Er möchte auswandern

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 11:55 Uhr

Hallo

mein Mann und ich haben zur Zeit einige finanzielle Probleme. Ich bin in Elternzeit, gehe im Frühjahr wieder arbeiten in meinem gelernten Beruf. Er hat 2 Ausbildungen, keine Berufserfahrung in beiden Berufen (8 Jahre Bundeswehr waren ein großer Fehler) und arbeitet zur Zeit über eine Zeitarbeitsfirma in einem Job, der ihm überhaupt keinen Spaß macht, wo er sich jeden Tag regelrecht hin quält. Er sieht für sich überhaupt keine Zukunft.

Gestern Abend legte er mir den Plan auf den Tisch, auswandern zu wollen. Nach Dänemark, Schweden oder Norwegen. Wir könnten ja einen Sprachkurs belegen und uns bewerben. Am besten solle alles innerhalb eines Jahres - ab jetzt - über die Bühne gehen. Familie haben wir hier eh keine.

Ich kann mit diesem Gedanken überhaupt nicht warm werden. Erstens haben wir Schulden, die ja trotz auswandern bleiben würden, zweitens glaube ich nicht, daß er in einem anderen Land wirklich so gute Chancen hätte. Eigenltich bin ich Optimistin und gehe Neuerungen offen entgegen, aber diesmal ... ich weiß nicht. Mein Bauch sagt einfach NEIN!

Wenn ich meine Bedenken äußere, heißt es gleich, ich würde seine Ideen abschmettern, seine Interessen wären mir egal. Es würde schließlich um unsere Zukunft gehen.


Ich weiß einfach nicht, wie wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen sollen.

Ich hätte gern ein paar Meinungen von Außenstehenden dazu.

Beitrag von manavgat 13.09.08 - 11:56 Uhr

Kompromiss:

er geht für mindestens 1 Jahr und bereitet alles für Euch vor. Klappt es nicht, kommt er wieder zurück. Wenn es klappt, dann ist Skandinavien super.

Gruß

Manavgat

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 12:04 Uhr

In diese Richtung wären meine Gedanken auch gegangen. Vor allem, vorher wenigstens einen Großteil der Schulden abzubezahlen.

Danke.

Beitrag von stemirie 13.09.08 - 12:01 Uhr

Eben,es geht um Eure gemeinsame Zukunft!!!! Er soll sich mal diverse Sendungen im Tv ansehen. Viele Deutsche meinen sie wandern aus und alle Probleme lösen sich in Luft auf. Oft werden die Probleme viel größer. In den meißten Ländern herrscht ein ganz anderes Sozialsystem als in Deutschland. Wenn man keine Arbeit hat und kein Geld - hat man eben Pech gehabt. Das vergessen Viele. Ohne gute Sprachkenntnisse würde ich sowieso nie in ein anderes Land gehen und ohne Arbeit erst Recht nicht!!!!!

Eine Auswanderung sollte sehr gut überlegt und geplant sein. Überzeuge Deinen Mann davon!!

Viel Glück. Michaela

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 12:08 Uhr

Er hat diverse Sendungen im TV gesehen. Aber immer die, wo es ein Happyend gibt #aerger
Ich habe das Gefühl, ihm geht es nur ums Weglaufen. Einen Job möchte er sich von hier aus suchen.

Den Vorschlag von Manavgat fand ich sehr gut.

Danke für deine Antwort

Beitrag von stemirie 13.09.08 - 12:39 Uhr

Ja der Vorschlag von Manavagt war gut!!! Wir wollen evtl. in ein paar Jahren berufsbedingt bei meinem Mann auch ins Ausland. Aber Eines ist uns völlig klar, ER geht erst mal vor, beschnupptert seinen Job, kümmert sich um ein Haus und erst DANN gehe ich mit den Kindern hinterher!!!
Auf etwas anderes würde ich mich da auch gar nicht einlassen, gerade wenn da auch Kinder sind........

