Ich schaffe das alles nicht mehr.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von herzilein111 12.09.08 - 12:26 Uhr

Ich bin seit über 8 Jahren verheiratet und seit über 11 JAHREN mit meinem Mann zusammen. In der Zeit hatten wir gute und schlechte Zeiten. ´Wir haben ein Haus gebaut, 2 gemeinsame Söhne zu Hause und eine Tochter beerdigt (das ist aber schon über 4 Jahre her). Zusätzlich habe ich eine Tochter im Alter von heute 15 Jahren die mich mit ihrem Zickenkrieg schon ganz schön wahnsinnig machen kann.

Mich hat immer schon gestört, dass mein Mann seine Zeit nach seinen Wünschen oder den Wünschen anderer plant und ich hintenanstehen musste. Für íhn ist die Klassische Rollen verteilung ebenso logisch wie, dass ich immer und jederzeit zu hause und für ihn erreichbar bin während er sich außerhalb tummelt. Er ist leidenschaftlicher Angler und versucht mit den Fischen zu Ruhe und Entspannung zu kommen. (Das liegt mir gar nicht) Außerdem hat er sich vor ein paar Jahren einen Forellenteich zugelegt und verbringt fast seine komplette Freizeit damit daran zu arbeiten und die Fische zu verwerten. (grillen, räuchern etc) So ein Weiher ist mehr arbeit als man denkt.

Damit will ich nicht sagen, dass er sich nur vergnügt, sondern er arbeitet zum großen Teil. Sicherlich auch für uns. Er schraubt an unseren Autos fast alles selbst, und das ist bei alten Autos nicht zu unterschätzen, er hat an unserem Haus zu tun, er arbeitet Schichtdienst (auch Wochenende und Feiertage) und wenn irgendwer auf dieser Welt kommt und ihn um einen Gefallen (arbeit) bittet, kann er nicht nein sagen. Er hat schon reihenweise alte Autos in mühevoller zeitraubender Arbeit wieder hergerichtet für den Tüv (nicht unsere), er ist der Hausmeister und Blitznotdienst für seine Eltern.(Wasser Heizung Sanität Auto und Haus), damit meine ich auch, dass die schon mal um 23 Uhr abends anrufen weil der Duschabfluss verstopft ist und mein Mann losrennt, obwohl wir es uns gerade gemütlich gemacht haben mit einer Flasche Wein und er besser nicht mehr Auto fahren sollte.
Für seine Arbeitskollegen reist er sich 6 Beine aus. Er organisiert Schichtfeste, kümmert sich um die Motorisierten Spielzeuge derer Kinder, kümmert sich um Internetbestellungen und Einkäufe inkl. Reklamationen und ist natürlich auch dort immer der Haus und Werkstattmeister. Als er auch noch bei einem Kollegen an der Sattelitenanlage schrauben wollte, obwohl er selbst davon weniger versteht und sich erst schlau machen müsste habe ich gestreikt.

Die Zeit geht unseren eigenen Kindern ab und vor allem mir. Wir müssen damit auskommen, dass mein Mann vielleicht noch zu einer Mahlzeit am Tag mit uns am Tisch sitzt und ansonsten immer irgendwelche arbeiten anstehen hat. Die Jungs kennen den Papa nur noch in Arbeitshosen.

Und ich? Ich stehe mit den 3 KIndern, dem Haushalt einem Hund einem Garten und allem was damit verbunden ist alleine da. Ich kann noch nicht mal auf eine Oma zurückgreifen, weil seine Mutter uns mitteilte, dass wenn es nach ihr ginge sie gar keine Enkel bräuchte. Sie hat das zwar gleich wieder korrigiert, aber sie lässt sich hier nicht blicken und wenn wir mal einen Babysitter brauchen, dann muss ich das am besten vorher schriftlich anmelden und dann kann es bis zur letzten Minute noch sein, dass sie wieder absagt.
Ich arbeite zusätzlich Nachts auf 400 Euro Basis beim Zeitungsaustragen und bin oft ganz schön müde. Meine Schwiegermutter ließ sich von unserem Jüngsten (3Jahre) breitschlagen und hat ihn mitgenommen. Ich habe mich noch bedankt und ihr gesagt, dass ich die Zeit nutzen möchte und jetzt ins Bett gehe. Ich war schon seit 3 Uhr früh auf den Beinen.....nach 1 Stunde, ich war noch nicht mal richtig eingeschlafen, war sie mit dem Kind schon wieder da. Der Opa hätte keine Lust mehr zum Babysitten und sie will sich jetzt auch lieber zu einem Mittagsschlaf hinlegen.

