schreistunde

Archiv des urbia-Forums Baby.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Baby

Erhaltet hier Tipps für das süßeste Baby der Welt und diskutiert mit anderen jungen Eltern über euer neues Leben. Informationen zu allen Themen rund um euer Baby erhaltet ihr im Magazin. Alles zur Entwicklung Ihres Babys findet ihr in unserem Babynewsletter

Beitrag von black-rainbow13 13.09.08 - 16:41 Uhr

hallo ihr lieben,

mein sohn ist jetzt 6 wochen alt und ist eigentlich ein sehr zufriedenes baby. aber meistens hat er abends mal ne stunde oder zwei, mal nur 10-20 min seine schreistunde. eigentlich habe ich ihn immer begleitet dabei, hab mit ihm gekuschelt (na gut, er ist eh den ganzen tag bei mir) und hab ihn sich mal auskotzen lassen. es heißt ja immer, dass die kinder dinge am abend verarbeiten und das tun sie lautstark. das bezweifel ich auch gar nicht, denn er macht schon den eindruck, als wenn er mir erzählt. er wird manchmal ruhiger und macht die augen auf, um zu sehen, ob ich noch kuck, *g*. dann macht er weiter. ich spreche natürlich auch mit ihm, wenn es angebracht ist.

vor ein paar tagen hatte ich allerdings ein mulmiges gefühl bei der sache. er hat geschrien wie immer, aber irgendwie bin ich auf den gedanken gekommen: gibts eigentlich in der natur auch ne schreistunde? geht ja eigentlich nicht, das würde fressfeinde anlocken. und ich hab noch nie ne affenmama mit nem baby im arm gesehen, das grad ne schreistunde hat. also nicht dass die nicht schreien, aber nicht so wie unsere babys.
hm, in anderen kulturen gibt es sowas auch nicht, eigentlich nur in unserer hektischen, überzivilisierten welt.

was macht ihr, wenn euer kind so weint? alle seine bedürfnisse sind gestillt, trotzdem weint er, also hunger oder ne volle windel lanns nicht sein. müde ist er dann auch nicht, wenn ich das merke, versuch ich ihn zum schlafen zu bringen, das klappt auch. wenn ich mit ihm rumlaufe ist er zwar ruhig, aber sobald wir zur ruhe kommen, gehts wieder los und genauso lange weiter. ist also nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

mich würde mal interessieren, was andere mamas machen, was sie davon halten und wie sie damit umgehen.

vielen dank und liebe grüße an euch und eure krümel,

sarah

Beitrag von maurice11 13.09.08 - 16:51 Uhr

vielleicht hat er ja blähungen, war bei meiner tochter auch so den ganzen tag war sie zufrieden und abends als es zu Bett ging hat sie angefangen zu schreien, da hatte sie immer Blähungenl, hab ihr dann immer ein warmes Kirchkernkissen auf den bauch gelegt, und ihr Lefax direkt in den Mund gegeben und nach ein paar Min. war es dann vorbei, vielleicht ist es ja bei ihm auch so

LG Dani

Beitrag von black-rainbow13 13.09.08 - 17:29 Uhr

danke für deine antwort, blähungen sins nicht, mit dem pupsen hat er keine probleme (wirklich nicht... *g*) und wenn er sein großes geschäft erledigt strengt er sich einfach wahnsinnig an, man merkt das. wenn er probleme damit hat, schmier ich seinen bauch abends mit windsalbe ein, der name ist programm, die löst alle winde. gleich beim ersten mal verstopfung die hebamme gefragt, was man noch machen kann, das haben wir gut im griff.

liebe grüße, sarah

Beitrag von dodo28 13.09.08 - 16:57 Uhr

Mika hatte auch noch Blähungen zum allabendlichen Verarbeiten....Jeden Abend hat er geschrien, max. 1 Stunde, aber nicht durchgehend....
Das hört irgendwann auf, halte Dir vor Augen,dass es spätestens in ein paar Wochen vorbei ist. Weiterhin im Arm halten udn trösten. Wir haben mit Lefax begonnen und Anti Kolikflaschen von Avent genommen. Half auch!

