Streichen des Sportunterrichts als Strafe für unruhige 1. Klasse?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von nusch 10.09.08 - 11:35 Uhr

Hallo Miteinander,

mein Sohn ist jetzt seit einem Monat Grundschüler und geht sehr gern zur Schule.

3 x wöchentlich steht eine Unterrichtsstunde Sport auf dem Stundenplan, eine davon (donnerstags) fällt derzeit fast regelmäßig aus, da die Klassenlehrerin den Schwerpunkt auf Lesen/Schreiben-Lernen legt - soweit so gut, es sei mal dahingestellt, ob Sport nicht auch genau so wichtig ist.

Gestern erzählte mir jedoch mein Sohn, dass sie keinen Sportunterricht gehabt hätten, weil die Klasse in der Stunde davor zu unruhig gewesen wären. Jedesmal, wenn sie zu laut gewesen wären, hätte es einen "Negativstrich" gegeben und als sie 10 Striche hatten, viel die folgende Sportstunde aus, weil sie eben den Stoff der vorhergehenden Stunde nicht geschafft hätten.

Ich weiß - erhlich gesagt - nicht, was ich davon halten soll:

Dass die Kinder das Prinzip von Ursache und Auswirkung lernen und dies mit Konsequenz, finde ich ja gut.

Aber als Strafe gerade den Sportunterricht zu streichen, wo die Kinder doch jetzt sowieso schon stark in ihrem Bewegungsdrang gedrosselt werden?

Was haltet Ihr davon?

Würdet Ihr die Lehrerin darauf ansprechen?

Vielen Dank für Ihre Meinungen und Ratschläge!

Liebe Grüße
Nusch

Beitrag von manavgat 10.09.08 - 11:45 Uhr

1. Unterricht darf nicht gestrichen werden.

2. Kollektivstrafen sind unzulässig.

Ich würde mich an die Lehrerin wenden und ihr klar mitteilen, dass es so nicht geht. Wenn sie es nicht einsieht, dann zur Rektorin und wenn das nichts hilft zum Schulamt.

Gruß

manavgat

Beitrag von ostsonne 10.09.08 - 12:30 Uhr

ich schließe mich meiner vorrednerin an. das kann nicht sein, das der sportunterricht gestrichen wird, denn wenn sie davor schon zappelig waren, hätten sie sich ja da austoben können.
vielleicht deshalb mal den vorschlag machen:

1. stunde sport zum austoben, damit sie in der nächsten stunde ausgepowert und ruhig sind.

ODER, so ist es bei uns:

wenn die lehrerin merkt, die kinder werden unruhig....ab auf den schulhof und die kinder rennen lassen.

wo soll das denn sonst noch hingehen, wenn die lehrerin keine anderen methoden hat, die kinder unter kontrolle zu halten #augen

Beitrag von marion2 10.09.08 - 12:41 Uhr

Hallo,

für eine unruhige Klasse wäre eine extra Portion Bewegung deutlich besser.

LG Marion

Beitrag von kat30 10.09.08 - 13:01 Uhr

*kopfschüttel*

Wenn die Turnhalle frei gewesen wäre (oder der Schulhof hätte es sicher auch getan), hätte man die Sportstunde ja vielleicht vorziehen können, damit die Kiddys sich austoben können und nachher den Kopf für lesen und schreiben wieder frei haben...das hätte sicherlich mehr gebracht #augen

Bei uns ist es sogar so, dass die Kinder gar nicht mehr die Schulstunden haben wie wir früher (2x 45Min - Pause - 2x 45 Min), sondern Unterrichtseinheiten, die zum Ende hin immer kürzer werden, mit teilweise flexibel vom Lehrer einzusetzenden Pausen.

Kat

Beitrag von zauberlilly 10.09.08 - 13:29 Uhr

Hallo Nusch,

wenn meine Tochter (2.Klasse) etwas vergisst, gibts einen Strich. Bei 3 Strichen darf sie nicht am nächsten Klassenausflug teilnehmen.

#schock

lg Lilly

Beitrag von parzifal 10.09.08 - 14:59 Uhr

Dies kann die Lehrerin gar nicht entscheiden.

Der Klassenausflug ist Unterricht. Ein Ausschluss vom Unterricht ist eine Suspendierung.
Und die darf nur der Schulleiter aussprechen.

Beitrag von 98honolulu 10.09.08 - 16:35 Uhr

Und wenn ich als Lehrerin der Meinung bin, dass ein Kind nicht mit auf den Klassenausflug soll, wird sich mein Schulleiter nicht gegen mich stellen ;-)

Beitrag von parzifal 10.09.08 - 18:47 Uhr

Wenn dies geschieht, nur weil man drei mal etwas vergessen hat schon, da er selber sonst Ärger bekommen kann.

Beitrag von kat30 10.09.08 - 20:50 Uhr

*staun* wenn ich überlege, wie selten so ein Klassenausflug stattfindet und wie oft 1.Klässler was vergessen..... ist doch praktisch für die Lehrerin - da kann sie mit den verbleibenden zwei Kindern im PKW fahren und braucht keinen Bus zu mieten #cool

Beitrag von nusch 11.09.08 - 08:48 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Meinungen.

Habe heute um 16.30 Uhr den ersten "Elternsprechtag" und denke, dass ich das Thema auf jeden Fall zur Sprache bringen werde.

LG
Nusch

PS: Gestern, verkürzte Frühstückspause (normalerweise von 9.30 Uhr bis 9.40), weil die Kinder in der Stunde nicht schnell genug waren.

