Home Office

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von 53547 10.09.08 - 10:32 Uhr

Hallöchen,

Ich bin in der 18. SSW und werde voraussichtlich im Februar Mama.
Nun mal eine Frage an alle die Muttis die sich ihre Brötchen im Home Office verdienen.
Wie habt Ihr das mit euren Arbeitgeber geregelt?
Welsche Argumente sprachen bei euch für ein Home Office?
Ich selbst arbeite im Vertrieb im direkten
Kundenkontakt oder wie es bei uns im Verlag heißt
ich bin die Rampensau des Verlages. Mir macht meine Arbeit auch wirklich viel Spaß und ich bin halt der Meinung das es völlig egal ist ob ich von zu hause mit den Kunden im Kontakt stehe oder vom Verlag aus. Leider sieht das die Leitung noch nicht so, dort ist (Mann) etwas konservativ was den Arbeitsplatz betrifft. Ich kann mir aber keine Erziehungszeit leisten da ich mich und den Krümel ja irgendwie über die Runden bringen muss. Vom sogenannten Kindsvater (von dem ich mich bevor ich wusste, dass ich schwanger bin getrennt habe) habe ich keinen Unterhalt zu erwarten da er das Kind ablehnt und wollte, dass ich abtreibe.
Aus diesem Grund werde ich ihn auch nicht in die Pflicht nehme.
Vielleicht kann mir eine von euch noch ein paar gute Argumente liefern oder ganz einfach mal erzählen wie das im eigene Home Office so klappt mit Baby, Job und Haushalt. Ich weiß das es nicht einfach wird aber man wächst ja angeblich an seinen Aufgaben.
Würde mich freuen wenn mir jemand von seinen Erfahrungen berichten könnte.

Liebe Grüße

Eri.

Beitrag von mathilde144 10.09.08 - 11:06 Uhr

Hallo Eri,
ich habe nach Baby Nr. 1 meinem Arbeitgeber ein Angebot unterbreitet, daß ich nämlich x STunden in der Firma sein möchte und y STunden in einem Heimbüro (ganz von zu Hause arbeiten geht nicht, weil man ja auch Treffen, Sitzungen usw. hat). Insgesamt habe ich die ARbeitszeit reduziert (von 40 auf 30 Stunden). Eine Arbeitszeitreduktion ist gesetzlich für Betriebe bestimmter Größe vorgegeben, falls gewünscht, man hat 3 Jahre Kündigungsschutz, wenn man wegen des Kidnes reduziert - erkundige Dich!

Mein Arbeitgeber hat es nciht so gerne gesehen, aber akzeptiert (vor allem, weil ich ein sinnvolles Angebot unterbreitet habe mit Anfang und Ende). Mir wurde ein Laptop udn ein Telefon/Internetanschluß zur Verfügung gestellt.

Da ich nicht stur auf meine "vorgeschlagenen" ARbeitszeiten bestand, sondern selbstverständlich auch zwischendurch für wichtige Termine in der Firma war, hat sich das mit dem ARbeitgeber bald in Wohlgefallen aufgelöst. Dazu kam, daß ich nicht erledigte ARbeit auch am Abend machen konnte, was sicher gern gesehen wird ;-)

Die Zeit, wo ich in der Firma bin, sind meine Kinder bei der Tagesmutter bzw. im Kindergarten, i.d.R. zwei Vormittage die Woche. Solch eine Betreuung brauchst Du auf jeden Fall: fang jetzt schon an zu suchen.

Das klappt alles sehr gut, die Kidner haben so Kontakt zu Gleichaltrigen, aber nicht zu lange (6 Stunden am Stück geht auch für Babys), ich bin im Beruf und habe was zu tun.

Kleine Tipps, wenn gewünscht: Heimbüro auf einem "normalen" Tisch ist mühsam, sobald das Kleine laufen/greifen kann, dann sind Tastaturen, Kabel... ein besonderer Reiz. Ich habe daher auf Stehend-Arbeiten am Sidebord, wo die Kabel hinten runterhängen und unerreichbar sind, umgesattelt - und es funktioniert ohne irgendwelche Probleme.