LG

Beitrag von fragen 13.09.08 - 12:08 Uhr

darf ich fragen was er gelernt hat und wo ihr wohnt?
dänemark ist ja hier gleich "nebenan" und die suchen immer leute mit handwerklichem geschick (elektriker oder auf bau etc) und da verdient mal echt gutes geld (mein bruder arbeitet dort). da arbeitet man meistens bis donnerstags (mein bruder schläft auch da von mo-do) und hat dann WE. ok, er wäre über der woche nicht zu hause, aber dafür verdient er echt gutes geld ;-)
wäreich ein kerl und könnte auf dem bau arbeiten,würde ich das sofort machen :-)

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 12:11 Uhr

- vor 13 Jahren Bauzeichner und vor 6 Jahren eine Ausbildung im IT-Bereich (Systemadministrator).
- niedersachsen

Mein Mann arbeitet lieber mit dem Kopf im kreativen Bereich. Zur Zeit arbeitet er rein körperlich und ist seelisch am Ende.

Danke für deine Antwort.

Beitrag von fragen 13.09.08 - 12:15 Uhr

achso. das wäre dann ja das komplette gegenteil vom bau #gruebel
schade, denn es wäre eine gute lösung, ohne auswandern :-)

Beitrag von murphymaus1983 13.09.08 - 19:43 Uhr

HI,

ich hätte da auch mal ne Frage. Suchen die da zufällig auch Tischler?

Und wie sieht es mit den Sprachkenntnissen aus? Muss man die vorher zwingend haben oder sprechen viele im Grenzbereich auch deutsch? (so wie es ja teilweise in Holland auch ist)

Viele Grüße über Antwort würde ich mich freuen.

Beitrag von scura 13.09.08 - 12:12 Uhr

Auswandern- schwer romantisch#augen

War er überhaubt mal länger im Ausland und hat dort gearbeitet? Dann würde ich ihn das mal probieren lassen. Geb ihm 3 Monate, dann ist er wieder da.
Falls es tatsächlich klappt kann es ja wirklich super sein. Vor allem Skandinavien.
Aber man sollte das sehr genau durchplanen. Kann auch schnell in einem finanziellen Desaster enden. Und ohne Sprachkentnisse geht eh mal gar nix. Da hilft auch kein Crashkurs.

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 12:21 Uhr

Außer Frankreichurlaub als Kind, hat er keine Auslandserfahrungen.

Danke für deine Antwort.

Beitrag von wieverblendetkannmansein 13.09.08 - 13:11 Uhr

Wie blauäugig sind manche Menschen denn?

WEil es hier in Deutschland Probleme gibt, rennt man mal schnell weg, zumal dein Mann unterqualifiziert ist, genauso wie du!

Was würde er denn in Schweden machen wollen?
Dort verdient ein Handwerker nicht viel mehr als hier und die Lebenshaltungskosten sind höher. Ergo, ihr würdet beide genauso nass sein wie hier.

Ihr sprecht die Sprache nicht!
Ich nehme euch die Hoffnung auch innerhalb eines Jahres nur annähernd die Sprache zu können.

ABer Deutschland fängt euch ja wieder, wie all die anderen Hirnlosen!

RTL, RTL2, VOX usw lassen grüssen.

Wer schafft es im Ausland?

Ärzte, Ingenieure, Akademiker.
Aber einfache Leute ohne Ausbildung, ohne Sprachkenntnisse und wenig Startkapital...NEVER
Vom Tellerwäscher zum Millionär, das schaffen die allerwenigsten.





Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 13:17 Uhr

Komm mal wieder runter.

"zumal dein Mann unterqualifiziert ist, genauso wie du!"
Woher willst du wissen, was ich beruflich mache?

"Dort verdient ein Handwerker nicht viel mehr als hier"
Wer ist hier Handwerker?

