absolutes silopo - konfuses nächtliche gefühlslage

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von zookyy 09.09.08 - 02:09 Uhr

heute wurde endlich nach 4,5 monaten die vaterschaftsanerkennung unterzeichnet. meine tochter hat nun also offiziell einen vater. gleichzeitig haben wir uns heute aber auch voneinander verabschiedet. er möchte keinen kontakt, er fühlt nichts für sie, wir haben uns in dem moment getrennt, als ich mich für sie als ungeplantes kind entschieden habe. er hat sie heute auch kaum angeschaut, er ist völlig distanziert, wobei ihm zwischendurch schon der satz "sie ist ja schon süß" rausgerutscht ist.
und so haben wir uns lebewohl gesagt - ich habe ihn nochmal gefragt, ob er sicher ist, dass er das so will. ja. er muss sein eigenes leben auf die reihe bekommen. kein platz für das mädchen. er hat auch nicht weiter nachgefragt, wie es ihr in den letzen wochen ergangen ist.
sie hat jetzt also einen offiziellen vater , der sie verlassen hat. völlig absurd! kann ich ihr das jemals erklären???

gleichzeitig keimt in mir die angst auf, es alleine vielleicht doch nicht zu schaffen. ich hab nun mal nicht 4 hände und es gab nicht eine sekunde eine helfende vaterhand. mein oberster grundsatz ist: ich lasse mein baby nicht schreien, sie soll erfahren, dass sie gewollt und geliebt ist. aber in letzter zeit (ich arbeite wieder voll) kommt es hin und wieder vor, dass ich sie ein paar minuten warten lassen muss... oder ich merke, dass ich abdrifte und nicht ganz bei der sache bzw. bei ihr bin (wenn wir spielen zB). und das macht mir angst. was ist, wenn ich irgendetwas falsch mache und es nicht merke, weil es keinen gegenpart gibt? wenn ich ihr "urvertrauen" vielleicht schon gestört habe? ich kann das schwer erklären. vielleicht fühle ich mich gerade auch nur sehr allein und sollte schlafen gehen. da liegt dieses süße mädchen in ihrem bett und ist heute ganz offiziell verlassen worden. #schmoll
sie hat nur mich und ich bin kein perfekter mensch. ich tue alles, um sie nicht zu enttäuschen, ...aber ich weiß nicht, ob ich es schaffe. morgen früh wird sie mich wieder anlachen und ich werde müde sein (hab bis gerade gearbeitet) und werde es kaum schaffen, eine "unterhaltung" mit ihr zu führen. (geht es nach dem ersten kaffee) ich möchte ihr die welt zeigen, aber ich muss arbeiten, also reicht die zeit nicht für stundenlange spaziergänge oder treffs mit anderen mamis.
einerseits bin ich froh, dass der KV als charakterkrüppel sie nicht aktiv beeinflussen und verletzen kann. andererseits fühle ich mich dennoch im stich gelassen. #gruebel

die abschiedsszene vor dem amt hätte der autor nicht besser ins drehbuch schreiben können:
sie hat die ganze zeit aus ihrem tragetuch heraus geschaut, döste aber auch immer mal wieder ein. doch als ich gehen wollte und tschö sagte, reckte sie sich, schaute ihn mit großen augen an und lachte mit ihrem frechem, breitem grinsen zu ihm hoch. wie ein "letzter versuch" sein herz zu erobern. es kam aber nichts. er sagte nicht viel. und in seinem gesicht war nicht viel abzulesen, zumindest keine erkennbare emotion. vielleicht macht es mich nur traurig, dass er nicht fühlen kann, wie toll sie ist.


sach ja, silopo.
#schmol
wirres reden.

#bla #bla #bla #bla #bla

gute nacht!
stina und #blume super-cajsa #blume

Beitrag von mtinaaa 09.09.08 - 06:30 Uhr

Hallo Stina , das ist wirklich mehr als Schade:-( Aber vielleicht denkt er nach dem Treffen eine Weile danach doch anders?

