Ich kann nicht mehr...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 12:03 Uhr

Mein Freund und ich sind jetzt n halbes Jahr zusammen. Seit einigen Tagen war er merkwürdig. Nicht die ganze Zeit aber ab und an zwischendurch. Hab ihn dann gestern drauf angesprochen und er meinte dann, dass er im Moment etwas unzufrieden ist und er sich seiner Gefühle nicht mehr so sicher ist. Also er meinte, dass es bei uns perfekt zusammen passt und es auch super läuft und er mich auch noch liebt. Er weiß aber nicht ob es für eine Beziehung reicht. Es würde nicht an mir liegen sondern an ihm. Toller Satz!

Das Problem ist, dass wir schon seit Jahren befreundet waren. Sein weiteres Problem ist, dass Entscheidungen zu treffen gar nicht seine Stärke ist und er sich immer unsicher ist ob seine Entscheidung richtig ist. Das ist schon bei Kleinigkeiten so.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Mir gehts total mies. Er wollte jetzt mal ein paar Tage für sich zum denken haben. Gestern Abend kamen aber dann schon wieder SMS von ihm, dass es komisch ist alleine und er auch nicht weiß wo das auf einmal her kommt und die Zeit ihm schon helfen wird.

Ich verstehe es nicht. Wie kann man das alles sagen aber sich von jetzt auf gleich nicht mehr sicher sein, obwohl nichts vorgefallen ist? Ich halte es nicht mehr aus. Ich würde ihm gerne so viele Sachen sagen, aber ich möchte ihn auch nicht bedrängen. Ich bekomme einen Heulkrampf nach dem anderen und kann gar nicht mehr klar denken. Ich halte das nicht aus ohne ihn. Warum macht er sowas. Gestern schrieb er auch noch dass er nicht einschlafen könne. Warum macht er es uns so schwer?

Beitrag von -neugierig- 11.09.08 - 12:24 Uhr

Hallo,

wahrscheinlich ist es so, dass Du auf jeden Fall mehr liebst als er. Ich kann ihn verstehen, weil es mir auch schon so ging/geht und ich selbst kann nicht sagen, woher es rührt.

Es gibt keinen Streit, alles könnte schön sein und trotzdem vermisst man etwas, was man noch nicht mal beziffern kann.

Lass ihn doch wirklich ein wenig in Ruhe, damit er mal sehen kann, wie es sich ohne Dich anfühlt.

Du schreibst auch, Ihr seid erst ein halbes Jahr zusammen und scheint aber fast Eure komplette Freizeit miteinander zu verbringen. Kann es sein, dass ihn das erdrückt? Das die Bindung zu schnell zu eng wurde?

Alles Liebe für Dich.

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 12:31 Uhr

Ja, wir haben uns bis auf zwei Tage in der Woche immer gesehen. Kann sein dass ihn das zu sehr erdrückt hat. Er sagt ja dass es komisch ist alleine, aber komisch ist ja auch nicht der Ausdruck den man hören möchte. Viele Sachen sind komisch...
Aber genau das möchte ich ihm so gerne sagen. Das es mir lieber ist mehrere Tage auf ihn zu "verzichten" als ihn komplett herzugeben.
Wahrscheinlich liebe ich stärker als er. Wie ging es denn bei Dir aus? So wie es sich anhört, hast Du Dich damals getrennt...

Beitrag von -neugierig- 11.09.08 - 12:44 Uhr

Nein, ich habe mich nicht getrennt, die Situation ist immer noch in der Schwebe. Wir sehen uns jetzt nur noch so oft, wie ich bereit bin (hört sich jetzt gerade auch für mich ziemlich fies an :o(). Ich habe eine langjährige Ehe hinter mir und weiß immer noch nicht, ob ich meinem Freund und seinen Erwartungen gerecht werden kann.

Ich fühle mich nicht bereit, wieder eine ganz "feste" Partnerschaft einzugehen. Das heißt nicht, dass ich mich nach jemand anderem umschauen möchte, ich möchte nur nicht gleich wieder eheähnliche Verpflichtungen eingehen (Haushalt etc.).

