Zwischen zwei Männern

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von in_between 10.09.08 - 11:44 Uhr

Hallo ihr lieben,

lange lese ich still, jetzt muss ich mir aber auch was von der seele schreiben.

Mein mann und ich waren von anfang an ein herz und eine seele. Und das sollte auch ganze acht jahre lang so bleiben. Es hat einfach alles gepasst bei uns. Nie haben wir unsere beziehung in frage gestellt. Wir waren nicht nur die besten freunde, sondern der eine hat dem anderen alles bedeutet.

Bis unser (wunsch)kind auf die welt kam. Da fingen wir an uns auseinander zu entwickeln. Auf einmal war alles anders und wir haben unsere nähe verloren. Kurze zeit nach der geburt hat mein mann eine affäre angefangen, die ca. ein jahr lang dauerte. Ich habe diese zeit als ziemlich schlimm empfunden, weil ich etwas geahnt habe, aber keinen handfesten beweis hatte und er sehr kalt und abweisend war. Wir befanden uns in einer krise aus der ich keinen ausweg wusste und bereits damals an eine trennung dachte. Unser sexleben war im prinzip nicht vorhanden. Wir haben nebeneinander gelebt. Dann fand ich ein sms (von seiner affäre) auf seinem handy und es kam alles ins rollen. Ein halbes jahr lang ging ich durch die hölle - es war ganz bestimmt die schlimmste zeit in meinem leben. Er hat zwar die affäre beendet und ist bei mir geblieben, ich aber habe sehr lange mit mir gehadert, ob ich bleiben oder gehen soll. Das ist jetzt 8 monate her, unser kind ist 2 jahre alt.

Mittlerweile habe ich mich auf einen neuen mann eigelassen. Ja, ich habe eine zweitbeziehung, eine affäre, wenn man es so nennen mag. Dieser neuer mann gibt mir alles was mir mein ehemann nicht geben kann. Wir sind in einander sehr verliebt. Das ganze dauert jetzt zwei monate. Ich möchte an dieser stelle bitte keine moralischen urteile und schon gar nicht von leuten, die sowas nicht erlebt haben. Ich will nur klarstellen, dass mein leben ohne diesen neuen mann nicht halb so lebenswert wäre und ich auf ihn im moment nicht verzichten möchte.

Mit meinem mann funktionieren wir im altag sehr gut. Wir sind ein gutes team was die praktischen dinge angeht, sind tolle eltern, gute freunde, es passt im grossen und ganzen. Nach aussenhin die perfekte kleine familie. ABER - es fehlt die leidenschaft und liebe - es ist eher "nur" eine freundschaft . Küssen und sex ist seit der geburt kein thema. Das letzte mal liegt ein jahr zurück. Anfangs habe ich einige versuche unternommen, aber nach mehrmaligen scheitern habe ich aufgegeben. Er wollte/konnte nicht mit mir schlafen und das hat mich unendlich frustriert. Wir schaffen es auch nicht so darüber zu reden, dass sich dadurch was lösen würde. Irgendwie hängen wir aber doch aneinander, haben angst davor allein dazustehen...aber das wahre ist es auch nicht.

Ich zerbreche mir jeden tag den kopf darüber, ob ich meinen mann nun wirklich wegen dem neuen verlassen soll. Es würde mein leben auf jeden fall auf den kopf stellen und ich entscheide nicht nur für mich, sondern auch für unser kind...und was wenn die neue beziehung nur ein paar monate hält? Mir ist auch bewusst, dass mein mann keine reale chance hat solange ich mit dem neuen mann zusammen bin. Aber die affäre beenden? Das würde mir das herz brechen, das würde mir den lichtpunkt in meinem leben nehmen, das würde das, was mein leben im moment schön macht verschwinden lassen. Ich möchte darauf nicht verzichten. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass mein mann von meiner affäre profitiert - ich bin zu hause viel entspannter, fordere weniger von ihm und es gelingt mir auch lockerer mir ihm umzugehen.

