Angst vor Insolevenz - was würdet Ihr machen???

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von michi3005 12.09.08 - 09:30 Uhr

Hallo,

bei meinem Mann in der Arbeit sieht es ganz schlecht aus #schmoll, sie wollen das Weihnachtsgeld streichen, auf 40 Stunden die Arbeitszeit erhöhen ohne Entgeld.

Sie machen zwar sehr viel Umsatz aber, die Firma die sie aufgekauft hat, zieht mehr Geld raus wie sie einnehmen und wollen nichts investieren #kratz

Jetzt gab es erst wieder eine Lohnerhöhung, aber auf der anderen Seite wird von Entlassungen gesprochen, 100 Mann sollen entlassen werden #wolke

Er hätte die Möglichkeit wo anders anzufangen, aber mit viel weniger Gehalt, was würdet Ihr machen weiter in der gewohnten Firma arbeiten, in der er schon gelernt hat und relativ gut verdient und abwarten, oder gleich gehen.

Die Mitarbeiter meinen, ein paar Jahre wird es schon noch gut gehen, aber dann?

LG
Michaela

Beitrag von manavgat 12.09.08 - 09:44 Uhr

Ich würde sehen, dass ich Land gewinne.

Wie wäre es mit Bewerben bei anderen Firmen?

Gruß

Manavgat

Beitrag von michi3005 12.09.08 - 10:08 Uhr

Er hätte ja den Job in einer anderen Firma, der Vorteil wäre auch, dass ein Auto wegkönnte da es zu Fuß bzw. Fahhrad zu erreichen ist.

Aber weniger Geld und ein bischen schlechtere Arbeitszeiten #kratz

Ja aber welche Firma ist schon sicher?

LG

Beitrag von halbnomadin 12.09.08 - 10:37 Uhr

wenn er kein Auto mehr braucht, hat er effektiv vielleicht sogar mehr.


Wieviel Lohnunterschied macht den das pro Jahr? Und was hat Euch das Auto in den Letzten 12 Monaten gekostet (also, Benzin, Steuern, Versicherunge, Reparaturen, Reinigung...)

Müsst ihr mir nicht verraten, aber mal durchrechnen schadet nicht.


Im Übrigen: sicher ist natürlich nichts, aber wenn schon offen von Entlassungen geredet wird, sollte man das sinkende Schiff verlassen.

Und weniger Geld lohnt sich manchmal: er würde z.B. einen kostenlosen Gesundheitskurs belegen ;-)



Grüße
halbnomadin

Beitrag von michi3005 12.09.08 - 10:47 Uhr

Mal sehen, er verdient halt noch relativ gut, alle meine Bekannten haben zu zweit soviel wie er alleine, ABER von Insolvenz wird schon seit Jahren geredet, bisher wurde weder das Weihnachtsgeld noch das Urlaubsgeld gestrichen und schon seit zwei Jahren angedroht.

Entlassen wird mit Sicherheit er erst mal nicht, weil er am längsten dabei ist, besondere Qualifizierungen hat, die in dem Betrieb blos 2 von 600 Leuten vorweisen können und er sozial so schnell nicht kündbar ist.

Ich wäge halt gerade ab, noch ein bischen das Geld mitzunehmen, gedroht wird überall, viel zu sparen und in 6 Jahren wäre unser Haus abbezahlt, oder gleich abspringen und halt weniger zu verdienen, aber was wenn der neue Betrieb pleite geht?

Er hat eine 36 Stunden Woche, in dem Neuen hätte er im vornherein über 40.

LG

Beitrag von maus152449 12.09.08 - 10:54 Uhr

Bei den besonderen Voraussetzungen die Dein Mann hat und der hohen Mitarbeiterzahl würde ich nicht kündigen.
Es kann gut und gerne noch Jahre gut gehen, es kann aber auch morgen vorbei sein, das weiß man nie.
Fakt ist, seine Position ist relativ sicher und somit ist er wohl bis zum Schluß dabei. Wie Du schon sagst: Wo ist es heute noch sicher, vor allem wenn er neu anfängt?

Und wer weiß, evtl. entwickelt sich alles zum Guten und die Firma lebt weiter.
Wünsch Euch alles Gute!

Gruß
Maus

Beitrag von manavgat 12.09.08 - 12:32 Uhr

Der Mann wird älter.

Und dann kann es ganz schnell heißen: brauchen wir nicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von maus152449 12.09.08 - 12:52 Uhr

Richtig, aber jetzt hat er Kündigungsschutz der ziemlich stark ist, und - für den Fall des Fortbestandes des Unternehmens - auch gute Aussichten auf Abfindung wenn es heißt brauchen wir nicht mehr.

In einem neuen Unternehmen gibt Dir auch keiner eine Garantie, dass es funktioniert und dort ist der Job wesentlich unsicherer. Das meinte ich.

