Ich habe Stress.

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von bine3002 10.09.08 - 13:45 Uhr

Ihr müsst mir jetzt mal helfen, vielleicht denke ich zu kompliziert.

Also wir wohnen in der Innenstadt und haben eine Kneipe als Nachbarn. Durch das Nichtraucherschutzgesetz musste diese einen Raucherraum schaffen und der Wirt hat sich in seinen ehemaligen Biergarten eine Holzhütte gebaut. Nun fehlt ihm im Sommer sein Biergarten und auf dem einzigen zur Verfügung stehenden Platz steht unser Auto.

Diesen Stellplatz bekommen wir kostenlos von ihm zur Verfügung gestellt. Das war damals irgendein Deal mit unserem Vermieter (Stellplatz gegen Werbeschild vor unserer Tür).

Nun möchte der Wirt gerne seinen Stellplatz haben und bietet uns stattdessen kostenlos einen Tiefgaragenstellplatz an. Eigentlich nicht schlecht, da unser Auto dort natürlich sicherer stünde. Dieser Platz kostet monatlich 60 Euro und das Angebot ist schon sehr großzügig von ihm.

Leider ist dieser neue Stellplatz etwa 500 m entfernt. Ich müsste eine Straße überqueren und dann die Fußgängerzone, vorbei an einigen Geschäften etc. Das wäre schon alleine (ohne Kind) mit Einkauf etc. ein zusätzlicher Zeitwaufwand von etwa 10 Minuten. Mit Kleinkind weiß ich jetzt schon, dass es sehr sehr stressig wird.

Und wie soll ich dann meinen Einkauf nach Hause kriegen? Es würde so ablaufen, dass ich zu Hause vorfahre, mein Kind auslade, dann den Einkauf reinbringe (Kind immer im Schlepptau), dann das Kind wieder einlade, zum Stellplatz fahre, dann durch die Stadt zu Fuß zurück. Voll ätzend. Und wenn ich was einzuladen habe, fahre ich sogar noch einmal um die ganze Innenstadt herum. An ein zweites Kind mag ich gar nicht denken.

Und erst dort parken und dann den Einkauf schleppen? Geht ja gar nicht. Ich kriege unmöglich alles an den Buggy gehängt. Ohne Buggy müsste ich Java dann noch an die Hand nehmen, weil wir ja über die Straße müssen. Ich drehe mich im Kreis, wenn ich darüber nachdenke.

So und jetzt kommts:
Da wir gerade Umbauarbeiten im Laden unter uns haben, wird zukünftig kein Platz mehr für unsere Fahrräder sein. Uns wurde gesagt, dass wir die ja dann auch in die Tiefgarage stellen könnten. Wir haben uns das gestern angesehen und festgestellt, dass dort gar kein Platz ist, maximal für ein Fahrrad. Den Anhänger könnten wir evtl. weiterhin in unserem Innenhof parken und das Fahrrad meines Mannes könnte bei ihm in der Firma (nebenan) im Fahrradkeller stehen. Wenn wir dann eine Fahrradtour machen wollen, müssten wir dann erstmal unsere ganze Sachen zusammensuchen. Auch ätzend.

Außerdem - und das ist eigentlich am Gravierendsten - gibt es für die Öffnung der Tiefgaragentür nur eine Magnetkarte (mehr werden grundsätzlich nicht ausgegeben) . D.h. wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, kommt mein Mann nicht mehr ans Auto. Wenn wir die Karte verlieren (vielleicht noch am Freitagabend) kommen wir nicht mehr an unser Auto. Und dass wir sie beim hin- und hergeben verlieren könnten, ist ja gar nicht so unwahrscheinlich. Das geht gar nicht.

So und dann noch die Tatsache, dass durch die Umbauarbeiten sämtliches grün auf unserer Dachterrasse verschwunden ist, sitze ich nun hier, überlege hin und her, was wir machen können und komme eigentlich nur auf ein Ergebnis: Umziehen! Und das ist auch ein großer Horror, weil wir so viel Zeug haben.

Beitrag von elvira79 10.09.08 - 13:59 Uhr

Hallo,

die Antwort hast du dir schon gegeben: umziehen.

Selbst wenn ihr die Garage ablehnt: er wird alles tun, um seinen Laden am Laufen zu halten - zu Recht, aus seiner Sicht. Das kollidiert mit euren Interessen und ich sehe keinen Kompromiss.

Sieh´s positiv: vielleicht ist ja jetzt was mit Garten drin?

Gruß, Elvi

Beitrag von bine3002 10.09.08 - 14:52 Uhr

Ich hatte schon mal einen Garten und will gar keinen mehr. Auch das war für mich eine unnütze Zeitverschwendung. Ich will hier in der Stadt wohnen und mir genügt eine schöne große Dachterrasse, so wie wir sie hier mal hatten. Gut, das Problem mit dem jetzt abgeholzten Grün bekommen wir mit ein paar Pflanzkübeln und etwas Zeit in den Griff. Das wäre für mich jetzt kein Umzugsgrund. Aber diese Stellplatzsache ist für mich ein Problem.

