Schwanger und neue Arbeit, was nun?

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von servenia 14.09.08 - 11:43 Uhr

Hallöchen!
Ich hoffe mal, dass mir einer helfen kann.
Ich habe jetzt einen 1 J. alten Sohnemann. Nach diesem Jahr wollte ich wieder arbeiten und habe mich beworben. Jetzt darf ich am 15.10.08 in einem Seniorenzentrum als Pflegehelferin arbeiten zu 50%. Gestern habe ich dafür eine Bestätigung erhalten. Vertrag wird noch zugesandt. Mein Problem ist nur, dass ich wahrscheinlich schon schwanger bin (Zyklus ist ausgefallen, habe am Montag Arzttermin). Jetzt ist meine Frage, soll ich diesen Job annehmen? Ich habe mich so auf diese Arbeit gefreut und möchte die unbedingt behalten. Auch deshalb, weil bei uns Geldmangel herrscht. Mein Partner ist selbsständig, hat aber geraden Probleme mit Aufträgen, es kommen keine rein = kein Geld. Mir macht aber meine Arbeit auch Spaß und ich wollte unbedingt dort anfangen. Das nächste Problem ist, der Vertrag läuft nur 1 Jahr. Ich weiß dass sie mich nicht kündigen können, aber nach 1 Jahr müssen die mir den Vertrag nicht verlängern. Ich wollte ja wie schon gesagt länger arbeiten. Dazu kommt noch, dass es in meiner Beziehung total kriselt, also kurz vor dem Zusammenbruch. Dann habe ich zwei kleine Würmchen und dann ohne Arbeit und alleine. Ich weiß zwar, dass der Staat mir helfen würde, aber das mag ich eigentlich nicht. Die neue Stelle wäre auch bei mir um die Ecke, ich kann da gut hinlaufen. Sonst gibts nirgends in der näheren Umgebung ein solches Zentrum. Ich bin gelernte Arzthelferin, habe aber bei Ärzten in meiner Stadt mich schon beworben und keine Stelle bekommen. Die kann ich also ganz vergessen. Vor allem, wenn ich alleine bin melde ich mein Auto ab, bin dann also auch nicht richtig mobil. Die Busverbindungen sind auch nicht so toll. Meine Eltern sind der Meinung in dieser verbissenen Situation abzutreiben. Aber ich kann das eigentlich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.
Was soll ich jetzt nur machen!

Grüße Nadine

Beitrag von barbarelle 14.09.08 - 12:13 Uhr

Hast du deinen Vertrag schon unterschrieben? Was spräche dagegen beiden zu tun? Den Job UND das Kind?

Du hättest vermutlich Anspruch auf Elterngeld und zumindest ein Jahr Luft um dir beruflich was neues zu suchen.
Ob sie dir den Vertrag verlängern nach einem Jahr steht ja auch in den Sternen. Falls nichts, wärst du beides los.
Bedenke bitte auch, daß ein Abbruch verarbeitet werden muss. Wirst du dann emotional in der Lage sein die neue Stelle anzutreten?

Liebe Grüße und wäre alles gut ab. Herz und Verstand... BEIDES arbeitet nicht gegen dich... und beide haben ihre berechtigten Argumente.

Barbarelle

Beitrag von katzenstiefel 14.09.08 - 12:59 Uhr

Hallole,
wenn der Vertrag schon unterschrieben ist ,kann Dich in dieser Stuation soviel ich weiß ,niemand kündigen.
Ich habe da so eine ganz wage Erinnerung von einer Krankenschwester im Kopf,ähnliche Situation.
Dann ,wenn Du das Baby behälst ,bist du sowieso erstmal im Mutterschutz,weiß dein Partner das Du schwanger bist?
Ich glaube im Herzen hast Du Dich schon entschieden#schrei
Und vergiß eins nicht ,alle Kinder werden groß,es mag sein das der Anfang schwer wird,Hilfe vom Staat in Anspruch zunehmen ist keine Schande.

