Hochbegabung - und wenn ja, was dann ? Achtung, sehr lang !

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von fabienne78 13.09.08 - 18:56 Uhr

Hallo,

ich weiß, dass das Thema "Hochbegabung" manchmal ein ziemlich heikles ist, aber trotzdem habe ich nun mal ein paar Fragen und hoffe auf ein paar Antworten - egal ob positiv oder negativ....

Also, mein Sohnemann ist gerade eingeschult worden und ist leicht "unterfordert". Er kann bereits lesen (fließend, hat er sich mit 4 Jahren selbst beigebracht), rechnen (locker im 20er Bereich rauf und runter ohne Hände etc. zu benutzen, im höheren Bereich auch im Kopf - aber dauert ein wenig länger (geht mir auch nicht anders :-p ), und addieren auf dem Blatt (also untereinander schreibend) ins Endlose... was er dann auch teilweise macht - er hat halt Spaß dran) und ist generell ein sehr aufgeweckter Junge (hat zum Beispiel Interesse an Planeten etc. - was dazu führte, dass er im Wartezimmer beim HNO mal das GEO-Magazin gelesen hatte und abends mit dem Papa über Meteoriten diskutierte - das war noch mit 5 Jahren).
Ich würde das jetzt nicht also super-intelligent bezeichnen, aber schon als "begabt" in bestimmten Bereichen (auch das Wort "hochbegabt" ist meiner Meinung nach zu hoch gegriffen - da gibt es Kinder, die durchaus mehr drauf haben).
Jetzt war also Elternabend in der Grundschule und wir wurden darüber aufgeklärt, dass die Kinder am Anfang pro Woche ein Wort lernen und das Zahlenspektrum erst mal nur bis 6 geht. Ich habe dann gefragt, was mit Kindern ist, die bereits lesen können und wurde erst einmal abgewiegelt, dass die Lehrerin immer noch selbst entscheide, ob ein Kind lesen könne oder nicht. Ich habe noch mal nachgesetzt und gefragt, was denn wäre, wenn sie das feststellen würde. Darauf wurde mir erklärt, dass das Kind dann zwei Wörter pro Woche bekommt, etc. - zum Schluss würde es dann einen Satz bekommen wie z.B.: Die Banane ist gelb. Und dann müsste das Kind eine daneben abgebildete Banane gelb anmalen. Mein Sohnemann liest gerade Piratengeschichten etc. und ich denke, das er - wenn er doch schon ein wenig weiter ist - doch auch ein wenig Material bekommen sollte, das in auch fordert bzw. fördert.
Naja, jedenfalls wurde danach noch vom Matheunterricht erzählt und da habe ich mich schon gar nicht mehr getraut was zu sagen, weil ich auch nicht als "Rabenmutter" dastehen wollte, die ihr Kind Tag für Tag irgendwelche Übungen machen lässt und es durch die Schule peitschen will. Ist meiner Meinung nach nicht so, da mein Sohnemann sich das alles selbst aneignet, vieles über Bücher. Okay, ich kaufe ihm die Bücher... aber wer würde sein Kind nicht gerne was zum Lesen geben, wenn es danach fragt ?

Jedenfalls habe ich jetzt mit einer anderen Lehrerin der Grundschule gesprochen (ich habe sie nicht direkt darauf angesprochen, sondern sie hat mich gefragt, wie es denn so läuft und was er schon gelernt habe, etc. - und da kamen wir auch auf das Thema, das es ihn ein wenig langweilt und warum dies so ist) und die hat gleich gefragt, ob wir das Kind denn schon haben testen lassen. Auch andere Personen haben schon von Hochbegabung gesprochen (versch. Kindergärtnerinnen, Kinderarzt nach einem "kleinen IQ-Test" wegen der Sprachentwicklung (mein Sohn hat in manchen Bereichen halt seine Spitzen, aber in der Sprachentwicklung war er ein wenig verzögert... was nicht gerade typisch für begabte Kinder ist... aber die Begabungen liegen ja meist auf verschiedenen Bereichen), Logopädin, etc.

