Kind, Haushalt, Studium, Nebenjob - ist das zu schaffen?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von xandria 09.09.08 - 19:53 Uhr

Hallo ihr Lieben,
im Großen und Ganzen steht meine Frage ja eigentlich schon oben.
Meine Tochter ist etwas über 13 Monate, ich mache den ganzen Haushalt allein, weil mein Mann morgens um 6 geht und abends um 8 wieder kommt, werde ab Mitte Oktober Germanistik (Magister) studieren und habe nun ein Angebot von einer renommierten Münchener Firma, deren Firmenzeitung zu machen. Quasi als 1-Mann-Redaktion, also Artikel, Fotos, Interviews, Themenauswahl, Layout usw. fiele alles in meinen Aufgabenbereich. Morgen soll ich vorbei kommen und dann wird alles Weitere geklärt. Aber ich weiß nicht, ob ich das alles unter einen Hut bekomme. Was meint ihr? Habt ihr Erfahrungen mit ähnlichen Situationen gemacht?

Warum ich den Job machen will? Ich möchte nach meinem Studium im Medienbereich (Publizistik, Journalistik o.ä.) arbeiten und denke, dass es eine gute erste Referenz wäre. Außerdem können wir das Geld gut gebrauchen.

LG und schon jetzt vielen lieben Dank für jede Antwort,
Kathrin

Beitrag von 1374 09.09.08 - 20:00 Uhr

Hallo!
Das ist natürlich viel!
Wenn du eine gute Betreuung hast und vielleicht Hilfe von Familie oder Freunden ist das aber vielleicht zu schaffen!
Ich kann leider nicht aus Erfahrung sprechen...hatte nach 1 Jahr einen halbtagsjob das ist natürlich nicht zu vergleichen...wichtig ist wohl eine wirkliuch gute Organisation, Selbstdisziplin und klar abgegrenzte Felder und Zeiten (wann ist Familienzeit und die dann auch uinbedingt einhalten und sowas eben...)
Tja, vielleicht gibt es noch mehr antworten, die mehr bringen.....
Lg,
1374

Beitrag von tigerente07 09.09.08 - 20:04 Uhr

Hallo Kathrin.

Wenn du es willst, dann schaffst du es auch!

Ich denke wichtig ist, dass du für dich absteckst ob dir der Nebenjob wichtig wäre. Wenn ja bist du sicherlich auch bereit dafür Opfer zu bringen.

Ich kann dir kurz von mir erzählen: Ich arbeite seit Anfang August 20 Stunden im Büro, zusätzlich noch 10-15 Stunden im HomeOffice und nebenbei mache ich noch einen Englischkurs.
Enya ist während ich im Büro bin bei meiner Mutter und HomeOffice arbeite ich während sie schläft.
Klar ist mein Tag straff geplant, aber die Zeit die mir mit Enya bleibt die wird intensiv genutzt.

Zu schaffen ist es sicherlich. Und vielleicht tut es dir auch ganz gut noch was für dich zu machen, was du gerne machst...

Egal wie du dich entscheidest, ich wünsche dir alles Gute...

Liebe Grüße

Sabrina

Beitrag von -minifuzzi- 09.09.08 - 20:18 Uhr

Hallo Kathrin!

Das ist schon ganz schön viel, was du dir da vorgenommen hast! #blume Aber vielleicht hast du ja Möglichkeiten deine kleine in eine Krippe zu geben oder fragst Familie (Omas und Opas??)

Ich arbeite auch wieder, aber nur auf 400€ Basis, als Haushaltshilfe bei einem blinden Mann. Nebenbei hole ich mein Abitur per Fernstudium nach.
Und ich bekomme es eigentich sehr gut alles unter einen Hut! (bis jetzt... höhö ;-))
Noah bleibt in der Zeit, in der ich arbeite bei jeweils einer Oma, kommt drauf an wann ich arbeite).

