:54 Uhr

Hallo, ja du hast das richtig aus meinem verwirrten Text entnommen...
Er hat halt gemeint, dass wenn sie das jetzzt beantragt er ja noch mehr schulden hat... (er hatte seine Firma durch das Hochwasser damals verloren und versucht seither es wieder aufzubauen - bisher vergebens) und das will sie natürlich auch nicht...Obwohl ich das auch nicht nachvollziehen kann.
Ja da waren wir alle froh, dass sie damals den Schritt der Trennung gemacht hat...
Und nun macht ja auch noch die große Tochter (9 JAhre) so Probleme... Aber das steht wieder auf einem anderen Blatt...
Danke erstmal für deine Info

LG Lysann

Beitrag von babybauchabguss 12.09.08 - 15:00 Uhr

Was soll denn das? Wieso will er mit einem Anwalt drohen? Das sind doch alles nur dumme Einschüchterungsversuche. Wenn er der Meinung ist sie muss nun auch noch Essen mit geben wenn die Kinder bei ihm sind na dann braucht er sie garnicht erst zu holen. Er ist verpflichtet zu zahlen und basta.