Kunden haben i.d.R. kein Problem mit Kindergeschrei im Hintergrund, denn sie wissen, daß Du im Heimbüro arbeitest, ich habe immer gute Erfahrungen gemacht, so ein Brabbel-Brabbel hat die Stimmung stets gefördert ;-)

Der KV MUSS Unterhalt zahlen, ob er will oder nicht. Auch hier gilt: erkundigen!

Viel Glück, schaffst Du schon.
M.

Beitrag von 53547 10.09.08 - 12:03 Uhr

Hallo Mathilde 144,

das macht mir doch wieder etwas Mut. Mein Vorschlag war das ich 1-2 Tage in die Firma komme. Um die Dinge zu erledigen die sich von zu hause nicht bewerkstelligen lassen. Da müsste zumindest am Anfang der Krümel mit. Und hier liegt glaube ich das Problem. In der Vergangenheit wurde zwar der Hund meiner Kollegin (ein Bull Mastiv also was größeres) akzeptiert der dem Büro steht’s einen sehr üblen Hundegeruch verlieh und ziemlich laut schnarchte aber ein Baby möchte man scheinbar nicht Akzeptieren. Das in meinen Augen, dass Hauptproblem für meinen Arbeitgeber sind die Messen und Ausstellungen die ich immer Betreut habe und der Außendienst. Den ich aber im eingeschränkten nach einem halben oder nach einem Jahr wieder aufnehmen könnte. Wenn sich halt alles eingespielt hat.
Noch eine Frage an Dich hast Du Deinen Arbeitgeber ein vollständiges Konzept vorgelegt?

Liebe Grüße

Eri


Beitrag von mathilde144 10.09.08 - 12:52 Uhr

Hallo Eri,
das Mitnehmen des Kleinen ist nur am Anfang möglich. Und schon nach kurzer Zeit nicht mehr. Daher noch einmal: schau Dich JETZT schon nach einer Betreuung um. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß es auch Dir als Mutter gut tut, mal wenige Stunden ohne NAchwuchs zu arbeiten. Du fügst dem Baby sicherlich keinen Schaden zu. Und so (also Baby kommt nicht in die Firma, Du bist aber 1-2 Tage - ich empfehle statt 1-2 ganze Tage 2-4 halbe, ist besser für die Kleinen - da) wird Dein Arbeitgeber SICHER nichts dagegen haben.

Ich habe meinem ARbeitgeber möglichst bald vorgelegt, wann ich wie lange im Büro udn wie lange zu Hause arbeite. Ich habe dazu gefügt, daß ich zeitlich natürlich flexibel bin und ggf. am Abend nacharbeite, wenn sich das durch die Kidnerbetreuung tagsüber nicht ausgegangen ist. Und das kam glaub ich professionell rüber, und daher hatte ich keine Schwierigkeiten.

M.

Beitrag von 53547 10.09.08 - 13:01 Uhr

Vielen lieben Dank für Deine praktischen Ratschläge.
Ich werde mein Konzept nochmals überarbeiten und hoffe das mein Arbeitgeber etwas flexibler reagiert. Der Witz ist nur das ist ein Amerikanisches Unternehmen
mit deutscher Niederlassung und in USA ist es gang und gebe das im Home Office gearbeitet wird gerade bei den Vertriebskollegen.

Nochmals lieben Dank für Deine guten Ratschläge.#sonne

Liebe Grüße

Eri

Beitrag von mathilde144 11.09.08 - 10:03 Uhr

Hallo Eri,
noch einmal ich.

Ich habe jetzt auch die Beiträge meiner Co-Antworterinnen gelesen. Ich stimme zu, daß Du dem KV nichts "schenken" sollst, aber ich würde nicht auf das ARbeiten verzichten. "Einmal ein Jahr zu Hause bleiben" ist m.E. nicht nötig (wenn Du die Kinder nur kurze Zeit in Betreuung hast) und auch nciht sinnvoll. Wenn ich das richtig sehe, hast Du eine verantwortungsvolle Tätigkeit, und da wartet man nicht, bis Du nach einem Jahr wieder Lust auf Arbeit hast. Ich würde die ARbeitszeit reduzieren und - wie Du vorhast - teilweise zu Hause arbeiten, mir eine Betreuung für die Außer-Haus-Arbeit suchen (wenn Du auf Messen/Kundenbesuche gehen mußt, kannst Du kein Kind mitnehmen) und weitermachen wie bisher.

