mein Rüde wird zunehmend aggressiver oder unsicherer

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von matjamu 11.09.08 - 12:59 Uhr

Hallo,

ich habe zwei Hunde, einen 2-jährigen Rüden Sin (kastriert seit 3 Monaten) und eine 1-jährige Hündin Akira.
Sin haben wir mit 5 Monaten von einem Züchter gekauft. Allerdings haben wir bald festgestellt, dass Sin nicht sozialisiert war. Er hatte Angst vor allem, vor Autos, vor Menschen, vor Geräuschen... eine Woche hat es gedauert bis er mal die Wohnung erkundet hat.
Mit viel Geduld, Übung, Hundetrainerin usw wurde es langsam besser. Er hat zwar noch immer Angst vor manchen Dingen (Staubsauger, Fön z.B.), aber es ist viel besser geworden.
Zu Hause ist er ein sehr sanfter, ruhiger und pflegeleichter Hund und auch über Besuch freut er sich immer, vor allem Kinder liebt er. ABER seit ein paar Wochen hat er sich schleichend verändert. Er entwickelte ein Revierverhalten, das mich nur noch nervt. Jeder Fußgänger wird angebellt, und zwar ziemlich aggressiv.
Ich hole ihn jedes Mal weg vom Zaun - mit einem energischen Nein, und das klappt dann auch - bis zum nächsten Fußgänger :-(

Das ist aber noch nicht das Schlimmste, wenns auch nervig ist. Schlimmer ist, dass er nach meinem Schwiegervater schnappt und auch einen Handwerker bei uns im Garten angegangen ist. Er hat ihn zwar nur gezwickt, aber schlimm genug.
Das mit dem Handwerker konnt ich mir noch einigermaßen erklären. Ich hatte die Terassentür auf und mein Schwiegervater, der nicht bei uns im Haus wohnt, kam mit diesem Handwerker einfach so in den Garten. Ich hab vermutet dass es vielleicht daran lag, dass ich die beiden nicht reingelassen hab, sondern dass sie sich - aus Sins Sicht- unbefugt Zutritt verschafft haben.
Meinen Schwiegervater lässt Sin nur noch in den Garten wenn ich die Tür öffne. Wehe er kommt einfach so rein, da dreht Sin ab.
Ich hab das immer auf Revierverteidigung geschoben, denn wenn wir bei meinen Schwiegereltern im Garten waren, war nie etwas in der Art.
Bis heute!
Heute morgen war ich mit den Hunden dort. Mein Schwiegervater hat gemäht und Sin hat sich dem Rasenmäher in den Weg gestellt und gekläfft.
Hab ihn zu mir gerufen und ins Platz gelegt, bis der Rasen fertig war.
Dann war 5 min alles gut . Mein Schwiegervater ging einfach nur ganz normal an uns vorbei und Sin stürzt sich von hinten auf ihn und schnappt ihn in den Hintern.
So schnell konnt ich überhaupt nicht reagieren.
Meine Schwiegereltern sind entsetzt, haben Angst vor dem Hund und denken er ist verhaltensgestört.

Jetzt meine Frage an euch, was übersehe ich?? Ich hab keine Erklärung für sein Verhalten. Ich hab zwar schon mal gelesen, dass Angst nach einer Kastration in Aggression umschlagen kann, aber liegts wirklich daran?


Danke schon mal dass ihr euch die Mühe gemacht habt den langen Text zu lesen.

Liebe Grüße
Sara

Beitrag von lulu06 11.09.08 - 14:18 Uhr

Also ich würde mir da wirklich professionelle Hilfe holen. Geh doch sonst damit zum Arzt, aber da muss was passieren, er ist in ´jedem Fall Verhaltensauffällig.

Beitrag von matjamu 11.09.08 - 17:06 Uhr

ich hab heut mit unserer Hundetrainerin telefoniert. sie meinte Sin wäre jetzt in der letzten Rüpelphase und würde nur Konsequenz brauchen. Das Verhalten in unserem eigenen Garten bezeichnet sie als noch normal, nur etwas ausgeprägt, das bei meinen Schwiegereltern als Unsicherheit bzw Angst, ausgelöst von dem Rasenmäher, den er bedrohlich empfand.
Aber ich weiß auch nicht so recht...

