Habe ich zu hohe Erwartungen an die Oma - Was würdet ihr machen?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von cornichon 11.09.08 - 10:50 Uhr

Hallo,

erstmal zur Vorgeschichte,
Mein Vater hatte nach dem Tod meiner Mutter viele Jahre eine neue Lebensgefährtin. Diese hatte auch eigene Kinder und demzufolge auch leibliche Enkel.
Wir haben uns aber sehr gut verstanden und ich habe diese Frau sehr geschätzt. Sie hat auch immer betont, das sie zwischen ihren leiblichen Enkeln und meinen Kindern (also den Nichtleiblichen Enkeln) keine Unterschiede macht. Die Kinder haben sich auch alle gut verstanden. Soweit war alles bestens.
Leider haben sie und mein Vater sich vor ca. 2 Jahren getrennt. Ursachen und Gründe gehen mich nix an und es spielt hier auch keine Rolle.
Wir beschlossen, weiterhin ein freundschaftliches Verhältniss zu bewahren, schon wegen meiner Kinder, für die sie ja die Oma ist.
Meine Kinder wurden ja erst geboren, als sie schon mit meinem Vater zusammen war, die kennen nur sie als Oma, auch wenn sie wissen, das sie nicht die leibliche ist.
Ich hätte es sehr schade gefunden, wenn wegen der Trennung auf einmal die Oma weg ist, denn die Kinder können ja nix dafür. Im übrigen war dies auch ihr Gedanke. Sie wollte auch weiterhin den Kontakt zu meinen Kindern aufrecht erhalten.
Anfangs ging das auch noch, aber vor ca. einem Jahr änderte sich dies.
Meine Große hatte Geburtstag und die Oma kam nicht, obwohl sie wie sonst auch selbstverständlich eingeladen war. Spät am Abend meldete sie sich und sagte sie hätte ihren jüngsten Enkel unerwartet zur Betreuung bekommen und hätte deshalb nicht kommen können. Als ich sagte, den hätte sie doch mitbringen können, meinte sie , das habe sie nicht gewusst und nun sei es ja schon so spät.

Bald darauf begann die Weihnachtszeit und damit die Planung der Feiertage. Da wir wussten, das sie am Heiligen Abend natürlich auch bei ihren Kindern sein möchte, haben wir sie für den 1. Feiertag zum Essen eingeladen. Erst sagte sie, sie müsse mal sehen, wisse noch nicht, wie ihre Kinder die Weihnachtsfeiertage geplant hätten, soweit ja verständlich. Als ich später nochmal nachfragte, sagte sie, sie sei schon bei den Eltern ihrer Schwiegertochter zum Essen eingeladen und wisse noch nicht so recht wie sie sich entscheiden solle#kratz
Hab dann ein paar Tage später nochmal nachgefragt, da wir ja im Restaurant bestellen wollten, da meinte sie, sie käme nicht, weil sie zu den Eltern ihrer Schwiegertochter gehen möchte....
Ist ja schön, wenn sie sich mit denen so gut versteht, aber das wäre die einzige Möglichkeit gewesen, das sie ihre Enkel zu Weihnachten mal sieht, zumal das "Essengehen" am 1. Feiertag bei uns ja schon Tradition war und sie sonst immer mit dabei gewesen ist. Da war ich schon traurig und auch sauer, vor allem wegen der Kinder...

Ich meine ich kann schon nachvollziehen, das man irgendwie schon Unterschiede macht zwischen leiblichen und nicht leiblichen Enkeln, auch wenn man das vielleicht nicht will.
Aber meine Kinder können das doch nicht verstehen und die tun mir leid. wenn sie sich dann so zurückgesetzt fühlen müssen.
An diesem Punkt habe ich schon daran gedacht, die Beziehung im Sande verlaufen zu lassen, obwohl ich es sehr schade fand.
Tatsächlich war dann eine Zeit lang Funkstille, bis sie sich plötzlich meldete und meine Kinder auf ein WE zu sich einlud. Ihre Enkel wollten auch kommen und da könnten sie ja zusammen spielen. Ich hab mich gefreut und gedacht, es renkt sich wieder ein....
Etwas später waren meine Kinder nochmal dort, aber auch nur weil sie auch ihre eigenen Enkel betreuen sollte. Für sich allein hatten sie die Oma schon lange nicht mehr. Aber das wäre nun auch nicht so schlimm.