Wünsche dir dafür aber alles gute!!! #pro#klee
Katharina mit Noah (knapp 22 Monate)

Beitrag von xandria 09.09.08 - 20:36 Uhr

Ganz #herzlichen Dank für eure lieben Worte!
Ich habe, Gott sei Dank, meine Mutter als Betreuung für meine Kleine. Das Einzige, was mir wirklich Sorgen bereitet ist, dass Nele zu kurz kommen könnte, aber sollte das irgendwann so sein, denn lasse ich es eben mit dem Job bleiben.
Einen Versuch ist es allemal wert und ihr habt mir mit euren Beispielen gezeigt, dass man als starke Frau viel mehr schafft, als man vielleicht glaubt! Danke!

Ich wünsche Euch auch für eure weiteren Pläne alles Gute!

LG, Kathrin

Beitrag von supermania 09.09.08 - 20:40 Uhr

Hallo,

ja, es ist zu schaffen und da spreche ich aus Erfahrung. Ich habe eine kleine Werbeagentur und es funktioniert prima, da ich von zu Hause arbeiten kann. Du wirst auf Deine "freie" Zeit am Abend und mittags verzichten müssen, alles etwas organisieren und dann klappts. Ich habe keine Unterstützung von Omas etc. Angelique geht erst ab Ende Oktober in die Krippe und es funktioniert.

Viel Erfolg und viel Spaß. Denn diese Arbeit wird Dir ein gutes Gefühl geben.

LG

Maria

Beitrag von nadjilia 09.09.08 - 20:43 Uhr

Hallo

ich bin kurz vor meinen Abschluss an der Uni, habe Haushalt und meinen Sohn (14 Monate).
Mir wäre das zu viel. Ich arbeitete vor meiner Schwangerschaft bei einem Radiosender und merkte, als der Kleine da war, dass ich mich nur auf zwei Sachen richtig konzentrieren kann. Im Haushalt kann man ja seine Ansprüche runterschrauben. Aber Kind, Studium und Nebenjob?
Es kommt natürlich darauf an, wie oft die Firmenzeitung erscheint. Wie der Arbeitsaufwand tatsächlich ist.
Also morgen hingehen würde ich auf jeden Fall.
Aber mir persönlich wäre das zuviel.
(Liegt vielleicht auch am fortgeschrittenen Alter :-p)

Gruss
Nad

Beitrag von entichen 09.09.08 - 20:46 Uhr

Hallo,

wenn Deine Tochter betreut wird, wird sie in der ersten Zeit viel krank sein. Das musst Du berücksichtigen. Du wirst dann viel Zeit daheim verbringen - da kann man aber nicht lernen oder eine Zeitung heraus geben (ich spreche aus Erfahrung, wenn das Kind krank ist, kann man sich einfach nicht konzentrieren und ist nur mit den Gedanken beim Kind).

Das Studium wird natürlich auch viel Zeit verschlingen. Was Du am Anfang, wo Du noch nicht so viele Wochenstunden hast, vorarbeitest (aus den Büchern), dass hast Du nachher Luft, um für Prüfungen und lernen Zeit zu haben.

Kind und Haushalt sind ein Full-Time-Job, Studium auch und der Nebenjob käme noch dazu.

Ich denke, dass das zu viel ist, wenn Du da keine Unterstützung von Deinem Mann bekommst.

Er könnte den Haushalt abends machen - schließlich hat er nur einen Job und Du dann 2,5.

Wenn er den Haushalt schmeißt und das Kind abends vielleicht ins Bett bringt, wenn er von der Arbeit kommt, dann könntest Du es schaffen.

Ich habe das letztes Jahr auch gemacht: Kind, Haushalt, Vollzeitstudium und Nebenjob in einer Anwaltskanzlei.

Ich bin bald durchgedreht. Es war enorm viel. Sehr weh tat mir, dass ich Luca morgens um 7 in die Kita gebracht habe, dann bin ich zur Arbeit geflitzt, von da aus zu den Vorlesungen, dann recherchieren etc... und abens halb 6 hab ich Luca abgeholt, bin nach hause gerast, hab geputzt, gewaschen, den Einkauf eingeräumt, den ich unterwegs noch geholt hab, das Kind gefüttert und ins Bett gebracht und dann gelernt.