Ich habe zwei Kinder und mach(t)e das so. Es funktioniert. Und es macht glücklich.

Viel Glück
M.

Beitrag von anfauglir 10.09.08 - 14:36 Uhr

Hi Eri,

ich wollte nur anmerken, dass der Kindsvater trotzdem verpflichtet ist, im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit für das Kind und auch Dich (zumindest die ersten drei Jahre) zu zahlen.

Du kannst eine Beistandschaft beim Jugendamt einrichten, oder Dir direkt einen Anwalt nehmen, der Deine Rechte und die Deines Kindes vertritt.

Denk daran, dass Kindesunterhalt Geld ist, das dem Kind gehört, und auf das Du absolut nicht verzichten solltest! Auch, wenn Du für Dich selbst von ihm nichts möchtest, dem Kind steht dieses Geld trotzdem zu.

#herzlich - liche Grüße

Beitrag von janamausi 10.09.08 - 20:22 Uhr

Hallo!

Ich finde es den völlig falschen Weg, auf Kindesunterhalt verzichten zu wollen und dafür arbeiten gehen zu müssen. Du tust deinem Krümel besser damit, wenn Du nicht auf Unterhalt verzichtest und dafür weniger arbeitest und dein Kind viel Zeit mit Mama hat und es vor allem eine ausgeglichene und nicht gestresste Mutter hat.

Wenn Du Erziehungsgeld und Kindesunterhalt bekommst, müßte es doch klappen, das Du zumindest 1 Jahr daheim bleibst. Im Vertrieb verdient man ja nicht schlecht, somit ist ja dein Erziehungsgeld dann auch ziemlich hoch.

Ich bin auch seit der Schwangerschaft alleine und kann nur sagen, ich hätte es auf keinen Fall geschafft im ersten Jahr zu arbeiten. Meine Tochter war von Anfang an eine Wenigschläferin, war sehr lebhaft etc. Ich war ja schon froh, wenn ich mal in Ruhe duschen konnte...und wenn man paarmal Nachts aufstehen muß, schlaucht das mit der Zeit auch sehr.

Im ersten Jahr sind die Babys oftmals sehr anstrengend. Sie haben oft Blähungen, machen verschiedene Phasen durch, bekommen Zähne etc. und ich kann mir gut vorstellen, das eine Mutter (vor allem eine AE), die gleich nach dem Mutterschutz wieder arbeitet, schnell überfordert ist.

Ich möchte dich nicht persönlich angreifen, aber meine Meinung ist, wenn jemand Arbeiten möchte, sollte sie auch eine gute Betreuung fürs Kind während der Arbeit haben und nicht ein Baby mal so nebenbei betüteln, wenn man z.B. dienstlich telefoniert oder ein Baby auf Arbeit im Maxi Cosi neben PC, Drucker, Fax etc. sitzen haben.

LG janamausi

Beitrag von kraxy 10.09.08 - 21:26 Uhr

Guten Abend,

auch ich habe nach der Geburt meiner Kinder in einer Art Home Office gearbeitet.

Ich kann dir nur als meine Erfahrung aus dieser Zeit mitgeben, dass ich mich total gut organisieren musste - und es war oft schwer, nach einem Tag mit den Kids mich abends noch hinzusetzen - aber rückblickend habe ich es auf die Reihe bekommen - es war anstrengend.

Mit dem Unterhalt kann ich mich nur meinen Vorschreiberinnen anschließen: Auf keinen Fall verzichten, es ist schließlich für dein Kind - und Ablehnung hin oder her, beide sind verantwortlich, wenn ein Kind gezeugt wird (weil es beide hätten verhindern können, bevor es soweit kommt) - und es geht nicht darum, dich zu finanzieren, sondern es geht darum, dass dein Kind Geld zum Leben hat - zumal du nie weißt, was deine Zukunft bringen wird.

Viel #klee für alles!

grüße kraxy #cool