Unterhaltsschulden Pfändung

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Beitrag von marie-engelchen 10.09.08 - 15:46 Uhr

Hallo!
Brauch mal eure Hilfe oder Meinung!
Mein Mann hat einen unehelichen 14-jährigen Sohn. Bis vor 4 Jahren wusste der Junge nicht, dass der LG der Mutter nicht sein leiblicher Vater ist. Der Kleine ist in einer Bez-pause, der Mutter gezeugt worden.
Mein Mann hat dann noch 3 eheliche Kinder bekommen, die auch alle seit der Scheidung bei ihm leben. Mutter hat weder Sorgerecht noch sonst was und zahlt auch keinen Unterhalt. UVG bekommen wir auch nicht (wegen Heirat).
Nun ist es so das mein Mann nie Uh gezahlt hat, erst aus Trotz, weil er den Kleinen nicht sehen durfte und nachher war es einfach so. Ich weiß, daß das keine Art ist.......#aerger
Jetzt kam die Pfändung. Er soll alles bis auf einen Selbstbehalt von 858 € gepfändet bekommen. Was ist mit den 3 Kindern die bei ihm leben und für die er nichts bekommt? Natürlich hat der Sohn die älteren Recht, aber für uns sollte doch auch was bleiben.
Mein Ex muß nur 73€ für 2 Kinder zahlen. Mein Mann soll jetzt mtl. 166€ zahlen, bei einem bereinigtem Nettoverdienst von 1.600€.
Versteht mich bitte nicht falsch. Aber es muß doch jedem einleuchten das 858 € nicht für 4 Personen reichen können?! Davon gehen ja schon 600€ für Miete drauf. Meine Kinder und ich stehen sowieso nicht zur Debatte.
Kennt jemand einen ähnlichen Fall? Ist das wirklich rechtens?

LG Sandra

Beitrag von sockeline 10.09.08 - 16:11 Uhr

Was ist bereinigtes Netto?
Und bitte erklär mal wenn er 1.600€ verdient, 166€ Unterhalt zahlen soll - wie kommst du dann auf die 854€ (sry, ich kapier´s nicht).

Das er Unterhalt ( und 166 ist echt wenig für einen 14-jährigen) ist mit sicherheit rechtens.
Und bedenkt, Unterhalt verjährt erst nach 30 Jahren...die KM kann also den nicht gezahlten Unterhalt noch einfordern....

Beitrag von marie-engelchen 10.09.08 - 16:24 Uhr

Ich weiß das 166€ nicht der Höchstsatz ist, aber mehr ist auf Grund des Einkommens nicht möglich.
858€ bleiben ihm diesen Monat von seinem Lohn, der Rest ist gepfändet. Keine Ahnung wie es die nächsten Monate aussehen wird!?
166€ sind der Unterhalt den er zahlen muss. Zusätzlich werden noch die erheblichen Rückstände gepfändet.
Mir geht es nicht um den Unterhalt, sondern darum wie seine anderen Kinder berücksichtigt werden, für die er alleine aufkommt. Wir bekommen ausser dem KiGe keine finanziellen Leistungen vom Staat.

LG Sandra

Beitrag von sockeline 10.09.08 - 16:31 Uhr

In der Pfändungsgrenze müssen seine Kinder, die in seinem Haushalt leben berücksichtigt werden. Allerdings ist die KM diesen gegenüber natürlich auch unterhaltspflichtig. Zahlt sie nicht, muss er sie dazu auffordern oder UHV beantragen.

In dem Pfändungsbescheid muss stehen wie lange man ihm wie viel "wegnehmen" will.
Die KM hat also die Unterhaltsschulden damit geltend gemacht. Aber da muss vorher ein Verfahren gelaufen sein (Klage wg. Unterhaltspflichtverletzung; Einbestellung beim JA oder ähnliches). Ein Pfändungsbescheid kommt nicht plötzlich ins Haus.
Wie ist das denn gelaufen?

