ich habs hinter mir

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von lisa1971 11.09.08 - 14:32 Uhr

hallo

ich hatte gestern meine as und bin froh das es mir heute wieder besser geht.

mich würde mal interresieren wie sich eure partner oder männer verhalten.
waren die mit euch im kh?
wie gehen eure männer damit um?
meiner frisst alles in sich rein und tut so als wäre nichts.#schmoll

alles gute für euch

lg lisa

Beitrag von bine3002 11.09.08 - 14:36 Uhr

Ich würde dir raten mit deinem Mann zu sprechen. Sag ihm, wie wichtig es für dich wäre, dass Ihr das gemeinsam durchsteht und auch darüber redet, wie es Euch damit geht.

Beitrag von mil2003 11.09.08 - 14:54 Uhr

Hallo,

ich hatte in Juni diesen jahres eine FG in der 23.SSW... Ich musste normal entbinden, Gott sei Dank aber nicht nochmal zur AS.

Ich wurde am 11.06. morgens ins KH eingewiesen und am 12.06. nach dem Frühstück entlassen. Mein Mann hat mich keine Sekunde aus den Augen gelassen. Die Schwestern haben die ganze Zeit versucht dazu zu bewegen nach hause zu fahren um zu schlafen, da sie ihm auch leider kein Bett anbieten konnten, waren alle belegt...

Als Leonie dann nachts um 01:05 Uhr kam, war ich froh, dass er da war. Er stand an meiner Seite und hat mir Hand und Kopf fest gehalten. Er war so süß.

Die Ärztin, die in der Nacht Dienst hatte, hat ihm dann noch einen bequemeren Stuhl gebracht, als er sagt, er möchte die Nacht bei mir bleiben.

Die Nacht war der Horror. Ich hatte zwar ein Einzelzimmer, in dem ich auch entbunden habe, aber jedesmal, wenn die Tür aufging, und das war so alle 15-30 Min, hörte ich auf der Gyn. Abteilung die ganzen Babys, die da schrieen...

Jetzt ist es eine Weile her... Wir haben gemerkt, dass unsere Umwelt Leonie schon wieder vergessen hat aber wir selbst denken jeden Tag an unseren Engel. Mein Mann schien äußerlich ganz cool... aber ich hab nicht lang gebraucht um zu verstehen, dass er nur so tat um für mich stark zu sein. Er wollte nicht drüber reden, hat mich einfach nur reden lassen und mich in den Arm genommen, wenn ich geweint habe, was in den ersten Wochen sehr oft war.

Wir haben uns unsere Erinnerungen behalten, haben Fotos von ihr und das letzte US Bild haben wir uns eingerahmt und an die Wand gehängt, wo es jeder sieht.

Den Rest (erster positiver SST, ersten US Bilder, einen kleinen Mädchenbody und sowas alles) haben wir in eine kleine Kiste getan, die sehr liebevoll dekoriert ist. Wenn uns heute die Sehnsucht packt, dann holen wir sie raus und schauen uns die Dinge an. Die Babybettchendecke, die wir schon gekauft hatten, ist mein besonderer Freund. Ich hab sie vom ersten tag an, als ich wieder zuhause war als Kopfkissen benutzt. Unzählige Tränen sind darin gelandet und es hat geholfen...

Mein Mann hilft, wo er kann und das auf eine so einfühlsame Weise...

Ich glaube, wenn ihr beide einen KiWu hattet und es nicht "nur ein Unfall" war, dann wird er auch ein paar Gedanken daran "verschwenden" und er wird vielleicht auch damit zu kämpfen haben. Leider trauern Männer und Frauen oft unterschiedlich und so kommt es zu Missverständnissen. Frauen fühlen sich oft unverstanden und Männer fühlen sich gezwungen über ihre Gefühle reden zu müssen.

Gebt euch selbst ein bissl Zeit um es erst einmal für euch zu verdauen. Er kommt auf dich zu, wenn er soweit ist...

Lieben Gruß, Mil mit #stern Leonie ganz fest im #herzlich

Für jedes #stern eine #kerze

Beitrag von momo3103 11.09.08 - 15:00 Uhr

ich hab grad geweint bei deinem Text... das hast du so schön geschrieben, z.B. das mit den Tränen und der Decke... *heul* ich bewundere, wie ihr damit umgeht...

lass dich mal #liebdrueck

lg Annette.

Beitrag von mil2003 11.09.08 - 15:46 Uhr

Hallo,

danke aber ich glaube, uns bleibt nichts anderes übrig.

Ich sag immer, mein Mann und ich sind eine Randgruppe...

Er ist in seiner Familie der sensible und ich in meiner Familie...

Unsere Familien können nicht verstehen, warum wir traurig sind. Umso fester klammern wir uns an uns...

Klar, Freunde sind da. zumindest diejenigen, die uns danach nicht aus dem Weg gegangen sind. Neue sind dazu gekommen, von denen man es nie erwartet hätte, aber es ist immer was anderes als Familie.

Mein Mann und ich haben also quasi nur uns und dementsprechend müssen wir "handlen"...