Beitrag von jamey 10.09.08 - 14:03 Uhr

also wenn du das als stress siehst...meine mutter musste früher mit dem bus umher fahren - in die kita, auf arbeit, einkaufen, in die kita, in unser dorf und dann von der haltestelle zu fuß mit kleinem kind und später 2en noch ca 800m bergauf. das ging wohl, denn sie lebt noch.

auch andere mütter müssen alles, auch den einkauf, zu fuß erledigen, da muss man sich eben anders organisieren. generell habt ihr ja nicht wirklich nen begründeten anspruch auf den stellplatz und das TG angebot ist mehr als fair (würde übrigens auch eure KfZ-Versicherungsbeiträge mindern) viell. kann dir gerade bei schweren dingen dein mann behilflich sein beim hochtragen oder ihr richtet den einkauf generell so ein, dass er dir helfen kann.

habt ihr keinen keller für die fahrräder?..ich weiß nicht..hört sich alles bissl nach eingeredetem problem an....umziehen...wär natürlich auch ne lösung #augen. kost ja fast nix....kosten und nutzen...wiegen sich da "bestimm" auf #gruebel

Beitrag von bine3002 10.09.08 - 14:50 Uhr

Ich versuche mir auch die ganze Zeit zu sagen, dass das ein eingeredetes Problem ist und dass sich das schon irgendwie organisieren lässt. Mir ist auch klar, dass andere Mütter alles mit dem Bus erledigen und das auch hinkriegen. Aber ich war neulich mal zu Fuß einkaufen und mir ist wirklich ein Rätsel wie diese Mütter das machen ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Vielleicht, weil sie es nicht anders kennen... Ich habe etwa die Hälfte von dem gekauft, was ich hätte kaufen müssen, einfach weil ich nicht alles an den Buggy hängen konnte. Meine Tochter musste laufen, wollte aber immer in den Buggy, folglich hatten wir nur Gebrüll den ganzen Rückweg über. Und wenn sie nicht gebrüllt hat, dann war sie ständig in irgendeinem Geschäft verschwunden, wo ich mit dem beladenen Buggy aber kaum mehr hinterher kam. Dann vielleicht noch ein Regenschauer.... na herzlichen Dank. Ich kenne es anders, wahrscheinlich bin ich komplett verwöhnt, aber so möchte ich nicht leben, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Ich weiß auch, dass das TG-Angebot fair ist, keine Frage und ich verstehe die wirtschaftlichen Interessen unseres Nachbarn.

Aber es ist nun mal so, dass sich ja jede Familie eine Wohnung auswählt, die ihr zusagt. Und wir haben diese Wohnung damals unter anderem auch deswegen ausgewählt, weil sie einen Stellplatz und eine wunderschön begrünte Dachterrasse hatte. Dass man die Fahrräder vor die Tür stellen konnte, spielte auch eine Rolle. Diese drei, für uns sehr wichtigen, Gründe fallen nun weg und so haben wir, aus unserer Sicht, ein Problem.

Natürlich kann man sich neu organisieren und natürlich könnten wir samstags einkaufen gehen, sodass mein Mann mitkommt. Geht alles, aber ob man das will, ist doch so eine Sache. Ich versuche, solche Dinge einfach immer unter der Woche erledigt zu haben.

Für mich ist Zeit nicht mit Geld zu bezahlen: Zeit mit der Familie und zwar wirklich "Qualitätszeit", die man gemeinsam verbringt. Ich will nicht die wenige Zeit, die wir zu dritt haben, damit verbringen, einzukaufen oder mein Auto hin und her zu fahren. Auch das kostet auch Geld, denn mit dem Auto sind es sehr viel mehr als 500 m zur TG (Einbahnstraßen etc.).

Mir ist durchaus klar, dass ein Umzug Geld kostet, allerdings stand jetzt eine Wohnung drin, die sehr viel günstiger ist als unsere, mit TG-Stellplatz, allerdings direkt unter dem Haus. Also letztendlich hätten wir dann die Kosten für den Umzug vielleicht nach zwei Jahren wieder drin. Aber der ganze Stress. Wir haben so unendlich viel Zeug. Und außerdem ziehen wir gerade mit meiner Schwiegermutter um, die das alleine nicht mehr auf die Reihe bekommt.

Beitrag von bine3002 10.09.08 - 14:56 Uhr

Ach so, noch was: Meine Uroma musste früher alles zu Fuß erledigen, die hatten weder Pferd noch Esel. Und sie hat auch noch ihr Obst selbst eingekocht und jeden Morgen Haferschleim gegessen. Und nachts musste sie zum Pinkeln ins Klohäuschen.

Natürlich sind wir alle total verwöhnt und könnten auch anders, wenn wir uns neu organisieren. Aber wer macht denn das freiwillig, wenn er nicht unbedingt muss?

Beitrag von annazoe 10.09.08 - 15:04 Uhr

Ich bin eher der Typ lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende....
Sucht euch ne neue Wohnung! Denn wenn die Entscheidungsfaktoren (und die muß jeder selbst festlegen) für eine Sache alle wegfallen dann brauche ich auch die Sache nicht mehr, oder??

Ein Umzug ist ein Alptraum und ich weiß wovon ich rede, denn ich habe 15 Jahre Hotellerie hinter mir und bin ca. alle 2 bis 3 Jahre umgezogen. Aber danach hast Du Ruhe.

LG
Claudia

Beitrag von bine3002 10.09.08 - 15:12 Uhr

"Aber danach hast Du Ruhe."

Ja, wenn das mal so wäre.

Bisher war es so, dass wir, wenn wir 3 Jahre irgendwo gewohnt und uns eingerichtet hatten, wir wieder ausziehen mussten (Wasserschaden, Eigenbedarfskündigung usw.). Und nun denke ich, dass sowas vielleicht wieder passiert, gerade wenn alles renoviert und eingerichtet ist.

Eigentlich suchen wir auch schon seit 4 Jahren ein Haus, aber wir finden nicht das Passende. Wir würde beide lieber das Geld, was ein Umzug kostet, in das Haus stecken und eben dann vorerst das letzte Mal in unser Eigentum ziehen. Aber das ist ja leider nicht.