Andererseits denke ich aber auch, dass ich nicht so empfinden würde, wäre es wirkliche Liebe von meiner Seite.

Auch ich fühle mich teilweise "erdrückt", obwohl wir uns schon nur an den Wochenende sehen und dann auch nicht immer Tag und Nacht, weil ich noch eine Tochter habe.

Wahrscheinlich muss ich hier selbst noch mal um Rat fragen, weil bei uns nun auch noch Stress mit seinen Eltern dazugekommen ist und ich den Eindruck habe, ich sollte jetzt doch den Schlußstrich ziehen.

Also, so ein toller Ratgeber bin ich nicht. Habe mich nur in der Rolle Deines Freundes sehr wiedergefunden.

Desto mehr mein Freund mich mit Liebe überschüttet, desto mehr gehe ich auf Distanz....

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 13:24 Uhr

Das ist bei ihm ähnlich. Er hat eine fast 9 jährige Beziehung hinter sich. Wir haben auch schon des öfteren übers zusammenziehen gesprochen. Er hat mal so und mal so geredet. Jetzt habe ich das Gefühl, dass das der Auslöser war und er einfach noch keine gemeinsame Wohnung möchte und sich nicht traut mir das zu sagen. Habe ihm das auch gestern geschrieben und meinte noch dass es mir lieber ist getrennte Wohnungen zu haben als ihn zu verlieren. Darauf kam von ihm dass er das wüßte und er auch weiß dass ich in allen Sachen kompromissbereit wäre.
In einer weiteren Nachricht stand, dass ihm die Zeit helfen wird. Das ist ja schön, aber mir geht es total beschissen. Auch wenn ich ihm die Zeit geben möchte, aber mit solchen Aussagen macht er mir wieder Hoffnungen. Ich habe einfach Angst dass es vorbei ist, weil wir zu schnell über das zusammenziehen gesprochen haben. Würde ihm das so gerne sagen. Hab das Gefühl dass ihm das vielleicht helfen würde. Ich weiß nicht was richtig und was falsch ist. Ich möchte ihn einfach nicht verlieren.

Beitrag von -neugierig- 11.09.08 - 13:31 Uhr

Ich kann ihn da wirklich verstehen. Im ersten Überschwang habe auch ich Pläne mit meinem Freund geschmiedet (Häuschen kaufen) und plötzlich bekam ich totalen Schiss, weil ich das doch alles schon mal hatte und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass ich das nicht noch mal mit jemand anderem erleben möchte...

Das ist schwer zu beschreiben, wo das herkommt, aber bei mir lagen nur 6 Monate zwischen Trennung und neuem Freund und vielleicht ist das einfach zu früh gewesen. Vielleicht muss man sich doch mehr Zeit nehmen, auch wenn man weiß, dass man mit der alten Geschichte "durch" ist. So viele Jahre lassen sich nicht so einfach abschreiben.

Gib ihm doch einfach die Zeit, für sich nachzudenken.

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 13:45 Uhr

Mir schwirren aber so viele Sachen im Kopf rum. Ich kann einfach nicht abschalten. Ich habe es ja verstanden, dass es dann doch alles etwas übereilt war, aber ich möchte auch das er das weiß. Dass ich es ihm richtig erklären kann und es ihm nur nicht über SMS mitteile.
Wie gesagt möchte ich ihm die Zeit ja auch geben, aber ich möchte auch wissen woran ich bin. Ob es wirklich noch Hoffnung gibt oder ob ich mich damit abfinden muss, dass es vorbei ist.
Mein Fehler ist, dass ich ziemlich ungeduldig bin und das ist jetzt mein Problem. Möchte wissen ob er mich vermisst, ob er schon ne Entscheidung getroffen hat, warum das plötzlich passiert ist.
Ich gehe mir damit schon selber auf die Nerven, aber ich kann es nicht abschalten. Es tut einfach nur weh

Beitrag von -neugierig- 11.09.08 - 14:06 Uhr

Wenn er doch aber die Zeit braucht, um nachzudenken, kann er doch noch nicht sagen ob es Hoffnung gibt, weil genau darüber muss er ja erst nachdenken.