Ich denke nicht, dass man dafür Bewunderung bekommen sollte. Eigentlich ist es eher traurig, aber eben auch situationsbedingt natürlich...


Lieben Gruß, Mil mit #stern Leonie ganz fest im #herzlich

Beitrag von momo3103 12.09.08 - 00:49 Uhr

Bewunderung ist sicher der falsche Ausdruck, Respekt trifft es vielleicht besser, oder auch nicht, ich weiss nicht^^
ich zieh jedenfalls den Hut davor...
ich hab mit meinen zwei frühen FGen schon stark zu knabbern, aber eine stille Geburt will ich mir nicht vorstellen müssen...

was du so schreibst, denke ich du hast einen ganz ganz tollen Mann! meiner geht damit eher um wie die meisten, er macht einen auf stark und zeigt keine Trauer. Er tröstet mich wenns mir schlecht geht, aber meist muss ich ihn erst dran erinnern warum es mir schlecht geht... er hat es irgendwie total verdrängt. Bzw. trauert anders... naja, Mann halt^^ er ist trotzdem ein Schatz, aber naja, ich würde es mir dennoch anders wünschen

was die Familie angeht und Freunde - da hab ich jetzt beschlossen, von einer weiteren FG würde keiner mehr erfahren... denn es kam so gut wie nix rüber. Mein Bruder war der einzige der richtig Mitgefühl zeigte. Die andren wussten sichtlich nicht, wie sie damit umgehen sollen und es kam seeeehr wenig. Ich hätte mir z.b. gewünscht, dass vielleicht mal nach ner gewissen Zeit gefragt wird, wie es mir geht. Nix. Naja. Sie meinen es nicht bös, sie sind halt unsicher und können es nicht einschätzen. Aber eine Hilfe wars net. Freunde kommen mit den üblichen Sprüchen wie "kannst ja noch so viele kinder kriegen, bist ja noch jung" usw.

Erst am WE hat ein Freund sinngemäss gesagt, ich solls abhaken, vergessen. Soll nciht dran festhalten. Er hat einfach keine Ahnung... ich kam mir dann einfach nicht ernst genommen vor... als hätte ich einen Schirm verloren und müsse ihn vergessen...

und ja, in so Situationen wie der euren erkennt man wahre Freunde... schön dass ihr welche habt! und dass du und dein Mann euch habt!

lg Annette.

Beitrag von lisa1971 11.09.08 - 15:02 Uhr

hallo mil

oh mein gott
es ist so schlimm was du durch machen musstest, ich hatte so angst vor der as obwohl ich ja schon die 3. hatte gestern.
eine stille geburt ist was noch viel schlimmeres als das was ich hatte.

ich habe schon 4 sternchen gehen lassen müssen.
habe noch keine kinder.
und sie waren alle sehr gewollt von beiden seiten.
aber ich glaube mit jedem sternchen ging ein stück liebe von meinem partner mir gegenüber mit.
er hat mich bis jetzt jedes mal morgens vor der klinik abgesetzt, den rest "erledige" ich immer alleine.
er muss seiner meinung nach arbeiten, hatte noch nie frei an diesem tag.
mittags wenn ich dann zuhause bin nach der op, ist er in der wohnung am pc und passt so auf mich auf, da man ja dann nicht alleine sein darf.

ach ich weis ja auch nicht, bin vielleicht zu empfindlich jetzt oder doch nicht?
das ist es einfach nicht was ich mir von meinem partner wünsche in so einer situation.

euch wünsche ich alles gute und viel kraft#liebdrueck

Beitrag von mil2003 11.09.08 - 15:53 Uhr

Hallo,

Ich denke, es ist immer gleich schlimm, wenn man ein Kind gehen lassen muss, egal ob als AS, stiller Geburt, als Baby oder schon ein erwachsenes...


Ich glaube nicht, dass ein Stück Liebe mit jeder AS ging... Hast du mal mit ihm gesprochen??? Ich meine nach den ersten drei AS´s???

Die Tatsache, dass dein Mann dich "nur" vor der Klinik abgesetzt hat, erschüttert mich irgendwie... Vielleicht solltest du ihm sagen, was du von ihm erwartest in so einer Situation... Wenn du nicht die richtigen Worte findest, wenn er dir gegenüber sitzt, dann schreib ihm einen Brief.

Ich kann mir gut vorstellen, dass er das "Thema" einfach nicht an sich ranlassen möchte aber allein durch verdrängen ist noch nie ein "Problem" gelöst worden und immerhin scheint eure Beziehung drunter zu leiden oder zumindest du, wenn du denkst, dass mit jeder AS ein Stücken seiner Liebe zu dir entschwunden ist.

REDE MIT IHM!!!!

Das wäre mein dringender Rat für dich...