Wie es weitergehen soll? Auf dauer kann und möchte ich nicht beide beziehungen führen. Wieviel zeit soll ich mir lassen? Wie soll ich beiden eine faire chance geben? Was soll aus meinem leben werden? Im grunde wünsche ich mir nur das, was die meisten auch - die kleine nette familie, einen mann der mich liebt und den ich liebe. Die heile welt halt....

Danke fürs lesen!

Alle die, der meinung sind, dass fremdgehen das letzte ist und dieses nie verzeihen würden und man sich am besten gleich trennen soll, mögen diese bitte für sich behalten!
Heute bitte ich NUR um konstruktive und vernünftige beiträge.

Beitrag von zwergenkoenigin21w 10.09.08 - 11:51 Uhr

Wieso nimmst Du Dir nicht erst mal Zeit für Dich? Willst Du Dich wirklich von einer Beziehung in die nächste stürzen?

Es klingt fast so, als ob Du Dich entschieden hättest, Dich von Deinem Mann zu trennen. Dagegen spricht ja auch nichts, oder? Ob die andere Beziehung etwas wird, wird sich zeigen. Ich denke aber, Du solltest nichts überstürzen.

LG

Beitrag von kenne ich gut 10.09.08 - 11:59 Uhr

Diese Geschichte hätte fast von mir sein können!
Mein Mann hat mich über lange Zeit betrogen, mich belogen und ich hab mich "nicht getraut" den Schritt der Trennung zu gehen. Ich hab immer das Positive besonders hervor gehoben (wir verstehen uns im Alltag super und haben tolle Kinder) und über seine negativen Seiten hinweg geschaut...
Bist Du Dir denn sicher, dass bei Deinem Mann nichts mehr läuft?
Ich war immer wieder der Meinung, dass er sich ändert, aber er hatte immer wieder diesen anderen Kontakt!
Können Männer über so einen langen Zeitraum ohne Sex leben? ;-)

Ich habe inzwischen auch eine "Zweitbeziehung". Irgendwie brauchte ich auch eine Art Bestätigung für mich und mein Selbstwertgefühl.
Aber es ist nicht nur eine Affaire.
ich liebe ihn und bin inzwischen bereit für ihn mein Leben zu ändern.

Ich will dieses oberflächliche Leben nicht mehr!
Ich habe kein Vertrauen zu meinem Mann und ohne Vertrauen gibts keine tiefen Gefühle.
Aber genau das fühle ich für den anderen Mann.
Er möchte mich nur zu gern für sich allein und würde sich auch sehr über meine Kinder freuen...

Wie ist denn die Einstellung Deines Freundes zu einer evtl. Trennung vom Mann? Manche Affairen suchen gar keine feste Bindung!

Ich kann nur sagen - folge Deinem Herzen und handel nie aus Mitleid anderen gegenüber...

#klee

Beitrag von stemirie 10.09.08 - 12:02 Uhr

Die "heule Welt" hast Du schon lange nicht mehr!! Warum "kann/will" Dein Mann nicht mit Dir schlafen??Hat er auch wieder eine Affäre? Also wenn ihr beide eine Affäre habt und ansonsten in Eurer Partnerschaft glücklich seid, ist es ok. Aber Du schreibst ja selber dass Du es eigentlich nicht weiter so führen möchtest. Was ist mit Deiner Affäre? Fordert er mehr von Dir? Möchte er gerne eine "richtige" Beziehung mit Dir?

Also, eigentlich weißt Du ja selber dass Du diese Ehe SO nicht mehr fortsetzen möchtest! Das hat mit der Affäre nichts zu tun, sondern nur mit der Beziehung zwischen Dir und Deinem Mann! Dein Kind ist jetzt noch relativ klein und würde eine Trennung bestimmt besser verkraften als in 2,3 oder 4 Jahren.........

