Jugenamt!!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von jennysch87 12.09.08 - 18:50 Uhr

ich habe eine bekannte deren kinder sind 3 und 1jahr alt.
ich war jetzt vor kurzen bei ihr und es traf mich der schlag die ganze wohnung ist der reinste saustall die kinder holen essensreste aus den ecken und überall liegen vollgemachte windeln rum....
ihr freund hat sie erst verlassen-aber ich finde das ist keine entschuldigung_Hallo das sind Kinder,achja und ein hund läuft auch noch darum....

die kleinen tuen mir einfach so leid. meint ihr ich kann anonym beim amt anrufen und das melden?

Beitrag von perlexx 12.09.08 - 18:53 Uhr

hi

wenn es eine bekannte ist warum hilfst du ihr vll nicht erstmal, bevor du mit Kanonen auf Spatzen schießt?
vll ist sie z.Z überfordert und freut sich auf jegliche Hilfe, oder Braucht einfach nur ein wenig Unterstützung.

lg

Beitrag von jennysch87 12.09.08 - 18:55 Uhr

ne das habe ich ja schon probiert aber sie findet ihre wohnung top in ordnung.....

Beitrag von sheltie 12.09.08 - 20:49 Uhr

helf ihr doch erst mal beim sauber machen, und renn nicht gleich zum amt.

Beitrag von carrie23 12.09.08 - 22:16 Uhr

Hilf ihr beim saubermachen, anstatt gleich zum Amt zu rennen udn was der Hund damit zu tun hat versteh ich auch nicht.
Oder darf man jetzt keine Haustiere mehr haben??

Wie wäre es wenn du es NICHT anonym machst, das finde ich derart feige.
Wenn du was zu sagen hast dann mach es wenigstens so das sie es mitbekommt und nicht hinterrücks.
DAFÜR solltest du dich schämen.

Beitrag von jade_ffm 15.09.08 - 00:57 Uhr

ich glaube, Sie hat denn Hund erwähnt (nicht weil man keine haustiere haben darf) sondern, weil ehe schon alles dreckig ist und sie ja nicht mal mit den Kindern klar kommt und ein Hund dazu ist zusätzliche Verantwortung, bedenkt man das die Kinder schon am verwahrlosen sind. Warum also auch noch ein Hund?

Hm und warum sollte sie sich gleich schämen müssen? Weil sie anonym bleiben will, wenn sie beim Jugendamt anrufen sollte?
Vielleicht würde sie es ihr sehr übel nehmen, wenn die Thearderöffnerin sagen würde, sie wars. Und dies möchte sie wahrscheinlich nicht, weiss sich aber sonst keinen anderen Rat mehr, wie man ihr helfen könnte.

Ich finde nicht dass man sich gleich schämen sollte

lg

Beitrag von maya2308 13.09.08 - 14:22 Uhr

Huhu!

Keine Ahnung, ob du das noch liest! Aber ich fand das ein wenig zu einfach, was die anderen Mütter geschrieben haben, deshalb wollte ich dazu Stellung nehmen!

Ich finde auf keinen Fall, das es deine Aufgabe ist, ihr bei ihrer Sauberkeit unter die Arme zu greifen! Sie hat sich dazu entschieden zwei Kinder in die Welt zu setzen. Dann sollte sie auch reif genug sein zu wissen, was für die Kinder (rein gesundheitlich) wichtig ist. Und dazu gehört bestimmt nicht, dass die Kinder Essensreste aus den Ecken holen! Manche Leute machen es sich sooo einfach! "Ich hab gerad eine persönlich schlimme Zeit, dann vernachlässige ich einfach mal eben meine Kinder! Es ist ja entschuldigt!"

So geht das doch nicht! Sie wird doch wohl selber sehen, dass das nicht in Ordnung ist! Wenn sie das NICHT sieht, dann sollte man sich wirklich Gedanken bzgl. der Kinder machen!

Du kannst es ihr ja vielleicht erstmal sagen, dass es so nicht geht! Und behalt sie auf jeden Fall im Auge! UND ganz wichtig, reagier rechtzeitig!!!!! Heutzutage ist das sooo wichtig, die Augen nicht zu verschließen, wenn es um Vernachlässigung geht!

LG

Beitrag von lbunny 13.09.08 - 15:31 Uhr

Als ich die anderen Antworten gelesen habe, war ich echt gerührt.
Hat sich ja doch was getan, in den Köpfen der Menschen.
Das Hinschauen nicht heißt , sich geifernd an Ämter zu wenden, sondern sowas wie Nächstenliebe. Verantwortlichkeit in der Hilfe eines Betroffenen zu sehen, nicht in seiner Abstrafung.