Nach 2 Monaten hab ich den Job geschmissen, weil ich einfach zu nichts mehr Zeit hatte. So wie oben beschrieben, lief jeder Tag ab. Ich habe Luca maximal 1 Stunde am Tag gesehen, für mehr hatte ich keine Zeit. Mein Freund hat ihn gar nicht gesehen. Er ging immer um 5 zur Arbeit und kam auch erst nach 8 Uhr wieder.

Für Luca war das auch nicht schön. Ich habe zwar alles geschafft, aber ein Leben ist das nicht, vor allem nicht auf Dauer. Man verpasst sehr viel beim Kind. (Ich war zwischenzeitlich schon froh, wenn Luca einen Krankenschein hatte, so konnte ich Zeit mit ihm verbringen #schock).

Entmutigen will ich Dich nicht, aber ich denke, dass sowas auf Dauer nicht funktionieren kann - bei meinen ganzen Prüfungen in dem Semester bin ich nämlich durchgefallen #schmoll.

LG

Beitrag von barbiturat 09.09.08 - 21:50 Uhr

Hallo Kathrin,

probier's einfach aus. Ich denke, eine eindeutige Antwort auf die Frage gibt es nicht, weil ja auch jeder Mensch unterschiedlich veranlagt ist und jedes Kind unterschiedlich auf die Situation reagiert.

Vielleicht hilft dir mein persönlicher Hintergrund und meine persönliche Einschätzung.

Ich hab in Germanistik promoviert (allerdings in England, hab aber vorher in Bayern studiert) und zweieinhalb Jahre lang in einer 2-Mann-Redaktion (Fotograf und ich) die Firmenzeitung eines großen Automobilherstellers gearbeitet. Beides jeweils als Fulltime-Job und noch ohne Kind (wobei die Zeitung, die wöchentlich erschien, nur ein Teil meines Aufgabenbereichs war).

Studium + Kind...

... halte ich - gerade im Fach Germanistik - für durchaus
machbar. Leistungsdruck ist relativ niedrig, da du den Stundenplan flexibel gestalten kannst und viele Leistungsnachweise über Seminararbeiten laufen. Klausuren gab es - zumindest bei uns damals - nur in den Anfangssemestern.

Nebenjob + Kind...

... halte ich auch für machbar, wenn du dich auf die zuverlässige Betreuung verlassen kannst und echt motiviert bist, den Job zu machen. Außerdem hängt es natürlich auch davon ab, wie zeitaufwändig der Nebenjob ist (wie oft erscheint die Zeitschrift? wie soll sie aufgemacht sein? aufwändiges Layout oder Schwerpunkt auf Information etc.? viel Text oder viel Bild?) .

Schwierig ist es natürlich, das Ganze unter einen Hut zu bringen. Aber wenn du z.B. deine Freistunden an der Uni effektiv für den Nebenjob nutzt, kannst du das vielleicht hinkriegen.

Aber mach dich nicht kaputt. Schau wie's läuft, wenn's nicht geht, schalte einen Gang zurück.

Alles Gute!
Barbara

Beitrag von sonne108 10.09.08 - 07:10 Uhr

Hallo Kathrin

wir haben folgende Situation: mein Mann geht Teilzeit arbeiten. Ich arbeite Vollzeit, aber davon 50 % im Labor und 50 % abends von zuhause aus (um mehr Zeit mit meiner Tochter zu haben). Svenja geht vormittags und zusätzlich an 2 Nachmittagen pro Woche in die Krippe. Und mein Mann und ich machen ein zeitintensives ehrenamtliches Menschenrechts-Engagement. Haushalt muss natürlich auch gemacht werden.

Ich denke, ehrlich gesagt, dass das was Du Dir vornimmst nicht ohne Hilfe zu schaffen ist. Entweder indem Deine Kleine in eine Krippe oder zu Verwandten geht, oder Du suchst Dir eine Haushaltshilfe.

Wir haben uns übernommen, was bei mir in Erschöpfungsdepressionen endete. Mein Mann hat monatelang den Haushalt allein gemacht (trotz Arbeit und Engagement). Jetzt geht es mir endlich besser und ich kann ihn wieder unterstützen.