Aber auch alleine wirst Du es schaffen.

Ein Baby muss aber auch mal schreien,oder kann ein kl. Moment alleine spielen,dabei brauchst Du kein schlechtes Gewissen haben !!

Ich habe auch 2 Kids,war auch von heute auf Morgen alleine:-( Mein damaliger Mann und Kindesvater war ohne Voranzeichen verstorben.#schock Stand auch da,was nun.

Aber es lief gut und inzwischen habe ich auch wieder einen neuen Lieben Partner gefunden.

Dir und Deiner Tochter alles Gute,du schaffst das schon;-)

L.G Tina

Beitrag von krischi26 09.09.08 - 12:39 Uhr

Hallo,

das was Du gegenüber Deiner Tochter im jetzigen Moment durchmachst ist mehr als normal und die meisten Alleinerziehenden kommen irgendwann einmal in die Situation, dass sie sich überfordert fühlen oder beginnen sich zu fragen, ob jederzeit richtig gehandelt wird. Mir geht es auch so. Bin mit meinem Sohn (4) schon seit mehr als drei Jahren allein und habe seit seinem ersten Lebensjahr wieder vollzeit gearbeitet. Und ich bin mehr als einmal an die Grenzen meiner Belastbarkeit gestoßen. Gerade wenn er abends rumzickt und nicht im Bett bleiben will, Du selbst aber eigentlich vom gesamten Tag schon vollkommen hinüber bist. Dann schreit man und im Zweifel rutscht einem auch schon mal die Hand aus und es gibt nen leichten Klaps auf den Po. Ich habe schon oft nach solchen Situationen tränenüberströmt im Wohnzimmer gesessen und mich geschämt, wie ich mich meinem Sohn gegenüber verhalten habe. Hinzu kommt, dass man sich ja gleich beginnt zu fragen, ob man eine gute Mutter ist, ob man allen gerecht werden kann etc. Gleichzeitig sieht man aber auch noch überall glückliche Familien und man versteht, dass man mit allem alleine dasteht und niemanden hat, dem man mal sein "Leid" anvertrauen kann. Und dann diese grenzenlose Liebe des Kindes. Selbst wenn noch soviel passiert ist, schaut er Dich doch danach mit dem gleichen Lachen an, wie zuvor und man versteht, das man doch nicht so schlecht sein kann als Mutter. Man versucht doch jede freie Minute mit dem Kind zu verbringen und mit ihm zu spielen. Vielleicht sollte man aufhören, immer gleich zu denken, das man versagt, wenn mal die Situation nicht so funktioniert, wie vorgestellt. Auch wir Alleinerziehende sind gute Mütter/Väter und werden die Situation meistern. Unsere Kinder werden die gleiche Chance haben, wie Kinder mit beiden Elternteilen, ein gesellschaftsfähiges Mitglied der Welt zu werden.

Glaube an Dich! Du machst den besten Job der Welt , wenn viellieicht auch nicht immer perfekt und wirst oft an Deine Grenzen stoßen. Aber Du wirst nicht versagen, denke ich, dafür machst Du Dir zuviele Gedanken über die Beziehung zwischen Dir und Deinem Kind. Mach weiter so und lass Dich nicht unterkriegen!

Ziemlich viel geworden jetzt und ich hoffe, es ist ein wenig verständlich, was ich sagen wollte.

LG

Krischi

Beitrag von sneafi21 09.09.08 - 22:46 Uhr

Ach ja ............. man mir tun immer die kinder so leid !

Der KV von Nele ist auch so ein Mensch . Möchte auf einmal kein Kontakt mehr und hasst mich wie die Pest weil ich mich für ein ungeplantes aber von mir von anfang an geliebes Kind entschieden habe .