"Ich nehme euch die Hoffnung"
Ich investiere keine Hoffnung in dieses Projekt.


Hast du mein Posting eigentlich gelesen?

Beitrag von hoffnung nehmen 13.09.08 - 13:21 Uhr

als was will er denn sonst dort arbeiten?

Da ihr Geldprobleme zu haben scheint, kann ich mir nicht vorstellen, dass du überhaupt arbeitest. Du darfst mich eines besseren belehren!

Du machst dir deine Gedanken....und dein Mann setzt Hoffnungen in das Projekt (also nimm sie ihm)

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 13:42 Uhr

Ich bin in Elternzeit und kehre im Frühjahr in meinen Beruf zurück. In dieser Firma bin ich seit 10 Jahren angestellt.

Beitrag von juniorette 13.09.08 - 13:23 Uhr

Hallo,

"Er hat 2 Ausbildungen, keine Berufserfahrung in beiden Berufen"

mit so einem Lebenslauf wird dein Mann in keinem Land der Welt eine Arbeit finden, die ihm gefällt und gleichzeitig seinen Lebensunterhalt sichert.

"Wir könnten ja einen Sprachkurs belegen"

Wenn es so einfach wäre, eine Fremdsprache so gut zu lernen, daß man in dem jeweiligen Land gut leben kann, dann würde jeder Mensch vermutlich 20 Fremdsprachen sprechen.

Und wovon soll der Sprachkurs finanziert werden, wenn ihr jetzt schon finanzielle Probleme habt?

Und ohne ein vernünftiges Startkapital kann man sich sowieso keine Existenz im Ausland aufbauen.

"Ich hätte gern ein paar Meinungen von Außenstehenden dazu. "

Du möchtest meine Meinung - hier ist sie:
dein Mann ist in meinem Augen ein weltfremder, naiver Mensch, der sich vor harter oder unbequemer Arbeit drücken will.

Ich bin sowieso der Meinung, daß jemand, der es in seinem Heimatland nicht schafft, seinen Lebensunterhalt vernünftig zu finanzieren, es erst Recht nicht im Ausland schafft. Eine Ausnahme ist es, wenn man im Ausland Verwandte oder Freunde hat, die einem am Anfang finanziell und tatkräftig unterstützen.

LG,
J.

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 13:43 Uhr

Danke für deine Antwort

Beitrag von mariella70 13.09.08 - 14:38 Uhr

Hallo,
dein Mann hat 2 Ausbildungen und keine Berufserfahrung, möchte "kreativ" nicht unbedingt körperlich arbeiten und hat kein Handwerk gelernt, hat nicht studiert, ist weder Ingenieur noch Arzt. Damit sind seine Chance auf eine lohnende Stelle in Skandinavien genauso mies wie hier. Zumal die Sprachprobleme bei geistiger/kreativer Arbeit enorm behindern. Auf solche Arbeitnehmer wartet da keiner, die Lebenshaltungskosten sind extrem hoch und staatl. Unterstützung bei Jobverlust ausgesprochen kompliziert und gering. Dein Mann vergisst, dass er sich überall mit hin nimmt - wer hier sein Leben nicht auf die Reihe bekommt und wenig Selbstdisziplin hat, der scheitert im Ausland erst recht. Ihr habt Schulden, vor denen ihr nicht ins ausland flüchten könnt und die dort genauso drücken wie hier. Andererseits:
Du hast hier die Chance auf Rückkehr in deinen festen Job. Hier seid ihr Muttersprachler, die Lebenshaltungskosten in D. sind wesentlich niedriger, ihr habt Anspruch auf Sozialleistungen, ihr habt hier Freunde. Es spricht nichts dafür, ins Ausland zu gehen - es würde eure Situation in keiner Weise verbessern - im Gegenteil.
Welchen Job würde er denn in Skandinavien bekommen, den er hier nicht kriegt?
Lasst es sein.
Liebe Grüße
Mariella

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 14:54 Uhr

Danke.