Wenn Du wirklich der Meinung bist, Du hättest ihm noch einiges zu sagen, was noch nicht gesagt wurde, schreibe ihm EINE Mail, aber danach musst Du ihn wirklich erstmal in Ruhe lassen.

Nach Deinen letzten Zeilen kann ich mir gut vorstellen, dass er sich erdrückt und bedrängt fühlt - sorry.

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 14:12 Uhr

Ich kann es ja auch verstehen. Ich weiß dass es meine extreme Schwäche ist.
Ne Mail kann ich ihm leider nicht schreiben - er hat noch keinen Internetanschluss.
Ich muss mich auch grad zusammenreißen ihm nicht zu schreiben. Wie gesagt, ich möchte ihm die Zeit wirklich geben, wenn er sie braucht und die Entscheidung dadurch positiv wird.
Aber er kann doch wenigstens sagen wann wir uns wieder sehen. Meine letzten Urlaubstage hatte ich mir nunmal etwas anders vorgestellt und ich würde gerne wissen was Sache ist, bevor ich mich am Montag gar nicht mehr konzentrieren kann.

Beitrag von -neugierig- 11.09.08 - 14:19 Uhr

Geh shoppen, triff Dich mit Freundinnen und quatsche Dich dort aus, um Deinem Mitteilungsbedürfnis Herr zu werden.

Am Montag bist Du dann abgelenkt und es fällt Dir sicher leichter, damit umzugehen.

Er weiß doch noch gar nicht, wann er Dich wiedersehen möchte. Wenn Du ihm die Zeit geben möchtest, wie Du ja geschrieben hast, dann gib sie ihm auch und sei nicht so ungeduldig. Besser machst Du dadurch nämlich sicher nichts.

Beitrag von jules1971 11.09.08 - 12:24 Uhr

Hallo,

"Er weiß aber nicht ob es für eine Beziehung reicht. Es würde nicht an mir liegen sondern an ihm."
Wenn ICH ... Asche auf mein Haupt ... diese ausgelutschten, schwammingen Sätze gebracht habe, dann war das nur eine sehr höfliche Art und Weise, Schluß zu machen, weil ich den Gegenüber mochte und nicht unnötig verletzen wollte.
Inzwischen bin ich allerdings "groß" und ziehe es vor, Tacheles zu reden.

Gruß,
Julia

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 12:40 Uhr

Klar möchte er mich nicht verletzen, aber ich habe ihm gesagt, dass er mir bitte dann jetzt direkt sagen soll wenn es vorbei ist und mich nicht in einen Wartesaal schieben soll.
Ich hab das Gefühl dass ihm irgendwas nicht passt und er nicht genau weiß was es ist. Vielleicht auch der Gedanke ob es richtig war die Freundschaft für ne Partnerschaft aufzugeben und wahrscheinlich die Angst davor, dass - wenn er mir sagen würde dass es vorbei ist - es nach einigen Tagen bereut weil er nicht leicht Entscheidungen treffen kann bzw. sich unsicher ist ob die Entscheidungen richtig sind, die er trifft.

Beitrag von jules1971 11.09.08 - 12:44 Uhr

Hallo,

ich kann Dir nur sagen, was ICH machen würde ...
Ihn vergessen, solche Dinge passieren leider nun mal im Leben, und er kann sich eine andere suchen, mit der er so rumeiern kann.
ICH wäre mir zu schade, auf seine Entscheidung zu warten und lieber eine Entscheidung für mich treffen.

Gruß,
Julia

Beitrag von kenn-ich 11.09.08 - 12:29 Uhr

Meine ganz ehrliche Meinung ist, dass es sehr wohl einen Auslöser gegeben haben müßte.
Jemanden kennen gelernt oder irgendwas, was ihn an der derzeitigen Situation zweifeln lässt.
Aus heiterem Himmel kommen solche Überlegungen nicht.
Es sei denn ihn stört etwas an Dir und traut sich auch das seit Monaten nicht zu sagen.

