Bleiben und Hausfrau oder gehen und arbeiten / 2 kleine Kinder

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:03 Uhr

Hallo,
erst mal sorry, daß ich in schwarz schreibe. Aber ich weiß, daß jemand aus meinem Bekanntenkreis auch bei urbia ist und ich möchte nicht, daß nachher die Sache gleich überall rum ist...
Also, ich habe zwei kleine Kinder (2,5 und 1/2 Jahr).
Ich bin hierher zu meinem Freund gezogen, 350 km von meinem früheren Wohnort und Arbeitsplatz entfernt. Hier ist es sehr ländlich und es ist extrem unwahrscheinlich, daß ich in meinem Beruf hier je einen ordentlichen Job finden kann. Zumal auch die Betriebe alle selber ausbilden und von außen sowieso kaum jemand eingestellt wird. Hinzu kommt, daß mein alter Job (er ist ja nicht weg, ich bin eben "nur" in der Elternzeit) wirklich von den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung recht gut war.
Den ganzen Tag immer nur Kinder hüten, kochen, putzen, waschen bügeln, das reicht mir einfach nicht. Das soll jetzt nicht heißen, daß ich hier gerade unterfordert wäre, das sicher nicht, zu tun habe ich genug. Nur empfinde ich diese elende Hausarbeit (ich hätte früher nie geglaubt, daß ich das so empfinden würde) einfach nur als nervtötend. Und irgendwie ist es auch was, was so überhaupt keine Anerkennung hat. Man tut und macht den ganzen Tag, hinterher hat man kein Geld auf dem Konto, keine Rentenansprüche, also irgendwie ständig nur Arbeit für lau. :-[
Mein Freund versteht das nicht wirklich. Er sagt nur, wenn man Kinder hat, dann ist das eben so. Und da muß man sich als Frau eben entscheiden. Aus meiner Sicht macht er es sich da recht einfach finde ich. Er mußte ja auch nichts aufgeben, ich bin diejenige, die das muß.
Letztendlich würde es schon darauf hinauslaufen, daß ich erst mal "nur" Hausfrau wäre, wenn ich hier wohne.
Und diese Vorstellung macht mich langsam wirklich völlig verrückt.:-[
Ich bin schon so weit, daß ich mir in meinem alten Wohnort Wohnungen im Internet angeguckt habe. Und ständig daran denke, wie es wohl wäre, wieder in meinem Job zu arbeiten. Aber es sind schließlich auch zwei kleine Kinder da....
Ich liebe meinem Freund. Aber ich weiß einfach nicht, ob ich das alles hier auf lange Sicht aushalten würde, ob die Liebe dafür reicht, daß ich alles aufgebe.
Hat jemand schon mal vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden? Eben bin ich wirklich nur total ratlos.
LG
#hasi

Beitrag von lisasimone1989 10.09.08 - 16:05 Uhr

Besteht die Möglichkeit, dass er mit zu dir zieht?

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:08 Uhr

Nein, er ist hier selbständig und mit dem Betrieb kann er hier nicht weg.

Beitrag von agostea 10.09.08 - 16:07 Uhr

Wäre es denn eine Option für dich, wenn du erstmal so lange zu Hause bleibst, bis dein Kleinstes drei ist und du dann wenigstens für halbe Tage wieder einsteigst?

Im übrigern kann ich dich verstehen. Für mich wäre Allround - Hausfrau auch nix.

Gruss
agostea

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:14 Uhr

Grundsätzlich schon.
Was ich halt so furchtbar finde, ist der Gedanke daran, daß es eben hier kaum möglich sein wird, einen ordentlichen Job zu finden (total flaches,plattes Land und etliche Kilometer von der nächsten Stadt entfernt und die ist dann auch eher ein kleines Örtchen).
Und spätestens in drei Jahren werde ich vor dieser Entscheidung stehen, ob ich den jetzigen Job kündige. :-(

Beitrag von agostea 10.09.08 - 16:19 Uhr

Naja...aber das muss dir doch vorher schon klar gewesen sein, das die Jobsituation in seiner Heimat schwierig ist, oder?

