den GANZEN Tag Geschrei, ich kann nicht mehr

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von deta 08.09.08 - 17:52 Uhr

Hallo,
ich weiß einfach nicht mehr, was ich mit meiner Tochter (2,5) noch machen soll.
Wirklich den ganzn Tag lang gibt es wegen irgendwas Gebrüll (meist, wenn sie ihren Willen nicht bekommt). Mir scheint es, sie ist nahezu ständig damit beschäftigt, irgendwas zu wollen, was unmöglich ist, nur damit sie brüllen und toben kann. Und es ist wirklich ein Toben und Brüllen: laut, lang, agressiv, um sich trampelnd, etc.
Mal als Beispiel:
Morgens nach dem Aufwachen will sie schon im Schlafanzug mit mir zusammen ein Puzzle machen. Tue ich das nicht (z.B. weil ich den Kleinen noch fertig machen muß, Tisch decken muß, o.ä.), wird schon das erste Mal getobt. Beim Frühstücken mindestens ein Anfall, weil NIE die das Essen auf dem Teller ist, was sie haben will. :-(
Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, zweigt sie mir ununterbrochen Dinge, zu denen sie hin will oder Straßen, die sie lang fahren will. Folglich wird also jede Autofahrt über nur gebrüllt.
So kann man die Liste noch unendlich weiterführen. Eben steht sie z.B. in der Speiskammer und tobt, weil ich die Tür nicht zumachen will, sondern gerade hier an PC sitze.... :-[
Ich habe es mit konsequentem Nein probiert, mit Kompromissen, mit Erklärungen, nichts hilft. :-(
Ich beschäftige mich mit Ihr, wir unternehmen was, Aufmerksamkeit bekommt sie wirklich mehr als genug.
Inzwischen weiß ich einfach nicht mehr, wie das weitergehen soll. Ich fühle mich ausgelaugt, hundemüde und irgendwie auch überfordert. Diese ganze Theater geht schon über Monate.
Ich habe ernsthaft schon daran gedacht eine Erziehungsberatung aufzusuchen. Aber wer weiß, was man da bei Alleinerziehenden (na ja, paßt nicht ganz, ich habe einen Partner, der ist aber nicht der Vater der Kleinen) alles hineininterpretiert. :-(
Hat jemand von Euch auch schon mal so was gehabt. Eben hoffe ich immer noch, daß es nur eine Phase ist.
Liebe Grüße
deta

Beitrag von schlumpfine2304 08.09.08 - 17:56 Uhr

hallo.

kann es sein, das du deiner tochter zu viel durchgehen lässt? erklärungen gut und schön, aber drohst du ihr auch konsequenzen an? setzt du konsequenzen um?

mir scheint, das deine tochter die schuhe anhat. sie scheint zu wissen, das sie nur lange genug brüllen muss, damit du ihren willen ausführst?!

lg a.

Beitrag von deta 08.09.08 - 18:08 Uhr

Hallo,
ehrlich gesagt kann ich nicht einschätzen, ob ich zuviel durchgehen lasse oder nicht.
Es ist aber nicht so, daß ich immer nachgebe. Das geht ja auch gar nicht, denn dann würde ich den ganzen Tag nach ihrer Pfeife tanzen.
Z.B. beim Autofahren geht es ja gar nicht, daß ich irgendwo anders einfach hinfahre oder anhalte. Trotzdem hört sich nicht damit auf, die ganzen Sachen zu fordern. :-(
LG
deta

Beitrag von schlumpfine2304 08.09.08 - 18:15 Uhr

hi.
sebastian hat auch solche phasen, wo er nicht will wie ich will. dann fängt er an zu bocken ... ich sag ihm dann meist, das ich kein bockiges kind will und er gehen soll!