Ich hatte vor kurzen noch so eine Wut aber ich habe jetzt abgeschlossen mit ihm ...... sie wird wohl nie ihren vater sehen das tut mir sehr weh aber ich habe lange genug gekämpft und mich zum Deppen gemacht . Es ist bestimmt nicht gut für sie wenn sie merkt wie er mich hasst . wenn sie mal nach ihm fragt weiß ich nicht was ich sagen soll da habe ich so Angst vor !!!!

Ich versuche alles das sie so viel liebe wie möglich bekommt
Das musste mal raus ............

Habe ich das richtig verstanden ist man da als Mutter dabei wenn er das unterschreibt ?? Läuft bei uns noch . Habe auch vergessen zu fragen beim JA

LG Dani die manchmal immer noch verzweifelt ist

Beitrag von traumtaenzerin28 09.09.08 - 19:41 Uhr

Hallo!

Genau diese Frage habe ich dem "Vater" meiner Tochter auch einmal gestellt. Ich habe ihn gefragt: warum schafft sie es nicht, Dich mit ihrem zauberhaften Lächeln von ihr zu überzeugen? Es kam langes Schweigen und ein unglaublich, schwer zu beschreibender trauriger Blick des Vaters ...

Aber unsere Situation ist ohnehin sehr schwer ...

Ich habe heute noch (meine Tochter ist 18 Monate alt) unheimlich große Schuldgefühle, weil ich es nicht geschafft habe, dass sie einen Papa hat, der sich wenigstens für sie interessiert. Ich kann nicht gegen dieses Gefühl an.

Es ist eine verzwickte Situation und mir graut vor dem Tag, an dem sie nach ihrem Papa ganz konkret fragt. Er sieht sie heute öfter "zufällig" - wir wohnen in der gleichen Stadt und jedes Mal zerreißt es mir das Herz, dass er sagt, dass er keine Bindung zu ihr aufbauen will, weil er sie nur enttäuschen könnte.

Ich wollte auch "perfekt" sein für mein Kind und muss immer öfter einsehen, dass das nicht geht.

Ich zerreiße mich zwischen 2 Jobs, Kind, Haushalt und und und. Wir bleiben dabei oft beide auf der Strecke - jeder auf andere Art und Weise.

Ich bin gefühlsmäßig sehr angespannt und Yara versteht oft nicht, warum Mama weint. Ich hingegen weine, weil ich das Gefühl habe, alles falsch zu machen und versagt zu haben.

Ich bin Mitte Juli darüber völlig zusammengebrochen und warte jetzt nach einem Widerspruch auf die hoffentlich bald bewilligte Mutter-Kind-Kur.

Kopf hoch - irgendwie ist es zu schaffen und für Dein Kind wirst Du es auch immer wieder schaffen. :-)

LG, traumtaenzerin28 mit Yara (*26.02.2007)

Beitrag von matata 09.09.08 - 20:18 Uhr

einfach nur wichtig zu wissen ist, du darfst fehler machen, dein kind soll wissen, dass es keine perfekten menschen gibt, denn sonst hätte sie den anspruch selber einer werden zu müssen, sie muss ich auch einmal gedulden können, du musst kein schlechtes gewissen haben wenn sie dann quengelt, wenn du wieder zeit hast geh hin und erklär es ihr, auch wenn du denkst sie versteht es nicht, sie wird es.... ansonsten nimm sie einfach mit bei dem was du tust....
das allein sein kenne ich gut, aber es hat auch vorteile, ich genieße gerade mein eigener herr im haus zu sein und meine vorstellungen leben zu können, auch wenn die sache mit dem kv recht schwierig ist....
wir als vollkommen liebende mütter werden nie verstehen, warum sich ein vater so entscheidet und wenn es selbst nur spärlicher kontakt ist, das ist ein umstand den mann auf kurz oder lang annehmen muss, sonst wird man verrückt....

du machst alles richtig....
der umstand das ich alleinerziehend bin hat meiner meinung nach auch einen vorteil, alva kann sich spitze selber beschäftigen, ich kann dabei auch schon mal abschalten und fern schauen oder arbeiten erledigen und alva spielt mit meinem schlüssel, dem leeren mülleimer (seit es "ihr spielzeug ist , ist der immer leer) oder eben wirklich mal mit ihrem spielzeug, der renner ist der spiegel...

