Brustentzündung, abpumpen, zufüttern... HILFE!

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von kika22 08.09.08 - 22:10 Uhr

hallo ihr Lieben!

Also ich muss mal eben kurz meine geschichte erklären:

Mein 2. Sohn (Vincent) ist nun 9 Wochen alt. Ich habe ursprünglich vor gehabt, mindestens 6 Monate zu stillen.
Aber als er 6 Wochen alt war kam plötzlich eine beidseitige Brustentzündung. Ich schätze, das kam irgnedwie durch Stress. Ich habe meinen Sohn nämlich in Deutschland bekommen, lebe aber eigentlich mit meinem Mann in den USA. Als er 6 Wochen alt war, sind wir also wieder her geflogen, meine Eltern waren 11 Tage mit hier und alles war sehr anstrengend, auch mit der Zeitverschiebung etc. Na ja, auf jeden Fall kam die Brustentzündung. Und mein "Kleiner" hat SEHR viel Hunger. War immer schon groß (bei der Geburt 58 cm und 4650 Gramm)

Weil es einfach furchtbar weh tat und auch blutig und offen war, habe ich abgepumt und Vincent das per Flasche gegeben. Hat auch super geklappt!! Weil ich aber irgendwann gar nicht so schnell undviel pumpen konnte, wie er Hunger hatte, habe ich angefangen, ein wenig zuzufüttern. Seitdem ist er auch viel zufriedener. Zwischendurch habe ich aber immer noch gestillt (trotz Schmerzen), damit Vincent es nicht "verlernt", da ich eigentlich weiterstillen wollte, wenn die Brüste etwas verheilt sind.

Plötzlich wolle Vincent die Brust nicht mehr. Ich denke mal, da es einfach per Flasche einfacher ist und die Warzen auch recht krustig etc waren, hat ihm vielleicht nicht "geschmeckt" oder es hat sich "komisch angefühlt" für ihn. Er hat also 2-3 Tage so gut wie gar nicht mehr getrunken und plötzlich konnte ich auch nicht mehr abpumpen!! Es kommt kaum noch was!!

Jetzt habe ich natürlich immer mehr zugefüttert, da Vincent ja irgendwie satt werden muss. Ihm geht es wie gesagt auch wunderbar dabei, aber ich will so gern weiterstillen!!! Seit vorgestern kriege ich ihn aber wieder gelegentlich an die Brust, die Verkrustungen sind so gut wie weg und es tut kaum noch weh. Aber ich habe das gefühl, ich habe kaum noch Milch!!

Jetzt meine Hauptfrage: Kann die Milch auch wieder mehr werden, wenn ich ihn jetzt wieder öfter anlege?? Ich habe Angst, dass ich bald gar nicht mehr stillen kann! Die Brüste sind auch schon kleiner geworden und ganz weich (die Rechte war sonst immer total prall und kurz vorm Platzen...)

Tut mir leid, dass es so lang geworden ist, aber ich bin echt grad ein bißchen verzweifelt, da ich wirklich gern noch weiter stillen will!! Hat jemand Tipps??

Liebe Grüße
Kathy

Beitrag von freefallinggirl 08.09.08 - 22:21 Uhr

Hallo Kathy,

da hast du ja schon allerhand durch gemacht!

Ich kann dich beruhigen. Daß die Brust nach den ersten Wochen weicher wird, sagt nichts über die Milchmenge aus. Sicher hat die Produktion durch das Zufüttern nachgelassen, aber je öfter du ihn jetzt wieder anlegst, wird die Menge sich auch wieder erhöhen. Nach einer Weile wirst du wieder voll stillen können.

Frau Lothrop aus dem "Stillbuch" beschreibt in einer Geschichte, wie sie nach einem Wanderurlaub in den Sommermonaten wieder voll stillen konnte, obwohl sie vorher schon fast komplett abgestillt hatte. Aber durch die Wärme wollte ihr Kind halt sehr häufig trinken um den Durst zu stillen (zu Beginn der Stillmahlzeit kommt ja erst die wässrige Vormilch, erst nach Einsetzen des Milchspendereflexes kommt die fettigere Hintermilch).

