Haben unsere Kinder die Stärke?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von sandy_lion 08.09.08 - 22:44 Uhr

..

irgendwann einmal zu vesrtehen, warum ihr Vater sie nicht wollte?

Warum ihr Vater sie niemals sehen wollte, und sich nie um sie gekümmert hat?

Was glaubt ihr?

Ich kann es nicht sagenm, hoffe aber, dass mein kind stark genug sein wird, um das alles zu vesrtehen..

Lg

Sandy

Beitrag von mentira 08.09.08 - 23:28 Uhr

Hallo,

liegt doch an Dir!

Kindern kann so etwas relativ egal sein, wenn Sie von Dir geleitet und liebevoll geführt werden. Nur wenn Du haderst, hadert Dein Kind.

Ich kenne einige Paare in meinem Umfeld, die Kinder adoptiert haben. Diesen Kindern wurde schon beim laufen-lernen gelehrt, dass sie eine andere Mutter haben aber eben jetzt "richtige" Eltern die sich aus diversen Gründen besser oder lieber um sie kümmern können/wollen. Das nehmen Kinder so hin, wenn es sie damit aufwachsen, ohne extra stark sein zu müssen. Das Gute heutzutage ist doch, dass man über solche Sachen reden darf und kann.

Wenn Du allerdings mit dem Umstand haderst, wirst Du Deine Bedenken, Deine Zweifel und Deine Wut, dass Du "allein fertig" werden musst, auf Dein Kind übertragen.

Mich persönlich hat's nicht die Bohne gejuckt, dass mein leiblicher Vater sich nicht für mich interessierte. Mein familiäres Umfeld in meiner Kindheit hat den fehlenden Vater ausgeglichen - allein dadurch, dass Muttern souverän und ohne zu jammern mit diesem Umstand umgegangen ist - und das in den 70ern, wo die Situation an sich bestimmt noch schwieriger war als heute.
Kinder halten von vornherein das für normal, was ihnen als normal vorgelebt wird.

Deswegen fällt Deine Frage auf Dich zurück: bist DU stark genug?!

Kein Elternteil sollte sich aus der Verantwortung stehlen. Aber falls doch, muss der verbleibende Teil dies' auffangen können.

Kinder juckt das viel weniger, als wir denken.



Beitrag von sunny102 09.09.08 - 00:38 Uhr

nun unsere Kinder kennen doch nur uns..in guten und in schlechten Zeiten. Ich denke wenn du dich selber gut und stark fühlst, wird dein Kind davon profitieren und es auch sehr gut wegstecken.

Aber es ist verständlich und ich kenne die Gedanken nur zu gut, was man irgendwann auf die Frage vom Kind antworten wird.
Ich meine, die Kinder merken es doch selbst, wenn kein Vater sich interessiert und die Frage ist eher rhetorischer Natur um auch wirklich vollends verstehen zu können.

Werde den KV nicht hochloben aber auch nicht drüber herziehen...ganz schlicht war und ist ein gemeinsames Leben eben nicht möglich war was natürlich absolut nix mit dem Kind zu tun hat (was meiner Erachtens nach der wichtigste Punkt ist, der vermittelt werden muss)


Beitrag von patchworkfamily007 09.09.08 - 09:53 Uhr

Gegenfrage:

Haben unsere Kinder die Stärke.....

um jemals zu verstehen wieso die Mama nicht wollte, daß wir Kontakt zu Papa haben dürfen ???

um jemals zu verstehen, wieso die Mama uns immer gegen den Papa aufgehetzt haben???

um jemals zu erkennen, daß an einer Trennung immer ZWEI dran Schuld haben und nie einer alleine????

Ich kann es nicht sagen, aber ich hoffe, daß die Kinder meines Mannes eines Tages die Stärke haben und erkennen daß nicht alles wahr war, was die Mama ihnen in den letzten Jahren *eingebleut* hat.

In diesem Sinne,
Bine

Beitrag von bluehorse 09.09.08 - 10:08 Uhr

Ich hoffe, die Kinder meines LG haben irgendwann die Stärke zu sehen, wie ihre Mutter sie belogen und um den Vater betrogen hat. Seit 7 Jahren verhindert seine Ex jeden Kontakt zu den Kindern, hat ihnen nach der Trennung erzählt, der Vater will sie entführen und umbringen. Tja, das ist die andere Seite...

LG

Beitrag von sandy_76 09.09.08 - 18:11 Uhr

Es kommt auch auf die Gründe an, die der Vater hat, finde ich.

Irgendwann ist das Kind alt genug, um all das zu verstehen. Und wenn Du Dir kein schlechtes Gewissen machen musst, weil DU irgendwas blockiert hast, ist es halt so.
Das muss man lernen zu akzeptieren. Ist mit Sicherheit nicht einfach, weil man ja das Beste möchte...

Und warum schauen viele so gerne Kai in seiner sonntäglichen Abendsendung zu??? Weil da so viele Wiedervereinigungen anstehen...seufz.
Aber wie oft musste ich schon schlucken, als die Väter ihre Story ausgepackt haben.

Man kann den Vater nicht zum Umgang zwingen, genau wie andersherum.

LG
Auch Sandy:-D

Beitrag von traumtaenzerin28 09.09.08 - 19:45 Uhr

Ich bin ein Scheidungskind und mein Vater wollte nach der Trennung von meiner Mutter nie wieder Kontakt zu mir - ich habe es mehr als einmal vergeblich versucht.

Heute, mit 30, habe ich es akzeptiert - verstehen werde ich es nie.

Bei meiner Tochter werde ich irgendwann vor dem gleichen Problem stehen.

Ihr Vater möchte keinen Kontakt zu ihr und ich weiß, irgendwann werden die Fragen kommen.

Ich verstehe zwar ihren Vater nicht, erzähle ihr aber trotzdem von ihm. Wir sehen ihn hin und wieder zufällig, weil wir in der gleichen Stadt wohnen und ich "erkläre" ihr hinterher schon, dass das ihr Papa ist. Natürlich ist sie noch zu klein.

Wenn die Fragen kommen, dann werde ich sie ihr beantworten. Mir ist wichtig, meine eigene Gefühlslage nicht auf sie zu projezieren - sie soll ihre Erfahrungen selbst machen und sie soll Fragen ihrem Vater selbst stellen. Ich werde einem Kontakt dort nicht ihm Wege stehen und sie später unterstützen - wenn sie es will.

Von mir selber weiß ich aber leider, dass immer Schuldgefühle bleiben, wenn der Vater keinen Kontakt zu einem will (auch, wenn das natürlich Quatsch ist) und ich hoffe sehr, dass ihr diese Erfahrung erspart bleibt und ihr Vater ihr irgendwann eine Chance gibt ...

Beitrag von sandy_lion 09.09.08 - 20:18 Uhr

Danke Euch für Eure Antworten

LG

Sandy