Glaube, ich hab SchwieMu traurig gemacht

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von happy246 11.09.08 - 14:07 Uhr

Hallo zusammen!

Will mal was loswerden. Dazu muß ich ein wenig ausholen.
Letztes Jahr im März erkrankte SchwieVa plötzlich an Krebs. Es war ein langer, harter Weg, für alle sehr schwierig, kein Familienleben, keine gemeinsamen Unternehmungen, nichts. Das alles ist nicht das Thema.
War SchwieVa zu Hause zwischen den vielen Krankenhausaufenthalten, hat SchwieMu für mich und die Kinder mitgekocht. Anfangs, damit SchwieVa die Kinder um sich hat, später, weil er nichts mehr essen konnte, und sie für sich allein nicht kochen wollte.
War er im Krankenhaus, habe ich gekocht, und sie hat bei uns mitgegessen.
Nach dem Tod habe ich auch meist für sie mitgekocht, aber halt immer Abends. So etwa einen Monat lang.
Seit einem dreiviertel Jahr ist es jetzt so, daß sie immer Mittags für die Kinder und mich mitkocht. Außer Dienstags, Mittwochs und an den Wochenenden. Gut, ich weiß, daß mich viele darum beneiden. Entweder nämlich diejenigen unter Euch, die nicht gerne Kochen, oder die, die denken: Wow, so eine SchwieMu hätte ich auch gern. Immer an gedeckten Tisch setzen, Essen fertig, keine Unordnung in der Küche... Ich muß zugeben, daß ich das auch anfangs ok fand. Aber: 1. Koche ich selbst sehr gern, zweitens koche ich anders, 3. gibt es auf dem Weg kein gemeinsames Familienessen mit meinem Mann Abends. Denn entweder bekommt er ständig Aufgewärmtes, was ich von Wochenenden übrig habe, oder das, was vom Mittag übrig bleibt (er mag das auch nicht alles), oder aber ich stelle mich für ihn allein an den Herd. Den Zwergen gebe ich meist vorher schon Brot, denn zweimal warm essen müssen auch sie nicht, und egal was Papa auf dem Teller hat, sie essen es ihm quasi weg.
Ja, SchwieMu mag nicht gern für sich allein kochen und allein essen, verstehe ich auch. Aber Abends kochen, oder zu uns rüber kommen mag sie auch nicht. Sie ist ein Mittagsesser ;-)
So, lange Vorrede...
Heute habe ich ihr vorsichtig gesagt, daß ich Abends gern wieder selbst kochen würde, denn es ist einfach blöd, wenn wir nicht gemeinsam essen, bzw. ich für einen allein kochen muß.
Ich habe aber auch gesagt: wenn ich mal eine Pizza mache (die macht sie sich eh nie selbst), oder wenn wir oder sie Braten machen, dann können wir auf jeden Fall gemeinsam essen.
Ich habe ihr auch den Vorschlag gemacht, das gemeinsame Essen auf einen Tag die Woche zu reduzieren, bzw. ihr Mittags mal ein Kind zum Essen rüber zu geben. Davon war sie nicht besonders angetan.
Sie wirkte traurig, und das tat mir irgendwie richtig weh. Sicher, sie fühlt sich allein, aber im Allgemeinen verzichten wir schon so sehr auf unser Familienleben, ich mag mir nicht alles nehmen lassen.
Sie wollte mir dadurch was gutes tun, mir Arbeit abnehmen und Zeit sparen. Aber Zeit spare ich dadurch ja nicht. Denn in der Zeit, die ich drüben verbringe mit essen und über alles mögliche quasseln hätte ich auch was gekocht.

Hättet Ihr ebenso gehandelt wie ich? Oder muß ich mich jetzt als Miesepeter fühlen?
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß Samstags bei uns ein "Kalter Tag" ist (Frikadellen, Brötchen, Gemüsesticks mit Dip...), und Sonntags mag sich auch mein Mann mal in der Küche austoben. Einen Tag isst mein Mann auf der Arbeit, also bleibt mir im Moment nur maximal ein Tag die Woche zum selbst kochen.
Witzig ist ja noch, daß SchwieMu nicht gern kocht, lieber backt, und bei mir ist es umgekehrt.

LG
Happy

Beitrag von -neugierig- 11.09.08 - 14:15 Uhr

Hallo Happy,:-D

ich finde, Du hast schon ganz richtig gehandelt. In der schweren Zeit der Krankheit Deines Schwiegervaters hast Du sie gestützt, so gut Du konntest, aber Du hast ja Deine eigene Familie und irgendwann muss das Familienleben auch mal wieder vornean stehen.

Mach Dir keinen Kopf, auch Deine Schwiegermutter wird hoffentlich einsehen, dass die Familie ihres Sohnes sich nicht ständig um ihr Wohlergehen kümmern kann.

Vielleicht kann sie Euch Samstags mal zum Kaffeetrinken einladen, wenn Ihr kalte Küche hattet...#mampf

LG -neugierig-

Beitrag von happy246 11.09.08 - 14:19 Uhr

Hallo -neugierig-,

danke für Deine Antwort, sie zeigt mir, daß es doch richtig war. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich was "unternehmen" soll oder nicht. Weil ich ihr nicht weh tun wollte. Aber ich wusste auch nicht, wie ich es ihr sagen kann, ohne daß sie traurig ist. Wir wohnen direkt nebeneinander und sie ist ja nicht ganz allein. Aber ich glaube, daß man nicht immer nur Rücksicht nehmen kann, sonst bleibt man selbst und auch die Familie auf der Strecke.