(zu haus ... im auto geht ja schlecht, im auto erklär ich ihm immer, warum wir nun grad in die andere richtung fahren müssen)

jedenfalls schieb ich ihn klar von mir weg und sag ihm im scharfen ton, das ich mir sein gejammer nicht anhöre und ich nur ein liebes kind haben möchte. er soll gehen! wenn er das nicht tut, dann geh ich aus dem raum und mach was anderes. er flennt dann noch ne weile ganz herzerweichend (mit kleinen kunstpausen, um zu gucken, ob ich nicht doch reagiere) und wenn er merkt, dass es nicht läuft, kommt er an, läuft mir in die arme und sagt mir, das er ausgebockt hat!

meine freundin hat z.b. den auszeit-stuhl eingeführt. wenn ihr sohn so rumzickt, das gar nichts mehr geht, wird sie laut, sagt ihm an, das er auf den stuhl kommt, wenn er sich nicht beruhigt und wenn er dann weitermacht, kommt er auf den stuhl. das funktioniert erstaunlicherweise gut, sagt sie. er bleibt dann auch da sitzen.

wenn sie mit dir diskutiert, lass dich nicht drauf ein. sag ihr ein- maximal zweimal, das du nicht mit ihr diskutieren wirst. du bist die mama und es wird gemacht, was DU sagst und wenn sie es nicht akzeptiert, droh ihr konsequenzen an (kuscheltier weg, ins zimmer schicken ...), sag es nochmal und wenn sie dann nicht "spurt" ... durchziehen! und vor allem nicht erweichen lassen!

ich weiß, das es alles nicht einfach ist, aber nur durch konsequenz kommst du bei ihr weiter. du musst ihr nicht alles recht machen!!!!

lg

Beitrag von woodgo 08.09.08 - 18:30 Uhr

Deine Tochter scheint zu wissen, daß sie mit Gebrüll weiter kommt, ich lese aus Deinem Text irgendwie heraus, daß Du nicht konsequent genug bist. Solche Situationen gibt es immer wieder, auch, wenn die Kids älter sind, da muß man schon mal die A.....backen zusammenkneifen und sich durchsezten können, nicht nachtgeben, damit man endlich seine Ruhe hat;-)

Beitrag von berry26 08.09.08 - 18:33 Uhr

Hi Deta,

ich habe vor allem diesen Satz bei dir bemerkt:

"Ich beschäftige mich mit Ihr, wir unternehmen was, Aufmerksamkeit bekommt sie wirklich mehr als genug. "

Kann es sein, das genau das das Problem ist??? Wie reagierst du wenn sie so einen Tobsuchtsanfall hat? Vielleicht solltest du sie einfach weitestgehend ignorieren...
Wenn sie merkt das du ihr bei solchen Ausbrüchen besonders viel Aufmerksamkeit schenkst, kann es dieses Verhalten natürlich noch unterstützen. Ansonsten würde ich sagen das du einfach mit logischen Konsequenzen nichts falsch machen kannst. Also wenn Ihr das Essen nicht passt, dann hat sie keinen Hunger und muss ohne Essen gehen. Wenn Ihr der Weg den du langfährst nicht gefällt, muss sie halt aussteigen (anzudeuten das sie aus dem Auto muss, sollte dazu reichen;-)) usw.

LG

Judith

Beitrag von deta 08.09.08 - 18:49 Uhr

Hallo,
es kann schon sein, daß ich nicht konsequent genug bin. #kratz
Nur: Wann ist man denn konsequent genug? Irgendwie ist vielleicht genau das das Problem.
Ich lasse ihr ja nicht alles durchgehen. Vielleicht aber doch zu viel? Nur alles verbieten kann ich ja auch nicht.
Ist irgendwie echt nicht einfach, da einen Mittelweg zu finden.
:-(
LG
deta

Beitrag von letkiss 08.09.08 - 20:31 Uhr

Hallo,

Oh man wie ich das kenne. Hannah ist auch 2,5 Jahre alt. Und wenn ich abends ins Bett gehe, weiß ich genau das es morgen mind. 10 x ausgeflippt wird. Und das vom feinsten.
Wenn morgens nicht sofort Frühstück auf dem Tisch steht wird gebockt. Ich sage ihr immer das wir alle zusammen frühstücken und sie noch 2 Min. warten muss. In der Stadt flippt sie jedes mal aus wenn sie so ein Kinderfahrzeug sieht wo Geld rein muss. In seltenen Fällen darf sie mal drin sitzen, aber Geld wird nicht reingesteckt. Wenn ich Autofahre und ihr Kuscheltier vom Boden nicht aufheben kann weil ich fahre, flippt sie auch aus.
Das schlimme ist, das sie immer Konsequenzen bekommt und ich sie auch immer wieder ignoriere wenn sie ausflippt, ganz ruhig erkläre oder anderes, sie sich trotzdem nicht ändert. Bei uns geht es nun schon ziemlich lange so. Und ich hoffe das es irgendwan mal fruchtet.