Bitte sei vorsichtig, Dein Kind braucht Dich gesund und fit :-)

lg Sabine

Beitrag von rotihex 10.09.08 - 08:47 Uhr

Das geht!
Ich habe Paul während dem Studium bekommen und ohne Pause weiter gemacht. Als er ca. 9 Monate alt war hab ich mit einem 400€ Job (ca. 10Std./Woche) angefangen.

Ok, der Hauhalt leidet unter der Situation :-p

Bei uns sieht das so aus:
8 Uhr: Papa bringt Paul zur Oma und geht arbeiten, Mama fährt entweder zur Uni (Nebenjob) oder arbeitet zuhause (Bachelor Thesis schreiben)

14-15Uhr: Mama holt Paul von der Oma ab, wir unternehmen dann was --> spazieren, einkaufen oder einfach nur zuhause spielen, beschäftigt sich Paul zwischendrin mal selbst, bügel ich oder räume auf
16Uhr: Papa kommt heim
17 Uhr: Papa fährt in die Schule

20Uhr: Paul und ich kochen
21Uhr: Papa kommt heim, wir essen gemeinsam, danach geht Paul ins Bett, Mama lernt noch ein bischen was, Papa evtl auch, danach gehts ins Bett

Hausputz machen wir am Wochenende gemeinsam.
Ist halt schon anstrengend und es ist wichtig, daß du Zeit mit deiner Tochter verbringst und ihr dann auch deine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkst!

Fazit: Wenn dein Herz dran hängt, mach es!

LG
rotihex

Beitrag von xandria 10.09.08 - 09:26 Uhr

Nochmal ganz lieben Dank Euch allen für eure Antworten!
Ich schau mir das Ganze heute einfach an und hab auch ne gewisse Vorstellung davon. Sollte mir das nicht zusagen, oder ich das Gefühl haben, meine Maus käme zu kurz, dann ist es eben nicht das Richtige, aber auch nicht tragisch.

Beitrag von louloudaki 10.09.08 - 11:26 Uhr

Hi,
ich würde denken es ist sehr viel auf einmal. Ich habe Germanistik studiert (allerdings auf Lehramt mit zwei anderen Sprachen) und das war ein Fulltime-Job. Jetzt arbeite ich Vollzeit (40 Stunden) und unsere Tochter ist 16 Monate alt. Damit bin ich komplett ausgelastet. Stellen wir also eine einfache Rechnung auf: Wenn der Job ca. 15-20 Stunden die Woche "frisst", bleiben für's Studium nochmal 20, ansonsten stößt du an die Grenzen der Belastbarkeit, denn dein Kind wird deine verbleibende Energie brauchen und einfordern. Und ein bisschen Freizeit muss sein, sonst wird der Mnench unzufrieden und/oder krank.

Probieren kannst du es ja trotzdem, und dann vielleicht später modifizieren (z.B. Studium zurückschrauben).

Viel Glück,
Loulou

Beitrag von yve82 10.09.08 - 11:58 Uhr

Hey!

Also ganz ehrlich, das ist zuviel! Du wirst das sehr schnell bereuen. Ich studiere auch und habe auch einen Nebenjob (in einem Kino am Wochenende abends), allerdings ist mein Freund auch noch an der Uni und wir lassen uns extrem Zeit mit dem studieren. Das ist ja nicht wie arbeiten gehen, also morgens hin, 8 Stunden dort sein, dann Feierabend haben. Du musst ständig was vorbereiten, Hausarbeiten schreiben, für Klausuren lernen,...! Dann noch so einen Hammer-Nebenjob wie eine 1-Mann-Redaktion zu haben und einem 1jährigen Kind gerecht zu werden ist in meinen Augen einfach unmöglich. Nicht mal dein Mann kann dir eine Hilfe sein, weil er auch arbeitet. Bleiben wir doch mal realistisch. Klar, sollen und WOLLEN wir Frauen selbstständig und selbstbestimmt leben, arbeiten,...aber so ein kleines Kind braucht immerhin auch unglaublich viel Zuwendung, Aufmerksamkeit und einfach nur ZEIT.
Also, ich würde mir das gut überlegen. Aber natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Wünsch dir auf jeden Fall alles Gute und viel Erfolg bei deinen Plänen.

Alles Liebe, Yvonne