Lieben Gruß, Mil mit #stern Leonie ganz fest im #herzlich

Beitrag von momo3103 11.09.08 - 14:57 Uhr

hallo,

es tut mir leid, dass du auch eine FG hattest...

mein Mann war am Anfang super, er war selbstverständlich mit im KH, er musste ja auch auf meine Tochter aufpassen. Aber auch so, wäre es undenkbar gewesen, dass er mich allein lässt in dieser schweren Situation... ausserdem ist/war es ja auch sein Kind...

er hat es aber scheinbar schnell weggesteckt, bzw. bald nicht mehr drüber geredet etc. Erst bei der 2. FG sagte er, er gehe halt einfach anders damit um. Er traure auch, aber er zeige es nicht so. Es tat gut, das von ihm zu hören. Männer gehen einfach anders damit um. Aber es ist schwer, mit ihm drüber zu reden. Ich habe es inzwischen aufgegeben. Finde ich etwas schade, aber so sind sie nunmal...

gut zu dem Thema ist ein Kapitel in dem kleinen Büchlein "Leise wie ein Schmetterling", vielleicht lässt du ihn da mal reinschauen...

lg momo.

Beitrag von mil2003 11.09.08 - 15:07 Uhr

Hallo,

das Büchlein hab ich auch. Hab es mir bestellt und komplett in einem Zug durchgelesen(bei der Buchgöße ja auch nicht schwer)...

Einen Tag später hat mich mein Mann gefragt, ob er es auch lesen könne. Ich war sehr erstaunt, da er viele Hobbies hat, lesen aber nicht dazu gehört...

Auch er hat es in einem Zug gelesen...

Echt sehr gutes Buch... er hat begriffen, dass es nicht nur mir als kleines "Sensiblechen" so geht, die sowieso schon bei jedem bissl weint, sondern allen Frauen...

Lieben Gruß, Mil mit #stern Leonie ganz fest im #herzlich

Beitrag von lisa1971 11.09.08 - 15:28 Uhr

danke für den tip#liebdrueck
ich werde mir das büchlein jetzt auch gleich mal bestellen, vielleicht will mein freund das ja auch lesen wenn er es sieht.

warum passieren nur solche sachen.
bevor ich kinder wollte habe ich mich nie mit fgs auseinander gesetzt und hätte auch nie gedacht das es so viele frauen trifft.

eins steht fest
wir sind alle starke frauen.

lg lisa#liebdrueck

Beitrag von mil2003 11.09.08 - 15:57 Uhr

Ich glaube, es sind Dinge, die einen einfach nicht interessieren, weil sie nicht aktuell sind, wenn man kein Kind möchte.

Du befasst dich ja auch nicht mit der Thematik der Terroristen wenn es nicht gerad im Fernsehen läuft... (sorry, heut ist der 11.09., mir fiel gerad kein anderes Beispiel ein)

Meine komplette Familie hat sich von mir ganz zurück gezogen seitdem... Alle haben Kinder und wissen nicht, wie sie mit mir umgehen sollen... Meine eigene Mutter weiß nicht, warum ich traurig bin... weil sie sich damit nicht befassen...

Ich denke, das liegt in der Natur des Menschen...

Beitrag von lisa1971 11.09.08 - 16:02 Uhr

geredet habe ich schon mit ihm, aber da kommt nicht viel raus.
ich werde ihm noch einen brief schreiben, obwohl ich glaube das es nicht viel bringt.

bin am überlegen hier weg zu ziehen und mein leben neu zu beginnen.
seine liebe wird weg sein.
wir sind nächsten monat 2jahre zusammen, nach 3 monaten wollte er mich schon heiraten, davon kommt jetzt kein wort mehr, ich wünschte mir grad jetzt in dieser situation das er mir zeigt wie sehr er mich liebt und mich dennoch heiraten will.
aber leider ist es nicht so und ich muss mir wieder mal selbst die augen öffnen#schmoll
ich bin immer die einzige die redet ohne eine wirklich brauchbare antwort zu bekommen, schade.

Beitrag von die-maja85 16.09.08 - 23:10 Uhr

Mein Mann und ich haben sehr weinig miteinander darüber gesprochen jeder hat es auf seine Art und Weise und für sich am besten verarbeitet mein Mann für sich und zurückgezogen und ich mit ein paar Tränen und Hilsmittel die für mich sehr wichtig waren aber wir haben es überstanden ich denke heute noch oft zurück und vergieße ein Tränchen aber wir haben nach vorn geschaut auch wenn es noch so düster aussah und irgendwie hat es geklappt.
In bin in Gedanken ganz fest bei dir du schaffst das.
lg die-maja85

Beitrag von die-maja85 16.09.08 - 23:35 Uhr

Mein Mann und ich haben sehr weinig miteinander darüber gesprochen jeder hat es auf seine Art und Weise und für sich am besten verarbeitet mein Mann für sich und zurückgezogen und ich mit ein paar Tränen und Hilsmittel die für mich sehr wichtig waren aber wir haben es überstanden ich denke heute noch oft zurück und vergieße ein Tränchen aber wir haben nach vorn geschaut auch wenn es noch so düster aussah und irgendwie hat es geklappt.
In bin in Gedanken ganz fest bei dir du schaffst das.
lg die-maja85