Also durchhalten, obwohl das kein guter Tip ist ich weiß.

Alles liebe

Anja

Beitrag von ma-lu 08.09.08 - 21:19 Uhr

Hallo Anja,

das Problem mit den Kinderfahrzeugen ist, dass man die Kinder halt ab und zu doch reinsetzt. Woher sollen die Kleinen wissen, dass sie die nächsten Male wieder nicht mehr reindürfen?!
Und da sind wir schon beim Problem Konsequenz. Wenn ich bei ein und derselben Sache (z.B. Kinderfahrzeug) mal Ja und beim nächsten mal Nein sage, verwirrt das. Und natürlich möchte das Kind das Ja wieder hören (hat ja schließlich schon mal geklappt); und versucht durch Gebrüll dieses Ja zu erreichen.

Dies sollte jetzt kein Angriff sein - aber darin liegt halt leider der Hund begraben.

LG
Andrea

Beitrag von silkew1976 08.09.08 - 22:36 Uhr

Da gibt es nur eines, viel viel Liebe!!!!! Das soll nicht heißen das Du Deiner Tochter keine Konsequenzen aufzeigen sollst, aber bitte mit Maaß und Ziel.
Ich lese hier immer nur, dann bist Du nicht konsequent genug, so ein Quatsch. Stiller Stuhl, stille Treppe, ohne Essen ins Bett, schreien lassen oder ähnliches, davon halte ich gar nichts!!!!!
Kinder brauchen nunmal Aufmerksamkeit und wenn sie die nicht bekommen, dann holen sie sich diese auf andere Art und Weise. In Deinen Augen reicht die Aufmerksamkeit für Deine Tochter, Deine Maus sieht das aber vielleicht anders.
Bezieh sie doch mehr in Deinen Tageablauf mit ein. Wenn Du Morgens keine Zeit zum Puzzeln hast, dann lass Sie Dir helfen den Kleinen fertig zu machen und puzzelt danach. Lass sie sich doch ihr Frühstück selbst aussuchen, stell Dir vor Du hättest jeden morgen einen fertigen Teller vor Dir mit Sachen wo Du gar keinen Appetit drauf hast!!!!

Ich kann Dir ein Buch empfehlen......"In Liebe wachsen" von Dr. Carlos Gonzales, erschienen im La Leche Liga Verlag. Ein Buch das für das Wohl der Kinder geschrieben wurde.
Viele meiner Ansichten hat es revulotioniert!!!!

Außerdem darfst Du nicht außer Acht lassen, dass Deine Tochter große Schwester geworden ist......ein Gefühl das für einen kleinen Wurm nicht ganz einfach zu verarbeiten ist.

liebe Grüße
Silke

Beitrag von tiffy_1981 09.09.08 - 08:44 Uhr

Hi,

ich denke auch, dass hier Konsequenz am ehesten der richtige Weg ist, um Deine Tochter in den Griff zu bekommen. Klingt ja alles sehr nach Trotzphase (falls Du Dich da noch nicht auskennst, informier Dich dochmal darüber. Das Alter passt jedenfalls), in der die Kinder halt immer wieder die Spielregeln austesten und schauen, wie weit sie gehen können.

