wie macht Ihr das?

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von steffijamvk 08.09.08 - 14:37 Uhr

Hallöchen!

Gestern hat uns unser Sohn (1 einhalb Jahre) recht sprachlos gemacht.
Abends gegen 6 uhr , nach dem baden und Pyjama anziehen, durfts er noch einbißchen spielen. Er holt sich also eine Packung Spielkarten aus dem Schrank und fängt an sie durch den Raum zu schmeißen. Alles soweit ok . Nach einiger Zeit will er die Karten einsammeln und in die Packung zurück tun. Ging leider nicht , da die Packung recht verflettert war. Im gleichen augenblick bekommt er einen Schreianfall. Er schreit , weint , schmeißt sich auf den Boden.... . Ich hin wollte Ihm helfen die Karten zu ordnen . Er schlägt mich weg wird noch lauter. Er mägerte jedesmal wenn Ihm die Karten aus der Hand fielen. Nach einigen Minuten haben mein Mann und ich beschloßen aus den Raum zu gehen . Wir also raus und nach eingiger Zeit kam unser Sohn zu uns und kuschelte sich an mich. Sobald ich aber die Karten in seiner Hand berührte ging das Geschrei wieder los. Ich konnte Ihn nur nach ins Bett bringen, wo er dann sofort einschlief. Wir meinen das war ein typischer Trotzanfall. solche aktionen bringt er auch gerne wenn er nicht zum Nachbarn rüber darf, Mama ein stück von seinem Brot isst, ........
Was macht man da? Wir ignorieren diesen Protest und bleiben bei unsern Regeln.
Wäre über Eure Erfahrungen sehr dankbar.
LG Steffi

Beitrag von simone_2403 08.09.08 - 15:00 Uhr

Hallo

Dreh die Situation mal um.

Du bist mit Hausarbeit beschäftig,deine Mutter/Mann wer auch immer versucht ständig dir Sachen aus der Hand zu nehmen.Gut gemeint,dennoch würdest du dich wohler fühlen wenn du DEINE Sachen selbst ereldigen könntest.

Du sitzt am Tisch und isst ein Brot,dein Mann kommt und nimmt dir Stücke vom Teller.Jetzt denk nicht als "Erwachsener",denk als Kind,ich würd das ziemlich geknackt finden,denn eigentlich könnte er sich ja ein Brot selbst machen,denn mit teilen hat das nichts zu tun.

Das Verhalten deines Juniors zeigt eigentlich nur auf,das er Selbstständig werden will.Das dies mit Hindernissen verbunde ist,lernt er damit natürlich auch und das entläd sich eben dann manchmal in absoluter Wut und Enttäuschung.

Kleiner Tip...frag deinen Junior ob du ihm in dieser oder jener Situation helgen kannst,ganz nach dem Motto "hey kleiner Mann,darf dir Mami helfen?"

lg

Beitrag von nane29 08.09.08 - 18:58 Uhr

Hallo Steffi,

ich erlebe momentan auch ganz oft diese Anfälle bei meiner Tochter (2 Jahre, 3 Monate), wo sie über irgendetwas frustriert ist und dann geht plötzlich GAR NIX mehr. #schwitz

Meistens geht es momentan darum, dass sie alles alleine machen will.
Manchmal vergesse ich das und wage es z.B., die Druckknöpfe von ihrem Schlafanzug aufzumachen. #schock
Dann jault sie: "Neeeeein Mama, das wollte iss danz alleine machen!"#heul
Wenn ich ihr anbiete, die Knöpfe nochmal zuzumachen, schreit sie: "NEEEEEEEIN!", wenn ich dann sage: "Gut, dann ziehen wir den Schlafanzug jetzt aus" - "NEEEEEEEEEIN" - es ist dann einfach nichts mehr zu retten.#kratz

Ich sage dazu immer: "Sie hat sich wieder einen Knoten gebastelt...", weil es weder vor noch zurück geht.

Ich gehe damit so um, dass ich ganz ruhig und gelassen und verständnisvoll bleibe (naja, sagen wir meistens, bin ja auch nur ein Mensch#hicks). Wenn ich ihr alles mir Mögliche angeboten habe und sie aber nur "Nein" sagt und weint und schreit, dann warte ich einfach ab.(sofern die Zeit und die Situation es erlauben) Irgendwann kommt sie runter und sagt, was sie will. Oder ich muss mich einfach über sie hinwegsetzen.

Was ich NICHT gut finde, ist rausgehen. Oder das Kind abschieben, nach dem Motto: "Du gehst in dein Zimmer/ auf die stille Treppe (oder sowas) bis du dich beruhigt hast". Damit signalisiere ich ihr, dass ich sie nicht mag, nicht ertrage, wenn sie ein Problem hat und ich denke, das vergrößert die Kluft zwischen uns und ihren Frust nur.

Ich bleibe immer bei ihr in so einer Situation, auch wenn ich nur daneben sitze und warte.

Es gibt auch Situationen, in denen ich durchgreifen muss / will und damit einen Schreianfall auslöse.
Neulich habe ich ihre volle Windel in den Windeleimer geworfen - Geschrei, weil sie es machen wollte. #augen Sie wollte die Windel dann wieder rausholen, das habe ich in diesem Fall aber verboten, weil ich das eklig finde.

RIESEN-Geschrei und sie wollte sich mit aller Macht an mir vorbei zum Eimer kämpfen. Weil ich keine Lust auf einen Ringkampf hatte, habe ich sie geschnappt und habe mich mit ihr im Badezimmer eingeschlossen (der einzige Raum zum Abschließen bei uns). Da habe ich mich auf den Boden gesetzt, ihr 2-3x ruhig erklärt, warum ich nicht will, dass sie die Windel wieder rausholt und dass wir hier warten, bis sie sich beruhigt hat.

Irgendwann ist immer die Luft raus und sie beruhigt sich wieder. Manchmal kommt erstmal dann der große Kuschelteddy und macht Faxen mit ihr ;-) - das hilft, das Eis zwischen uns zu brechen#schein

Sorry für den langen Text. Kurz gesagt ist mein Rat: Ruhig bleiben, beim Kind bleiben, abwarten.
Mit der inneren Einstellung, dass diese Trotzattacken ganz normal sind und dass dein Kind dich damit nicht böswillig tyrannisieren will.

Noch ein Buchtipp: "Smart Love - Erziehen mit Herz und Verstand" - SUPER!!!!#pro

Lieben Gruß
Jana + Lena *18.05.06 + #stern + #ei (10.SSW)