Mit dieser inneren Haltung kann man sich dann auch an entsprechende Institutionen wenden ohne verstolen und anonym eine solche Entscheidung für ein anderes Menschenleben zu treffen.
Hat man das Vertrauen der Betroffenen, kann man sie zu Beratungsstellen begleiten um ihr durch die Lebenskrise zu helfen.

Deine Einstellung, so gut sie auch gemeint ist, kann aus einer Lebenskrise eine dauerhafte Zerstörung des Lebens machen.


Ach ja, auch und gerade perfektionistisch veranlagte Menschen sind heute vor Burnout nicht gefeit. Menschen die von sich und anderen erwarten, dass sie stets funktionieren und das ihr Plan stets aufgeht, die die immer wissen worauf sie sich einlassen, bekommen immer häufiger solche Episoden.
Ich wünsche dir sowas nicht...


"Ich finde auf keinen Fall, das es deine Aufgabe ist, ihr bei ihrer Sauberkeit unter die Arme zu greifen!"

Der Satz stört mich am meisten: Hilfe für eine Betroffene kann eben auch so aussehen, dass sie ihr in dem Punkt unter die Arme greift. Dann wäre Aufräumen = Unterstützung in ihrer Krisenüberwindung. vielleicht braucht sie auch was anderes. Aber hier wird keine Faulheit unterstützt, sondern ein Heilungsprozess.

Dir rate ich dringend, dich mit Themen wie Depression und Burnout zu beschäftigen, denn es ist ja heutzutage sooooooooo wichtig die Augen nicht zu verschließen.
Es ist aber auch wichtig sein drittes Auge zu schulen und hinter Schiksale zu schauen.

Beitrag von sandra7.12.75 13.09.08 - 19:05 Uhr

Hallo

Danke für einen Beitrag,Dank Perfektionismus und so ein paar andere Dinge habe ich einen Erschüpfungszustand.
Mein Keller sieht aus,zwar keine Essensreste aber halt unordentlich.Kur ist beantragt und ich hoffe das es mir bald wieder besser geht.
Diese Woche habe ich es geschafft mich 2 mal zum Sport aufzuraffen.Hilfe habe ich nur durch meinen Mann.
Ich schreibe mir jetzt jeden tag ein paar Dinge die ich hier im HH erledigen möchte und die werden dann erledigt.
Und heute hat das super geklappt.

lg

Beitrag von lbunny 13.09.08 - 21:51 Uhr

"ich hoffe das es mir bald wieder besser geht. "

Dir WIRD es bald besser gehen....!!!

Du hast die Ursache erkannt und kannst deine Haltung verändern...

Nimm dir nicht alles krumm, sei lieb zu dir und gehe geduldig mit dir um...beute dich nicht aus...

Alles Gute dir und viel Kraft!

Beitrag von curlysue2 13.09.08 - 19:53 Uhr

Gut geschrieben.


LG

curlysue

Beitrag von nightingale1969 19.09.08 - 11:32 Uhr

Perfekte Antwort auf diesen unsagbar kaltherzigen Beitrag.

#blume

Beitrag von maya2308 21.09.08 - 14:54 Uhr

Ich verabschäue die Faulheit mancher Mütter! Wie oft sieht man in der Glotze (gerade in TalkShows), wie manche Frauen ihren Haushalt verkommen lassen, und dabei auch ihre Kinder vergessen!

Ganz ehrlich, was da aus der Mutter wird ist mir relativ! Wenn sie meint im Dreck ersticken zu müssen, bitte! Sie ist alt genug um sich selber dafür zu entscheiden wie sie lebt! Aber wenn ein Kind darunter leidet, dann kommt es mir hoch! Sauberkeit hat nix mit Burnout oder Putzfimmel etc. zutun! Ich bin niemand der den ganzen Tag nur schrubbt und macht und tut! Aber MEIN Kind wird niemals den Dreck aus den Ecken "fressen"!

Ach ja, und "Unter die Arme greifen" wird da auch nix nützen. Wie denkt ihr euch das!?

Kopf schütteln!!!!!!!!!

Beitrag von lbunny 21.09.08 - 16:14 Uhr

Ich denke DU machst es dir recht einfach und bequem.
Du sitzt geifernd vor der "Glotze" und schaust Talkshows, um .....was...? Was genau gibt dir das?

Ich habe übrigens nicht die Zeit mir Talkshows anzuscheuen, weil ich damit beschäftigt bin mit Menschen zu arbeiten, die versuchen ihr Leben in den Griff zu bekommen und meinen Kindern einen guten Lebensstart zu ermöglichen ..und was machst du, um die Gesichter unserer Gesellschaft "freudlicher" zu machen?


Kreischen und zetern?

Bist du nicht in der Lage ein wenig empathischer durch die Welt zu laufen? Augen UND Herz offen für andere Welte und Lebenssituationen?

Du unterscheidest in keinster Weise und vergisst dabei sogar die Gefühle der Kinder, die eng an die Mutter (Eltern) gebunden sind.

Wir reden hier von dem Fall oben und da die Trennung vom Freund erwähnt ist, im Zusammenhang mit der Vernachlässigung von sich, den Kindern und der Wohnung, kann man von einer Episode ausgehen. Hier setzt man bei der Mutter an, damit diese wieder zu sich findet und wieder leistungfähig wird zum Wohle der Kinder.

Die Fälle die du beschreibst. Hm, schwierig, da es in dieser Welt nun mal verschiedene Lebenssituationen gibt.
Verminderte Intelligenz, wenig förderliche Erziehung, die sich über die Gerationen erstreckt, schlechte finanzielle Situation, Arbeitslosigkeit...mangelnde Bildung und so weiter.
Warum manche Menschen so leben ist so manigfaltig, dass man hier besonders hinschauen muss, was dazu beitragen könnte, die Lebensqualität zu steigern.

Jede Familie hat ihre Geschichte und jeder der sich glücklicher schätzen kann, dadurch was er erfahren durfte, sollte seine "Überlegenheit" dazu nutzen, nicht zu Urteilen, sondern zu schauen was er machen kann.

Nochmalig appeliere ich an dich, dich eingehend mit der Psyche des Menschen und seine Störungen auseinander zu setzten.

"Sauberkeit hat nix mit Burnout oder Putzfimmel etc. zutun"

Du schmeißt hier Symptome zusammen, dass es mich gruselt.
Temporär kann selbst ein Mensch der sonst megaordentlich ist, nicht mehr in der Lage sein, sich die Haare zu kämmen. Selbst einfachste Dinge stellen eine unüberwindbare Hürde da.

Ein Putzfimmel kann eine Zwangsstörung sein und ebenfalls mit viel Leidensdruck verbunden sein.

Schau dir das " Messi- Syndrom" an. Hier wird auch erstmal in einem riesigen Aufwand die Wohnung entrümpelt. Mit einem Psychologen oder Sozialarbeiter an der Seite des Betoffenen, weil das für ihn eine enorme emotionale Belastung ist. Leid!!!!!
Dann wird er längere Zeit begleitet, in der er lernt sich von Dingen zu trennen, die nicht wichtig sind. Zu filtern , was ist wichtig, was unwichtig.


Erst mal Ordnung zu schaffen und wieder in eine klare Linie zu bringen, kann auch innerlich zu einem Stück Heilung verhelfen.
Kennst du das nicht, wenn du eine caotische Zait hast, dass deine Wohnung dann auch etwas unordentlicher ist...dann fängst du irgendwann an, zu sortieren, stellst vielleicht was um, kaufst dir was Neues?
Dann merkst du, wie sich mit der Ordnung, dem Neuen auch ein wenig deine Gedanken sortieren, alles klarer erscheint.
Achte mal drauf.


Ich denke meine Worte sind bei dir reine Zeitverschwendung, aber vielleicht wird es bei anderen auf fruchbaren Boden treffen, die sich jetzt hier nicht so " verteidigen" müssen.


Es ist toll das dein Kind keinen Dreck aus den Ecken "fressen" muss, aber vergiss ihm auch nicht ein wenig Herzenswärme für andere Menschen mit zu geben.

Beitrag von maya2308 22.09.08 - 22:44 Uhr

Puhhh...schreibst gerne, hä!?!?!

Hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber ich brauch da auch nicht viel antworten. ich habe da anscheinend eine andere Meinung!

Für das Leid anderer sind Sozialarbeiter zuständig, nicht ich! Von daher brauche ich mich weder mit Psyche noch mit irgendwelchen anderen Leiden beschäftigen!

Da beschäftige ich mich doch lieber mit meiner Familie, und sorge dafür, dass meine Bude sauber ist, meine Tochter ein geordnetes Umfeld hat etc.!

Dir noch weiterhin viel Spaß!

Beitrag von sandra7.12.75 23.09.08 - 18:51 Uhr

Hallo

Und wir hoffen das "Du " nie einen Burn-Out bekommst #herzlich.
Das ist alles andere als toll.
Weisst Du was??????
Ich war auch immer gut drauf,hatte alles im Griff und habe alles gepackt.Dann haben die bei unserer Tochter Epilepsie festgestellt und dann es los.Ständig Arztbesuche und Therapien.Dann wurde unser Sohn geboren und ich habe die ersten 10,5 Monate 2-3 Stunden Schlaf bekommen.Tagsüber schlafen ging nicht da die anderen mich brauchten.
Verwante haben wir nicht.Ende vom Lied war das ich mich selber vergessen habe.Und nun kämpfe ich um eine Kur die leider wieder abgelehnt wurde.
Ich gebe zu wenn ich meinen Mann nicht hätte wäre ich auch nicht mehr in der Lage den HH zu machen und die Kinnder zu beschäftigen.
Also eine Bitte an Dich:Informiere Dich mal über Burn-Out und dann kannst Du mit#bla.

Ein Burn-Out ist wie ein Auto was nicht betankt wurde.Ohne Benzin fährt es nicht.

S.

Beitrag von maya2308 24.09.08 - 22:21 Uhr

Hääää...warum sagen alle, dass ich mich über Burn-out informieren soll! Also wenn ich nicht lieber andere Bücher lesen würde...

Ihr kennt mich doch gar nicht!
Ich fühle mich in keinster Weise schlecht, krank etc.! Gut, ein bissel Weh-Weh hier und da hab ich schon! Aber hey, kann ich mit leben!
Ich bin weder überfordert, noch putze ich übermäßig viel! Normal halt! Bin Mutter und Hausfrau: Ist also meine Aufgabe die Bude halbwegs ordentlich zu halten!

Also hört auf mich mit Burn-out voll zu quaken! In deinem Fall tut es mir leid, was du durchstehst! Aber:

MIR GEHT ES SUUUUUUUPPPPPPERRRRR!!!!!!!!!!!!!

Also, bitte lasst mich endlich in Frieden!!!!!

Beitrag von sandra7.12.75 24.09.08 - 23:24 Uhr

Dann schreibe bitte nicht auf Beiträge wovon Du keine Ahnung hast.
Toll das es dir gut geht.Kauf dir einen Keks und gut ist es.
Ich weiss das es mir nicht gut geht und ich arbeite daran und ich hoffe das es dir nie so gehen wird.#schein

S.

Beitrag von nightingale1969 19.09.08 - 11:33 Uhr

Tja - und wegen solchen Frauen wie Dir trauen sich viele andere nicht, rechtzeitig um Hilfe zu bitten. Weil sie von solchen Mrs. Perfect, wie Du vorgibst eine zu sein, dermaßen niedergemacht werden. Pfui, Du solltest Dich was schämen!

Beitrag von salome25 14.09.08 - 13:02 Uhr

Würde ich an deiner stelle nicht machen. Wenn dir die kleinen leid tun, dann hilf deiner bekannten lieber erstmal auf die beine, anstatt sie gleich beim JA anzuschwärzen. Oder du schlägst ihr vor gemeinsam dahin zu gehen.

Beitrag von singstar234 14.09.08 - 21:03 Uhr

Das ist ziemlich heftig muss ich ehrlich sagen!! Ich würde an deiner Stelle auch erst mal helfen und gucken, as sich machen lässt, wenn sie aber mmernoch nichts macht solltest du malbeim Amt anrufen, aber ich glaube das geht nicht anonym! Bin aber nicht sicher...

LG Caro

Beitrag von trudimudi 17.09.08 - 12:27 Uhr

hi...
arbeite selbst beim jugandamt und finde es immer wieder schade, dass es doch immer heisst...entweder tun die nix oder klauen die kinder.....so ist das nicht. sicherlich gibt es familien, mit denen die zusammenarbeit unter schwierigsten gesichtspunkten stattfindet...aber es gibt beim jugendamt jede menge an hilfestellungen, von denen sehr viele familien profitieren dürfen, die zeitweise allein dem wohl der kinder nicht gerecht werden können. die arbeit mit diesen familien hat nichts damit zu tun, dass man die kinder ins heim steckt oder dass die familie das jugendamt nie wieder von der türe bekommt...es läuft ( im Idealfall ) nach dem prinzip: so wenig hilfe wie möglich, aber so viel wie doch nötig. leider ist der tenor der gesellschaft jedoch dieser, das jugendamt als schreckensgespenst und nicht als mögliche hilfestellung im umgang mit kindern zu sehen. kein mitarbeiter des jugendamtes wird interesse daran haben, sich in einer familie einzunisten, in der keine unterstützung (mehr) nötig ist....leider wird stattdessen das amt so lang wie möglich gemieden, obwohl es eine offene anlaufstelle in erster linie für kinder und deren eltern sein sollte....leider wird in zu vielen fällen...zu lang gewartet....und dann....??? dann ist IMMER das jugendamt schuld....

Beitrag von lbunny 20.09.08 - 07:50 Uhr

Ich denke zwar nicht, dass nur ich mit deinem Beitrag gemeint bin, trotzdem mag ich darauf antworten.

Mir sind diese Angebote bewußt.
Jedoch kann ich mir vorstellen, das oft aus Wut/Emotionen und nicht aus Verständnis nach dem Jugendamt gegriffen wird.
Das wollte ich in meinem Beitrag auch so rüber bringen.
Als Hilfestellung ja, aber nicht als Abstrafung.

Das ist es was sich in den Köpfen der Menschen verändern muss und sich Gott sei Dank auch zu verändern scheint.

Einem Menschen der zeitweise nicht funktioniert, ist dies meist bewußt und schämt sich in Grund und Boden, dann ist es gut, wenn jemand ein solches Vertrauen besitzt, um dem Betroffenen klar zu machen, dass die Annahme von Hilfe keine Schande ist.
Zusammen mit ihm die Hemmschwelle zu durchbrechen, sollte das Ziel sein. Ob es dann das Jugendamt ist oder eine andere Beratungsstelle ist dann erstmal egal.

Mir geht es nicht um Meidung des Amtes, sondern um eine humane Herangehensweise.

Auch mein Satz über die Zerstörung des Lebens kann im Nachgang missverständlich sein.
Damit meinte ich nicht die Herausnahme der Kinder, sondern, dass ein Heilungsprozess durch solche Aktionen, wie oben geplant, verhindert werden kann oder eben erschwert wird.
Dann ist die Gefahr gross, dass eine Depression, ein Burnout nicht mehr aufgefangen werden kann und sich feststetzt.

Betroffene brauchen Verbündete und nicht "nur" das Jugendamt. Menschen in ihrer Nähe mit einer annehmenden, schätzenden und wohlwollenden inneren Haltung mit dem Ziel den Betroffenen in ein Hilfesystem zu integrieren.

Beitrag von windhond 25.09.08 - 19:05 Uhr

Hallo Trudimudi,

super, das Du diesen Beitrag hier hereingeschrieben hast. Ich kann das genau so unterschreiben.

Wir selber haben von uns aus das Jugendamt eingeschaltet, wegen eines unserer Kinder, wir haben insgesamt zwei.

Was soll ich sagen? Schade, das wir aus lauter Angst und Scham so lange gewartet haben.

Unser Sohn hat autistische Züge, ist manchmal extrem schwierig, agressiv....
Ich war so manches Mal völlig am Ende, hat Angst, man nimmt uns unser Kind weg.
Was soll ich sagen? Wir sind beim Jugendamt aufgefangen worden, in einer absoluten Krise, völlig unbürokratisch, erstmal mit langen Telefonaten, dann mit Treffen im Amt und zu Hause.
Nein, ich habe nicht vorher extra geputzt, hier ist nämlich immer alles in Ordnung. Was nicht mehr in Ordnung war, war meine Belastungsgrenze, meine Unsicherheit, unsere Hilflosigkeit. Wir wussten nicht mehr mit den Schwierigkeiten umzugehen.

Jetzt haben wir einen ausgebildeten Familienhelfer, der zweimal die Woche kommt, Gespräche führt, Vorschläge macht, Konfliktbewältigung betreibt....
Den ich auch in Notsituationen sofort erreichen kann. Nicht wie beim Neurologen erst ein Termin in sechs Wochen.

Jugendamt als Drohung ist so schade, hätte ich gewusst, ich werde nicht als asozial, unfähig etc. abgestempelt worden, hätte ich mir viel früher Hilfe gesucht. Hilfe, bei der Begleitung eines extrem schwierigen Kindes.
Es wäre mir viel Schmerz und Erschöpfung erspart geblieben.

Hut ab, vor so manchem Mitarbeiter des Jugendamtes.
Es sind Menschen, mit Gefühlen, keine Monster.

LG Windhond