Jetzt stellt sich für mich die Frage: Soll ich testen ? Was würde sich ändern ? Wo könnte ich einen Test machen lassen ? Ist so ein Test überhaupt aussagekräftig ?

Ich bin wirklich ein wenig verunsichert und möchte nicht in ein paar Jahren von meinem Sohn hören, das ich ihn nicht richtig gefördert hätte. Ich möchte auch nicht, dass er wegen Langeweile im Unterricht zum Klassenclown mutiert (habe das bei einem Schulkameraden von mir mal erlebt) oder einfach abschaltet, weil er alles kennt und sozusagen irgendwann mit "Null Bock"-Einstellung zur Schule geht.

Ich weiß, die Schule hat für ihn erst angefangen - aber als Mutter will man nur das Beste. Ist das beste, einfach die Dinge weiter laufen zu lassen oder doch mal mit dem Kinderarzt (oder irgendwem) zu reden, ob man hier möglicherweise besonders fördern müsse.

Ich bedanke mich vorab für Eure Antworten. Und gerne könnt ihr auch schreiben, warum ihr gegen Tests etc. seid - ich würde wirklich gerne beide Seiten lesen, damit ich mir ein genaueres Bild machen kann. Ich stehe bei dem Thema wirklich zwischen zwei Stühlen....

Liebe Grüße,
Fabienne

Beitrag von elternzeit-papa 13.09.08 - 20:19 Uhr

Hallo,

wenn ein Kind sich mit 4 Jahren selbst (!) das Lesen beibringt, ist das schon ein typisches Anzeichen für eine Hochbegabung.

Ob einem der Begriff nun passt oder nicht, es ist der übliche Begriff für Kinder mit einem IQ über 130.

Auch die Interessen Deines Sohnes (Planeten, selbstständiges Lesen) sind typische Interessen für einen hochbegabten Jungen. Du hast auch die möglichen Probleme gleich richtig erkannt: Gefahr der Langeweile, Ausklinken von der Schule usw.

Ich würde testen lassen. Du brauchst es den Eltern in der Klasse Deines Sohnes ja nicht zu erzählen. Da vermuten dann viele einen übertriebenen Ehrgeiz der Eltern, denken, die wollten unbedingt ein hochbegabtes Kind usw.

Der Test nützt Dir erst mal wenig, er gibt nur Gewissheit darüber, dass Dein Sohn in einer bestimmten Hinsicht anders ist als die anderen.

Ob nun aber hochbegabt oder nicht: Ich finde, dass Kinder, die in der 1. Klasse schon lesen können, immer eine besondere Behandlung benötigen. Eigentlich (und so war das auch an der Schule meiner Tochter und an anderen Schulen hier in der Stadt) sollten die Lehrer schnell feststellen, welche Kinder schon lesen können und diese dann mit etwas anspruchsvolleren Texten versorgen.

Manche Lehrer stehen dem Phänomen Hochbegabung leider völlig unwissend und ignorant gegenüber. Die sind der Meinung, dass das Kind ruhig alles nochmal mitlernen soll (sozusagen: "richtig" lernen soll) und können nicht verstehen, dass Langeweile genau so schlimm sein kann wie Überforderung.

Viele Grüße und alles Gute,

ez-p

Beitrag von butler 13.09.08 - 20:28 Uhr

Hallo,
Ob Du deinen Sohn testen lässt oder irgendwann musst ist egal.
-Was würde es für Euch ändern?
- Was wünschst Du Dir für dein Kind?
- Wie wollt Ihr damit umgehen?

Ich mußte meinen vor kurzem testen lassen.( Es gab massive Probleme wegen Mobbing in der Schule)
Wir wussten das er HB ist jedoch die höhe hat mich doch etwas erschlagen.
Aus seiner Schule und Bekanntenkreis weiss keiner das Ergebniss. Und wir hoffen das es so bleibt.
Außerschulisch wird sich einiges ändern. Er darf Latein und Japanisch lernen (sein größter Wunsch)
Das versuchen wir über die HU Berlin und VHS Berlin durchzusetzen. Ich werde zum Informationsaustausch zum Elternstammtisch des Zbnf gehen.
Er hat für sich (jedenfalls im Moment) jetzt die Stärke
das er versteht warum er "Aussenseiter" war/ ist und lernt darauf zu reagieren.
lg. Sandy die auch noch nicht weiss was nun wirklich richtig ist.

