Umfrage an Mamis allergiegefährdeter Babys, was gebt ihr-was nicht?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von bille286 11.09.08 - 13:16 Uhr

Hallo,

seit Wochen stellt sich mir immer wieder folgende Frage:
mein Baby ist 8,5 Monate und allergiegefährdet. Wir möchten ihn gerne schon ein bisschen am Tisch mitessen lassen, weil er schon ganz gierig drauf ist. Aber in fast allem was wir essen sind irgendwelche Produkte drin, die eigentlich nicht gegeben werden sollen.

- Milch: alle Milchprodukte, Joghurt, Creme fraiche, Käse
- Weizen: Zwieback, Babykeks, Brotprodukte (reines Roggenbrot find ich scheußlich), Nudeln...
- Eier: in fast allen Mahlzeiten drin, die wir kochen
- Tomaten: kochen wir auch sehr oft damit

Auf Nüsse oder Zitrusfrüchte verzichten ist nicht schwierig, aber das oben genannte find ich schon.

Wie macht ihr das ?

#danke für eure zahlreichen Antworten

LG, Bille

Beitrag von soleil_275 11.09.08 - 13:35 Uhr

Hallo Bille,
unser Sohn ist jetzt schon fast 23 Monate alt und isst inzwischen, bis auf Erdbeeren, so ziemlich alles. Er hatte mit 3 Monaten den ersten schlimmen Neurodermitisschub und er hatte mehrere Wochen Gesicht und Arme geradezu offen. Wir haben dann irgendwann aber anfangen müssen, zuzufüttern und haben halt auf alles geachtet. Gläschen mochte er aber nicht lange und so wurde es schwieriger. Wir haben dann halt mit Dingen angefangen wie Kartoffelpürée ohne Milch (hausgemachtes), bei Babykeksen gibt es welche ohne Gluten. Es gab Karotten, Pastinake und ähnliches. Irgendwann haben wir angefangen ganz vorsichtig neue Nahrungsmittel, die unter Umständen auch eine allergische Reaktion hätten auslösen können, einzuführen. Dabei haben wir ein neues Nahrungsmittel z.B. Milch in einer kleinen Menge gegeben und dann abgewartet, ob eine Reaktion kam. Kam erst mal keine bekam er weiterhin Milch, aber zwei - drei Wochen kein neues Nahrungsmittel. So haben wir dann nach und nach alles ausprobiert, bis eben auf Erdbeeren. Er verträgt alles!
Es wird vielleicht auch mal ein Nahrungsmittel geben, worauf er allergisch reagieren wird, es aber trotzdem total gerne mag. Wenn er dann ein bissl grösser ist und den Wunsch danach äussert, würde ich es ihm dann auch ab und zu trotzdem geben. Denn sonst wird er ja fast noch bestraft für seine Allergie. Kinder sind oft bereit Juckreiz und Ausschlag zu ertragen, wenn sie dafür etwas essen dürfen, was sie besonders mögen.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein bissl helfen. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Glück und Erfolg bei der Erprobung neuer Nahrungsmittel und möglichst wenig (oder gar keine) allergischen Reaktionen.

LG,
Sonja mit Alexandre 14.10.2006

Beitrag von meandco 11.09.08 - 13:53 Uhr

glaubst du wirklich was du da sagst?

also ich spreche aus eigener erfahrung. ich bin gegen alles obst allergisch wo fruchtsäure drin is - auch gegen äpfel. heute hat sich die allergie soweit gelegt, dass ich immer eins essen kann - aber nie mehr als eins ...

die allergie hat sich bei mir schnell gezeigt, und ich habe mandarinen und äpfel und so leidenschaftlich geliebt. mit 3 jahren hat mir meine mutter erklärt, dass ich den schlimmen ausschlag immer deshalb bekomme, weil ich das esse und drum darf ich da nicht so viel von. was waren das immer für tränen und schmerzen wenn ich mal wieder was essen wollte. kannst dir gar nicht vorstellen. ich krieg heut noch zustände, das hat sich mir regelrecht ins gehirn gebrannt.

nachdem ich begriffen hab dass da ein direkter zusammenhang is hab ich den konsum ohne das zutun meiner mutter eingeschränkt. mit 4 hatte ich nur noch selten ausschlag und mit 5 gar nicht mehr. und zwar weil ich mich selbst weigerte mehr zu essen als nur einmal wöchentlich eine frucht.

soviel dazu, dass kinder das jucken akzeptieren wenn sie dafür was essen dürfen was sie gerne mögen #augen

lg
me

Beitrag von soleil_275 11.09.08 - 14:00 Uhr

Ja, das glaube ich, da ich auch gegen verschiedene Dinge allergisch bin. Ich darf auch heute noch manches eigentlich nicht essen, ohne Ausschlag und Juckreiz zu bekommen.