Wenn er so entscheidungsunfähig ist, dann hat er nur keinen Mut Dir die Wahrheit zu sagen.
Und er hat vielleicht auch Angst, dass sich was ändert und er ganz allein dasteht... denn allein sein kann er ja auch nicht richtig.

Ich kann Deinen Freund sehr gut verstehen, denn ich bin genauso.

Ich will es immer allen recht machen, niemandem weh tun und flüchte mich meinem Partner gegenüber in Ausreden, nur um keinem weh zu tun.
Aber glücklich bin ich trotzdem nicht...

Ich persönliche quäle mich immer sehr mit der Zerissenheit...

Vielleicht hifts ein wenig!

#klee

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 12:36 Uhr

Genauso ist er auch. Er möchte es allen Recht machen. Kenn das auch, dass - wenn ich mit mir unzufrieden bin - auch mit der Partnerschaft unzufrieden war bzw. das alles daran ausgelassen habe.
Habe einfach wahnsinnige Angst davor, dass es vorbei ist.
Ich habe ihm ja gesagt, dass er es mir jetzt sagen kann, wenn jemand anders im Spiel ist oder ich irgendwas gemacht habe. Jetzt waren wir einmal im Gespräch und wenn er absolut keine Lust mehr hat, dann solle er es doch bitte sagen, weil ich dann wenigstens wüßte woran ich bin. Es wäre aber keine andere im Spiel und ich hätte auch nichs falsch gemacht. Würde am liebsten heute Abens zu ihm fahren und ihm mein Herz ausschütten. Wenn er mich nicht mehr will, dann brauch er doch auch keine Tage mehr zum überlegen.

Beitrag von joulins 11.09.08 - 12:49 Uhr

Der Schlüssel ist der Satz: "Es liegt nicht an dir sondern an mir."

Ich denke, er ist dabei, auszusteigen.

Bedränge ihn jetzt nicht - er braucht die Zeit wirklich, um Abstand zu gewinnen und um zu sich zu finden. Mit welchem Ergebnis auch immer.

Du mußt dir jetzt nur überlegen, ob du damit leben kannst, daß er jetzt (nach 6 Monaten!) und vielleicht immer mal wieder Abstand braucht. Wenn du nicht damit leben kannst, mußt du Konsequenzen ziehen.

Alles Gute! #klee
Joulins

Beitrag von litha 11.09.08 - 12:51 Uhr

Auch wenn es dir schwer fällt: Lass ihm doch mal die Zeit, die er für sich einfordert. Du sprichst doch hier von Tagen und nicht von Wochen oder Monaten.

Keine Ahnung, was der Auslöser ist und ich bin auch jemand, die gerne weiß woran sie ist. Aber hier würde ich mich mal in Geduld üben.



Beitrag von jacky 11.09.08 - 13:07 Uhr

Andere Meinung von mir: Ich wäre sehr verletzt und würde ihn jetzt auch nicht mehr wollen. Da wäre ich zu stolz für. Ich wäre zu stolz bei ihm anzubetteln, ihm hinterher zu laufen etc. Meine Tür wäre zu.

Leider habe ich die Erfahrung, die du gerade machst schon oft gemacht. Meist steckte eine andere Frau dahinter. Männer reden sich gerne mit der Phrase: "Es liegt nicht an dir" heraus...

Vielleicht bin ich einfach schon zu oft auf die Nase gefallen. Aber mich macht es sehr traurig, dass Männer immer wieder sowas tun.

Beitrag von völlig fertig 11.09.08 - 13:27 Uhr

Das haben meine Mutter und meine Freundin teilweise auch gemeint. Sie meinten, dass ich ihm nicht zu viel Zeit geben sollte, damit er nicht meint, er könne das ständig mit mir abziehen.
Er hat gestern und heute zum nachdenken gehabt und ich sollte heute hin fahren und ihm sagen, dass er erstmal mit sich klar kommen soll. Entweder merkt er dann "Mist, die kann ja auch gehen" oder er hat einfach nur darauf gewartet, dass ich ihm die Entscheidung abnehme.
Aber das ist eigentlich genau das was ich nicht machen möchte. Möchte ja auch nicht betteln, aber ich möchte ihn auch nicht verlieren.