Beitrag von schnuffelschnute 13.09.08 - 20:52 Uhr

Hallo!

Darf ich fragen, was bei dem Ergebnis raus kam?

Meine Tochter ist ebenfalls hochbegabt und die Höhe hat uns damals sehr überrascht

LG

Beitrag von butler 13.09.08 - 21:10 Uhr


Wir reden hier von HB und nicht von Grenzwertigen Ergebnissen.;-) (wobei diese Tests nie den kompletten Wert ermitteln können. Tagesform, Aufregung... schwächen Ihn ohnehin ab.)
lg. Sandy

Beitrag von elternzeit-papa 13.09.08 - 21:16 Uhr

Hallo,

von der Testcharakteristik her darf man folgendes nicht vergessen: Der Test weist sehr spezifisch eine Hochbegabung (also einen IQ > 130 ) nach, aber darüber hinaus wird er immer ungenauer. Diese Tests sind nicht dafür gemacht, etwa nachzuweisen, dass ein IQ über 150 liegt oder so etwas.

Wenn man also eine DIagnose Hochbegabung hat, sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man seinem Kind helfen kann, seinen Weg zu finden, aber nicht, wie hoch der IQ nun eigentlich ist.

Gruß,

ez-p

Beitrag von butler 13.09.08 - 21:39 Uhr


Hallo,

Und jeder der sich damit wirklich auseinander setzt, weiß das jedes Normalbegabte Kind es leichter im Leben hat.
Mir ist es sehr wichtig das mein Kind glücklich ist und bleibt.
Dieses Ergebniss - Unterhalb des Genies!- trägt bei uns nur dazu bei, erkannt zu haben das er ausserschulisch sich seinen Traum erfüllen darf. Ein Schulwechsel wie vorgeschlagen möchte er nicht und somit wir auch nicht.
lg. Sandy

Beitrag von susanne85 14.09.08 - 11:26 Uhr

hallo,

ja lass dein kind testen. alles was du erzählst klingt sehr sehr nach hochbegabung. wenn es wirklich so ist, würde ich versuchen ihn springen zu lassen, was ich generell bei euch als sinnvoll empfinde. vielleicht ist er in der 2. klasse besser aufgehoben, ich meine er kann doch alles was in der 1. klasse dran kommt.

Beitrag von arimum 14.09.08 - 14:35 Uhr

Hallo Fabienne!

Was sich durch einen Test ändern kann hängt mitunter auch von den regionalen Gepflogenheiten ab. Hier im Saarland ermöglicht einem ein positives Testergebnis mitunter die Teilnahme am speziellen Förderprogramm für hochbegabte Kinder.

Einige Lehrer lassen sich durch einen Test eher zu etwas bewegen als durch Schilderungen der Eltern.

Und letztendlich erhältst du bei einem IQ-Test ein Begabungsprofil das u.U. hilfreich sein kann und- was ich persönlich als viel wichtiger empfand- eine persönliche Beratung durch den Psychologen.

Eine Möglichkeit zu testen wäre der Schulpsychologische Dienst. Im Regelfall handeln die aber nicht in den ersten Wochen, sondern aus Kapazitätsgründen nur, wenn bereits ein Notfall vorliegt. Die Wartezeiten können also relativ lang sein. Das Ergebnis eines dort gemachten Tests wird dir sehr wahrscheinlich nicht vorgelegt, sondern lediglich ein IQ-Wert. Vorteil ist allerdings ganz klar, dass der Schupsy im Regelfall Erfahrung mit solchen Fällen hat und im Umgang mit den Schulen ebenso. Sie können ggf. regulierend eingreifen bzw. auch als Vermittler fungieren.

Die Testung über einen privaten Psychologen ist ebenfalls möglich. Dabei empfiehlt sich ein Psychologe der mit dem Thema Hochbegabung Erfahrung hat. Die Preise für Test, Gutachten und Beratung betragen im Regelfall 250 Euro + (bis 500 Euro).