Es kann dir helfen, wenn du den kleinen Mann bei Hunger immer erst anlegst, bis er eindeutig keine Trink- und Schluckbewegungen mehr an der Brust macht, die Zeiten werden sich dann immer etwas verlängern. Wenn du dann erst anschließend die Flasche anbietest, sollte der Milchfluß innerhalb von maximal 2 Wochen wieder gut in Gang gekommen sein. Wichtig ist, daß du Geduld mit euch beiden hast.

Wenn du vor Ort keine Stillberaterin greifbar hast, dann kann ich dir folgendes Expertenforum empfehlen:
http://community.rabeneltern.org/board.php?boardid=24
Dort kannst du dich mit Denise Both austauschen, die eine sehr kompetente Stillberaterin ist.

Ganz liebe Grüße und viel Erfolg!!!
Claudia

Beitrag von kika22 08.09.08 - 22:31 Uhr

Hallo Claudia!!

Vielen Dank für deine schnelle und aufbauende Antwort!!

Ich denke mal, das ja noch "etwas" da ist, sollte es nicht ganz verebben, wenn ich es jetzt weiter probieren!

Den Tipp mit dem Forum werde ich auch sicherlich in Anspruch nehmen!

Danke!

Kathy

Beitrag von missmib 08.09.08 - 22:29 Uhr

Keine Bange, wenn du ihn oft anlegst, steigert sich die Milchproduktion wieder, am besten jegliches Saugbedürnis an der Brust befriedigen lassen, also keinen Schnuller. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wieder zum Vollstillen zu kommen, wenn du das wirklich willst. Stillberaterinnen der LaLecheLeague gibt es auch in den Staaten, die können dir direkt vor Ort professionell weiterhelfen und dich falls nötig auch mit dem Brusternährungsset vertraut machen, aber vielleicht gehts auch ohne.
Ansonsten Stilltee trinken (allerdings hab ich hier in den Staaten noch keinen gefunden, vielleicht hast du ja mehr Glück), und auch sonst auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten.
Das dein Kleiner nun häufiger trinken will, liegt vermutlich an nem Wachstumsschub.
Mach dich nicht verrückt, du packst das schon, es ist auf jeden Fall wieder hinzukriegen. Gib nicht auf!

Beitrag von kika22 08.09.08 - 22:34 Uhr

Danke! Noch eine beruhigende Antwort!!

Wo lebst du denn in den Staaten, wenn ich fragen darf??

Also, vielen Dank fürs Mutmachen!

Kathy

Beitrag von missmib 08.09.08 - 22:47 Uhr

sind grad nach Knoxville, TN gezogen. Hätte sogar noch etwas Fenchel-Kümmel-Anis-Tee aus Deutschland da, wo wohnst du denn?
War letzte Woche auch schon bei der LLL-Stillgruppe hier, weils mich auch mit ner Brustentzündung erwischt hat und ich sicher gehen wollte, dass sie mir im ER stillverträgliche Medikamente gegeben haben, sie waren auch sehr kompetent und hilfsbereit.
Viele Grüße, Micha

Beitrag von jane1972 08.09.08 - 22:35 Uhr

Hi Kika,
das Problem kenne ich zu gut.
Bei meinem ersten Sohn Tim (fast 3Jahre) war es fast genauso. Leider hat er nicht mehr an der Brust getrunken da er genau wie Dein Baby die Flasche mochte :-(
nachdem ich einmal zugefüttert hatte.
Bei unserem 2. Sohn (er ist jetzt 6 Wo) ist es anders.
Ich hatte auch schon 2 x das Problem, dass ich zu wenig Milch hatte aber ich habe eine super Hebamme mit SEHR viel Erfahrung.
Gibt es bei Dir eine Hebamme oder eine Stillgruppe oder ähnliches ??Wichtig ist nämlich: DU MUSST JETZT SCHNELL SEIN !!!
Die Milch geht sonst komplett weg.
Hier ein paar Tipps die mir auch geholfen haben:
Leih Dir eine gute elektrische Milchpumpe in der Apotheke die kann (zumindest hier in Deutschl. verschrieben werden vom Gyn. als Diagnose: Trinkschwäche Kind) und du musst nur eine Zuzahlung in der Apotheke vornehmen.
Dann pumpst Du mehrmals am Tag ab. Mindestens alle 3 Stunden.Nimmst zusätzlich mindestens 3 Liter Flüssigkeit zu Dir. Davon 2 Tassen Stilltee und ggfls. Globuli: Phytolacca D12 3 x 2 Globuli die sind Milchfördernd.
Du kannst auch mal die "La Leche Liga" anschreiben, die können Dir sicher auch noch helfen, die sind extra für Stillende Mamas da :-)
Viel Glück, halte mich mal auf dem laufenden :-)))
Das klappt schon!!
Gute Nacht Christiane (36) #baby (6 Wochen), #bla (2 1/2 Jahre)