Es gibt auch gaaanz viele andere Mamas von allergischen Kindern, die genau das gleiche sagen wie ich. Es kommt immer auf das Kind drauf an. Und ich habe auch nicht gesagt, dass man dann davon Unmengen geben muss. Es reicht ja manchmal schon ein kleines Stück von etwas und die Lust danach ist gestillt. Mache ich genauso mit Dingen, auf die ich reagiere. Klappt bisher wunderbar.
Alles mit Bedacht und Vorsicht und nicht unbedacht Unmengen in sich hineinstopfen.

Selbst ein Allergologe in Deutschland, der auf Neurodermitis bei Babies und Kindern spezialisiert ist, hat mir zu der Methode geraten, als ich dort mit meinem Sohn war.

LG,
Sonja

Beitrag von meandco 11.09.08 - 14:31 Uhr

ja, man sollte geringe mengen geben ... sonst kann das kind auch ne allergie entwickeln wo keine wär.

und ich würd meiner tochter auch nicht rundweg etwas verweigern wenn sie jetzt ne allergie entwickeln würde.

aber dass kinder das jucken und die neuro in kauf nehmen für was gutes kann ich so nicht unterschreiben. man muss kindern erklären wovon dieses jucken und die neuro kommen - damit sie es verstehen und selbst entscheiden können wie sie machen.

wie gesagt, auch ich habs in geringen mengen gekriegt (und frage nicht wie ich schon nach geringen mengen ausgesehen hab, möchte nicht wissen, was passiert wäre, hätte man mich lassen wie ich wollte). aber ich hab es immer mit dem hinweise gekriegt: das wird passieren und wenn ich die neuro dann hatte hab ich noch mal erklärt gekriegt: das hast du weil du das gegessen hast. wenn du das essen willst musst du auch das jucken und die schmerzen akzeptieren.

naja, und wie gesagt: ich hab das eine nicht für das andere in kauf genommen.

die allergie is schließlich zurück gegangen und ich kann momentan auch regelmäßig mandarinen und so essen ... da war ich dann aber schon 12/12 jahre alt, als ich das wieder versucht hab ...

lg
me

Beitrag von soleil_275 11.09.08 - 14:57 Uhr

Genau deshalb sage ich ja, dass man nicht Unmengen geben soll und auch nur dann, wenn ein Kind das eben unbedingt haben will. Es muss natürlich wissen, was passieren kann/ wird, wenn es das isst.

So muss halt jeder für sich entscheiden, wie er es macht.

LG,
Sonja

Beitrag von bille286 11.09.08 - 16:28 Uhr

Hallo,

hmm, irgendwie steh ich jetzt erst recht auf dem Schlauch.

Es geht doch bei der ganzen Geschichte darum, dass die o.g. Lebensmittel allergieauslösende Stoffe enthalten, die das Risiko einer beliebigen Allergie - auch wenn er älter ist - erhöhen, wenn man sie im ersten Lebensjahr gibt. Und nicht um die Allergie gegen das Lebensmittel selbst #kratz

Oder bin ich da fehlinformiert?

Ich habe keinerlei Lebensmittelallergien sondern eine weit verbreitete Pollenallergie - gegen Gräser.

Trotzdem #danke für deine ausführliche Antwort

LG, Bille

Beitrag von soleil_275 11.09.08 - 16:58 Uhr

Klar, das siehst Du schon richtig und es gibt ja auch (wie meandco schon schrieb) in entsprechenden Läden "Ersatzstoffe".
Ich würde es damit probieren. Oder willst Du ihm nie Ei, Weizen, Milch etc geben?

Unser Hautarzt und Allergologe haben uns dazu geraten, die Nahrungsmittel nach und nach einzuführen. Wenn er eine Allergie entwickeln sollte, kannst Du es ja dann wirklich ausschliessen.

LG,
Sonja

Beitrag von meandco 11.09.08 - 17:41 Uhr

genau. schlauer wirst du nur, wenn du durchprobierst.

also mit 8-9 monaten mit gluten anfangen, und auch alles andere.

neueste studien belegen, dass man von anfang an (bei allergiegefährdeten babies nur langsamer) mit allem anfangen soll. und zwar nacheinander.

heißt: du gibst etwas und wartest zumindest den ersten stuhlgang danach ab - is der normal kannst du das nächste anfangen.

wichtig ist alles durchzuprobieren (manche dinge wie weizen, milch, ei, ...) etwas später, aber du musst es deinem kind zumindest in ganz geringen mengen mal geben.
denn wenn man allergene völlig vermeidet kann es passieren, dass dein kind gegen ein lebensmittel gegen das es gar nicht allergisch wäre eine allergie entwickelt, einfach weil der körper nicht beizeiten damit konfrontiert wurde.

also: langsam durchtasten, du musst ja nicht gleich mit den wirklich schlimmen dingen anfangen. aber meine zb ist seit mai (da war sie 8 monate) erdbeeren, und so zeugs.

sie liebt äpfel und pfirsiche und marillen, nektarinen. die isst sie einfach so vom stück. mir zieht sich alles zusammen wenn ich das sehe, und an meine allergie denke. aber ihr macht das gar nix aus.