Ab dem 6. Geburtstag werden bei einem IQ leidlich genaue Werte erzielt. D.h. im Klartext, dass bis zu einem gewissen Alter von (ich glaube mich zu entsinnen es war 8 Jahre) noch mit Schwankungen von bis zu 8 IQ-Punkten zu rechnen ist. Im Großen und Ganzen sind die Ergebnisse aussagekräftig.

Nun, Test ja oder nein, das kann dir keiner so genau sagen. Wir haben unseren Sohn testen lassen, weil wir vor einer ähnlichen Problematik standen wie ihr. Lesen & Rechnen ging längst über 1.Klasse-Niveau hinaus, aber er konnte noch nicht schreiben. Er verweigerte sich komplett nachdem seine Leistungen nicht anerkannt wurden.

Unsere Schule ist keineswegs schlecht. Ich halte die Lehrer allesamt für fähig, aber dennoch scheinen sie von der Thematik Hochbegabung nur herzlich wenig Ahnung zu haben. Es wird nicht genügend differenziert. Daran hat auch der Test nichts geändert.

Aber durch den Test wurden bei uns einige Problematiken aufgedeckt, die für uns als solche nicht wirklich erkennbar waren. Problematiken die aufgedeckt wurden und uns dabei halfen unseren Sohn besser zu verstehen und auch an richtiger Stelle mehr oder auch weniger zu unterstützen.

Generell würde ich bei einem schnellentwickelten Kind im testfähigen Alter zu einem Test raten, insbesondere solange es noch keine Probleme gibt. Gibt es Probleme ist Zeit meist ein großes Problem. Durch evtl. Problematiken und mit dem Wissen, dass der Test für etwas gebraucht wird, kommt es schneller (wenn auch wohl im Regelfall ungewollt) zu einem unnötigen Druck, dem sich das Kind ausgesetzt sieht.

Ihr hättet durch einen Test nichts zu verlieren, nur evtl. einen Verbündeten z.B. beim Schulpsychologischen Dienst. Denn auch wenn ein Kind nicht hochbegabt ist sollte es ein recht auf die Förderung gemäß seiner Fähigkeiten erhalten.

Wie lange geht das Kind denn schon zur Schule?

Beitrag von amorvincitomnia 14.09.08 - 22:01 Uhr

Willst Du ihn in ein Förderprogramm stecken, lasse ihn testen. Falls nicht - was soll's? Ich habe gerade von einem Psychiater am Donnerstag die Frage gehört, ob ich meine Hochbegabung jemals als "eine Behinderung" (!!!) empfunden hätte. Nö, habe ich nicht, wie kann man bloß auf einen solchen Schwachsinn kommen?

Fast alle in unserer Familie sind besonders begabt, in sehr unterschiedlichen Richtungen. Mein Sohn hat beim ADS-Test vor ein paar Monaten nebenbei ebenfalls positiv auf Hb getestet und kann die von Dir beschriebenen Dinge natürlich auch schon, er ist gerade seit zwei Wochen in der 1. Klasse. Na und? Klar, er meckert schon ein bisschen, dass die Schule zu einfach sei, aber dann muss er eben warten lernen oder sich spezielle Aufgaben geben lassen. Das hatte ich ihm geraten, ohne selbst zu intervenieren, und nun macht er halt immer besondere Papiere, während die anderen das "M" üben. Darüber hinaus sehe ich zu, dass er in Bereichen, die ihm weniger liegen, ein bisschen kämpfen muss, damit er auf dem Boden bleibt.

VG, Barbara

Beitrag von schnuffelschnute 14.09.08 - 23:26 Uhr

Hallo Barbara,

HB kann eine echte Behinderung sein, wenn sie nicht erkannt wird und der Mensch darunter leidet.

Nicht umsonst heißt es:

Hochbegabung ist die schönste Behinderung, die es gibt.

Sei froh, dass dein Sohn keine Probleme hat/macht.