Ich habe in den letzten Jahren gelernt wie man Fliesen legt, Terrassen und Einfahrten pflastert, ich maler unser Haus ich kann Löcher bohren und Lampen aufhängen und das alles, weil ich nicht ersehen kann, wenn mein Mann immer alleine mit der ganzen Arbeit steht, weil wenn wir mal jemanden brauchen, hat in der ganzen Familie nur selten jemand Zeit.

Bei all den Sachen ist die Liebe wohl etwas auf der Strecke geblieben. Mein Mann meint, wenn er denn mal 10 Minuten zu hause ist, braucht er mich nur am Busen anzufassen und ich falle willig um. Irgendwo hatte ich mal gelesen, ein gutes Vorspiel würde 72 Stunden vorher beginnen. Damit meinte eine Frauenzeitschrift, aufmerksamkeit, umwerben umsorgen Kaffee ans Bett zb. gemeinsame Gespräche Spaziergänge....Alles Fehlanzeige bei uns. Mein Mann fängt 3 Tage vorher an zu grapschen wenn er an mir vorbeiläuft und deklariert das als Vorspiel. Manchmal möchte ich mich noch nicht mal zur Spülmaschine bücken.

Oft bin ich so fertig, dass ich noch nicht mal mehr reden kann, dann kommt mein Mann, textet mich in 10 Minuten mit so viel sinnigen und unsinnigen Information voll dass mir der Kopf schwirrt und wenn ich dann nicht mehr schlagfertig und gewand antworte, schmollt er. Weil wenn er schon mal zu hause ist, muss ich doch für ihn Zeit haben. Meine Geburtstagsgeschenke soll ich mir wenns geht selber kaufen. (Ich geb dir 100 Euro, kauf dir was schönes). Letztes Jahr habe ich eine Schrank fürs Wohnzimmer bekommen.

Ich bin sooft, so alleine mit allem, dass ich mir oft denke, wenn ich alleine mit den Kinder wäre, dann muss ich mir nicht dauernd ´von ihm sagen lassen was ich in der Kindererziehung falsch mache ( er bekommt ja immer nur einen bruchteil mit, weil er nie da ist und das ist dann leider gottes meistens, wenn wir zu hause Stress haben vor allem mit der Großen, die kann ihm sowieso nur schlecht was recht machen) und ich muss mich nicht noch zusätzlich um meinen Mann kümmern.

Vor 10 Jahren lag ich mit Lungenentzündung im Bett. Und mein damals noch Freund sagte, er fährt jetzt zum Fischen, dann brauche ich mich nicht noch zusätzlich um ihn kümmern. Und damit war er weg. Und ich lag da alleine mit meiner 5 Jährigen Tochter am Hals und dem Haushalt inkl. jeder Menge Wäsche.

Es klingt alles furchtbar dramatisch, wenn ich das hier so schreibe, ist ja nur die Kurzfassung. Es gab auch schöne Momente. So viel schöne, dass ich noch immer behaupte ihn zu lieben. Aber mittlerweile kann ich einfach nicht mehr, ich leide teilweise schon unter Depressionen. Mein Mann ist auch unzufrieden, er findet es gar nicht toll, dass das mit seinen Sexuellen Vorstellungen so nicht klappt. Wenn ich fix und fertig abends ins Bett falle, habe ich einfach keine Lust mehr auf stundenlangen Auschschweifenden Sex. Mit zunehemenden Jahren bin ich immer mehr alleine und der Sex demzufolge immer weniger. Schlimm ist, dass er mir solchen Dinge immer vorhält wenn Freunde da sind. Er muss sich dann immer auf meine Kosten profilieren.

Ich schaff das einfach nicht mehr.

Danke fürs zuhören.