Beitrag von teufelchen67 11.09.08 - 16:31 Uhr

Hallo

darf ich fragen welche Rasse die hunde sind?
Mir klingt das sehr nach einer starken Verhaltensauffäligkeit, kann es sein das er bei dem Züchter nur im Zwinger gehalten wurde?
Geht er direkt drauf los, oder kündigt er sein agressives Verhalten an?
für mich klingt es aber noch nach schnappen oder hat er schon richtig gebissen?

ich habe viel mit Hunden zu tun, grade auch mit schwierigen, bräuchte aber mehr anhaltspunkte.

lg Teufelchen

Beitrag von matjamu 11.09.08 - 17:11 Uhr

Sin ist ein Azawakh. Bei den Züchtern lebte er mit sechs anderen Hunden im Rudel in einem speziellen "Hundehaus". Das hab ich aber erst Wochen später erfahren.
Als wir ihn dort abgeholt haben waren alle Azawakhs im Wohnzimmer.

Gebissen hat er noch nicht richtig. Nur geschnappt bzw gezwickt, aber weiter will ichs ja gar nicht erst kommen lassen.

Sin hat vor Männern immer schon Angst gehabt und diese auch immer schon angebellt, aber meinen Schwiegervater sonst nie.
Er schnappt nicht gleich los sondern rennt hin, bellt wie wild und versucht hochzuspringen. Aber nicht spielauffordernd, sondern wirklich aggressiv. Also nix mit Schwanz wedeln.

Beitrag von teufelchen67 11.09.08 - 20:10 Uhr

Hallo

da hast du dir ja einen seltenen hund ausgesucht, aber grade er ist was besonderes.
so wie es ausschaut, scheint er misstrauen zuhaben, was grade Männliche Personen anbetrifft, sprich, er muss schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben.
Das er im Haus aufgewachsen ist, glaube ich nicht, ich denke er muss noch mal ganz von vorne anfangen, als wäre er ein Welpe,
Mache alles über Belohung, jede kleinigkeit die er gut macht, negatives ignorieren, nicht bestrafen, wenn er in die Wade beisst, nimm ihn sachte im Nacken, schüttel ihn sanft und sage laut und klar Nein oder Pfui, jenachdem was ihr für komandos macht, fange an zu klickern wenn er sich nur komisch nähern sollte.
Ich könnte hier jetzt viele Beispiele nennen, schreib mich über VK an wenn du magst.

lg Teufelchen

Beitrag von matjamu 11.09.08 - 23:43 Uhr

Ich bin mir sogar ganz sicher, dass er zumindest mit einem Mann schlechte Erfahrungen gemacht hat. Und zwar mit dem Mann der Züchterin. Nur zur Erklärung, dieser Mann hat immer ein Käppi auf, und sobald ein Mann mit Kopfbedeckung in seine Nähe kommt, bekommt Sin Angst. Er bellt dann -aber unsicher - macht sich klein und versucht wegzukommen. Dabei ist es auch komplett egal wer diese Mütze aufhat. Das kann auch mein Mann sein. Wenn er allerdings dann die Stimme hört oder erkennt wer es ist, dann hört er auf.
Aber mein Schwiegervater hat nichts auf dem Kopf gehabt!
Wir haben Sin über 1 1/2 Jahre und trotzdem vertraut er mir wohl immer noch nicht zu 100%.

Clickern hab ich schon versucht, aber er hat Panik vor dem Geräusch. Ich hab das schon vor Monaten ausprobiert, positiv. Nur wenn Sin unter Stress steht, dann verweigert er sogar ein Stück Fleisch oder eine Scheibe Wurst. Mit Leckerlies geht da nichts mehr.

Am Nacken nehmen und leicht schütteln lehne ich persönlich ab! Ich will sein Vertrauen haben und nicht dass er Angst vor mir hat. Ich würde das auch bei keinem Welpen tun, denn Hundemamis machen dies auch nicht. Schütteln bedeutet für Hunde töten.
Sin ist sowieso übersensibel, das würde ihn dann noch zusätzlich verstören. Ich bin seine Hauptbezugsperson.

Da er Angst vor Wasser und vor lauten Geräuschen hat, rassel ich mit so nem Klapperding um seine Aufmerksamkeit zu erhalten und sein Verhalten umzulenken, oder aber im Falle eines Angriffs oder wenn sein Jagdtrieb mit ihm durchgeht und er nicht mehr abrufbar ist, dann kommt die Wasserpistole in Einsatz. Klappt auch meistens.

Ich werde mich nach einer Art Hundeflüsterin umschauen, denn normale Hundeschule ist nichts für ihn.

Beitrag von kusselkopp 13.09.08 - 16:23 Uhr

Hallo!

guck doch mal unter www.d-o-g-s.net ob es von denen jemanden in deiner Nähe gibt. Oder frag deinen Tierarzt, ob der einen speziellen Verhaltenstherapeuten kennt, den er empfehlen kann.

Gruß Sophie