Beitrag von black-rainbow13 13.09.08 - 17:36 Uhr

vielen dank, wie gesagt, blähungen sinds nicht. von medikamenten halte ich nicht viel und fläschchen brauchen wir nicht, weil ich stille. meine nippel sind besser als ne anti-kolik-flasche, die sind formbarer, es kommt weniger luft mit in den magen. furzen tut er trotzdem, und wie, grad schläft er friedlich und furzt vor sich hin. puh, dicke luft hier... :-D
mich stresst die schreistunde nicht, nur ich frag mich halt, ob es ihm wirklich so gut tut zu schreien. wissenschaftliche erkenntnisse sind ja auch nicht immer richtig... hat man ja in der vergangenheit schon oft gesehen...

liebe grüße, sarah

Beitrag von zookyy 13.09.08 - 17:12 Uhr

du triffst den nagel auf den kopf - nur in "unserer" welt gibt es sogenannte "koliken" oder schreibabys. bei naturvölkern oder kulturen die eher auf "gemeinsamkeit" als auf "egoismus/individualität" ausgerichtet sind, gibt es das nicht.

kinder werden getragen und nicht weggelegt (in den kinderwagen, in das kinderzimmer), ihnen wird das gefühl des mutterbauches zurückgegeben (durchs swaddeln/pucken) und auch die mutter wird ganz anders unterstützt und begleitet, als in unserer kultur, in der es die grßfamilien oder sippen kaum noch gibt. babys werden respektiert, integriert und geliebt, als das was sie sind - wesen, die nähe brauchen - immer noch assoziieren wir das mit "verwöhnen" und "unselbstständig".

zu dem affenmutter vergleicht fällt mir dieser versuch ein, vielleicht kennt ihr ihn ja:
einem affenbaby wurden zwei künstliche "mamas" vorgesetzt. die eine war weich und flauschig, hatte aber keine milch, die andere bestand aus einem drahtgestell, hatte aber nahrung zu bieten. das baby ist immer zur kuschelmama gelaufen und ängstlich zur milch gehuscht, wenn es hunger hatte um sich dann wieder ganz schnell ins fell zu klammern.

nähe und geborgenheit sind das wichtigste für jedes neugeborenes. daher trage ich meine tochter im tragetuch und pucke sie nachts (swaddeln). sie schreit so gut wie nie, schreistunden kennen wir kaum. wenn sie schreit (sich also mitteilt), höre ich zu und kann wesentlich früher auf ihre unzufriedenheit reagieren bzw. sie sehr, sehr schnell "zurückholen". blähungen hat meine übrigens sehr ordentlich - aber deswegen hat sie noch nie geschrien! ..nur gegrunzt ;-)

liebe grüße
C

Beitrag von black-rainbow13 13.09.08 - 18:03 Uhr

lool, ja das "grunzen" kenn ich auch und danach ganz stolz die nicht vorhandenen zähne blecken, ich lach mich schlapp!
es gibt ja genug babys die koliken haben, ich willl hier keinem was unterstellen, aber häufig wird da viel interpretiert. denn irgendwie leidet jedes baby an den bauchschmerzen (hat meiner auch schon mal, aber das ist nicht die regel und nicht der grund für die schreistunde bei uns)

er schläft bei uns mit im bett, ich er hat am tag vielleicht mal ene stunde keinen körperkontakt, ich leg nicht immer die wäsche mit tragetuch zusammen, er mag es auch nicht, wenn ich ihn wecke um ihn ins tragetuch zu tun, damit ich sachen machen kann in der wohnung. dann liegt er in unserem kuschelsessel und pennt. wenn er auch nur einen piep macht gehe ich hin, damit er neicht denkt, dass ich ihn verlassen habe (babys denken das ja schon nach 5 minuten), dann macht er einmal die augen auf und schläft weiter, wenn er weiß, dass alles gut ist. wenn ich unterwegs bin habe ich ihn auch immer im tragetuch, das binden mag er überhaupt nicht, nölt, aber wenn wir unterwegs sind und ich laufe, schläft er sofort ein. er wird gestillt, wenn er hunger hat, er darf so lange trinken, wie er hunger hat. ich bin immer für ihn da schlafe häufig nachts mit ihm auf dem bauch, weil er dann einfach ruhiger ist. er hat spaß am wickeln, weil wir uns mit ihm beschäftigen, stupsen sein mobile an, streicheln und massieren die haut, die normalerweise in der windel ist und sprechen mit ihm. meist erzählt er dann geschichten und strahlt über das ganze gesicht. nur das schreien kommt mir nicht richtig vor. mittlerweile denk ich schon, vielleicht hat es eher damit zu tun, wie entspannt wir sind. denn wenn hektisch um ihn rumgewuselt wird, ist er auch unruhig. wir hatten schon tage, da hab ich so viel mit ihm gemacht, dass ich dachte, ach, heute abend wird ja lustig, dann war gar nix, nich ein piep. und als wir letztens bei meiner schwimu waren (was einfach immer stressig ist, schwimus halt), da war ich total angespannt und genervt, da hat er da schon angefangen zu schreien und nicht wieder aufgehört. auf der fahrt nach hause hat er gepennt und als wir vor der haustür gehalten haben ging es nochmal ne halbe stunde weiter #kratz

