Hausfinanzierung - ein Partner negative Schufa?!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von awachen78 10.09.08 - 16:58 Uhr

Ihr müsst mir mal bei einem Thema helfen, das mir seit dem Wochenende nicht mehr aus dem Kopf geht.

Eine gute Freundin von mir und ihr Mann wollen ganz zu uns in die Nähe ziehen (juhuuuuuuuuuu) und dort Eigentum erwerben.

Jetzt ist es so, dass Sie sehr gut verdient, ist Führungskraft in einem Mittelständischen Unternehmen, hat eine einwandfreie Schufa, div. Sparverträge und Versicherungen, alles was man so für ne Finanzierung gebrauchen kann. Er ist Angestellter - momentan arbeitssuchend.

Sie kann wohl mit ihrem Einkommen den Kredit alleine finanzieren, muss und möchte sie auch da (und jetzt wirds kniffelig) er vor Ihrer Ehe einige Schulden gemacht hat, kleine Kredite hat platzen lassen, Sachen gekauft die er nicht bezahlt hat etc. und das ziert jetzt seine Schufa unschön. Einige Dinge sind bereits beglichen, andere noch offen. Daher ist er sowohl wg. fehlendem Einkommen, also auch wg. seiner unschönen Schufa (auch wenn der letzte frische Eintrag wohl einige Jahre her ist) kein Kandidat für einen Kredit.

Jetzt haben die beiden uns am WE gefragt wie das bei uns war/ist (kaufen auch gerade ein Haus), ob zwingend beide Ehepartner die Genehmigung zur Schufaeinsicht unterschreiben müssen, auch wenn sowohl Kredit- als auch Kaufvertrag nur von Ihr aufgenommen werden.

Da bei uns der Fall anders aussieht und wir unseren Termin bei der Bank auch erst nächste Woche haben, konnten wir nur spekulieren, nicht aber helfen...

Trotzdem geht es mir nicht aus dem Kopf, ich gönne es ihr so. Ihr Mann hatte halt früher Pech und war vielleicht etwas unbedarft, wenn die Konsequenz jetzt wäre, dass ihre Kreditbewilligung deswegen scheitert, das wäre irgendwie ungerecht...

Zumal wir dann 50 km weniger Fahrtweg zwischen uns hätten ;-)

Kann mir/uns einer hier weiterhelfen? Hab versucht darüber zu googeln (haben die beiden natürlich auch schon, aber ich hatte gehofft noch was anderes zu finden), bin dadurch aber auch nicht schlauer geworden :-p

Tausend Dank

Anita

Beitrag von drachenengel 10.09.08 - 17:03 Uhr

Hallo Anita,

wenn sie allein den Kredit nimmt, das Haus kauft etc... so ist er meines Wissens nach komplett aussen vor...

nur, wenn er für den Kredit doch mitunterschreibt, ihm irgendwie was vom Haus dann gehört (Grundbuch) könnte es knifflig werden.

Wenn mein Mann ein Haus kaufen würde, welches nur auf ihn geschrieben werden sollte... was ginge dann die Bank meine Schufa an??

LG Mone

Beitrag von awachen78 10.09.08 - 17:07 Uhr

Denk ich eigentlich auch - nur stand wohl auf dem Schufa-Papier "Unterschrift Ehepartner" und sie (und wir) waren uns ab dann einfach unschlüssig ob generell unterschrieben muss oder nicht.

Bei dieser ganzen Baufinanzierungsgeschichte sollt eh mal ein Handbuch für Nicht-Notare und Bänker her, versteht doch kein Mensch das ganze Kauderwelsch ;-)

Beitrag von drachenengel 10.09.08 - 17:09 Uhr

hmm also ich hatte mal eine Finanzierung mit meinem Ex... diese war damals schon zu verstehen...

Ihr Mann muss nur mit unterschreiben, wenn er mit als Kreditnehmer gilt. Es kann sein, je nach Finanzierungsart, dass die Bank einen zweiten Kreditnehmer haben will oder ablehnt, wenn man die statistischen Lebenshaltungskosten berücksichtigt..

Beitrag von awachen78 10.09.08 - 17:19 Uhr

Hallo Drachenengel,

da hab ich mich vielleicht misslich ausgedrückt, wir unterschreiben auch nicht auf gut Glück und verstehen nix von alledem...