SO, und nun hatte meine Jüngste in diesem Jahr Schulanfang, den wir natürlich groß gefeiert haben. Die Oma war auch eingeladen, das war schon lange vorher besprochen.
Hatte dann noch kurzfristig ne schriftliche Einladung verteilt, nur pro Forma, den alle waren ja vorher schon mündlich eingeladen worden. Da sagte sie doch tatsächlich, hätte sie jetzt keine schriftliche Einladung bekommen, wäre sie nicht gekommen:-[
Dabei hatte wir doch immer wieder über den Schulanfang und die Einladung gesprochen. Naja egal, sie wollte nun jedenfalls kommen zum Schulanfang.
An dem entsprechenden Tag (WE) meldete sie sich erst gegen Abend und, meinte sie könne nun doch nicht kommen, denn ihr Sohn + die eine Enkelin wären an diesem WE überaschend zu Besuch gekommen und da diese mittlerweile weiter weg wohnen, würde sie ihre Enkel (die leiblichen, wohlgemerkt) ja künftig seltener sehen und deshalb geht es nicht.
Muss dazu sagen, das sie nicht allzu entfernt wohnt und durchaus wenigsten zum Kaffetrinken mal hätte kommen können. Und wenn sie die Enkel mitgebracht hätte, wäre es für mich auch i.O. gewesen.
Aber so kommt es mir vor, als suche sie immer einen Grund, nicht zu kommen, v.a. bei Feiern, vielleicht weil sie den Kinder dann was schenken "muss".
An der Anwesenheit meines Vaters liegt es ganz sicher nicht, denn sie haben ein vernünftiges Verhältniss zueinander seit der Trennung und es gibt auch keinen Streit.

Jetzt überlege ich ernsthaft, den Kontakt abzubrechen.
Möchte nochmals betonen, mir geht es hier nicht um mich oder das ich eifersüchtig auf die anderen Enkel wäre, die immer bevorzugt werden.
Ich will einfach nicht, das meine Kinder immer wieder enttäuscht werden und sich als Enkel 2. Klasse fühlen, v.a. wenn sie von den anderen Enkeln erfahren, was diese zum Geburtstag und so bekommen haben und sie selber kriegen ja nix, weil die Oma gar nicht erst kommt.
Wäre es dann nicht besser, die Beziehung zu beenden?

Sorry ist jetzt leider lang geworden, danke fürs Zuhören..
das musste jetzt echt mal raus...:-(

LG
cornichon

Beitrag von anyca 11.09.08 - 10:55 Uhr

Scheint so, daß sie kein Interesse mehr hat. Sie hat ja schließlich eigene Enkel, und die Enkel des Ex-Lebensgefährten sind nun mal nicht wirklich "ihre" Enkel.

Du mußt ja nicht radikal den Kontakt abbrechen, aber auf sie als "Oma" zählen solltet ihr wohl auch nicht mehr. Wenn sie sich mal meldet, prima, wenn nicht, dann eben nicht.

Beitrag von alpenbaby711 11.09.08 - 11:00 Uhr

Also wieso sie sich auf einmal so komisch verhält wenn ihr jahrelang miteinander gut wart kann ich mir auch nicht erklären. Ihre Art abzusagen finde ich auch seltsam. Vielleicht merkt sie jetzt doch richtig wer ihre "echten" Enkel sind und handelt auf einmal doch eher danach. Aber mal ehrlich fair fände ich es trotzdem nicht. Tatsache ist aber ich würde sie um ein offene Gespräch bitten und sie drauf ansprechen was los ist und du sonst mit dem Gedanken spielt den Kontakt abzubrechen wenn sie sich immer rausredet. Sie soll ehrlich zu dir sein. Mals chauen was rauskommt.
Ela

Beitrag von mel130180 11.09.08 - 11:07 Uhr

Ich kann Dir dazu nur knapp sagen, Blut ist dicker als Wasser! Ist eben so, auch wenn es für Deine Kinder wirklich schade ist.

LG
Mel

Beitrag von smr 11.09.08 - 11:25 Uhr

Hallo!
Für mich hört es sich eigentlich nicht so an, als hätte sie kein Interesse mehr. Sie hat doch immer begründet, wenn was nicht geklappt hat. Vielleicht kann sie sich nicht vorstellen, daß sie ihre leiblichen Enkel hätte mitbringen können oder so. Vielleicht solltest Du, bevor Du so etwas Krasses wie Kontaktabbruch durchziehst, noch einmal mit ihr darüber reden.
Vielleicht hat man sich auch ein wenig auseinander gelebt, denn sie lebt ja nun ein anderes Leben als das mit Deinem Vater, ich denke mal, da lockert sich der Kontakt zu Euch automatisch etwas.
Sprich sie einfach an und frage direkt. Sage ihr, welchen Eindruck Du hast.
LG
Sandra