Viel Glück
Michaela

Beitrag von habe erfahrung 10.09.08 - 12:03 Uhr

Hallo Du,
ich hatte 2,5 Jahre eine Außenbeziehung. Die Kinder waren damals noch klein.
Ich bekam von meinem Exmann nicht, was ich brauchte. Bei weitem nicht, das weiß ich im Nachhinein besser als damals. Wir waren ein gutes Team. Gute Eltern. Auf Sex kränkte ich mich. Wenn er abends heim kam, dachte ich "oh nein, nicht jetzt schon".
Ich lernte einen Mann kennen und verliebte mich total.
Wir liebten uns, versteckten uns, versuchten uns zu trennen, leideten wie die Hunde, kämpften.
Wer das nicht erlebt hat, weiß nicht, wie sehr man glücklich sein kann und leiden zugleich.
Dann kam alles heraus.
Es war der pure Alptraum. Alptraum!
Mein Exmann ist durchgedreht, seit 4 Jahren gibt es ein Gezerre um die Kinder, Krieg und Haß!

Ich bin mit meinem damaligen "Liebhaber" zusammen, wir führen eine wunderschöne Beziehung, auch mit den Kindern geht es gut.
Aber ich habe tausendmal gedacht, dass es hätte ganz anders kommen können.
Dass es mit uns nicht funktionieren hätte können.
Ich bereue nicht, dass ich eine neue Beziehung habe, ganz im Gegenteil.

Aber ich werde nie den Makel an mir verlieren, eine Lügnerin, Betrügerin zu sein. Eine, die letztlich auch die Kinder irgendwie betrogen hat.

Ich bereue zutiefst, dass ich nicht früher gegangen bin.

Aber ich weiß, man kann nicht so einfach aus einer Familie heraus.

Überleg dir wirklich gut, was du tust. Es ist jede Entscheidung die falsche (und vielleicht die richtige).
Ich habe nie so gelitten, wie in dieser Zeit. Und alle zusammen mit mir.

Bei mir ist es wirklich gut ausgegangen (abgesehen von meinem Exmann, der mir nie verzeihen wird). Aber das konnte keiner wissen.

Ich wünsche dir die Kraft, dir richtige Entscheidung zu treffen.

Beitrag von agostea 10.09.08 - 12:11 Uhr

Ich kann gut nachvollziehen, was bei dir ab geht.

Deine alte Beziehung ist kaputt. Es sind viele Dinge vorgefallen, Verletzungen....nur du kannst wissen, ob du das vergessen kannst.

Will dein Mann dieses Leben überhaupt noch? Oder funktioniert er auch nur. Könnte man fast meinen, so über ein Jahr ohne körperliche Annäherung seinerseits.

Weisst du, meine Meinung ist:

Für einen Neuanfang ist es nie zu spät. Sicher sollte man Altes nicht einfach wegwerfen und kämpfen kann sich lohnen.
Aber hat man ausgekämpft, dann sollte man bereit sein, ein neues Leben zu beginnen - mit allen Risiken.

Du hast nur ein Leben und dein Mann auch. Das würde ich nicht verschwenden.

Es sei denn, ihr seid bereits jenseits der 70 und sowieso scheintot. Dann bleib und hoff, das er vor dir abnippelt, dann kassierste wenigstens noch fette Rente.

Ansonsten: Gib dir und deinem Mann eine Chance. In welche Richtung auch immer. Das kannst nur du wissen.

Viel Glück.
agostea


Beitrag von silkstockings 10.09.08 - 12:23 Uhr

Ich frag mich, warum ihr euch nicht getrennt habt als das mit der Affäre deines Mannes rauskam?

Seit dem Kind ist der Wurm drin, er betrüg dich, du betrügst ihn.

Trennt euch, lebt euer Leben. Man muss nicht zusammen bleiben, nur weil ein Kind da ist. Man kann auch getrennt gute Eltern sein.

Beitrag von kenne ich gut 10.09.08 - 13:00 Uhr

Also bei mir sind es verschiedene Faktoren, die mich haben so lange warten lassen bzw. warum ich nicht sofort gehandelt habe.
Das eine ist die "heile Welt" (die es ja eigentlich gar nicht ist, aber das Umfeld glaubt es...), die man sich irgendwie erhalten möchte.
Man hat gewisse Sicherheiten (z.B. Finanzielle) und braucht keine Angst vor der Zukunft haben. Irgendwie läuft ja alles in Bahnen...
...ich hatte ein gut funktionierendes WG Leben und meine Kinder haben eine glückliche Kindheit!