LG
Happy

Beitrag von aggie69 11.09.08 - 15:03 Uhr

Ich bin auch ein "MIttags-warm-Esser" und wenn ich jeden abend warm essen müßte, würde ich wahrscheinlich noch dicker werden, als ich sowieso schon bin.
Meine Schwiegermutter kocht auch Montag bis Freitag für uns mittags. Da wir arbeiten, ist das für uns günstig.

Wie wäre es, wenn Ihr Euch abwechselt - dann ist sie nicht enttäuscht. An den Tagen, wo Ih bei ihr mittag eßt, kann es bei Euch abends ja auch mal Pizza oder Eintopf geben - wenn die Kinder dann davon etwas mitessen, ist es ja auch nicht so schlimm.

Beitrag von happy246 11.09.08 - 15:32 Uhr

Hallo Aggie,

in Eurer Situation ist es sicher das beste, wenn Ihr bei der Schwiegermutter esst. Ich bin halt weitestgehend Hausfrau.
Mein Mann braucht meist was "Richtiges". Eintopf brauch ich gar nicht machen ;-)
Zweimal warm essen bekommt mir absolut nicht. Dick bin ich zwar nicht, aber ich muß wahnsinnig aufpassen.
Doch ein gemeinsames Abendessen ist mir halt schon wichtig, da es die einzige Tageszeit ist, an der wir das machen können. Mein Mann muß morgens schon um sechs Uhr los, daher ist auch gemeinsames Frühstück nicht drin. Naja, und wenn ich was koche, will ich es ja auch selbst essen ;-)
Aber ich werde ihr von mir aus sagen, wenn ich vorhabe etwas zu kochen, was sie auch mag, sich aber selbst nicht macht (Beispiele halt Pizza, Rouladen, Braten, wenn wir Grillen, kommt sie auch rüber...). Und sie kann dann selbst entscheiden, ob sie mit uns isst, oder nicht.

Beitrag von kleinjano 11.09.08 - 15:12 Uhr

Hallo Happy,

du hast das alles sehr einfühlsam geregelt!
Selbst wenn deine Schwiegermutter jetzt traurig ist, bist nicht wirklich du es, die sie traurig gemacht hat! Traurig macht sie der Verlust und nun das Alleinsein. Dein SchwieVa hat eine Lücke hinterlassen, die in der ersten Zeit zumindest teilweise von dir und den Kindern gefüllt wurden. Das war sicher gut so. Aber du hast völlig recht, jetzt auch wieder an euer eigenes "kleines" Familienleben zu denken.
Durch die Traurigkeit muss deine Schwiemu einfach durch. Sie gehört dazu... Nach vielen Ehejahren alleine einen guten Lebensrhythmus zu finden ist bestimmt nicht schwer. Ihr unterstützt sie ja auch dabei (den Kompromiss einmal mittags bei ihr find ich gut, vielleicht noch sie einmal abends bei euch, wenn sie als Mittagsesserin auch einen Kompromiss eingehen will), aber wirklich abnehmen kann ihr das niemand!
lieben Gruß

Beitrag von happy246 11.09.08 - 15:38 Uhr

Hallo,

denke, Du hast recht. Doch ich befürchte, daß sie sich jetzt erst mal in der Hinsicht zurückzieht. Aber auch da wird mir was einfallen ;-) Mal ein Termin vorgeschoben und die Kinder müssen über Mittag zu ihr...
Sie soll sich ja auch nicht nutzlos vorkommen.

Ich bin ja schon froh, daß nach meinem Posting hier(zumindest bisher) nichts kam in Richtung: Sie ist allein und braucht Euch, man darf sie nicht im Stich lassen.
Das wäre eh nicht unsere Absicht.

Liebe Grüße
Happy

Beitrag von katrin06 11.09.08 - 22:23 Uhr

Ich esse gern mittags und abends warm - wäre das keine Option für Euch?

Katrin

Beitrag von happy246 12.09.08 - 07:59 Uhr

Hallo Katrin,

definitiv nicht. Sonst wäre ich irgendwann Kugelrund.

Beitrag von emmapeel62 12.09.08 - 00:13 Uhr

Ich verstehe das Problem nicht wirklich.

Du schreibst: "Außer Dienstags, Mittwochs und an den Wochenenden"

Somit kochst Du 4 Tage und Deine Schwiegermutter 3 Tage.

Wart' mal ab bis Deine Kinder in der Schule sind ;-) dann bist Du vermutlich froh, wenn Dir jemand ab und zu das Kochen abnimmt und Deine Kinder werden sich auch daran gewöhnen, daß ihr Vater öfters Abends mal warm isst ;-)

Beitrag von happy246 12.09.08 - 08:05 Uhr

Ich koche einen Tag.
Mein Mann isst Mittwochs in der Kantine, Samstags ist kalte Küche und Sonntags mag mein Mann gern kochen. Ist halt sein Hobby.

Wenn die Kinder in der Schule sind und ich arbeite, ist es was anderes. Dann fände ich es auch ok.

Aber dazu kommt doch, daß ich noch im Erziehungsurlaub bin, und mich auch gern selbst in der Küche entfalte. Und das nicht nur an einem Tag in der Woche. Und ich koche halt auch anders. So, wie es mir und meiner Familie halt schmeckt. Moderner halt.
Und nicht laufend Fleisch, Kartoffeln und Gemüse ganz ohne Soße.

Beitrag von nizi_db 12.09.08 - 14:55 Uhr

Warum kocht ihr nicht zusammen?

Beitrag von happy246 12.09.08 - 15:06 Uhr

Sie will Mittags warm essen und wir müssen Abends warm essen.
LG