Völlig verschiedene Erziehungsansichten - was nun?

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von pittjes 09.09.08 - 14:26 Uhr

Hallo,

ich stoße gerade an meine Grenzen. Unser Sohn ist sieben und besucht die 2. Grundschulklasse - leider hat er dort erhebliche Probleme.

Meine Ansicht:
Kind ist überfordert, braucht Hilfe, Unterstützung, Lob und vor allem möchte ich, dass er wieder Spaß an der Schule hat.

Die Ansicht meines Mannes:
Kind muss mehr üben, wir müssen härter durchgreifen, dann müssen wir eben mal richtig bestrafen.

In meinen Augen vergißt mein Mann total, dass das ein KIND ist.
Ganz schlimm: gestern hat mein Mann in einem Streit zu ihm gesagt, dass wir ihn ins Heim geben könnten, dann könne er mal überlegen, ob er es hier nicht besser hat. Ich war total entsetzt und hatte den schönsten STreit gestern mit ihm - obwohl STreit? Nein, er sagt dann garnichts mehr dazu. Er hätte meiner Meinung ja eh die falsche Ansicht, deswegen würde er nun überhaupt nichts mehr sagen, geht ja eh alles, so wie ich es meine. Aber ich meine wirklich, dass ich recht habe.

Es ist total verfahren. Was machen wir denn bloß. Familienberatung oder sowas? Wie ist das bei euch?

Viele ratlose Grüße
pitti-lise

Beitrag von jensecau 09.09.08 - 14:36 Uhr

WAS? #schock Das hat er nicht wirklich zu dem Jungen gesagt! Also mal ehrlich - Erziehungsansichten hin oder her - sowas sagt man einfach niemals nicht ;-)!

Schockierte Grüße
claudine

Beitrag von venuscassandra 09.09.08 - 14:38 Uhr

Huhu,

leider vergessen viele erwachsene wie es ist ein Kind zu sein...
Deine Einstellung finde ich total in Ordnung, obwohl auch ich der Meinung bin, dass viel Üben und auch mal unangenehme Sachen dazugehören... Also eine Halb/Halb Sache...
Ihm mit Heim zu drohen ist eine absolute NoGo Sache für mich!!! er soll sich echt mal überlegen wie das bei seinem Sohn ankommt...
Wir haben zwar keine Kinder in dem Alter (unsere ist gerade mal 17 Monate) aber um meinem Mann verschiedene Sachen näher zu bringen habe ich öfter die "Spiegelmethode" praktiziert... heißt wenn mir etwas bei ihm und unserer Maus aufgefallen ist habe ich das Selbe mit ihm gemacht...
Meist ist ihm schnell aufgegangen was ich von ihm wollte denn er hat genauso blöd geguckt wie unsere Maus wenn er es mit ihr gemacht hat (blödes Beispiel: Kommando "setz dich hin ohne" den Zusatz "damit ich dir die Schuhe ausziehen kann"; da habe ich dann zu ihm auch mal etwas gesagt ohne eine Begründung... fand er ziemlich doof...)
Die "Nix-Sagen-Taktik" kenne ich auch, den Zahn habe ich ihm auch gezogen bei einer Sache, die ihm wichtig war wo ich dann einfach so den Babbel gehalten habe...

LG
Sandra

Beitrag von lilas 09.09.08 - 15:36 Uhr

Hallo,

dem Kind anzudrohen, dass es ins Heim kommt, geht überhaupt nicht - ganz klar. Ein Kind muss immer die Gewissheit haben, dass es von den Eltern geliebt und angenommen wird, egal was es ausgefressen hat!

Die Frage allerdings, wie man auf die Schwierigkeiten in der Schule reagiert, finde ich weniger leicht zu beantworten, weil ich Dein Kind halt nicht kenne. Was sagt denn die Lehrerin? Welche Art Schwierigkeiten sind es?

Wenn es darum geht, dass er z.B. zu wenig Selbstvertrauen hat oder mehr Zeit braucht, um den den Stoff zu verstehen, kommt man mit Härte und Strafen ganz sicher nicht weiter, sondern verschlimmert alles nur.

Wenn Dein Sohn allerdings z.B. keine Lust auf Hausaufgaben hat und diese nur sehr schlampig erledigt, dann würde da durchaus mal "durchgreifen" und "hart" bleiben - wenn ich natürlich auch versuchen würde, ihm die Hausaufgaben so schmackhaft wie möglich zu machen, damit er Spass daran findet. Aber sie müssen nun einmal erledigt werden, das ist klar.

Im Zweifelsfall würde ich um ein Gespräch mit der Lehrerin bitten, an dem auch Dein Mann teilnimmt. Sie kann die Lernschwierigkeiten Deines Sohnes am Besten beurteilen und als Pädagogin hat sie bestimmt auch einen Tipp, wie ihr als Eltern Euren Sohn unterstützen könnt.

LG
lilas

Beitrag von carrie23 09.09.08 - 17:17 Uhr

Von der Erziehung her ist ein Mittelweg sicher der Richtige, ihr habt beide Recht aber mehr zu üben wäre doch nicht schlimm, damit meine ich allerdings nciht den ganzen Tag.

Was diesen Satz angeht den er zu deinem Kind gesagt hat, da hätte ich ihm wohl eine geknallt.
Ich habe das auch oft gehört und der Erfolg war das ich schon angst hatte wenn es an der Tür geklingelt hat, hab mich gar nimmer in die Schule getraut und wollte die ganze Zeit bei meiner Mama sein.
Konnte nicht mehr schlafen, hatte Magenprobleme und Panik.

DAS solltest du deinem Mann klar machen, wobei er es eh nicht ernst nehmen wird, leider sind viele Männer so.
Sie reden ohne nachzudenken und wenn man sie korrigiert und ihnen versucht klar zu machen warum sie sowas nicht sagen dürfen winken sie ab.

Eine Familienberatung wäre sicher nicht schlecht, dann hört er von einem Außenstehenden was so ein Satz bei einem Kind anrichten kann.

lg carrie

Beitrag von katzeleonie 10.09.08 - 08:08 Uhr

Evtl. müßtest Du auch mal zu einer Beratung, wenn Du Deinem Mann deswegen eine knallen würdest. Kinder soll man nicht schlagen, aber einen erwachsenen Menschen schon oder wie???????

Sachen gibts.tsssssss

Verständnislose Grüße