Gruß
Maus

Beitrag von marion2 12.09.08 - 13:58 Uhr

"aber jetzt hat er Kündigungsschutz der ziemlich stark ist"

Willkommen im wirklichen Leben - das macht man dann so:

1. Umstrukturierung

2. Schließen des Betriebsteils mit den unerwünschten Mitarbeitern, die Hoppla #schock alle genau dort gelandet sind

LG Marion

Beitrag von maus152449 12.09.08 - 14:04 Uhr

Ich weiß wie man's macht, nur ist das schwieriger als in einem neuen Job, bei dem er keine Ansprüche hat, Probezeit und eben als letzter in der Reihe steht, sprich wieder der erste ist, der gehen muß...

Hab ja auch nur gesagt, was ich machen würde. Die Entscheidung kann ja jeder für sich treffen.

LG
Petra

Beitrag von marion2 12.09.08 - 09:46 Uhr

Hallo,

ich würde mich seelenruhig nach einem anderen Job umsehen. Muss ja nicht der erstbeste sein. Das zweite Angebot tuts sicher auch.

Viel Umsatz ist übrigens noch lange kein Gewinn.

LG Marion

Beitrag von michi3005 12.09.08 - 10:09 Uhr

Eigentlich haben sie auch genug Gewinn, aber zuviele Privatentnahmen #schock

LG

Beitrag von maus152449 12.09.08 - 10:19 Uhr

Woher möchtest Du das wissen?
Hast Du dafür fundierte Beweise oder lediglich das normale Gerede der Angestellten?

Beitrag von michi3005 12.09.08 - 10:40 Uhr

Fachblätter, dieser amerikanische Konzern ist dafür bekannt ein Unternehmen auszusaugen = aufkaufen, alles raussaugen und dann abstoßen und auf zum nächsten, es heißt in der Fachliteratur, zu vergleichen mit einem Schwarm Heuschrecken!

Beitrag von maus152449 12.09.08 - 10:50 Uhr

Ok, das sind dann hier allerdings zwei paar Stiefel wovon wir sprechen: Asset Deals sind keine Privatentnahmen und haben auch nichts damit zu tun...

Beitrag von marion2 12.09.08 - 11:47 Uhr

Die Fachblätter übertreiben manchmal ganz schön. Hab mal als Elternzeitvertretung für ein Unternehmen gearbeitet, dass "ausgesaugt" wird. Seit einigen Jahren schon. Sie haben erst viele entlassen um jetzt wieder viele einzustellen.

Beitrag von drachenengel 12.09.08 - 09:51 Uhr

Hallo Michaela,

ich bin da geteilter Meinung.. einerseits sag ich wechseln, andererseits kenne ich das selber mit den Kürzungen etc..

Wir wurden auch alle im Handwerk auf 40 Std (von 38 Std) wöchentlich hochgesetzt, Weihnachtsgeld wurde gestrichen.
Allerdings gab es dafür auch eine Mitarbeiterbesprechung und es wurde offen Klartext geredet..

Das Problem bei einem Wechsel zu einem anderen AG sehe ich darin, dass er dort der neueste Mitarbeiter ist, somit wieder Probezeit, weniger Einkommen und schneller kündbar...

Wegen der Angst, was in ein paar Jahren sein wird, das trägt jeder Arbeitnehmer mit sich rum...

Egal ob Industrie, Handwerk, Handel oder sonst was...
selbst die Arbeitgeber, die mal als todsicher galten, mussten entlassen und entlassen weiter..
ob vertretbar oder nicht, lassen wir mal dahingestellt..

Ich wechselte auch mal, da Insolvenzgefahr drohte.. nun der damals gefährdete Betrieb besteht noch, während der neue AG von heut auf morgen (für uns Arbeitnehmer) platt war...

Gruss
Mone

Beitrag von michi3005 12.09.08 - 10:06 Uhr

Ja bei mir in der alten Firma hieß es auch immer die Bilanz geht jetzt null auf null und es muß die Insolvenz beantragt werden, das ist jetzt auch 7 Jahre her und die bestehen immer noch und haben sogar komplett renoviert!

Wir sind hin und her gerissen#kratz.

LG

Beitrag von casssiopaia 12.09.08 - 12:12 Uhr

Hallo Michaela!

Ich kenn mich in der freien Wirtschaft nicht aus.

Aber wenn Du schreibst, dass Dein Mann sehr lange in der Firma ist, besondere Qualifikationen hat und auch vom sozialen Standpunkt her schwer kündbar ist, würde ich diese Stelle auf keinen Fall aufgeben.

Er hat in dieser Firma eine gewisse Stellung, arbeitet "nur" 36 Stunden, verdient sehr gut und Du sagst, er würde - wenns denn soweit kommt - als einer der letzten gekündigt werden. Da würd ich ja gar nicht überlegen. Er sollte in der Firma bleiben und erstmal abwarten. Vielleicht gehts ja noch viele Jahre gut.

Nebenbei kann er sich ja trotzdem umschauen und eventuell auf andere Stellen bewerben. Aber wie Du und andere Userinnen schon geschrieben haben, keine Stelle in der freien Wirtschaft ist heutzutage sicher und bei einer anderen Firma wäre er der Neue und einer der ersten, die wieder gehen müssten. Jetzt in der Firma ist er der "alte Hase" mit besonderen Qualifikationen...

VG
Claudia #sonne

Beitrag von michi3005 12.09.08 - 13:51 Uhr

Danke, Euch allen.

LG
Michaela