Wer hat behauptet Stillen sei einfach?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von taliysa 11.09.08 - 19:07 Uhr

Hallo zusammen...

Ich muss mich mal auskotzen!

Mittlerweile ist Hannah 6 Wochen alt und ich habe sie bisher eigentlich voll gestillt.

Zuerst lief auch alles wunderbar. Die Hebammen im Krankenhaus waren davon begeistert wie gut dass Stillen bei mir klappte, obwohl ich eigentlich keine Ahnung davon hatte was ich tat. Ich hab genügend Milch und keine Schmerzen beim Stillen...

Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass meine Nerven trotzdem zum Zerreissen gespannt sind und ich mittlerweile total froh wäre sie nicht mehr stillen zu müssen.
Hannah braucht immer sehr lange bis sie satt ist. Meistens schläft sie beim Saugen auch irgendwann ein (da ist die Brust fast leer), und ich denke dann: Juhu, Madame ist satt.
Dann schläft sie 10 -30 Min und macht dann wieder Theater weil sie Hunger hat.
Das ganze Spiel geht 3-4 mal so und das teils bei jeder Mahlzeit, so dass ich (morgens und abends verstärkt) ein dauernuckelndes Baby auf dem Arm habe.

Ja, es ist ein tolles Gefühlzu stillen. Ja, es ist das Beste für das Kind,bla bla... Das weiß ich auch alles. Ich hatte auch immer vor sie so lange wie möglich voll zu stillen...

....trotzdem:

Ich mag nimmer!!! :-(

Und ich fange anm, mich für diese Gedanken zu hassen! #schmoll

Wie kann ich diese Phase am Besten überstehen?

Danke fürs Lesen und auskotzen lassen....

Janine

Beitrag von arnanja 11.09.08 - 19:28 Uhr

6 Wochen wäre die typische Zeit für einen Wachstumsschub. Es kann dann gut ein paar Tage dauern bis sich die Milchmenge angepaßt hat. Oft kommt es einen in so einer Phase vor als wärs schon ewig so.
Ich kann dir eigentlich nur raten noch ein paar Tage abzuwarten und immer schön weiter zu stillen. Es wird sich sicher bald regeln.
Eine Bekannte von mir stillte übrigends aus ähnlichem Grund ab. Mit dem Erfolg das sie dann anstatt zu stillen genau so lange die Flasche geben mußte. Und man wußte vorher nie wieviel sie trinkt. 20 Minuten später wollte sie dann wieder... das streßte sogar mich schon nur vom zusehen als wir mal eine Woche zu besuch waren.
Ich kann dich gut verstehen, aber es lohnt sich durchzuhalten. Und bald wird deine Hannah sicher auch flotter werden beim stillen. Meine brauchte damals oft 45 bis 60 Minuten, nach zwei Monaten oder so um den Dreh gings immer flotter und bald war sie nach 7 bis 10 Minuten durch.
LG Tanja mit Hannah Marie (05.03.2002) - Jette (27.12.2005) und Clemens (20.08.2008)

Beitrag von orsa 11.09.08 - 19:31 Uhr

hey, 6 wochen ist mal garnix...;-)
wenn sie dir immer einpennt, kannst du folgendes versuchen: weniger anziehen (ihr, nicht dir:-p), damit es eher zu kalt ist zum pennen, am fuss kitzeln, bevor sie einpennt, sie unterm kinn "massieren", leicht anpusten.
stillen ist für babys nicht nur satt werden, die brauchen auch die nähe und das nuckeln.
vielleicht will sie nur nuckeln, dann kann dir vielleicht ein schnuller helfen.
was uns auch geholfen hat, war, die abstände etwas zu strecken. dann hat er richtig mit hunger getrunken, und dann auch gleich genug, damit es wieder lange vorhielt. er liess sich mit finger-nuckeln, rumtragen usw. immer ganz gut ablenken.
warte ab, bald zieht sie dir auch in 5 minuten die brust leer;-)
ausserdem: wer sagt dir, dass sie nicht auch so seltsam trinken würde, wenn sie die flasche bekommt? und dann musst du noch fläschchen sauber machen, desinfizieren, milch einkaufen, anrühren, bezahlen(!), immer drüber nachdenken, wie du es unterwegs regelst usw.#schock
(du siehst ich mag das stillen;-), und bei uns wars am anfang ähnlich, aber halte durch, wenn ihr den bogen mal raus habt, gibt es nichts praktischeres#huepf)
alles gute#klee

Beitrag von mama1408 11.09.08 - 21:32 Uhr

Lass Dich erst mal #liebdrueck

Niemand hat behauptet, Stillen ist einfach. Aber es ist mit viel weniger Aufwand verbunden. Meine Große war ein Flaschenkind und ich habe ständig Milch gekocht, Flaschen gespült und desinfiziert. Das war sowas von nervenaufreibend. Bei Ronja brauch ich seit fast 7 Monaten nur meine Stillhütchen sauberzumachen und das wars dann.

Für mich hört sich das ganze nach einem Wachstumsschub an. Und von der Zeit her passt es auch perfekt.
Und sie stillt ja nicht nur ihren Hunger sondern auch ihr Bedürfnis nach Nähe, Liebe und Geborgenheit. Schau mal, sie war über neun Monate in Deinem Bauch ganz dicht bei dir und mit dir verbunden. Und das sie das jetzt nicht mehr kriegt, versteht sie nicht. Gib ihr das, was sie braucht. Ronja hat in dem Alter auch alle 30 Minuten getrunken, als sie ihren Wachstumsschub hatte. Zwei Tage später war alles wieder vorbei.

Also, Kopf hoch. Du schaffst das schon. Versuchs doch mal mit einem Tragetuch oder einer anständigen Tragehilfe. Das hat bei Ronja und mir wahre Wunder gewirkt.

Wenn Du Dich mal austauschen möchtest, kannst Du mir gern über meine VK mailen. Würde mich freuen.

Liebe Grüße

Mellie, die weiß, wie du dich gerade fühlst.

Beitrag von christianeundhorst 11.09.08 - 23:14 Uhr

Hallo Janine,
das kenne ich;-) meine Tochter macht das auch so......nur habe ich nicht genug Milch und bin dann noch mit der Steigerung meiner Milchproduktion beschäftigt und jetzt auch mit Problemen bei beginnender Saugverwirrung..... das kostet viel Geduld.... Meine Stillmahlzeiten dauern in der Regel 1-1 1/2 Stunden.....Ich habe mir angewöhnt dabei was zu lesen damit ich nicht ungeduldig mit ihr werde. Mir hilft das und wir stillen witer:-)
Viel Erfolg Dir!
Chris mit Frieda Lina 9 Wochen