Es kann auch anders kommen

LG

Beitrag von amorvincitomnia 15.09.08 - 11:06 Uhr

Weißt Du, genau das Gegenteil war mein Punkt: Hochbegabung ist keinesfalls eine Behinderung, sonst hätte sie ja eine ICD-10-Nummer! Nur Deutsche mit ihrem gestrigen Geniekult um Goethe & Co. können auf die Idee kommen, dass es eine Behinderung sein soll, besonders intelligent zu sein! Im angelsächsischen Sprachraum beispielsweise weiß man es zu schätzen, wenn jemand besonders "gifted" ist, im Wortsinne "beschenkt", also mit besonderen Gaben gesegnet.

Weder mein Sohn macht Probleme noch ich noch der Rest meiner Familie. Es ist eine Frage des Umfelds. Wäre ich in einer unkreativen, dummen, spießigen Familie groß geworden, hätte ich VIELLEICHT Probleme gehabt. Das hätte ich DANN aber auch gehabt, wenn ich beispielsweise lesbisch wäre oder sonstwie von normierten Verhalten abwiche. In einer Umgebung, die sich am kleinsten gemeinsamen Nenner orientiert, fühle ich mich nicht wohl, und das geht den anderen High Potentials halt auch so. Man sucht sich halt seine Bezugsgruppe.

Wird man nicht gerade gezielt ausgebremst, gibt es keine Probleme. Und deshalb meine Frage, was eine Diagnose bringen soll? Es gibt auch Studien dazu, die meisten Hochbegabten sind, entgegen der üblichen Vorurteile in Deutschland, sehr angepasst und glücklich. Ich auch, übrigens! Problematisch sind, wenn ich das recht erinnere, 5%, Depressionen &c., was aber unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung liegt.

VG, Barbara

Beitrag von graupapagei4 15.09.08 - 08:27 Uhr

Wir haben bis jetzt kein Kind testen lassen, weil sich für uns und die Kinder dadurch nichts geändert hätte. Unsere 2 Schulkinder kamen in etwa mit dem Vorwissen Deines Sohnes in die Schule, wobei er mathematisch sehr stark war, sie dafür in deutsch besser. Sie wurden mit noch 5 als Kann-Kinder eingeschult.

Man muss einer Lehrerin schon ein paar Wochen Zeit geben, sich ein Bild von jedem Kind zu machen. Natürlich kann man es vorher sagen, was das Kind kann, aber es gibt genug Mütter , die erzählen, ein Kind könne schon lesen, wenn es ein paar Ganzworte gespeichert hat und mühsam Mama, Papa , Oma zustande bringt. Ich habe das so selbst schon erlebt, insofern verstehe ich mittlerweile, dass Lehrerinnen erstmal versuchen den Ball flach zu halten.

Unser Sohn kasperte auch etwas herum, schwatzte viel, drehte sich ständig um - lieferte aber gleichzeitig einwandfreie Arbeitsergebnisse. Der Sprung wurde dann von der Lehrerin in die Diskussion eingebracht. Heute ist er noch 8 und in der 5.Klasse. Glücklich und zufrieden, zur Zeit auch einigermaßen gefordert.

Töchterlein bekam genau die Lehrerin, die unser Sohn nach dem Sprung hatte. Insofern war sie vorgewarnt und hat sofort den Wissenstand abgeklopft. Sie hat auch sofort dafür gesorgt, dass dfie Bedingungen für den Sprung geschaffen werden. Die kleine Maus ist noch 6 und jetzt in der 3.Klasse, voll integriert und super glücklich.

Also es kann auch ohne Test gehen, wenn Lehrer bereit sind, die Fähigkeiten des Kindes zu sehen und Kind bereit ist, diese auch zu zeigen!

Beitrag von fabienne78 15.09.08 - 09:17 Uhr

Hallo,

ich denke auch, dass ich der Lehrerin noch ein wenig Zeit lasse. Wir haben Anfang/Mitte Oktober einen Elternabend und ich werde wohl versuchen, nach diesem gemeinsamen Elternabend entweder ein kurzes "Unter-4-Augen"-Gespräch mit ihr zu führen oder mir wenigstens einen Termin (es reicht ja auch telefonisch) geben zu lassen.