Jedoch haben wir jetzt schon des öfteren festgestellt, dass selbst Menschen vom Fach einen Kaufvertrag dermaßen unterschiedlich deuten können, dass einem echt die Ohren schlackern...

Hatten unseren Kaufvertrag von einem Anwalt prüfen lassen, der uns einige "große Ausrufezeichen" an div. Paragraphen machte und meinte, die wären äußerst kritisch. Als sie der Notar auf unsere Bitte hin nochmals erläuterte, waren es völlig logische Dinge - oft sogar zu unseren Gunsten anstatt unseren Ungunsten (wie angenommen)...

Sowas meinte ich.

Und Danke für Deine Antwort - wir waren uns halt nicht sicher, ob es bei Eheaaren irgendeine Sonderregelung a la "mitgefangen, mitgehangen" gibt oder so...

Beitrag von biene81 10.09.08 - 17:09 Uhr

Ich denke wie Drachenengel (Tadaaaaaa!).
Wenn sie den Kredit alleine aufnimmt hat das mit ihm nix zu tun. Rein gar nichts.

LG

Biene

Beitrag von nick71 10.09.08 - 19:54 Uhr

Die Frage ist, ob die Bank sich darauf einlässt, dass sie das Darlehen alleine aufnimmt...ich kenne es eigentlich nur MIT Unterschrift des Ehegatten.

Beitrag von laralein123 10.09.08 - 20:46 Uhr

Nein das denke ich wird die Bank nicht machen. Normal unterschreiben immer beide Ehepartner so etwas.
Desto mehr Kreditnehmer desto besser.
Wenn man verheiratet ist haftet man in der Regel eh gesamtschuldnerisch.

Beitrag von demy 11.09.08 - 08:11 Uhr

Hallo,
du unterliegst da einem Irrtum.
Eine Ehe heißt nicht das der eine für die Schulden des anderen haftet.
Wenn nur ein Ehepartner einen Kredit aufnimmt, dann hat der andere Ehepartner damit rechtlich rein gar nichts zu tun.
Weder können sich die Gläubiger an den anderen Ehepartner wenden, noch können sie vom ihm irgendetwas pfänden oder so.

Gesamtschuldnerisch haftet man nur, wenn man dieses vertraglich vereinbart, also beide einen Kredit unterschreiben.
Dafür muss man aber nicht verheiratet sein, das geht sogar unter völlig unbekannten Partnern.


Gruß
Demy

Beitrag von bezzi 11.09.08 - 10:42 Uhr

"Nein das denke ich wird die Bank nicht machen. Normal unterschreiben immer beide Ehepartner so etwas. "

Ich habe das Haus alleine gekauft und den Kredit alleine unterschrieben. Meine Frau ist finanztechnisch völlig außen vor.
Es gibt sogar Gerichtsentscheidungen, die es als sittenwidrig ansehen, wenn ein Ehepartner ohne eigenes Einkommen einen Hauskredit mit unterschreiben soll.

"Wenn man verheiratet ist haftet man in der Regel eh gesamtschuldnerisch."

Nein, tut man nicht. Selten so einen Blödsinn gelesen.
Bitte ERST informieren, DANN schreiben !

Danke



Beitrag von joy1975 11.09.08 - 10:17 Uhr

Also wir wollen auch ein Haus kaufen und für uns ist jetzt schon total klar, daß das Haus allein auf mich läuft, genau wie der Kredit.
Nicht, weil mein Mann kein Geld oder eine schlechte Schufa hätte, aber ich will mir für den Fall einer Trennung einfach kein Haus "teilen". Ich will das Haus definitiv behalten und werde es auch selber zu Ende zahlen. Uns so etwas trennt sich leichter, wenn man es vorzug getrennt handhabt.
Die Bank hat damit gar kein Problem. So lange eine Person genug Eigenkapital, Einkommen, gute Schufa etc. hat, ist das kein Thema.

Beitrag von linda00078 11.09.08 - 12:12 Uhr

Hallo,

ich habe 2005 eine Eigentumswohnung als alleiniger Eigentümer gekauft. Um meinen Mann aus der Finanzierung herauszuhalten, hat die Bank auf einen Ehevertrag bestanden. Danach hat alles reibungslos geklappt.
Der Ehevertrag hat 250 Euro gekostet. Und war im Nachhinein betrachtet wirklich eine sehr gute Entscheidung.

LG
Linda