Ich würde auf jeden Fall nicht zurückziehen.

Bleib drei Jahre daheim und dann suchst du dir was. Bäckerei, Supermarkt - egal. Letztlich gewhts darum, das du raus kommst aus dem Hausfrauen - Einerlei.

Alles andere ergibt sich von selbst.

Vergiss nicht: Du hast zwei Kids. Ist anstrengend genug.

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:25 Uhr

Ja klar, unbekannt war mir das nie.
Aber es ist schon so, daß man sich das anfangs, wenn man wirklich noch ganz frisch verliebt ist, alles einfacher denkt als es dann letztendlich ist.

Beitrag von agostea 10.09.08 - 16:27 Uhr

Einfach ist nie was. Das Leben ist voller Herausforderungen. Aber du hast einmal diese Entscheidung getroffen und bevor es richtig anfängt, willst du kneifen.

Das halte ich nicht für den richtigen Weg....

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:29 Uhr

Ja, Du hast sicher nicht ganz unrecht.
Nur sind diese Gedanken eben einfach da. Und ich bekomm die nicht einfach so abgeschaltet.

Beitrag von agostea 10.09.08 - 16:38 Uhr

Warum lässt du es nicht auf dich zukommen? Entspann dich und hab Spass an deinen Kids.

Du wirst Arbeit finden, dann ist deine Zeit beschnitten und dein Leben wird bestimmt von Hetze, Organisation und spagat Job/Kids/Haushalt/Mann.

Geniess es doch jetzt erstmal so wie es ist. Mensch. ;-)

Beitrag von silkstockings 10.09.08 - 16:08 Uhr

Was hast du nach der Geburt des ersten Kindes gemacht? Sofort wieder gearbeitet?

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:11 Uhr

Da war ich auch schon zu Hause. Aber da standen Dinge wie Umzug, etc. an. Da ist mir das noch nicht so bewußt gewesen. Und die große war auch ein recht schwieriges Baby, so das mich das so im ersten jahr zu Hause alles nicht so richtig bewußt wurde.

Beitrag von silkstockings 10.09.08 - 16:13 Uhr

Wenn du jetzt zurück ziehst, muss du erst einmal eine Betreuung für die Kinder finden und dann bist du alleine. Und ich sag dir, dass ist Streß.

Kannst du nicht, wenn die Kinder etwas größer sind, irgendwas anderes beruflich machen? Dort?

Nur Hausfrau ist grausam öde, würde ich auch nicht wollen.

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:20 Uhr

Es ist ja nicht so, daß ich jetzt sofort hier wegziehen will. Aber dieser Gedanke ist eben einfach immer wieder mal da, darum halt auch das gucken im Netzt nach Wohnungen.
Hier gibt es irgendwie nur Landwirtschaft und ein paar Einkaufsläden, viel mehr ist echt nicht.
Ach man. :-(
Ich bin halt irgendiee auch immer so ein Sicherheitsfanatiker, will immer als -zumindest gedanklich- geregelt haben. Und was die Arbeitssituation angeht, ist hier auf absehbarer Ziet halt irgendwie nix geregelt...

Beitrag von silkstockings 10.09.08 - 16:34 Uhr

Wenn du gehst, ist es noch unsicherer.

Sind Kinder beide von ihm?

Beitrag von xyz74 10.09.08 - 16:14 Uhr

Mein Freund versteht das nicht wirklich. Er sagt nur, wenn man Kinder hat, dann ist das eben so. Und da muß man sich als Frau eben entscheiden. Aus meiner Sicht macht er es sich da recht einfach finde ich.

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1. Ja macht er!