Beitrag von marie-engelchen 10.09.08 - 16:44 Uhr

Die KM hat einen Titel gegen ihn. Er hat immer nur gesagt, daß er nicht zahlen kann. Was sicher auch oft stimmte.
Er war lange alleinerziehend, die Mutter seiner bei ihm lebenden Kinder ist damals einfach abgehaun und hat ihn mit den Kindern sitzen lasse.n Die Kleinen waren damals zwischen 1 und 3 Jahren. Die Kinder hatten totale Verlustängste, von wegen, wenn wir nicht aufpassen ist Papa auch noch weg. Er hatte dann Minijobs von denen er den UH nicht leisten konnte.
Die Pfändung kam jetzt schon unerwartet, weil ich letzte Woche noch mit der Dame vom JA gesprochen habe. Wir haben erst letzten Monat geheiratet und ich habe dem JA mitgeteilt, daß sich die LStKl meines Mannes geändert hat. Dachte jetzt wo wir verh sind, kann ich das mal in die Hand nehmen, damit sich nicht noch mehr an Rückstände anhäuft. Es wurde nichts von einer bevorstehenden Pfändung gesagt, wir haben nur einen neuen Lohnbescheid zugeschickt bekommen, den der AG ausfüllen soll.

Beitrag von sockeline 10.09.08 - 16:55 Uhr

Das die KM einen Titel gegen ihn hat muss er doch gewusst haben, oder?
Ein Titel bewirkt, daß, sobald er leistungsfähig ist, gepfändet wird.
Zeiten, in denen er objektiv nicht zahlen konnte spielen keine Rolle. Unterhalt ist eine Pflichtzahlung.

War ihm nicht klar was ein Titel bedeutet?
Könnt ihr noch mit der KM reden?

Beitrag von marie-engelchen 10.09.08 - 17:09 Uhr

Ich denke es war ihm egal was da für ein Rattenschwanz auf ihn zukommt.
Er sollte wohl besser nicht zur KM gehen. Vor 3 Jahren hat die Mutter es zugelassen, dass wir zu ihr kommen, damit die beiden sich beschnuppern können. Es war ganz entspannt und der Kontakt blieb einige Zeit bestehen, aber dann hat mein Mann die Termine abgesagt. Ich versteh das auch nicht, er war damals so nervös und hat sich so gefreut und war stolz wie oskar das der Kleine auch Fußball spielt. Die KM fand es natürlich unterste Schublade (hab sie nochmal alleine getroffen) und der Sohn hat nach alledem auch in der Schule abgebaut. Ich hab ihr gesagt das mir das leid tut und auch das sie nicht denken soll das ich den Kontakt nicht möchte.

Beitrag von sockeline 10.09.08 - 17:22 Uhr

Wenn ihr keinen Kontakt habt, dann ist die Kiste etwas verfahren.
Und so wie es sich liest (kein Unterhalt, kein Kontakt, dann Kontakt, aber wieder einschlafen lassen..) da kann eine Mutter verdammt allergisch reagieren. Sie hat ihn jetzt ein bißchen in der Hand.

So hätte er die KM dazu bewegen können, die Pfädung zunächst auszusetzen und mit ihr individuell zu vereinbaren, wieviel er im Monat zahlt, also Unterhalt + "Schuldenabbau".
Schau doch mal ob unter dem Pfändungsbescheid eine Widerspruchsbelehrung ist!

Beitrag von marie-engelchen 10.09.08 - 16:56 Uhr

Hab noch was vergessen. Mein Mann hat einen Titel gegen die KM der ehelichen Kinder, aber sie findet keine Arbeit und wenn man neu heiratet hat man keinen Anspruch auf Unterhaltsvorschuß.

Beitrag von carrie23 10.09.08 - 23:18 Uhr

Nun wenn man bedenkt das du ja auch arbeiten gehen kannst ist doch für euren Unterhalt gesorgt.
Hätte er nicht, aus Trotz#klatsch, nicht bezahlt hättet ihr das Problem jetzt nicht.
Ist ihm klar das er mit seiner Weigerung zu zahlen in erster Linie seinem Sohn geschadet hat und nicht der Mutter?

Geh arbeiten.

Beitrag von kaltesherz0907 10.09.08 - 16:29 Uhr

also wegen dem Pfänden willl ich mal nix sagen: da kenn ich mich nicht aus.


aber man kann doch nicht immer als Vater den Kopf ind en Sand stecken, da skapier ich nicht.

mein Vater hat ein uneheliches kind., und hat etliche schulden abgezahlt, und zwar im Vorhinein, also ich weiß nicht wie man da snennt, aber so, dass das kind keine Erb.-Rechte mehr hatte.

man weiß doch, man hat ein Kind und man muss da für zahlen, irgendwann doch eh. Dass man das dann so alles wegschiebt und noch mehr undmehr Kinder gezeugt verstehe ich nicht ( nix auf die Kinder, NATÜRLICH sollen sie alle auf die welt kommen) aber doch nicht etliche Jahre auf Grund von Eltenr die nicht zahlen können ?

seh ich das falsch?

Beitrag von -verena- 10.09.08 - 17:00 Uhr

Und woher wisst ihr dass das monatliche bereinigte Nettoeinkommen richtig ausgerechnet ist? wart ihr beim Anwalt? Wenn nicht würd ich mal hingehen und alles berechnen lassen. Wenn er noch drei Kinder im Haushalt hat ist er für die natürlich auch unterhaltsverpflichtet und das wird angerechnet...
ich würde einfach mal von einem Fachanwalt für Familienrecht nachrechnen lassen.
LG V.

Beitrag von sockeline 10.09.08 - 17:03 Uhr

mit dem Anwalt das würde ich lassen. Er kann auch so Widerspruch einlegen, und die Daten werden noch mal geprüft.

Beitrag von -verena- 13.09.08 - 17:25 Uhr

#gruebelWieso soll man das lassen? Und seit wann kann man gegen einen bestehenden Titel "Widerspruch" einlegen? Und wer prüft das dann?? Das Gericht jedenfalls nicht. Das muss schon ein Anwalt machen.
Man könnte das ganze evtl. mit einem Beratungshilfeschein machen lassen wenn man den Anwalt nicht bezahlen kann...

Beitrag von manavgat 10.09.08 - 17:23 Uhr

Ihr geht da komplett falsch ran.

Wendet Euch an eine Anwältin die Euch berät und ausrechnet ob und was zu zahlen ist.

Ältere Rechte ist Quatsch.

Alle Kinder zählen gleich. Heißt: alles was über dem Selbtbehalt drüber ist wird auf die Kinder zu gleichen Teilen verteilt. Auch die Kinder die bei Euch leben zählen also mit.

Gruß

Manavgat

Beitrag von cimmy 10.09.08 - 20:23 Uhr

Hallo,

Geht sofort zu einem Anwalt für Familienrecht !!!

Ich fände auch gerade gegen meinen Ex-mann. Ihm bleibt der Selbstbehalt und der Unterhalt, den er zahlen müsste. Nur den Restbetrag kann ich pfänden lassen.

Die neue Unterhalts-Tabelle ist auf 2 Kinder ausgelegt, dass heißt, das jedes weitere Kind den Unterhalt herunterstuft.

Wenn sie einen Titel gegen deinen Mann hat, könnt ihr rückwirkend wenig machen. Dann muss sofort eine Abänderungsklage eingereicht werden.

Das neue Unterhaltsrecht ist etwas kompliziert, also sofort einen Termin beim Anwalt machen. Meine Erfahrung ist, das Jugendämter sich damit auch nicht so gut auskennen und oft falsche Auskunft geben.

Ihr müßt bedenken: Unterhaltsschulden sind Lebensschulden. Sie verjähren nicht.

LG cimmy

Beitrag von cimmy 10.09.08 - 20:38 Uhr

möchte noch kurz ergänzen....

Euch muss klar sein, dass das Kind unter Umständen Sonderbedarf von seinem Vater verlangen kann.

Da er mehrere Kinder hat, wird er vermutlich weniger als normal zahlen müssen.

Beispiel: Fällt bei dem Kind kurzfristig eine Klassenfahrt an, die die Kosten des laufenden Unterhalts übersteigt, kann das Kind verlangen, dass der Vater sich an den Kosten beteiligt.

google mal Sonderbedarf Unterhalt. Bedingungen sind im Algemeinen: kurzfristig und höhere Kosten.

Sollten noch Kredite bestehen, die dein Mann mit der Frau aufgenommen hat, können sie mit dem Einkommen verrechnet werden. Auch kann die Entfernung zum Kind, bei regelmäßigen Kontakt, angerechnet werden.

Also ab zum Fachanwalt, die kennen sich am Besten aus.

LG cimmy