Ich möchte da nichts überstürzen und auch nicht vorgreifen - aber ich möchte auch nichts falsch machen...

Normalerweise sollte das alles durch die Lehrerin bemerkt werden und es müßte auch ohne Test klappen. Und nur den Test machen um einen Wert zu erhalten - das brauche ich nicht. Wenn der Test wiederum meinen Sohn helfen würde, dann sieht es wieder anders aus.

Fazit: Ich werde bald mal mit der Lehrerin reden, dann hat mein anderer Sohn bald einen U9-Termin und dort kann ich mal den Kinderarzt um Rat fragen.... und dann sehen wir weiter...

Ich denke (und hoffe), das es so am sinnvollsten ist.

Liebe Grüße,
Fabienne

Beitrag von manavgat 16.09.08 - 10:30 Uhr

Zunächst einmal ist es wenig hilfreich, wenn Du Hochbegabung hinstellst, als hätte ein Betroffener die Pocken!

Wende Dich an die DGHK.


Wenn Dein Kind nachweislich hochbegabt ist, dann rede es nicht herunter, sondern nimm es als gegeben hin.

Mit Sicherheit wäre eine Privatschule, die Kinder individuell lernen lässt, die bessere Wahl.

Gruß

Manavgat

Beitrag von fabienne78 16.09.08 - 13:05 Uhr

Hallo Manavgat,

tut mir Leid, wenn mein Beitrag den Anschein hatte, das ich Hochbegabung als Krankheit empfinde. Dem ist natürlich nicht so.

An die DGHK habe ich bereits gewandt (guter Tipp übrigens) und ich möchte die Begabung auch nicht herunterspielen - genau so wenig, wie ich dies all zu sehr hervorheben möchte. Ich versuche, einfach ein Mittelmaß zu finden... was wohl nicht immer leicht ist.

Das mit der Privatschule habe ich mir auch schon überlegt. Problem hierbei ist einfach die Organisation (Fahrten etc.). Eine geeignete Schule zu finden, wäre hier nicht schwer (wir wohnen in einem Ballungsgebiet - die Fahrt würde wohl 30-40 Minuten dauern wegen des Berufsverkehrs...), aber ich habe noch einen weiteren Sohn, der nächstes Jahr in die Schule kommt und unsere Familie wird im November noch mal Zuwachs bekommen. Deswegen wäre es für uns natürlich schön, wenn die Grundschule hier vor Ort unseren Ältesten genügend Unterstützung entgegen bringen könnte (ich meine hier nicht spezielle Förderung, aber vielleicht im Unterricht ihn andere Aufgaben geben, die er nicht schon seit 2 Jahren bewältigen kann bzw. ihn eventuell teilweise mit den 2.-Klässlern unterrichten.... wäre eigentlich kein Problem, da die 1. und 2. Klasse zusammen unterrichtet wird).

Hast Du Erfahrungen mit "normalen" Grundschulen und Privatschulen ? Hat sich der Wechsel gelohnt ? Welche (gravierenden) Unterschiede konntest Du feststellen ?

Liebe Grüße,
Fabienne

Liebe Grüße,
Fabienne

Beitrag von manavgat 16.09.08 - 13:17 Uhr

Hallo Fabienne,

abgesehen davon, dass ich ein Nachhilfeinstitut habe und in den letzten Jahren einige hochbegabte Schüler kennenlernen konnte, bin ich selbst betroffen. Hinzu kommt, dass das 3. Kind meiner Freundin, 8 Jahre alt, hochbegabt ist und ich das ganze Drama und den Ärger mit der Grundschule mitbekomme.

Was spricht dagegen, wenn Dein Kind mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule fährt? Das wird ein paar Mal geübt und dann klappt das. Vertrau Deinem Sohn, der kann das!

Sieh Dir mehrere Privatschulen zusammen mit Deinem Kind an und entscheide dann. Der Vorteil ist hier: Du bist Kunde und somit ist die Bereitschaft Euch und Euren Bedürfnissen gerecht zu werden, größer.

Gruß

Manavgat