Kopf hoch du wirst auch das schaffen,wir Frauen können wenn es drauf ankommt richtige Berge versetzen........;-) so und nun laß Dich drücken #liebdrueck LG Katzenstiefel

Beitrag von connie73 14.09.08 - 15:05 Uhr

mh, die frage ist, wenn du den termin am montag hast, dann wüsstest du ja definitiv ob du ss wärst oder nicht, würdest du den vertrag abgeben, und erst in zwei wochen oder so zum arzt gehen, kann dir niemand vorwerfen, das du es schon vorher bestätigt hattest.
mach doch zur eigenen sicherheit einen ss test.
lg connie

Beitrag von karbolmaeuschen 14.09.08 - 18:10 Uhr

Liebe Nadine!

Nimm den Job auf jeden fall an!

1. Du bist nicht verpflichtet von der Schwangerschaft zu erzählen, auch, wenn Du davon weißt!

2. Du bist wärend der Schwangerschaft und 4 Monate danach unkündbar!

3. Du hast beim Elterngeld Anspruch auf 67% Deines letzten Bruttoeinkommens.

4. Wenn der Arbeitgeber Dir, nachdem Du ihn über die Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt hast, keinen Mutterschaftsgerechten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann (Heben und Tragen, Infektionsschutz, Schichtdienst, etc) Wirst du mit einem Berufsverbot bei voller Lohnfortzahlung freigestellt!!!
(Wie das funktionier, kann ich Dir gerne erklären, würde hier nur den Ramen sprengen...)

5. Klar verlängert sich Dein Vertrag nicht, aber erstmal zu arbeiten, macht sich auch im Lebenslauf besser.

6. Egal, was Dir jetzt jemand zu Abtreibung etc. rät: Ich würde nie ein Kind wegen eines Jobs abtreiben.

Gruß Silke
exam. Krankenschwester mit Berufsverbot seit 5.ssw

Beitrag von salida-del-sol 14.09.08 - 20:52 Uhr

Hallöchen Nadine,
Du fragst dananch, ob Du die angebotenen Job antreten sollst. Ich kann dies Dir empfehlen, da Du Dich auf diese Arbeit freust und Deine Finanzen dann auch sicherer sind.
Du solltest dem Chef auf keinen Fall vorher erzählen, daß Du schwanger bist. Dazu bist Du nämlich keineswegs verpflichtet. Wenn der Vertrag dann unterschrieben ist, trifft für Dich Mutterschutzgesetz § 9 zu. Ab dem Moment, wo Dein Chef weiß, daß Du schwanger bist, bis 4 Monate nach der Entbindung bist Du unkündbar. Anschließend hast Du Anspruch auf Elterngeld.
Daß Du nach einem Jahr nicht übernommen wirst, kann sein. Aber wer von uns weiß schon, wo er in einem Jahr arbeitet, geschweige den ob er Arbeit hat.
Wenn dann diese Zeit da ist, tut sich auch wieder eine Türe auf. Du weißt, daß der Staat Dir helfen würde, dann nimm diese Hilfe an, ohne Dir dabei irgendwie schlecht vorzukommen. Denn dazu gibt es keinen Grund. Dein Kind wird viel mehr, als das was Du bekommst, später wenn es groß ist dem Staat in Form von Steuern zurückzahlen.
Du schreibst, daß Du eine Abtreibung nicht mit Deinem Gewissen vereinbaren kannst. Dann denke darüber auch nicht nach. Denn es kann sehr schwer sein mit seinem Gewissen nicht im Einklang zu sein, und das Leben geht nach einer Abtreibung weiter. Und dann wäre die Situation noch verbissener. Du bist Deinen Eltern keine Rechenschaft schuldig. Aber vielleicht ergibt sich die Möglichkeit es ihnen zu sagen was eine Abtreibung für Dich bedeuten würde. Denn mit den Folgen der Abtreibung müßtest Du dann vermutlich alleine zurechtkommen.Darum nimm es nicht so wichtig, was Deine Eltern für eine Meinung haben, denn die höchste Instanz im Leben eines Menschen ist sein Gewissen.
Es ist hart, daß es in Deiner Beziehung gerade kriselt.
Aber eine Abtreibung könnte diese Beziehung vermutlich zusätzlich noch belasten.
Laß mal wieder was von Dir hören.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol