nach ganz schlimmen geburt noch ein kind??

Archiv des urbia-Forums Kinderwunsch.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kinderwunsch

Du möchtest schwanger werden? Hier kannst du Kontakte knüpfen und mit anderen über den Zeitpunkt deines Eisprungs diskutieren. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen und Expertenantworten. Neu: unser Kinderwunsch-Newsletter!

Beitrag von marvinundmaurice 13.09.08 - 20:38 Uhr

Hallo,

Nach 2 Jahren "Probearbeit" bekamen wir im Jahr 2003 eineiige Zwillinge geschenkt. Die SS verlief mit ein paar typischen Problemen, doch soweit ok. In der 35. SSW, nach 4 Wochen Tokolyse kamen unsere Jungs spontan zur Welt. Nach 3 Wochen konnten sie nach Hause.
Heute sind sie 5 Jahre alt, leicht schwerhörig und haben ADHS. Soweit so gut, wir lieben sie.

Als die beiden 1 Jahr alt waren, war der Wunsch nach einer weiteren SS sehr sehr groß. Nun, ich setzte die Pille ab und wartete.... und wartete .... wurde dann schwanger.

Im Jahr 2005 hatte ich dann eine Fehlgeburt in der 20. SSW. Unsere Tochter wurde geboren. Sie heißt Nele. Nele ist nun ein Sternenkind und passt auf uns auf.

Nach 3 Monaten Zwangspause ging es wieder "an die Arbeit".... kurze Zeit später war ich wieder schwanger. Die SS endete in der 15. SSW. Wieder wurde uns ein Mädchen genommen, bevor es bei uns ankam. Felicitas spielt sicher mit ihrer Schwester im Himmel. Dies war Anfang 2006.

In der Zwischenzeit waren wir beim Spezialisten, der mir Hormone gab.

Dieses Mal wollten wir uns nicht an die Paus halten, doch die SS lies lange lange auf sich warten... Im Oktober 2006 war es dann soweit. Endlich ein positiver Test!

Die ersten 10 Wochen waren super. Keine Probleme, alles ok. Wir fuhren in den Urlaub und dann hatte ich plötzlich Schmerzen und Blutungen! Ich dachte es wäre aus, doch unser Baby lebte! Mir wurde zu einer Ausschabung geraten! Obwohl er lebte! Die Plazenta hatte sich ein Stück abgelöst. In der 15. SSW das selbe Problem, doch dieses Mal ( wieder in der Heimat) sagte ein Arzt zu mir: " Ihr Baby weiß, damit es geliebt und gewünscht wird, es wird nicht so leicht aufgeben!" Das tat unheimlich gut! Es kamen immerwieder leichte Blutungen und viele viele heftige Schmerzen. (angebliche Dehnungsschmerzen) Nun ja, ich nahm es hin...
In der 35.SSW bekam ich Wehen. In der Klinik wurde ich ans CTG gelegt, doch nichts. Nach 4 Stunden Beobachtung wurde ich nach Hause geschickt. 1 Stunde später ist mir die Fruchtblase leicht angerissen. Nach Rücksprache mit meiner Hebamme und den Ärzten blieb ich noch zu Hause. (Es war 1 Uhr morgens)
Frühs um 7 Uhr ging ich mit doch sichtlichen (auf auf den CTG) Wehen in die Klinik. Da unser Baby in Beckenendlage lag und ein Frühchen werden wollte, wünschte ich mir einen Kaiserschnitt. Doch dieser wurde abgelehnt.

Nach einigen Stunden Wehen begann die Geburt. Es war ok, nicht anders als bei den Zwillingen. so verging die Zeit im Schneckentempo bis es ca 12.15 uhr war.
Aufgeregt rannte ein Doc in den Kraissaal, denn er sah, damit auf dem CTG nicht die Herztöne des Babys aufgeschrieben wurden. Schnell und hecktisch wurde dannach gesucht, doch sie waren nur noch ganz schwach. Zu dieser Zeit hatte ich schon sehr viel Blut verlohren, dies haben Hebamme und Chefarzt auch schon gesehen, doch nahmen es nicht wirklich ernst.

Plötzlich ging alles schnell. Ganz verschwommen hörte ich nur noch Sätze wie: "Die Herztöne sind schwach", " Hoher Blutverlusst" , " Notkaiserschnitt" - alle rannten eilige raus um alles dafür zu richten. Ganz benommen konnte ich nur noch sagen: " Ich glaube er kommt!" Nur noch mein Mann war im Zimmer! Er rannte raus, schrie und gerade in dem Momenta als unser Baby kam, konnte die Hebamme noch "eingreifen" und fing unser Baby auf. Sie legt ihn mir auf den Bauch, doch er war furchbar blau, bewegte sich nicht und die Nebelschnur war gerissen. Dann war ich weg...

Aufgewacht, bzw. benommen bekam ich noch eine Situation mit. Ich im Op, zwei Schwestern unterhielten sich ganz aufgeregt:" Leblos, Reanimation, keine Blutkonserven..." weg war ich.

Aufgewacht auf der Intensivstation. Kein Mensch weit und breit. Fest geschnallt auf dem Bett. Ich konnte noch nicht mal Schwester rufen.

Nach dem ich 30 Minuten wach war. Ja! 30 Minuten! Es war eine Uhr im Zimmer! Kam eine Schwester mit den Worten:" Sie sind ja schon wach!"

Natürlich war ich total irretiert, denn ich wusste ja nicht, warum ich nun hier war. Sie sagte nur, sie könne das nicht sagen, der Doc kommt dann. Dann?? Es dauerte 1 Stunde bis mein Mann wieder bei mir war. Er hatte unseren Sohn, der Lenny genannt wurde auf die Intensivstation begleitet. Zum Glück, so musste er nicht alleine sein.

Was war passiert??

Spontanpartus aus Steißlage bei einsetzender Wehentätigkeit. Schwere Asphyxie bei Nabelschnur-Abriss bei gesicherter Insertio velamentosa und Placnta accreta.
Das ganze noch mal verständlich:
Lenny lag in Steißlage, die Wehen setzten ein. Als er dann tiefer rutschte, riss unsere Nabelschnur, da sich meine Plazenta mit meiner Gebärmutter verwachsen hatte, und diese sich nicht lösen konnte. Außerdem wuchs die Schnur einmal um die Fruchtblase herum und diese war dann noch einmal um Lenny gewickelt. Die Schnur riss, das Blut lief raus. Da Blut der Sauerstoffträger ist, hat er dadurch einen Sauerstoffmangel erlitten. Nach 12 Minuten Reanimation setzten wieder regelmäßige Herztöne ein.

Nun, was das heißt??? Lenny ist nun 15 Monate alt. Auf dem Stand von ca 4 Monten. Er ist mehrfachschwerstbehindert.

Mein Wunsch war eine ganz normale Schwangerschaft, eine ganz normale Geburt, ein gesundes Baby, das ich einfach mit nach Hause nehmen konnte.
Ich wollte eigentlich ambulant entbinden, stillen.... Heute war Lenny mehr im Krankenhaus als zu Hause! Nach wie vor hat er keinen Saug und Schluckrefelx, er wird also voll sondiert über einen Magensonde.

Nun, unsere Geschichte ist sehr sehr lang, vielleicht kann nun einer meinen / unseren Wunsch verstehen.

Wir möchten nun ein weiteres (wie schon immer von uns 4 Kinder gewünscht) Baby.

Sollte ich es wagen??
Was, wenn es wieder so lange braucht bis ich Schwanger werde??
Was, wenn es wieder Probleme gibt?
Was, wenn wir kein Baby mehr bekommen?

Der Wunsch ist einfach sooo groß! Könnte man ihn aus vernunft unterdrücken???

Auf keinen Fall möchte ich eine spontan Geburt mehr! Das erlebte ist zu schlimm! Würde man einen Kaiserschnitt machen??

Danke für die viele Zeit
lg bianca

Beitrag von trillian81 13.09.08 - 20:48 Uhr

#liebdrueck eure Geschichte bewegt mich sehr!!!
Leider kann ich Dir keinen guten Rat geben, ausser das ich es bewundere wie ihr so wie Du schreibst damit umgeht und das ihr euch wagen wollt noch ein Kind zu bekommen!

Einen Tip kann ich euch nicht geben, aber wenn ihr den Mut habt es noch einmal zu versuchen, dann wünsche ich euch alles alles Gute und eine schöne Schwangerschaft!!!!

Beitrag von katjaol 13.09.08 - 20:51 Uhr

Hallo!

Mit Schrecken hab ich deinen Bericht gelesen!
Oh mein Gott, was hast du alles auf dich genommen!
Abgesehen von deinen Sternenkindern, was an sich ja schon furchtbar ist, dann noch so eine Schicksalshafte Geburt....WARUM haben die in Beckenendlage denn blos keinen Kaiserschnitt gemacht?!?
Ich kann es wirklich nicht fassen & schon gar nicht in Worten ausdrücken wie leid ihr mir tut!

Ich wüßte nicht ob ich noch die Kraft zu einer neuen SS hätte. Horche tief in dich rein & wenn du meinst bereit zu sein & auch dem neuen Baby gewachsen zu sein - du bist ja sicher sehr, sehr gefordert bei deinen Dreien - dann dann wage es.
Ich weiß wirklich nicht ob ich das könnte, meine ANgst wär bestimmt sehr groß.

Ich wünsch dir und deiner Familie ganz viel Kraft & alles, alles Gute!#liebdrueck

Liebe Grüße

*KATJA#herzlich*

Beitrag von laluna0411 13.09.08 - 20:52 Uhr

Hallo Bianca,

habe mir soeben deine Geschichte einmal durchgelesen und bin immer noch tief erschüttert.

Ich ziehe absolut den Hut vor dir, wie du deine Situation meisterst. Das ist sowas von bemerkenswert, da erscheinen manch andere Probleme wirklich banal dagegen.