Ich beneide wirklich jeden, der so konsequent ist und sofort einen Schlußstrich ziehen und neu beginnen kann...
Alles andere verlängert die Schmerzphase unnötig.

Und eine Dreiecks Beziehung geht nur in den seltensten Fällen gut, irgendwann kommt der große Knall, man weiß nur nicht aus welcher Ecke!

Beitrag von in_between 10.09.08 - 13:39 Uhr

Genauso sehe ich es auch. Auch bei mir spielen die sicherheit, feste bahnen und geregeltes leben eine grosse rolle. Ich traue mich nicht von einem tag auf den anderen alles auf den kopf zu stellen und mein leben einem risiko auszusetzten.

Vielen dank für eure antworten.

Beitrag von zwergenkoenigin21w 10.09.08 - 13:49 Uhr

Manchmal kann das aber das Beste sein, was man tun kann. Glaub mir, ich hatte auch mal Angst mich zu trennen aus Angst davor, vor dem Nichts zu stehen. Im Endeffekt war es aber die beste Entscheidung für mich. Auch wenn es mit einem Riesenknall geendet hat.

Viel Glück für Deine Entscheidung, wie immer sie ausfällt. Nur Mut.

#klee

Beitrag von dhyan 10.09.08 - 15:01 Uhr

verzwickt
sicherheit und geregeltes leben versprechen eben wenig leidenschaft und abwechslung

das ist was du vermisst
entscheidest du dich für deinen "alten" partner wie siehst du dann deine zukunft, meinst du, du kannst vollständig vergeben und er auch?
nur dann hat die leidenschaft wieder eine chance

willst du mit dem alten leben abschließen?
dann wäre wohl eine trennung die bessere lösung.

es ist dein leben, auch wenn andere mitbeteiligt sind, und nur du kannst es verändern, in dir, deine sichtweise

vielleicht ist es ein wink dem zaunpfahl, daß du etwas ändern sollst, mehr risiko und veränderung in dein leben mit einzubauen, die möglichkeit daß sich dinge ändern, auch gravierend, die angst loszulassen, die dich am alten hängen lässt.

sonst könnte deine jetzige affäre in kurzer zeit genauso aussehen wie das was du mit deinem jetzigen partner hast.

du bleibst du und nimmst dich und deine verhaltensmuster überall hin mit, veränderung wenn sie stabil sein soll, kommt von innen.

das leben besteht aus unendlich vielen entscheidungen, keine ist besser oder schlechter, entscheide dich für etwas und es ist gut, wenn du dann das alte gerne wiederhättest (was dann schon nicht mehr existiert, weil es vergangenheit ist) machst nur du dir selbst das leben schwer.

lg
marcus

Beitrag von -neugierig- 10.09.08 - 13:04 Uhr

Überlege Dir, ob die Beziehung zu Deinem Mann noch irgendeinen Sinn hat und mache eine Trennung nicht davon abhängig, ob es mit dem Neuen etwas auf Dauer werden kann.

Ich denke, dass das Vertrauen zu Deinem Ex-Mann zerstört ist und nur weil Ihr ein gutes Team seid, seid Ihr noch lange kein glückliches Ehepaar.

Ich bin auch der Meinung, dass es für das Kind einfacher ist, wenn man sich trennt, solange es noch so klein ist. Sie ist dann offener für einen neuen Partner an Deiner Seite.

Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du die richtige Entscheidung triffst. Das weiß man aber eh erst hinterher...;-)

Beitrag von seelenspiegel 10.09.08 - 14:15 Uhr

Auf ein moralisches Urteil verzichte ich......wirst Du eh noch genug von anderen Leuten hier bekommen.

Dein Mann hatte schon mal was nebenbei laufen und hat sich vielleicht damals so gefühlt wie Du es jetzt mit Deiner "Affaire" tust.

