Kaninchen: Niereninsuffizienz / E.C.-Ausbruch - Frage?

Archiv des urbia-Forums Mein Tier & ich.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Mein Tier & ich

Welches Haustier passt zu unserer Familie? Wie oft muss ein Hund geimpft werden? Woher bekommen wir Rennmäuse? Tierliebhaber finden in diesem Forum Antworten auf alle Fragen rund um die Tierhaltung. Achtung: Über unser Forum dürfen keine Tiere weitergegeben werden.

Beitrag von risala 12.09.08 - 10:48 Uhr

Hallo!

Ich habe vor ca. 8 Wochen mein "übrig" gebliebenes Kaninchen abgegeben, nachdem die Partnerin überraschend verstorben ist (hätte ihm keine optimale Haltung mehr bieten können bzw. konnte das schon länger nicht). Habe über den Kaninchenschutz ganz tolle neue Leute mit viel Kaninchenerfahrung vermittelt bekommen und habe mich für Willy sehr gefreut. Er sollte dort in eine Gruppe von 5 bestehenden Kaninchen integriert werden. Willy war bei mir nie krank, TÄ haben nie Übergewicht od. sonstige Probleme diagnostiziert. Ich bekam immer zu hören, dass alles ok ist mit ihm. Nun stellt sich heraus, dass dem nicht so ist.

So, die neuen Besitzer waren mit Willy beim Tierarzt (Tierklinik mit "Kaninchentierarzt"). Willy hat wohl massives Übergewicht (wiegt ca 3kg/3,5kg sollte ca. 2-2,5kg haben) und es wurde vor 2-3 Wochen eine schwere Niereninsuffizienz diagnostiziert. Ausgelöst vermutlich durch einen länger zurückliegenden E.C.-Ausbruch. Er bekam wochenlang 3x tägl. Infusionen und muß wohl sein leben lang 1x wöchentlich weitere Infusionen bekommen. Außerdem wurde er 1 Woche lang zwangsernährt.

Mich belastet das ganz sehr. #heul Niemals hätte ich unseren Willy wissentlich krank abgegeben. Eine Integration in die große Gruppe ist nicht mehr möglich, da dieser Stress wohl seinen Tod bedeuten würde. Er bekommt jetzt ein separates Gehege mit einer Partnerin.

Könnt ihr mir sagen, was ein E.C.-Ausbruch ist? Konnte bei Mr. Goggle nichts finden, was mit weiherhilft. Ich kann mir halt auch gar nichts darunter vorstellen.

Außerdem die Frage: Ich habe Willi und seine Partnerin Tattoo von einem entfernten Bekannten (kein Kontakt mehr) übernommen, der vor ca. 3 Jahren seine "Zucht"
aufgelöst hat (zum Glück). Gehalten wurden die Kaninchen dort in einem nicht isolierten Gartenhaus in "normalen" Käfigen mit Spänestreu und ohne isoliertes Häuschen. Natürlich auch einzeln. Bei gutem Wetter durften die Kaninchen tagsüber in ein relativ großes Gehege im Garten - aber auch ohne Unterschlupf. Gefüttert wurden sie mit Pelletts und sehr viel Heu sowie Grünfutter.

Kann Willy sich hier E.C. geholt haben und die Nierenprobleme?
Bei uns wurden die zwei (noch getrennte Haltung) über bestimmt 8 Wochen langsam an die Innenhaltung gewöhnt (erst Balkon, dann unbeheizter Raum, dann langsamer Temperaturanstieg durch heizen bis zur normalen Zimmertemperatur (18-20°C). In dieser Zeit wurde Willy auch kastriert - auch ohne dass der TA irgendwas auffälliges festgestellt hätte bei der Vor- und Nachuntersuchung.

Ist das alles verständlich? Ich bin etwas "durch den Wind", mache mir Gedanken, was ich falsch gemacht haben könnte.

Danke fürs lesen!

Kim

Beitrag von risala 12.09.08 - 10:56 Uhr

So, google hat nun doch etwas "ausgespuckt"

E.C. ist Encephalitozoonose (auch e.c. oder Headtilt, Schiefhals)

ABER: Bei mir hat er das nie gehabt. Keins der Symtome ist jemals bei ihm zu sehen gewesen. Er hat sich immer normal bewegt, den Kopf normal gehalten, gut gefressen (zu gut) und war auch nie auffällig. Tierarzt hat ja auch nie was gesagt.

Beitrag von dominica 12.09.08 - 22:14 Uhr

Hallo!

Du weißt ja jetzt was E.Cuniculi ist. Die Krankheit ist echt tückisch, sie kann auch latent sein, d.h. ein Kaninchen kann den Erreger jahrelang in sich tragen, ohne daß die Krankheit ausbricht. E. Cuniculi kann sich auch ganz anders bemerkbar machen, als in Schiefhals oder in Lähmungen. Schau mal hier:
http://www.kaninchentreff.de/faq-ecuniculi1.htm

Ob nun die Krankheit etwas mit dem Nierenversagen zu tun hat, oder nicht, kann Dir wahrscheinlich nicht mal ein TA sagen. Wurde denn E.C. eindeutig im Blut nachgewiesen über den Titer-Wert?

Ich kann nur von meinem Kaninchen erzählen, das ebenfalls Nierenversagen hatte, (ohne daß E.C. überhaupt in Betracht gezogen wurde). Er hatte zudem kleine Steine in den Nieren, was wohl auch der Auslöser war. Ich mußte mit ihm ständig zur Infusion. Wenn es ihm schlecht ging, fing er an zu zittern und konnte sich kaum mehr auf den Beinen halten, hatte Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen. Also ähnlich wie bei E.C. Allerdings kamen diese Symptome durch die fehlende Flüssigkeit und mangelhafter Nierenfunktion. Bekam er dann durch die Infusionen wieder Flüssigkeit zugeführt, ging es ihm im Minutentakt wieder besser. Ich habe sein Leben auf diese Weise um 1 1/2 Jahre verlängern können und viel viel Geld dabei ausgegeben. Ich bereue dies nicht, aber ich kann Dir leider keine großen Hoffnungen machen, daß er jemals wieder ganz gesund wird. Leider kann man Kaninchen nicht an ein Dialysegerät anschließen....

Nierenversagen, Nieren- und Blasensteine kann von calciumhaltigem Futter kommen, vorallem von getrockneten Kräutern. Daher füttere ich meinen Kaninchen keine Kräuter mehr und nur ganz selten mal ein paar frische Blättchen, denn frisch enthalten sie weniger Calcium als in getrockneter Form.

Grüße Dominica

Beitrag von dominica 12.09.08 - 22:16 Uhr

Und: E.C. ist ansteckend. Er kann es deshalb schon vom Züchter gehabt haben.