Beitrag von shalyda 12.09.08 - 13:08 Uhr

Liebe Herzilein,

da hast Du Dir jetzt wenigstens mal ordentlich Luft gemacht!

Ich kenne dieses Gefühl gut, alleine für das Privatleben und dessen Organisation zuständig zu sein. Mein Ex-Freund, mit dem ich 3 Jahre Tisch & Bett teilte, war ebenfalls so gestrickt, dass er ein zeitaufreibendes Hobby hatte (in dem Fall nicht Fischen, sondern Autos und deren Instandsetzung). Darüberhinaus war es genauso, dass er niemals zu jemandem, der ihn um Hilfe bat "Nein" gesagt hat - während ich bis zu 3 Monate zu warten hatte bis die neue Lampe überm Ess-Tisch hing. Nur als Beispiel.

Klar - er geht Arbeiten, mein Ex war auch im Schicht Dienst, und da ist auch das Verständnis da, dass er einen Ausgleich benötigt. Bei mir war das Verständnis jedenfalls da - wobei sich auch hier das Verständnis immer mehr in Grenzen hielt - desto weniger Interesse an unserem Zuhause, unserem Privatleben gezeigt wurde.

Mein Ex hatte eine Halle angemietet, die wie eine Werkstatt ausgestattet ist - für sein Hobby. Mein Auto dahingegen blieb ständig stehen, sprang nicht an usw. Denke mal nicht, dass er auch nur einen Finger krumm gemacht hat um mein Auto auch nur ansatzweise in Schuss zu halten. Er hat mir ein Autoradio zur Verfügung gestellt, welches er eines Tages - ohne Vorwarnung - einfach ausgebaut hat - ein Kumpel benötige eines solange er sich kein neues gekauft hatte..

Also wie gesagt, ich kenne dieses Gefühl, was sich schleichend immer mehr verstärkt. Man hat das Gefühl, sieht man den Partner noch einmal in Arbeitshosen, kotzt man ihm vor die Füße (ums mal beim Namen zu nennen).

Auch bei uns war an Sexualleben nicht mehr zu denken. Ein beherzter Griff, beim einschlafen, zwischen meine Beine war nicht das, was ich unter "Lust" verstehe. Ich habe ihm dementsprechend meine Sexualität verweigert. Gespräche wurden hinterher nur noch in der Form des Informationsaustausches geführt.

Kurzum: Wir waren eine Wohngemeinschaft, jegliche Emotionen waren überwiegend negativ und eine Freundschaft bestand schon lange nicht mehr zwischen uns.

Ja, ich habe auch mit ihm darüber geredet. Doch irgendwann stand fest - es war alles gesagt und jedes weitere Wort führte dazu, dass wir die Sache nur weiter zerredet haben.

Er ist so - heute noch - und die zukünftige Frau an seiner Seite wird damit leben müssen. Ich nicht.

Die Beziehung fand ein sofortiges Ende, als er dem ganzen das Krönchen aufgesetzt hat und mich belogen, betrogen und hintergangen hat. Das war aber mein spezieller Fall - ich möchte Deinem Mann nichts unterstellen.

Der beste Freund von meinem Lebensgefährten (der jetzige) angelt auch.. Ich sehe wieivel Zeit das in Anspruch nimmt - seine Freundin hat ein Pferd - so gleicht sich das bei denen aus.

Ich würde Dir gern was Raten - aber außer, dass Du für Dich Freiräume schaffen musst, in denen Du bewusst was NUR FÜR DICH tust, kann ich Dir nicht raten.

Ich habe damals (die Geschichte mit diesem EX von mir ist nun ca. 3 Jahre her) keinen Weg gefunden die Beziehung auf einen anderen Weg zu führen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und die Gabe Dich an den schönen Dingen festzuhalten die Du hast, ich weiß wie schwer das ist.