NAtürlich kann ich dir nun jetzt nicht sagen, ob du nochmal schwanger werden sollst oder besser nicht. Das entscheidet ihr alleine.
Wenn du dich dagegen entscheidest, kann ich das wirklich verstehen.

Solltest du dich aber dafür entscheiden, dann sag ich nur noch "Hut ab". Die Welt ist so grausam und gemein teilweise. Aber diese Frau hat wirklich den Arsch in der Hose und geht ihren Weg.

Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn wir über PN in Kontakt kommen würden. Ich möchte so gerne mehr von dir erfahren.

Liebe Grüße das neugierige lunchen

Beitrag von angyhh22 13.09.08 - 20:56 Uhr

Hmmm, also ich wurde in der zweiten Schwagerschaft beim Aufnahmegespräch im KH gefragt ob ich denn einen Kaiserschnitt wolle. Die erste Geburt war schwer sagte der Arzt. Und da lag ich 13 Std in den Wehen, hatte mir 2 PDAs setzen lassen und mein Sohn kam letztenendes mit der Saugglocke. Er meinte, wenn man sowas erlebt hat, behält man evtl. ein Trauma oder so. Meine Tochter wollte ich aber so bekommen und hatte garkeine Probleme.

Also mir wurde nach einer "schweren" (naja für mich war sie garnicht so schwer, ich hatte einfach nicht mehr die Kraft letztenendes und auch keine Presswehen bei meinem Sohn, so dass ich ganz froh war, dass dem ein ende gesetzt wurde) Geburt ein Kaiserschnitt nahe gelegt. Warum man das in der Klinik, in der du entbunden hast, nicht gemacht hat, weiß ich nicht.

LG

Angy mit Tom (15.07.05) und Amy (04.05.08)

Beitrag von rehlein79 13.09.08 - 21:18 Uhr

Liebe Bianca,

ich habe immer noch Tränen in den Augen!
Welch furchtbares Leid mußtet ihr ertragen???

Um so beneidenswerter finde ich deinen Mut all das zu schreiben und deine Gedanken zu teilen.
Du scheinst eine starke Frau zu sein (ohne dich zu kennen).. ich zieh den Hut vor dir.

Ich wünsche dir und deiner Familie, dass ihr die für euch richtige Entscheidung trefft. Was immer es auch ist.

Lieben Gruß,
Rehlein + #ei (5+3)

Beitrag von sommertiffy 13.09.08 - 21:47 Uhr

Ich bewundere euch echt das ihr nach diesem schrecklichen erlebniss noch ein Kind wollt .
Und wen ihr es euch von Herzen wünscht spricht glaube ich auch nichts gegen ein erneuete Schwangerschaft . Aber ich glaube an deiner stelle würde ich auch auf einen kaiserschnitt bestehen . Wünsch euch ganz Viel Glück und Kraft auf dem Weg zur nächsten #schwanger schaft .

Beitrag von marvinundmaurice 14.09.08 - 09:08 Uhr

halli hallo und guten morgen,

ach, das tut gut sooo viele liebe worte zu hören!

ganz klar, zum einen habe ich angst wieder eine fehlgeburt zu haben, zum anderen habe ich angst vor der schwangerschaft. trotzdem wünschen wir uns so sehr noch ein baby.
ich hoffe, damit in unseren "fall" auf jeden fall ein kaiserschnitt gemacht werden würde.
bei lenny habe ich darauf gedrängt, wurde aber nicht gemacht. bei den zwillis wollte ich keinen und musste dafür kämpfen...

jeder mensch sieht probleme anders. zb meine nachbarin findet es furchtbar schlimm, damit sie 1xwoche zur logo muss! 1xwoche????
davon könnte ich träumen.....nur einen festen termin in der woche.... nun ja.

klar ist es bei uns auch immer wieder mal laut, das chaos und der garten voller unkraut... (wir haben einfach einen zu großen garten), doch das stört mich eigentlich nicht. trotzdem hatten wir eine gute ernte...

es ist einfach eine frage der org. jeder geht seinen hobbies nach und nimmt sich zeit für sich. heute gehe ich zb auf einen babybasar. gestern flohmarkt.

viel unterstützung haben wir nicht, da meine schwiegermutter sehr sehr krank ist. also nicht so wie andere, die die oma im haus haben.

wir lieben unser leben. so haben wir es uns vorgestellt.

wir hatten unendlich glück mit unserem lenny! jeder, der uns kennenlernt, findet es unendlich traurig, doch wir sind nicht traurig!

wir sind total happy, damit unser so sehr gewünschtes baby bei uns geblieben ist. er war schon 8 mal dem tod näher als dem leben und immer wieder wurde uns der abschied geraten! auch seine entwicklung ist viel viel besser als je jemand gedacht.
Wir sind froh, damit lenny ist wie er ist!

lg bianca, die einfach angst vor einer weiteren ss hat und noch viel größere vor einer geburt.