Du beschreibst Euer Verhältnis aus Zweckgemeinschaft und als freundschaftlich.....und das ist nicht der schlechteste Grund zusammen zu bleiben....oder es gar nochmal miteinander zu versuchen.

Ebenfalls ist es im Prinzip eine gute Vorraussetzung für eine offene Beziehung, in der ihr den Alltag zusammen habt....und gewisse Stunden mit anderen Menschan auslebt....um sich das zu holen was der "eigentliche" Partner nicht zu geben vermag.

Nur gehören dazu zwei.....eigentlich sogar vier.

Auf alle Fälle müsst ihr miteinander reden und die verschiedenen Möglichkeiten durchsprechen wie Ihr Eure Zukunft gestalten wollt.

Egal wie es kommt....alles Gute.

#drache

Beitrag von teh41 10.09.08 - 15:09 Uhr

Hallo in between,

ich bin mal in einer ähnlichen Situation gewesen und zwar dahingehend, das mit der Geburt meiner Tochter, meine Ehe die von Dir beschriebenen Züge des familiären Funktionierens annahm. Dies geschah im elften Ehejahr. Bis dahin hatte alles gepasst und wir bereicherten uns an unserer Gegensätzlichkeit und weiteten einander die Horizonte.
Dann aber: Geistige und körperliche Nähe gingen langsam verloren, Kälte hielt Einzug. Reden half nicht, sich biegen ward auch keine dauerhafte Lösung.
Wie auch immer, ich habe mich dann für meine Tochter entschieden und bin im dreizehnten Ehejahr gegangen.

Klingt paradox, ist es aber nicht. Ich weiß nicht, ob ich noch ich selbst geblieben wäre, hätte ich diese Ehe fortgesetzt. Es kam der Punkt, wo ich mir eingestehen mußte, nicht zu wissen, ob ich etwas aus Überzeugung tat oder nur um nicht kritisiert zu werden, um nicht zu enttäuschen, um nicht endlos diskutieren zu müssen, um nicht zu erzürnen. Die schönsten Vatermomente waren die, wenn ich mit meiner Kleinen sein konnte.
Nur durch meinen Auszug fand ich wieder zu mir selbst und konnte meiner Tochter auf diese Weise den Vater erhalten, der ich tatsächlich bin aber zu Ehezeiten selten sein durfte.
Damit nicht genug: Nach ~ vier Wochen lernte ich die Frau kennen, die ich nicht gesucht habe, für die ich nicht bereit war, die mich binnen Kürze wieder in die Senkrechte brachte und stark genug ist, mich auch dort zu belassen. Mit ihr bin ich heute verheiratet und sie ist die Mutter meiner beiden Söhne.
Problem damals: Jedes unberufene Gesäß bezichtigte uns bereits eine Beziehung gehabt zu haben, als ich noch in ehelicher Gemeinschaft lebte.

Was ich mit dem ganzen Geschwafeln sagen möchte ist:

Traust Du Deinem Mann zu, sich künftig Deiner würdig zu erweisen?
Hat er tatsächlich eine zweite Chance verdient?
Was bleibt von Dir selbst übrig, wenn Du den Mann, den Du liebst und der Dich bereichert, verstößt?
Kannst Du dann dauerhaft die Frau und Mutter sein, die Du gegenwärtig für Dein Kind bist bzw. sein möchtest?

Gutes Gelingen und reichlich Kraft!

Thomas

Beitrag von !!! 10.09.08 - 15:11 Uhr

Hallo

Ich kann dich wirklich voll und ganz verstehen.
Denn ich bin in einer ähnlichen, fast gleichen Lage.
Ich liebe meinen Mann, aber mehr als Freund und Vater unserer Kinder.
Auch mein Mann hat mich betrogen. Ich habe seid dem nicht mehr das Empfinden für ihn, wie zuvor.
Auch #sex haben wir so gut wie nie.
Auch das fehlt. Nun habe ich das, was mich stört und mir fehlt ganz klar auf den Punkt gebracht.
Meinem Mann ein Ultimatum gesetzt.
Wenn es sich nicht einpendet, bin ich weg.
Dem Mann, den ich kennen (und lieben) gelernt habe, möchte ich nicht weh tun. Wir hatten NOCH nichts miteinander...noch... ich sehne mich danach. Aber ich möchte fair bleiben und niemanden betrügen.