Ganz liebe Grüße
Shalyda

Beitrag von juprie 12.09.08 - 18:25 Uhr

Hallo herzilein111,

oh je, das tut mir leid. Du klingst wirklich ungluecklich und sehr gestresst...
Ich kann Dir nicht wirklich etwas raten, aber hast Du Dich denn jemals mit Deinem Mann hingesetzt und ihm genau erklaert, wie Du Dich fuehlst? Ich wuerde ihm die Message zeigen, die Du hier geschrieben hast. Daraus muesste er erkennen, wie sehr Dein Herz schmerzt und dass auch DU Beduerfnisse hast, die er einfach ignoriert.
Ich hoffe, dass er dann merkt, dass Ihr etwas aendern muesst, um (wieder) gluecklich zu werden. Mach` ihm aber keine Vorwuerfe, sonst blockt er wahrscheinlich. Frag` ihn, wann er mal Zeit hat, sich mit Dir hinzusetzen und redet ueber Euer gemeisames Leben, wie es sich veraendert habt, wie es mal war und was Ihr tun koennt, um die "alte" Liebe wieder zu erwecken.
Betreut denn Dein Mann nie mal Eure Kinder? Was Du braeuchtest, ist wahrscheinlich erstmal ein entspannendes Spa Wochenende, wo Du so richtig verwoehnt werden kannst und Dich wiederfinden kannst. Danach das Gespraech mit Deinem Mann zu fuehren, waere sicher am besten.
Auch denke ich, dass eine Eheberatung nicht schaden kann, denn nach sovielen Jahren ist es schwer, sich einfach so zu aendern und die Situation scheint mir ziemlich verfahren. Meinst Du, dass Dein Mann das machen wuerde, fuer Euch?

Ich drueck` Euch die Daumen und hoffe, dass sich das wieder einraenken laesst.

LG,
Julia.

Beitrag von Grumbär 12.09.08 - 19:03 Uhr

Hallo Herzilein,

wie man sich bettet so liegt man. Mir scheint du hast permanent versucht, deine Familie alleine zu deligieren.
Was ich damit sagen will:
Vielen Frauen, kann es kein Mann recht machen.

Spült er z.B. ist es vielen Frauen nicht gut genug.
Putzt ein Mann, ist es vielen Frauen nicht gut genug.
Erzieht ein Mann, ist es vielen Frauen zuwider.

Nur irgendwann nehmen die Aufgaben überhand, weil sich der Mann ausgeschlossen fühlt, bzw irgendwann denkt (die macht das schon)

Ich rate dir:
Fahre 2 Wochen alleine in Urlaub und lass ihn alleine mit allem.
Kannst du dir das nicht leisten, schlupf 2 Wochen bei deiner Freundin unter.
Unabhängig davon, ob die Kinder Schule haben udn ohne lange Planung. Sag ihm 2 Tage vorher, dass du Urlaub machst.
Er kann sich Urlaub nehmen oder muss eben anders organisieren.

Bringt das nichts, bleibt dir imemr noch die Trennung.

Meckern, ihm vor Augen halten das alles bringt nichts! Er muss es selbst erleben.

alles Gute

Beitrag von xyz74 12.09.08 - 20:24 Uhr

Du bringst es auf denPunkt!

Beitrag von herzilein111 13.09.08 - 10:54 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort. Ich denke zum teil hast du recht. Ich habe vieles alleine gemacht. Weniger weil ich es ihm nicht zutraue, sondern weil ich ihn einfach entlasten wollte. Schichtarbeit, ein Haus bauen, alles sehr zeitaufwendig. Das ich an seiner Arbeit "rummeckere" ist auch richtig. Allerdings muss ich dazu sagen, dass mein Mann ein richtiger Macho ist. Ein Cholerischer noch dazu. Über viele Jahre habe ich einfach nur geschluckt wenn er MICH kritisiert hat. Zb. Beim Essen. Er hat seine Vorstellung davon und weicht keinen Zentimeter davon ab. Wenn ich nicht nach seinen Wünschen gekocht habe, dann hat er einfach noch mal gekocht ohne mein Essen anzurühren und mir dann die Küche zum aufräumen überlassen.

Ihn zu kritisieren habe ich erst lernen müssen. Ich habe sein gekochtes Essen runtergewürgt und ihn trozdem gelobt, weil ich wollte das er öfter mal kocht. Ergebnis von dem Ganzen: Er hat vor allen Familienmitgliedern und Freunden geprahlt, wie gut sein Essen ist. So gut, dass seine Frau ihr eigenes Essen stehen lässt und lieber seins isst. Mehr geholfen hat er mir deswegen nicht, sondern großzügig den Chefkoch raushängen lassen wenn er meinte, mich mal wieder klein machen zu müssen.