Aus Deinen Beiträgen lese ich heraus, dass Du unsicher bist, wie Du Dich verhalten sollst, und mal die eine, mal die andere Richtung ausprobierst. Ich vermute mal, dass Deine Tochter ebenso Deine Unsicherheit bemerkt und schon herausgefunden hat, dass sie Dich durch ihr Geschrei oftmals doch in die von ihr gewünschte Richtung lenken kann. Ich glaube auch nicht, dass Du Dich ständig rechtfertigen musst, warum Du ihr jetzt diesen oder jenen Wunsch nicht erfüllen kannst. Du machst den Eindruck eine liebevolle Mutter zu sein, die auch viel Zeit und Zuneigung für ihr Kind aufbringt. Also glaube ich brauchst Du da kein schlechtes Gewissen haben. Manche Dinge müssen halt einfach so gemacht werden, und zu viele Erklärungen werden vermutlich noch gar nicht richtig verstanden. Auch sind Kinder in dem Alter oft noch maßlos überfordert, wenn sie zu viele Alternativen zur Auswahl haben. Daher halte ich den Tipp mit dem Frühstück selber aussuchen nicht für ganz so glücklich, es sei denn man begrenzt die Auswahl auf zwei, maximal drei mögliche Gerichte. Und das, was einmal gewählt wurde wird auch gegessen, oder man muss eben hungrig aufstehen.

Ich denke Du musst Dich zunächst einmal klar durchsetzen. Das heißt Deine Tochter muss akzeptieren, dass nicht sie den Tagesablauf bestimmst, sondern Du... ohne wenn und aber. Macht klare Regeln, was wann gemacht wird. Ich würde ihr ein oder zwei Mal erklären, dass morgens eben nicht direkt nach dem Aufstehen mit Mama gepuzzlet wird, und wenn trotzdem gebockt wird - aushalten, nicht zu sehr beachten. Dann muss sie sich halt erstmal alleine (z.B. wie beschrieben auf dem stillen Stuhl oder im Zimmer) abreagieren und kann wieder zu Dir kommen, wenn sie sich beruhigt hat. Das kannst Du ja auch ganz klar formulieren, dass sie das auch versteht. Allerdings musst Du Dich dann auch konsequent an Eure Regeln halten. Denn einmal nein, einmal ja versteht ein Kind in dem Alter noch nicht richtig.

Und ich finde es ist auch nicht gut, dass ein Kind den Eindruck hat die Mama macht alles, was ich möchte, und wenn nicht muss sie was wirklich Wichtiges zu tun haben, sonst wird erstmal ein Aufstand geprobt. Ich finde eher, das Kind muss ein Nein und den Willen Anderer akzeptieren lernen, auch wenn nicht immer ein konkreter Grund dahinter steht... Sondern einfach, weil die Mama "Nein" gesagt hat. Sonst hat man bis zum Erwachsenenalter ständige Diskussionen um das Thema "aber warum denn nicht", die sich ins Endlose ziehen können. Ich meine damit keinen blinden Gehorsam, sondern die Erziehung in Richtung "gesunden Respekt vor Authoritäten" in jeglicher Hinsicht. Je Älter das Kind wird, desto eher kann man ja dann dazu übergehen, seine Entscheidungen zu erklären. Aber ich denke ein Kind in dem Alter ist einfach noch nicht in der Lage, alle Gründe, die einen Erwachsenen zu einem "Nein" bewegen logisch zu verstehen.

LG und ganz viel Geduld,
tiffy_1981 mit Jan Elias (*29.06.2007)

Beitrag von tiffy_1981 09.09.08 - 08:58 Uhr

Diese Links sind ganz informativ, vielleicht helfen sie Dir:

http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzphase
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_485.html

LG,
tiffy_1981

Beitrag von deta 09.09.08 - 14:15 Uhr

Hallo nochmal,
erst mal vielen Dank für Eure Ratschläge.
Ich habe heute mit einer anderen Mama aus der Spielgruppe gesprochen. Die hatte genau das gleiche Problem mit ihrer Tochter.
Ein Beispiel hat sie mir genannt, das hätte ich sein können #hicks: Tochter sitzt am Tisch, blauer Teller. Nein, der geht nicht, also grünen Teller holen. Der ist nun gut. Aber jetzt ist auf einmal der Becher zu gelb, also roten Becher holen. Und nun schmeckt aber das ganze Essen nicht mehr..... ;-)
Ich werde jetzt mal versuchen, einige Dinge konsequenter durchzusetzen #schwitz.
Mal sehen ob es was bringt. :-)
LG
deta