Selbständige hier mit erfahrungen im Arbeitsrecht?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von schoko74 09.09.08 - 12:04 Uhr

Hallo!

Gibt es hier jemanden der Selbstständig ist und sich damit auskennt?
Liebe Grüße
Michaela

Beitrag von drachenengel 09.09.08 - 12:12 Uhr

da musst DU genauer werden, wo Du Hilfe brauchst..

LG
Mone

Beitrag von schoko74 09.09.08 - 12:30 Uhr

Hallo!

ja, du hast recht...dachte nur, es wird dann zu lang...

Ein Kunde will die Rechnung nicht bezahlen, da sie angeblich zu hoch ist....( es wurden aber alle arbeiten aufgeführt)...derjenige, der die Arbeit gemacht hat, ist befreundet mit dem Kunden und inzwischen aus anderen Gründen enlassen (ist auch noch nicht geklärt, aber das würde nun zu lang werden)

Nun behauptet der Kunde die Rechnung ist überteuert und die Arbeiten wurden unfachmännisch erledigt.
Es handelt sich um Rohre, die angeblich zu hoch verlegt wurden...Mein Mann hat die Arbeit nicht gemacht, aber dieser gewisse Angstellte wird mit Sicherheit behaupten, mein Mann hätte ihm die Arbeit so erteilt...
Wir haben schon einen Anwalt und es wird mit Sicherheit zu Gericht gehen....aber so kann doch jeder behaupten, die Rechnung sei nicht ok und einfach nicht bezahlen....
Liebe Grüße
Michaela

Beitrag von drachenengel 09.09.08 - 12:59 Uhr

Also die Rechnungsanfechtung, hmm...ich würde dann, da eh absehbar ist, der Kunde geht, einen gerichtlichen Mahnbescheid holen.

Habt Ihr denn keine Montageberichte, auf welchen der Kunde die Stunden und Ausführung abzeichnet?

Gibt es einen schriftlichen Auftrag, ein Angebot oder gar LV über die auszuführenden Arbeiten?

Beitrag von schoko74 09.09.08 - 13:45 Uhr

Hallo!

Der Kunde unterzeichnet die Stundenzettel....aber da er nicht immer auf der Baustelle anwesend war, sind nicht alle unterzeichnet...ein Angebot gab es vorher nicht, nun laut Kunde angeblich mündlich....

Beitrag von drachenengel 09.09.08 - 14:07 Uhr

Je nach Umfang ist das dann eher eine Sache für den Schiedsmann/Gutachter..

Wir liessen immer erst alle Stundenzettel/Montageberichte abzeichnen, BEVOR Rechnungen erstellt wurden...

So hart es ist, im Fall des Falles wird Dein Mann da wohl einstehen müssen, vor allem wenn der ehemalige Mitarbeiter nicht bei den Fakten bleiben würde.

Also müsst Ihr abwägen, ob die Rechnungssumme dermassen hoch ist, dass es sich lohnt oder ob es als Lehrgelderfahrung auf dem Konto "Passiert" gebucht wird..

Bei den von mir bearbeiteten Aufträgen ging es immer um grossen Bauvorhaben, es lief ALLES schriftlich, jede Änderung, jeder Zusatzauftrag etc... da nur schriftliches zählt...

Und wenn Ihr mal einen Auftrag nach Anweisung ausführt, dann JEDES kleinste Detail vom Kunden bestätigen lassen, dafür kann man flugs via Excel ein Formular erstellen und den Monteuren in die Hand drücken..

Beitrag von marion2 09.09.08 - 13:43 Uhr

Hallo,

ihr braucht einen Gutachter!

Habt ihr schon eine Mahnung geschrieben?

Wenn die Arbeit nicht richtig ausgeführt wurde, muss dein Mann dafür gerade stehen - das ist das Arbeitgeberrisiko.

Wie wurde der Auftrag erteilt? Mit Kostenvoranschlag oder ohne?

LG Marion

Beitrag von darkmoon66 09.09.08 - 14:21 Uhr

Hallo

oh sowas haben wir auch ab und an.

Gib die sachen deinem anwalt.
Es wird vor Gericht erst mal zu einem Termin kommen zu einer gütlichen Einigung.schaut wa dabei rum kommt.
Wenn es zur Verhandlung kommt bestellt das Gericht einen Gutachter und dann wird das ganze wohl auf einen Vergleich raus gehen.

Doof ist das Eurer ausführender Mitarbeiter nicht mehr bei euch arbeitet.Ich denke seine Loyalität wird eurem Kunden gehören.

Desweiteren achte immer darauf das die Rapporte unterschrieben sind.
Dier Unterschrift kann man sich auch noch am Tag danach oder so holen denn das ist Dein eizigster Beweis.

Darf ich fragen in welcher Branche ihr arbeitet?

Gruß Darkmoon66

Beitrag von schoko74 09.09.08 - 17:34 Uhr



Hallo!

ja, das mit dem nachhinein unterschreiben ist gut...werde ich meinem Mann mal sagen..gerade bei neuen Kunden...
Es handelt sich hier um eine Summe von 5000€...aber da der ehemalige Mitarbeiter die auch noch einklagt, als Abfindung...ist das momentan echt viel...dann die vielen Kunden, die nicht zahlen (können)...
Mein Mann ist Heizungsbaumeister mit noch 2 Angestellten...er ist leider in solchen Sachen viel zu gutgläubig...Ich bin momentan echt frustriert, er arbeitet 7 Tage die Woche, wir haben kaum ein Familienleben.Finanziell geht es uns nicht schlecht, es reicht zum Leben,aber große Sprünge können wir uns nicht leisten...und dann wieder so ein Ding...

Liebe Grüße und danke fürs lesen...

Beitrag von drachenengel 09.09.08 - 18:05 Uhr

Du, in Zukunft soll er einfach die Aufträge nur noch schriftlich bestätigen lassen, Stunden/Arbeitsnachweise unterschreiben lassen und gut.

Bei grossen Projekten muss auch jedes Gewerk ja abgenommen werden, dann kann das der normale Kunde auch.

Es wird immer mehr... auch die Zahlungsunwilligkeit... leider...

wir wären deswegen auch fast baden gegangen, haben es mit Mühe abwenden können und knabbern an dem Ausfall leider noch ein paar Jahre (aber andere Branche bei meinem Mann)...

Und mein ehemaliger AG ging auch platt, da die Kunden die Gelder zurückhalten... schöner Käsemist heutzutage...

LG und alles Gute

Beitrag von darkmoon66 10.09.08 - 08:54 Uhr

Na dann sind wir ja in der gleichen Branche tätig.

Gutgläubigkeit hat schon viele die existenz gekostet.

Bei Neukunden würde ich es mal mit Vorrauszahlung versuchen (bei größeren sachen)

Beitrag von morkel- 09.09.08 - 17:49 Uhr

Hallo
es hat sich mittlerweile in der Baubranche herumgesprochen das immer gerne behauptet wird Rechnung zu hoch arbeiten nicht ordentlich usw.
Gehst du vor Gericht mit Sachverständigen Anwalt usw können die Kosten höher sein als du eigentlich an Geld bekommst.Vor allen dingen schlagen die Richter gerne Vergleiche vor,dann bleibst du auf euren Kosten sitzen.
Wäge genau ab ob es sich lohnt dem Geld hinter her zu laufen und ggf noch mehr Geld hinter her zu werfen