Da mein Sohn sowieso so extreeeeeeeeeeem langsam ist, wenn er sich überhaupt dazu herablässt, hatte ich alles, bis auf 1/4 Brot wieder zu Hause (3/4 Brot, 1/2 Pfirsich, 1/2 Apfel). Mich ärgert diese Wegschmeißerei.

Beitrag von maren.m 11.09.08 - 11:45 Uhr

Hi,
in der ersten Klasse meiner Tochter hat das funktioniert. Die Klassenlehrerin hat zwei mal den Sportunterricht ausfallen lassen, weil die Kinder zu viel Blödsinn gemacht haben (Gerangel und Geschrei) und dieses auch nicht nach mehrfacher Aufforderung bleiben ließen. Es folgte die Drohung, dass der Sportunterricht in Deutsch oder Mathe umgewandelt würde, was man ihr wohl nicht abnahm. Wie gesagt: zwei mal zog sie das durch - von da an reichte eine Drohung und die Klasse fügte sich.

Ich bin auch nicht immer für solch ein rigoroses Durchgreifen aber irgendwie müssen die Kids ja lernen und umsetzen, dass sie eine 3/4 Stunde ruhig sein müssen, sich konzentrieren müssen und vor allem den Anweisungen des Lehrers folgen müssen. Das Aussetzen des (beliebten) Sportunterrichts war eine Konsequenz, die sie tragen mussten.

Unfair fand meine Tochter das aber auch - vor allem deshalb, weil sie nicht zu den "Quatschmachern" gehörte. Aber damit war sie nicht allein und der Druck aller Kinder auf die Unruhestifter bewirkte wirkte dann noch zusätzlich.

LG

Beitrag von dominosteine 11.09.08 - 11:52 Uhr

Ist bei uns auch so!

Meiner ist in der 2.Klasse , es ist eine sehr laute Klasse.

Mein Sohn geht sehr gern zur Schule- sein Zitat: Ein Tag ohne Schule ist doof, ich möchte auch am Wochenende zur Schule gehn! #augen

Da aber gerade die Jungs in dieser Klasse schwer ruhig zu halten sind, wird die Sportstunde gestrichen wenn die Jungs zu laut etc gewesen sind (aber nur für die Jungs- die Mädels scheinen zu gehorchen #schein).
Dann müssen sie ab in die Klasse und dürfen Sportregeln abschreiben.

Wir als Eltern haben dem zugestimmt am Elternabend, ich finde es in Ordnung.
Zu Hause dürfen die Kinder auch nicht machen was sie wollen und haben Regeln an die sich zu halten haben (zumindestens bei uns). Wenn er zu Hause nicht hört (was so gut wie nie vorkommt- er ist echt lieb und ruhig/hilfsbereit) dann hat er Leseverbot (er liebt Bücher über alles- das ärgert ihn dann tota).

Wenn sie meinen absichtlich gegen Regeln zu verstoßen muß man eben die Konsequenz dafür tragen.

Ich habe meinem Sohn erklärt (der sich gern von dem Lärmpegel anstecken lässt :-p) wenn Du auch laut bist - selber schuld dann musst Du eben Regeln abschreiben, also verhaltet dich vernünftig und ruhig dann kannst Du mitmachen.



Beitrag von jellybaby25 11.09.08 - 18:54 Uhr

Hallo Nusch,

hier mal eine Antwort aus Lehrersicht:
Bei uns liegt die Turnhalle ca. 15 Gehminuten entfernt, immer entlang der vielbefahrenen Hauptstraße.

Die Verantwortung für den Weg dorthin und den Sportunterricht selber kann ich nur übernehmen, wenn ich weiß, dass alle(!) Kinder die aufgestellten Regeln befolgen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein Kind auf das gerufene "Stopp!" nicht reagieren würde!

Auch ich habe einer Klasse schon den Sportunterricht aufgrund wiederholter Regelbrüche in den vorangegangenen Stunden gestrichen, wenn mir der Gang dorthin zu unsicher erschien. Das Ganze ist übrigens einmal passiert, danach nie wieder - ein heilsamer Schock.

Klar darf man keine Kollektivstrafen aussprechen, aber im Unterrichtsalltag wäge ich in solchen Situationen sehr gut ab, was schlimmer wäre: Elternärger einerseits oder die mögliche Unfallgefahr in oder auf dem Weg zur Turnhalle andererseits.

Grundsätzlich sollten gerade Grundschullehrer dem hohen Bewegungsdrang der Kinder durch gezielte Bewegungseinheiten auch während des unsäglichen 45min-Takts nachkommen. Das geht wunderbar auch in der Klasse oder auf dem Schulhof.

Gruß,
jelly
(die auch schon Musikstunden damit verbracht hat, den Kindern das leise und geordnete Gehen durchs Schulgebäude nahezubringen)

Beitrag von climber 11.09.08 - 21:23 Uhr

Hallo,

ich war letztes Jahr auch ganz ensetzt als mein Sohn erzählt hat, Sport wäre zur Strafe ausgefallen, weil die Klasse so laut war (damals 1. Klasse).

Beim nächsten Elternsprechtag habe ich die Lehrerin drauf angesprochen und sie hat gemeint, wenn die Klasse zeigt, dass sie sich an dem Tag überhaupt nicht an Regeln hält (trotz mehrfacher Ermahnung), dass es ihr da auch einfach zu gefährlich war, mit den Kindern in die Turnhalle zu gehen (weil gerade beim Sport Regeln eingehalten werden müssen) und sie auch einfach eine Konsequenz gebraucht hat.

Klar gibt es Besseres, aber ich hab die Klasse ein paar mal erlebt und ich verstehe nun, dass es manchmal nicht anders geht.

climber