Beitrag von cornichon 11.09.08 - 12:06 Uhr

Naja sagen tut sie schon, das sie Kontakt halten will, aber sie handelt eben nicht so.
Das sie die anderen Kinder immer mitbringen kann, weiß sie ja. Die kennen sich doch alle und sind auch gut befreundet.
Wir haben ja auch Familienfeiern zusammen gehabt und zu Weihnachten am ersten Feiertag sind wir alle zusammen, also mein Vater und sie, ihre Kinder+ Ehepartner und Enkel und wir + unsere Kinder zusammen Essen gegangen. Das hatte schon Tradition. Da waren wir sozusagen eine Familie.
Da kommen mir schon Zweifel, wenn sie jetzt solche Ausreden am Geburtstag bringt und zu Weihnachten lieber zu den Schwiegereltern ihres Sohnes geht.
Na mal sehen, werd noch mal mit ihr reden.

Beitrag von smr 11.09.08 - 15:12 Uhr

Würde ich auf alle Fälle tun. Zu "drastischeren" Maßnahmen kannst Du ja immer noch greifen, wenn Du meinst, daß es dann besser ist. Manchmal muß man manche Sachen eben nochmal aufs Tapet bringen und furchtbar direkt ansprechen.
LG
Sandra

Beitrag von muggles 11.09.08 - 11:26 Uhr

Deine Erwartungen sind zu hoch. Die Frau hat (jetzt) ein eigenes Leben, auch wenn sie Euch sicherlich mag.

Sie ist eben nicht die Oma Deiner Kinder, deshalb muss sie sich auch nicht so verhalten.

Ich finde auch, Du vergleichst viel zu sehr zwischen den "richtigen" Enkeln und Deinen Kindern.

Ich wuerde den Kontakt einfach auslaufen lassen.

Claudia

Beitrag von cornichon 11.09.08 - 11:51 Uhr

Du hast sicher recht, aber ich finde, dann sollte sie auch ehrlich sein und meine Kinder nicht dauernd hinhalten.

Im übrigen war sie es ja, die dauernd betont hat, das sie nieee einen Unterschied machen würde.
Noch zum Zeitpunkt der Trennung von meinem Vater hat sie rumgeheult, weil sie befürchtete, das sie den Kontakt zu meinem Kindern nun verlieren würde.
Sie war mit meinem Vater ca. 10 Jahre zusammen, in dieser Zeit wurden ihre Enkel geboren und auch meine Kinder.
Sie wurde sozusagen immer abwechselnd "Oma" und damals habe ich wirklich auch keine Unterschiede festgestellt.

Auch jetzt sagt sie noch, sie möchte den Kontakt aufrechterhalten und wir sollen uns doch auch öfter melden. (zugebenermaßen hat unsere Besuchshäufigkeit merklich nachgelassen nach den vorangegangenen "Klatschen")
Manchmal denke ich, sie weiß nicht was sie will, aber wenn sie Oma sein will, dann sollte sies auch richtig sein...

Beitrag von muggles 11.09.08 - 11:56 Uhr

Ich denke, sie weiss einfach nicht, wie sie reagieren soll, ohne Euch vor den Kopf zu stossen.

Ausserdem weisst Du ja auch nicht, inwiefern sie von ihren Kindern im Hinblick auf Euch "geimpft", sprich beinflusst wird. Sie scheint ja auch ganz schoen "eingespannt" zu werden.

Davon abgesehen, war die Trennung von Deinem vielleicht auch ganz schoen schmerzvoll fuer sie, und sie moechte - bei aller Sympathie fuer Euch - nicht staendig damit konfrontiert werden, wenn sie Euch sieht.

Ich wuerde - wenn es geht - die Oma-Erwartungen herunterschrauben und sie als eine gute, entfernte Bekannte betrachten.

Ich glaube nicht, dass Deine Kinder daran Schaden nehmen werden.

Claudia

Beitrag von entichen 11.09.08 - 19:33 Uhr

Hallo,

vielleicht ist es nicht nur mangelndes Interesse, sondern auch Einfluss von Seiten ihrer Kinder und Enkel. Oder sie fühlt sich nicht wohl bei den Familienfesten, wenn sie doch nicht mehr zur Familie gehört.

Es ist ja auch eine komische Situation.

Aber um Deinen Kindern die ewigen Ausreden zu ersparen, würde ich den Kontakt abbrechen.

Ich würde es ihr aber genau sagen, weshalb und dass Du eben nicht willst, dass Du und Deine Kinder weiter enttäuscht werden. Sonst bist Du nämlich nachher nämlich die Dumme, die ja ihre Kinder nicht hergibt.

LG