ich merke ja, er wird nicht so hysterisch, wenn er bei mir (oder meinem mann) ist. letztens hatte ich den ersten fa-termin nach der geburt, musste mich fertig machen und er hat gebrüllt wie am spieß, tat mir so leid, aber ich musste uns anziehen, biiin nur zwischendurch hin, hab ihn geküsst und die ganze zeit mit ihm gesprochen. irgendwann wurde er ganz verzweifelt, hat mit der unterlippe gezittert usw. DAS hat mich dann fertig gemacht, das macht er in der schreistunde nicht. wenn ich merke, er weiß schon gar nicht mehr, warum er schreit, beruhige ich ihn und das klappt auch. richtig verzweifelt war er noch nie in der schreistunde.

ich glaube, es liegt daran, wie entspannt man ist, den tip mit den bauchschmerzen, den hör ich immer wieder, bzw, alle fragen ob er denn koliken hätte und er mich oft nachts rausschreit, macht er nie (die kinder haben aber auch alle eigene zimmer)
er ist trotzdem sehr pflegeleicht, ich weiß es sehr zu schätzen nur frag ich mich, ob das so richtig ist mit alles rauslassen und der muss schreien. ich bin hin und hergerissen.

ich versuche mich mal weniger zu stressen, mal beobachten.

danke für deine antwort, liebe grüße, sarah

Beitrag von j-b 14.09.08 - 08:32 Uhr

hallo sarah!
kenn ich nur allzu gut, was du da beschreibst. unser kleiner ist jetzt fast 12 wo alt. und seitdem kann ich ich die wirklichen schreistunden locker an 2 händen abzählen. aber wenns auch nur eine stunde schreien war, so sind es leider doch gefühlte 3 stunden! die ersten male hat mich das so fertig gemacht, dass ich gezittert habe und vor lauter mitleid fast gestorben bin. mein mann und ich sind dann mit dem süßen aufm arm abwechselnd durch die wohnung gelaufen und haben ihn gewackelt und gewiegt und zugeredet. bis wir gemerkt haben, dass dieses hin und herreichen und immer wieder die räume wechseln das ganze durch die zusätzlichen reize nur noch schlimmer gemacht hat. ich hab mich dann ein bißchen schlau gemacht. das weinen ist gerade etwas seltener geworden, aber wenns doch mal vorkommt gehe ich mit ihm ins schlafzimmer, ziehe die vohänge zu, mache ein kleines licht an und lege mich mit ihm ins bett. tja, und dann lasse ich ihn eigentlich in meinem arm ausweinen und gebe ihm, wenn er es zulässt immer wieder die brust zum nuckeln und beruhigen. dann braucht er zwar trotzdem seine zeit, aber ich habe das gefühl, dass es viel besser ist, wenn wir eltern ruhig bleiben und nicht diese panische, verzweifelte stimmung entsteht. wenn es ganz arg ist, nimmt ihn einer von uns ins tragetuch. natürlich mache ich mir dann jedesmal gedanken, ob der tag zu hektisch war, ob ich die eine oder andere unternehmung hätte auslassen müssen. aber ehrlich gesagt, habe ich da noch nie einen richtigen zusammenhang gefunden. wahrscheinlich passiert es in unserer zivilisation doch viel zu schnell, dass die kleinen überreizt werden. mitlerweile habe ich vor den schreistunden nicht mehr solche angst, weil ich "geübt" bin und weiß, dass es wieder vorbei geht. und meinen kleinen einfach ganz ruhig dabei zu begleiten hilft mir dann. und das gute ist ja: wenn die kleinen am nächsten tag aufwachen, haben sie alles vergessen und ein neuer tag fängt an!
ich wünsche dir kraft und ausdauer!
liebe grüße
j-b