Alzheimer????Was sollen/können wir denn tun???

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von babsie81 11.09.08 - 21:11 Uhr

Hallo!!!!
Es geht um meinen Schwiegervater, 59 Jahre alt....
Seit letztem Jahr baut er stetig ab!!!!Es fing damit an, dass er langsamer wurde, bei allem, was er tut...er braucht ewig um z.B. eine Karte aufzuklappen...er schafft einfache Dinge nicht mehr(zusammensetzen von Sachen oder so)...Autotüren öffnen dauer ewig...
Er hat seit einer Woche Aussetzer, die wir auch mitkriegen...seine Nachbarn haben ihn aufgegriffen, wie er verwirrt durchs Treppenhaus lief...dann sind sie mit ihm in die Wohnung und haben im Telefonbuch eine Nr von Verwandten gewählt...er meinte, dass er einen 30 Sekunden Aussetzer hatte und das halt die erste Nr war, die er gefunden hat...er kennt unsere Nr auswendig..normalerweise jedenfalls...
Heute morgen um 6 Uhr rief er dann völlig verwirrt bei uns an und redete wirr...natürlich sind wir gleich zum Arzt...der sagte, dass er den körperlichen und geistigen Verfall auch sieht, mein Schweigervater soll nächste Woche ins Krankenhaus um sich durchchecken zu lassen...
zu lassen...das will er aber nicht...
Seiner Meinung nach hat er kein Problem....
Er hatte schon öfter Aussetzer, vergisst z.B. plötzlich Wege oder vergisst Absprachen oder oder oder....
Wir können ihn ja nicht zwingen ins Krankenhaus zu gehen, aber so geht es nicht .....
Was können wir tun???Wir können ja nicht rund um die Uhr auf ihn aufpassen...und zu uns nehmen geht nicht!!!
Wir sind verzweifelt...
Hat jemand Tips????
Babsie mit#sternfest im#herzlichund#ei(34.SSW)ganz fest im Bauch

Beitrag von cocoskatze 12.09.08 - 08:05 Uhr

http://www.deutsche-alzheimer.de/index.php?id=13

Beitrag von jukka 06.11.08 - 16:35 Uhr

Liebe Babsie!
Deine Beschreibungen klingen leider sehr nach einer Demenzerkrankung.
Bei meiner Oma gabs auch vor zwei Jahren die Alzheimer-Diagnose ;-( Sie meinte auch erst, dass alles gut mit ihr wär und ein Arzt überflüssig.
Wir haben Sie dann letztendlich zum Arztbesuch bekommen, indem wir einen Alzheimer-Früherkennungstest im Netz gemacht haben.
Hier der Link, vielleicht druckt ihr euch den aus und fragt Deinen Schwiegervater mal.

http://www.zukunftswerkstatt-demenz.de/bilder/ADAM_Fragebogen.pdf


Der Arzt hat dann auch recht schnell die Diagnose stellen können und alles Nötige in die Wege geleitet. Sie bekommt seitdem Reminyl, das ihre Verfassung wirklich verbessert und sie einigermaßen "fit" am Alltag teilhaben lässt.
Da auch wir nicht täglich bei ihr vorbeischauen können, kommen zwei-dreimal in der Woche Leute von einem Pflegedienst vorbei und schauen nach dem Rechten.

Ein Arzt/KH-besuch ist meiner Meinung nach nicht zu vermeiden, zur Not müsst ihr ihn unter falschen Vorwänden dahin lotsen. Sonst wird alles nur schnell viel schlimmer!

ALLES ALLES GUTE!
jukka!

Beitrag von wutang 26.04.09 - 21:39 Uhr

Hallo Babsi,

ich hoffe, die Situation mit deinem Vater hat sich inzwischen entspannt!?
Leider bleibt einem in solch einer Situation kaum eine andere Wahl, als hart durchzugreifen, oder eben zu tricksen. Der Gang zu einem Neurologen ist bei solch einer Symptomatik unumgänglich. Vielleicht ist der Besuch "eines" Arztes eventueller leichter zu bewäligen, als ein Aufenthalt in der Klinik.
Auch meine Vater war sehr störrisch, als bei ihm die ersten Anzeichen einer Demenz zu entdecken waren. Zum Glück hat er einen sehr lieben und kompetenten Hausarzt, der alles in die Hand genommen hat. Und gleichzeitig meinem Vater auch viel Mut gemacht hat. So konnte er sehr schnell angemessen behandelt werden. Er bekommt schon seit einiger Zeit das Medikament Reminyl und er ist wieder sehr viel mehr er selbst als vorher. Überhaupt scheint der Krankheitsverlauf sich sehr stark verlangsamt zu haben.
Ich würde euch raten, holt euch Hilfe. Sprecht mit den Ärzten oder es gibt auch viele Internetseiten zum Thema Demenz/Alzheimer (Beispiel: alzheimerinfo.de). Ihr seit mit dem Problem leider nicht allein. Wünsche dir und deinem Vater auf jeden Fall alles Gute!

Beitrag von lester 19.05.09 - 16:44 Uhr

Manchmal braucht es für so etwas eine neutrale Person, die da vermitteln kann. Kann denn der Hausarzt nicht ein wenig stärker auf deinen Vater einreden? Also vielen Patienten hilft es auch oft, wenn sie hören, dass, wenn es auch keine Heilung gibt, es sich mit Diagnose Alzheimer trotzdem noch würdevoll leben lässt. Inzwischen ist die Therapie von Demenz und Alzheimer ja auch besser als noch vor einigen Jahren. Es gibt Gedächtnistherapien, die den Geist fit halten sollen und auch mit Arzneien wie Reminyl u.a. lassen sich noch viele schöne Jahre gewinnen. Vielleicht muss man das eurem Vater einfach mal vermitteln. Aber ich weiß, dass ist sehr schwer. Alles Gute euch!