übrigens: auch nüsse darf er. zb mandeln haben nur geringes allergierisiko. nur erdnüsse sind zu meiden, das is der allergiemacher nummer 1.

arbeite dich einfach langsam in deinem tempo durch, dann wird das schon!

lg

Beitrag von bille286 11.09.08 - 17:51 Uhr

#danke

so in der Art hatte ich mir Antworten erhofft.
Wir führen momentan alle 5-7 Tage was neues ein und bleiben auch erst mal dabei.

LG, Bille

Beitrag von meandco 11.09.08 - 13:47 Uhr

#kratz entwede kochst du extra für ihn oder aber du gibst bevor du bestimmte zutaten zugibst was für ihn beiseite ...

milch: ab 1 jahr kannst du joghurt und topfen geben, danach kannst du langsam mit anderen produkten anfangen bis du mit 1 1/2 auch milch gibst.
so mach ich es auch mit meiner (wurde mir von kia so empfohlen)

weizen: es gibt zwieback und babykekse im naturkostladen auch auch dinkelbasis ohne weizen. meine kleine steht außerdem auf roggenknäcke #augen, wenn sie die sieht is sie sofort dran (hier gehts nicht um das was uns schmeckt, sondern um das was die kleinen wollen, und man kann denen durchaus mal was geben was man selbst nicht isst ;-)). für nudeln gilt dasselbe wie für zwieback und so. im naturkostladen wirst du zig alternativprodukte für weizenprodukte finden. zb reisnudeln, dinkelnudel, ...

ei: also in fast allen mahlzeiten drinnen ... was kocht ihr denn? paniert ihr alles oder wa? du kannst ja mal naturschnitzel machen, nudeln gibts auch ohne ei, etc etc

tomaten: mit neun monaten hab ich das mal mit ihr versucht - am nächsten tag kam mir das blut entgegen als ich ihr die windel öffnete. mit 11 monaten haben wir es wieder versucht, jetzt ist sie die mit genuss und ohne folgen
auch hier: einfach portion zur seite geben bevor da die tomate reinwandert ...

lg
me

Beitrag von bille286 11.09.08 - 16:23 Uhr

Hi,

das mit der Naturkost ist super, leider wohne ich auf dem Land und bis zum nächsten Naturkostladen sinds ca. 15 - 20 Kilometer. Das ist dann immer ne halbe Weltreise.

Aber zumindest mal n Tipp, mit dem ich was anfangen kann.

Mir gehts nur darum, dass ich unserem Knirps was von unserem Essen abgeben kann. Wenn er ne eigene Schüssel mit eigenem Essen bekommt, interessiert ihn das überhaupt nicht, er will partout was von meinem Teller haben.

Er trinkt auch nicht aus seinem Lernbecher, nur aus Mamas Glas trinkt er, wenn sie auch was trinkt.

Wegen Ei, da meinte ich Nudeln, Brot/Gebäck und in unseren vielen Gemüseaufläufen, die wir oft machen, ists auch meistens drin. Ok, da hab ich mich wahrscheinlich ein bisschen ungeschickt ausgedrückt.

Tja, dann werd ich meine grauen Zellen mal weiter anstrengen müssen und passende Rezepte suchen.

LG, Bille

Beitrag von meandco 11.09.08 - 17:16 Uhr

ich mach seit neuestem immer ne kleine portion für sie neben mein essen auf den teller, oder fische wenns geht was für sie raus, was sie darf. zb beilage - gemüsereis. reis darf sie und das gemüse auch. wenn mal was bei is was sie nicht darf, fummle ich das raus bevor sie was kriegt.

nudeln: wie gesagt, die kriegst du problemlos aus dinkel ohne ei. das müsste es auch bei größeren supermärkten geben.

gemüseaufläufe ... ein bissi ohne käse auf die seite geben und einfach mal versuchen von deinem teller zu füttern

was meine vom teller bekommt is egal - wichtig is, dass ich das auch esse und es von meinem teller oder von dem vom papa kommt.

naturkostladen musst du eh nicht dauernd. nach dem ersten durchprobieren weißt du was und wieviel du mitnehmen musst. dann genügts wenn du ab und an hinfährst.

jetzt im sommer hab ich auch nur ab und an gelegenheit da hinzugehen, weil ich auch am land bin. in der stadt kann ich da nach bedarf hingehen, weil da brauch ich zu fuß 10 min ... hat mir am anfang weh getan, aber jetzt gehts.

Beitrag von kathrincat 11.09.08 - 14:50 Uhr

wir geben kein soja produkte

Beitrag von meandco 11.09.08 - 17:18 Uhr

solltest du einem baby sowieso nicht geben und auch als stillende nicht essen.

das entspricht hormonen (soja is wichtig im wechsel) und beschleunigt das wachstum von babies unnatürlich und is für babies ganz allgemein nicht so gesund wie für uns erwachsene ...

lg

Beitrag von kathrincat 11.09.08 - 17:23 Uhr

ja! ist mir bekannt, bin vegi.

wollte damit nur sagen, dass wir eigentlich alles geben, denn allergien kann man nicht verhintern.