2. Mach ihn darauf, Aufmerksam, falls es mit euch schief geht (was niemand hoffen will) MUSS er mächtig Unterhalt bezahlen, weil Du nicht für Dich selber sorgen kannst... Das vergessen die Jungs nämlich gern in guten Zeiten ;-)

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:23 Uhr

Da er selbständig ist, würde ich mal davon ausgehen, daß er es hinbekommen würde, wenig bis nichst zu bezahlen.
Soweit ist es ja zum Glück auch nicht.
Aber mein Frust ist eben echt heftig.

Beitrag von agostea 10.09.08 - 16:25 Uhr

Echt - das würdest du ihm unterstellen wollen, das er die Bilanzen fälscht, um sich um den Unterhalt zu drücken?


Heftig.

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:27 Uhr

Nein, so habe ich das nicht gemeint, war wohl falsch ausgedrückt,
Ich meine, wenn man wirklich mit jemandem richtig in Zank und Streit auseinandergeht, ist sowas nie gänzlich ausgeschlossen, liest man leider oft genug.

Beitrag von agostea 10.09.08 - 16:29 Uhr

Trotzdem heftig, sowas zu vermuten.

Aber ich geb dir schon recht. Grad Selbständige haben da Möglichkeiten.

Aber dazu gehört auch eine beknackte Einstellung....und die willst du deinem Partner doch nicht unterstellen? ;-)

Beitrag von schwarzblack 10.09.08 - 16:32 Uhr

Nee. ;-)

Beitrag von maxilina 10.09.08 - 16:54 Uhr

Man tut und macht den ganzen Tag, hinterher hat man kein Geld auf dem Konto, keine Rentenansprüche, also irgendwie ständig nur Arbeit für lau.



also, ich hab das gestern erst von meiner Schwägerin erfahren, daß für jedes Kind 3 Erziehungsjahre auf die Rente angerechnet werden, dann sind bei dir quasi 6 Jahre. Genau bin ich jetzt nicht selber darüber schlau, aber da sie heute Termin im Rathaus hatte, werde ich bald mehr erfahren. Also erkundige die bei den Behörden, dann ist es wenigstens ein kleiner Trost.

Beitrag von xyz74 10.09.08 - 16:58 Uhr

Das es Dich frustriert kann ich gut verstehen.

Es spricht auch garantiert nichts dagegen rechtzeitig zu recherchieren, wie IHR beide euch weiterentwickeln könnt.

Denn wenn es DIR chronisch schlecht geht, leidet nun mal langfristig die Beziehung.

Ich hab das selber erlebt.
Hab wg Freund im Job immer zurückgesteckt.
HAb darauf verzichtet meinen Traumjob auszuüben, weil es in der Region auch nichts gab.
Wurde immer unglücklicher und letztendlich hab ich mich getrennt, weil ICH einfach nicht mehr ICH war.
Für ihn war ich damals total egoistisch... Aber nun ja...
Will das jetzt auch nicht ausufern lassen, in Errinnrungen zu schwelgen...

Schau auf jeden Fall, was Du für DICH bzw. für EUCH tun kannst.

Männer sind am Besten mit handfesten ARguementen zu überzeugen.
Wenn er selbstständig ist, kann er sicher auch wo anders arbeiten.
Am Besten checkst Du mal die beide Regionen ab und schaust nach Möglichkeiten für euch beide.
Ich weiß nicht in welcher Branche Du bist.
Käme für dich als Alternative Selbstständigkeit in Frage?


Schau mal ob Du hier vielleicht Anregungen für Dich findest:

http://www.emotion.de/verstehen/index.html

Beitrag von schwarzblack 11.09.08 - 08:32 Uhr

#danke

Beitrag von angelaangela 11.09.08 - 14:43 Uhr

ich seh das so: Beide Möglichkeiten sind ein Testfeld für die Haltbarkeit eurer Liebe. Da würde ICH ehrlich gesagt die wählen, die mir größere Zufriedenheit und mehr Handlungsspielraum beschert. Also arbeiten! Egal was der Herr sagt, der halt noch ein paar Jahrzehnte hintendran ist von seiner Haltung her.

Grüße aa

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