Ich kann das beliebig fortsetzen. Fliesenlegen hat er über Jahre hinausgeschoben und wir hatten ewig einen unfertigen Fußboden. Also habe ich damit angefangen. Als ich fast fertig war ist er gekommen únd hat mir überall gezeigt, wo die Fuge nicht 100%ig ist. Früher habe ich mir gerne helfen lasse, wenn ich eine seiner unfertigen Arbeiten an unserem Haus vollenden wollte. Mittlerweile mach ich das möglichst ohne dass er es merkt. Ich habe es satt, unfertige Ecken anschauen zu müssen und von ihm immer das negative um die Ohren zu bekommen.

Urlaub? Für mich? Alleine? Undenkbar!!!!!! Er fährt alle paar Jahre mal alleine für 1-2 Wochen zum Fischen. Mehrmals im Jahr übers Wochenende. Manchmal nimmt er unseren mittleren Sohn 7 mit, meist nicht. Wenn ich meine Eltern besuchen will (400km) habe ich erstens die Kinder immer dabei und 2. muss ich das vorher anmelden. Ich muss dazu sagen, dass mein Mann nicht auf die schnelle Urlaub bekommt. Nicht mehr als vielleicht 1 freien Tag und das ist nur ganz schwer zu kriegen. Seinen Urlaub muss er ein Jahr im vorraus für ein ganzes KalenderJahr planen. Wenn ich heute sage, ich möchte übermorgen alleine wegfahren, kann ich das genauso gut meinem Hund erzählen.

Ich habe mir dieses Jahr ein eigenes Auto erkämpft. Ich habe 5 Jahre lange aus Kostengründen darauf verzichtet. Wir wohnen hier am Land ohne Busverbindung. Nach dem mein Sohn 7km entfernt denSChulbus verpasst hat und ich bald verzweifelt bin bis ich jemanden gefunden habe der ihn holen kann, habe ich mich nicht mehr von einem eigenen Auto abbringen lassen. Mein Mann fand das gar nicht witzig. Ich soll mich nicht so anstellen. Ich hätte doch gar nicht so lange auf ein Auto verzichtet und überhaupt. Hat doch super geklappt mit nur einem Kfz. Ich konnte einkaufen fahren wenn er mal grad zu hause war und das ist nicht oft. Arztbesuche mit den Kinder oder anderes muss ja nicht unbedingt sein. Alles nicht notwendig. Das er jedes mal gemeckert hat wenn ich dann auf ihn gewartet habe und dann meine Wege zu erledigen vergisst er jetzt geflissentlich. " Immer fährst du weg, wenn ich mal zu hause bin" war da noch sehr harmlos.

Ich will nicht sagen, dass ich mich gleich Trennen will. Und Fakt ist auch, dass Frauen und Männer anders Kommunizieren. Versucht habe ich es. Ich habe, gesprochen, erzählt, geheult, gejammert, gebettelt, sogar versucht ihn zu erpressen. Er hat das alles abgetan als Laune. Meine Frau hat gerade ihre Tage!

Wenn er dann doch mal zu hause blieb. Zb auf sein Kartenspielen am Sonntag vormittag verzichtet hat, wenn er denn am Sonntag frei hatte, dann immer mit dem Spruch: Ich wäre ja so gern gegangen, aber meine Frau lässt mich nicht!!!! Es ging soweit, dass er seine Arbeitskollegen, Freunde und Familie vorgeschickt hat, sie müssten erst bei mir fragen, ob mein Mann mitgehen darf. Ich habs satt immer als Buhman dazustehen. Weil wenn mein Mann irgendwohin gehen will, fragt er mich auch nicht. Dann ist er einfach weg.