Beitrag von uschimaus 08.09.08 - 22:47 Uhr

hallo,

ich habe vor sieben monaten unser zweites kind bekommen und liebe es wiedermal zu stillen, bei streß ist klar das die milch nicht läuft und man hat das gefühl die milch geht aus. #ABER EINE pumpe SCHAFFT ES NIE den Druck eines säuglinges aufbaut. die milch kommt von alleine freue dich drauf und habe ein wenig gedult,

eine kleine erfahrung: unser kleiner großer sohn 2,5 jahre silas horatio hat vor 10 tagen eine vorhaut po, mußten alles weg nehmen, war schlimm die tage über durfte und konnte nicht laufen, hat viel gespuckt, will immer noch nicht pullern und kackern, tut so doll weh wenn er schreit ist das für mich so schmerzhaft das mir mein bandscheibenvorfall so heftig weh tut, das ich das gefühl hatte dass mir die milch wegblieb, war auch erst so, habe mir aber eingeredet wird besser , doppelt so viel nach dem stillen trinken und fettig essen. und heute hat seine ersten schritte alleine gemacht, zwar noch wie ein storch aber gut und alles wird besser.

war beim ersten auch so, der lang ständig am tropf, ständig krankenhaus ect. ätzend.

ist wohl ziemlich viel drum geredet aber ich denke wenn du das willst dann geht es auch.... drück dir daumen

Beitrag von christina-s 09.09.08 - 10:20 Uhr

Die Brust muss wissen, wie viel Hunger Dein Kleiner hat. Also anlegen, anlegen, anlegen. Natürlich wird es wieder mehr. Ich selbst hatte bei meiner Kleinen mehrere Wochen wunde Warzen und dann zu wenig Milch. Ich habe sie dann wirklich fast nur noch gestillt. Nur beim Wickeln und mir selbst ein Schnittchen machen hatten wir eine Pause.

Folgendes hilft:

- wechselseitig anlegen

- immer beide Seiten nacheinander geben

- so oft wie möglich stillen und wenn es alle 15 min ist

- Stilltee trinken, kalorienreich ernähren, Malzbier trinken

- Ruhe gönnen, konzentriere Dich auf Euch beide und nehmt Euch die Zeit dafür

- Zufüttern reduzieren und dann später nur noch abends und irgendann nicht mehr, dabei kannst Du so alle 2 Tage das Gewicht kontrollieren - aber nicht übertreiben und ja keine Stillprobe machen, das ist nicht aussagekräftig und stresst Dich nur

Wichtig ist aber wirklich die Häufigkeit des Anlegens. Je mehr desto mehr Milch. Du merkst es bereits einen Tag später. Allerdings solltest Du nicht jeden Tag ständig stillen, sondern auch mal ein Tag viel aber nicht permanent stillen.

Du kannst Dich auch an Deine Hebamme oder eine Stillberaterin wenden, sie geben Dir Kraft und Mut. Schaffbar ist es auf jeden Fall - das kann ich von mir selbst bestätigen.

WIr stillen übrigens mit unseren fast 9 Monaten immer noch voll. Das bissl Brei kann man echt vernachlässigen.

Also Kopf hoch und Kind ran an die Brust :-)

Christina