jede mutter steht jeden tag in dem zwiespalt alles richtig zu machen und dabei selber nicht unterzugehen...

aber es ist zu schaffen und es wird schön sein, das ist es bei uns auf alle fälle....

liebe grüße und ganz viel kraft

sabrina

Beitrag von peppes38 09.09.08 - 22:16 Uhr

Hallo Du...
deine Geschichte könnte auch meine sein...der einzige Unterschied...die Vaterschaftsanerkennung ist noch nicht durch...meine kleine Maus ist jetzt 6 Monate und bis jetzt noch keine Reaktion des Kindsvaters.Jugendamt hat jetzt an Gericht übergeben.
Meine Kleine war auch nicht geplant und der Vater wollte sie auch nicht.Wir haben uns im 7.Schwangerschaftsmonat ziemlich böse getrennt.(Gründe gab es einige, u.a. andere Frauen#aerger) Er hat nie nachgefragt, wo wir abgeblieben sind.Nur böse SMS mit Beschimpfungen waren seine einzige Reaktion auf die Geburtsanzeige.Tja...ich weiß auch nicht was ich der Kleinen später mal sagen soll, wenn sie nach ihm fragt..aber im Grunde bin ich auch froh...das er nicht mehr unser "Umgang" ist.Traurig aber wahr!Ich kann mich voll in deine Lage reinversetzten...aber glaub mir...ihr werdet ein super Team werden (sein)und deine Tochter wird dir später für alles dankbar sein...#liebdrueck

Liebe Grüße,

Petra & July#baby

Beitrag von mami2807 10.09.08 - 10:54 Uhr

Hallo,

traurig, das mit dem Erzeuger...Der Erzeuger meines Sohnes (10,5Monate) hat noch nichtmal die Vaterschaft anerkannt und sich noch NIE für ihn interessiert! Er ist übrigens Schwede, wohnt in Stockholm...Ich hab auch keine Ahnung, wie ich das dem Kleinen jemals beibringen soll. Kann auch niciht sagen, er wohnt zu weit weg oder so, denn seine Eltern haben uns schon besucht und seine Halbschwester kammt auch zum ersten Geburtstag mit - und das obwohl sie alle auch in Schweden wohnen...Ist also auch keine plausible Erklärung...
das mit dem Nicht-Schreien -Lassen hatte ich am Anfang auch so gehalten und bin um ihn herumgesprungen wie eine Irre - bis ich dann so erschöpft war, daß ich ihn angeschrien habe! Mir hat übrigens auch keine Menschenseele geholfen - und das obwohl er nachtaktiv war und tags auch viel geschrien hat.
Ja, mein Fazit war, da ich wegen dem Anschreien völlig fertig war, daß ich auch lernen mußte, auch an mich zu denken und ja: er muß auch mal warten...Und ja: ich frage mich auch oft, ob ich damit schon was bei ihm zerstört habe...Kann Deine Gedanken und Gefühle also gut nachvollziehen!!!
Aber laß Dir sagen: Du MUßT auch an Dich denken und - blöd wie's klingt - sie auch mal kurz weinen lassen, wenn Du grad ißt oder auf Klo sitzt! Es ist seeehr wichtig, daß Du Dich nicht erschöpfst, denn Dein Kind braucht Dich noch viele Jahre. Eine erschöpfte und verbrauchte Mami nutzzt ihm nix!
Das mußte ich auch erst lernen. Und ihn abzugeben mußte ich auch lernen...Das ist auch sehr wichtig.
Schau Dich mal in Deiner Stadt nach 'ner Patenoma um - ist besser als ein Babysitter und kostet auch nix. Bei uns läuft das über die Uni. Mußte mal gucken.

Also, viele Grüße und viel Kraft wünsch ich Dir!