"Welchen Job würde er denn in Skandinavien bekommen, den er hier nicht kriegt?"

Diese Frage habe ich ihm auch gestellt.



Beitrag von thiui 13.09.08 - 14:59 Uhr

ich denke, dein mann ist sehr frustriert und versucht vor seinem leben wegzurennen und sucht einen neuanfang.
daß er dann diene bedenken gleich als einen persönlichen angriff sieht, ist ja klar.

ich bin mit meinem mann 'ausgewandert' erst nach usa und dann nach belgien. nachdem er in der army ist, ist für uns das ganze problem job, wohnen etc. weggefallen, wir haben unsere sachen kostenlos transportiert bekommen etc. deswegen hat uns der jeweilige umzug trotzdem immer ordentlich geld gekostet. ich will garnicht daran denken, wie viel teurer es gewesen wäre, wenn wir das alles hätten selber bezahlen müssen!
mit schulden würde ich garnicht erst daran denken, ins ausland zu ziehen.

wenn es ihm mit dem auswandern erst ist und es sich nicht nur um eine sinneskrise handelt, dann würde ich mit ihm als aller erstes mal einen langfristigen plan ausarbeiten, wie ihr euere schulden abbezahlen könnt und er sich fertigkeiten aneignen kann, die einen solchen schritt überhaupt erst ermöglichen.
ich denke, daß deine bedenken guten grund haben, du hast eine stelle bei einem unternehmen, in dem du schonlange arbeitest, das würde ich auch nicht einfach aufgeben wollen.

er soll sich ruhig informationen zum thema suchen und dann wird er schon nach einer weile selber feststellen, daß man nicht einfach so mal eben schnell auswandern kann. wenn er dann immernoch keinen gescheiten plan vorlegen kann, wie er das ganze zu gestalten gedenkt, dann würde ich mit ihm tacheles reden, daß er entwder sein leben hier auf die reihe kriegt, oder alleine versuchen soll, vor seinen problemen wegzurennen.

lg, siiri!

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 15:05 Uhr

Ich danke dir sehr für deine Antwort #blume

Beitrag von murphymaus1983 13.09.08 - 19:49 Uhr

Hallo,

ich hab da auch mal eine bzw. sogar mehrere Fragen:

Wielange ist dein Mann denn schon von der BW weg?

Du sagst, er war 8 Jahre dort, dann hat man doch auch Anspruch auf BFD. Was hat er denn in seiner BFD Zeit gemacht. Ihm stehen doch sogar glaub so ca 8000 EUR für Weiterbildungen, Umschulungen etc zur Verfügung. Hat er dies in Anspruch genommen?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es ihm geht. Mein Mann ist auch bei der BW und hat seit August jetzt BFD Anspruch.

Er hatte damals eine Lehre als Tischler gemacht, aber wer will schon einen Tischler, ohne Berufserfahrung. Mein Mann strebt aus diesem Grunde jetzt eine neue Ausbildung bzw. eine Umschulung an.

Würde mich über Antwort freuen.

Viele Grüße Nancy

Beitrag von eigentlich optimistin 13.09.08 - 20:14 Uhr

über den BFD hat er eine IT-Ausbildung gemacht.

Ist fast 6 Jahre her.

Beitrag von murphymaus1983 13.09.08 - 20:47 Uhr

Achso schade und danach keinen Job bekommen?

Davor hab ich auch noch Angst. Ist alles mist, die Männer denken mit BW sind sie abgesichert, und dann sind sie meistens zu alt zum Widereinstieg und haben keine Berufserfahrung.

Und hätte er viell. die Möglichkeit zur Not den Widereinstieg in die BW zu probieren? Weiß gar nicht ob das geht... aber das käme mir noch in den Sinn, besser als auszuwandern würde ich sagen.

Viele liebe Grüße Nancy

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