Verstehen kann ich dich (als betrogene Ehefrau schon zehn mal).
Dein Kind ist noch klein. Und irgendwann, wenn es groß ist, fragt es nicht danach, wie du dich gefühlt hast.
Rede mit deinem Mann.
Es ist mir furchtbar schwer gefallen, weil für ihn die welt nun in Ordnung schien und er niemals damit gerechnet hätte, dass ich so unglücklich bin.
Aber alle Beteiligten hier haben eine faire Chance verdient.

Ich wünsche dir viel Glück und Verstand (was mit dem Verstand jetzt wirklich nicht gemein rüber kommen soll) ... aber ich weiß, wie schwierig es ist, diesen einzuschalten

Beitrag von jodo 10.09.08 - 15:27 Uhr

>Mir ist auch bewusst, dass mein mann keine reale chance hat solange ich mit dem neuen mann zusammen bin. Aber die affäre beenden? Das würde mir das herz brechen, das würde mir den lichtpunkt in meinem leben nehmen, das würde das, was mein leben im moment schön macht verschwinden lassen. Ich möchte darauf nicht verzichten. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass mein mann von meiner affäre profitiert - ich bin zu hause viel entspannter, fordere weniger von ihm und es gelingt mir auch lockerer mir ihm umzugehen. <


Ist dir das wirklich "bewusst" wo du da angekommen bist???

lassen wir mal die Gefühle weg und betrachten es sachlich /nüchtern, soweit das geht.

was ihr beide erlebt, erlebt habt, ist nichts anderes als die soziobiologische/ verhaltensbiologische Normalität , die allen Lebens inne ist. Nur passt das halt nicht in das "gängige" Verhaltensmuster unserer kultur- und religionsgeprägten "heilen welt", deren Beginn ( patriarchalisch fundamentiert) vor ca 10.000 Jahren war. Menschen gibt es aber ca. seit mindestens 100.000 Jahren, eher länger und eine vielfältige Fauna 100 Millionen Jahre, auch das ist eher kurz angesetzt.

wir können natürlich auch darüber diskutieren, ob der aktuelle Zweig unserer Primatenspezies mit George Bush an der Spitze nicht ein gänzlicher Mutationsfehler ist, doch dann kommen wir etwas vom Thema ab...

Du hast deinen Mann das versprechen gegeben, ein Leben lang mit ihm zu leben, für ihn und die Kinder da zu sein, für sie zu sorgen!!! Das ist eine Verantwortung zu der du zu stehen hast!!! gleiches gilt für Ihn!!!!

zu lösen ist das nicht einseitig, sondern nur im gegenseitigen Einvernehmen, es sei dann es wäre Gewalt im Spiel.

wie ihr beide nun euer Gefühlsleben gestaltet is eine andere Sache, ihr seit nicht gegenseitiges Eigentum und seit euch auch darüber keine Rechenschaft schuldig.

notwendig dafür ist allerdings unbedingt eine gründliche Erweiterung eueres Horizonts und die, durch Einsicht stattfindende Missachtung der gängigen Gesellschaftsordnung. Das Ganze bitte ohne zugeführte Drogen ( ihr habt genug körpereigene) und Verwendung lehrreicher Literatur.

Der Erfolg daraus ist dann eine schier unbeschreibliche Erfahrung: Die Wahrnehmung intensivenLebens, jenseits der Spießigkeit....

das Paradies is nicht irgendwo da oben....

na denn mal.. du bist auf einem guten Weg, hast aber noch sehr viel vor dir

lg

Jo

Beitrag von doctor-avalanche. 10.09.08 - 19:40 Uhr

"Alle die, der meinung sind, dass fremdgehen das letzte ist und dieses nie verzeihen würden und man sich am besten gleich trennen soll, mögen diese bitte für sich behalten!
Heute bitte ich NUR um konstruktive und vernünftige beiträge. "

Wie soll man kostruktiv sein, wenn Kritik nicht gestattet ist?