Ich bin mit meinem Latein am Ende

Beitrag von paulfort35 13.09.08 - 10:49 Uhr

Ihr scheint nicht mehr viele Gemeinsamkeiten zu haben und habt euch ziemlich auseinandergelebt. Dein Mann nimm euch anscheinend gar nicht richtig wahr als Lebensinhalt und hat wohl nicht das bedürfnis, viel zeit mit euch zu verbringen. Es kann aber gut sein, dass sich die anderen hobbies und das viele Helfen für andere einfach nur so "eingeschlichen" haben. Auf jeden Fall solltest du das Problem thematisieren und Dir überlegen, ob Du eure Beziehung retten willst - und dabei aber neu gestalten, evtl mit Hilfe einer Paarberatung - oder ob Du lieber eine Auszeit hättest, um Dir über Deine Gefühle klarer zu werden. Oder ob Du überhaupt nicht mehr willst. Auf jeden Fall kann es so nicht weiter gehen. Ich finde auch die Sache mit der Lungenentzündung ziemlich entsetzend, ehrlich gesagt.

Beitrag von herzilein111 13.09.08 - 11:22 Uhr

Das Helfen hat sich schon so eingeschlichen. Viel gearbeitet für alle anderen hat er immer schon. Aber durch das haus hat sich das verselbstständigt. Einige Leute (Familie) haben uns beim bauen geholfen und dafür eine Gegenleistung erwartet. Das soweit ja auch Legitim ist. Nur nehmen die Gegenleistungen kein Ende. Sein Stiefvater zb. kennt unsere Jungs noch nicht mal beim Vornamen. Wir sehen ihn das ganze Jahr nicht. Nur wenn sein Auto spinnt findet er unsere Telefonnummer. Mein Mann hat in den letzten 6 Jahren 3 (!) Schrottreife Autos für ihn wieder auf Vordermann gebracht. Inkl. Löcher zuschweißen, entrosten,Lackieren etc. Das waren immer mehrer Wochen Arbeit pro Auto. Und jetzt ruft der Mann schon wieder an. Ich habe ihm am Telefon mittgeteilt, dass mein Mann keine Zeit hat. Statt die Gelegenheit zu nutzen und dann auch mal wirklich "keine Zeit#" zu haben, fährt mein Mann heimlich rüber. ICh sage ja, wenn er fahren will, fährt er einfach. Andererseits jammert er, dass er zu wenig freie Zeit hat und von einem Termin zum anderen Rennt. Seine Freie Zeit sind aber wohl eher nicht wir, wir sind nur die Dekoration, falls er uns überhaupt irgendwo dabei haben möchte. Eigentlich reicht es wenn wir für sein persönliches Wohl zuständig sind, inkl. Sex.

Gott tut das gut alles mal loszuwerden!!!!!

Beitrag von paulfort35 13.09.08 - 14:36 Uhr

Und vor allen Dingen wirst Du Dir jetzt über alle Probleme genau klar bzw. kannst sie beim Namen nennen. Schreib' doch mal alles auf - und dann überlege Dir, was Du genau willst - Abhilfe oder ein Ende - oder Bedenkzeit - und gehe dementsprechend vor. Alles Gute!

Beitrag von herzilein111 13.09.08 - 11:41 Uhr

Ich danke euch allen für eure Antworten. Es tut sooooo gut mal alles loszuwerden. Es macht den Kopf erst mal wieder frei und der Gefühlsstau ist weg. Dann kann man auch rationeller wieder nachdenken. Ich denke nicht, dass ich so für immer und ewig weiterleben möchte. Die Frage ist, ob sich mein Mann noch ändern lässt oder nicht. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man die Menschen nicht verändern kann, sondern sich selbst ändern muss, damit man was bewegen kann.
Ich habe damit angefangen und plane jetzt meine Zeit allein. Ich warte nicht mehr daheim, dank eigenem Auto bin ich ja jetzt beweglicher. Leider geht das noch immer nicht in die gewünschte Richtung. Mein Mann schmollt im Moment wenn ich nicht wie gewünscht funktioniere. Gestern hat er mich gefragt, ob ich ihn überhaupt noch liebe, weil ich nicht wieder alleine mit 2 Kinder zum einkaufen fahren wollte. Er wollte lieber ins Bett gehen zum schlafen, statt mir zu helfen, obwohl ich auch so früh aufstehe wie er. Sogar die ganze Woche, mein Mann hatte gerade erst 4 Tage frei. Ich glaube er setzt Liebe mit Skalventum gleich. Wir werden sehen wohin das führt.