Deine Situation ist mir nicht ganz fremd, allerdings war ich nie verheiratet. Ist aber letztlich auch egal. Diese Parallelbeziehung, ebenfalls über 2 Monate hat mich neben Zeit und und Geld auch eine Menge Nerven gekostet. Und ganz ohne Lügen ging es nicht. Diese Lügen generieren neue Lügen um die alten Lügen aufrechtzuerhalten. Am Ende kam es raus, ich stand äusserst blöde da (was noch gelinde ausgedrückt ist)....aber nicht, weil ich mich nicht entscheiden konnte sondern das Gewissen plagt halt doch sehr. das schlechte Gewissen jemand anderen weh getan zu haben.

Die Lehre daraus ist, daß ich nicht mehr fremdgehen werde OHNE - sollte es nocheinmal zu einer solchen Situation kommen oder ich dauerhaft der Meinung sein, mir reiche eine Frau nicht - daß ich meine Partnerin darüber informiere.

Dir das Beste aus beiden Welten zu wünschen, ist nichts Verwerfliches, davon träumen vermutlich viele Menschen in mehr oder weniger langfristigen Paarbeziehungen irgendwann. Allerdings ist es diese äusserst spiessige Feigheit, die Angst vor den Konsequenzen - vielleicht Totalverlust, wenigstens aber der Verlust einer Deiner beiden Männer - die es Dir wohl (noch) nicht ermöglichen, für klare Verhältnisse zu sorgen.

Aber es muss eben nicht bedeuten, daß Du beide verlierst. Ein Gespräch über Deine Bedürfnisse & Sehnsüchte mit Deinem Mann wäre ein erster Schritt, ein erster Ansatz, der Dir vielleicht den Weg zu einem Leben bahnt, in dem Du beides haben kannst: Die gesicherte Geborgenheit Deiner Familie und das aufregende Liebesleben an der Seite eines zweiten Mannes. Udn wer weiss, vielleicht befeuern Deine oder auch seine zukünftigen Abenteuer Euer weiteres Eheleben.
Er wird sicher nicht begeistert sein, Dein Gatte, deswegen wäre es vermutlich gut, wenn Du ihn in diesem Gespräch zunächst nicht von dem schon Geschehenen erzählst. Aber ist die Katze erstmal aus dem Sack und er kennt Deine Gedanken, wird er Zeit haben, peu a peu, sich dem Gedanken zu widmen und vielleicht, ja vielleicht, dem auch für sich Positives abgewinnen.

Eine offene Beziehung kann allerdings nur mit klaren Regeln funktionieren, sie muss nicht dauerhaft sein und klappt natürlich auch nur, wenn Du im gleichen Maße, ganz grundsätzlich, unanbhängig davon ober er es nutzt, Deinem Mann ähnliche Freiheiten zugestehst.

Jedem Menschen steht ein Höchstmaß an Freiheit zu, auch und gerade in sexueller Hinsicht. Die Freiheit endet bekanntermaßen aber dort, wo man den anderen einschränkt und/oder ohn verletzt oder dies billigend in Kauf nimmt.

Treue ist nicht nur ein abstraktes Moral-Monstrum, entworfen von klerikalen Geisterfahrern und sittlich verbrämten Kleingeistern. Unser Treuebegriff hat eine lange antropologische Entwicklung hinter sich und hat stellenweise einen durchaus praktischen Nutzen. ich kenne jedenfalls keinen Kulturkreis zu keiner zeit der Menschheitsgeschichte auf diesem Planeten, wo (heimliches) Fremdgehen gesellschaftspolitisch toleriert wird bzw. wurde. Weder in Naturvölkern noch in hochentwickelten IndustrienationenDeswegen sind Gewissensfragen in Deinem Fall auch etwas normales.

Egal, wo lang Du gehen wirst, es wird nicht leicht. Jede Lösung hat eine negative Komponente. Aber auch eine positive.....

Dennoch viel Erfolg......