Muss ich den vater angeben???

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von tigra85 14.09.08 - 12:43 Uhr

Hallo,

ich brauche dringend eine Antwort auf oben stehende Frage.

Mein Problem ist, dass ich mit dem Vater meines Kindes nicht zusammen bin, und es auch nie war. Von daher möchte ich seinen Namen nicht auf der Geburtsurkunde oder irgendwo anders angeben.
Schlicht gesagt, ich möchte das alleinige Sorgerecht haben. Wie kann ich das erreichen, oder hat man das automatisch, wenn der Vater nicht auf der Geburtsurkunde steht??

Vielen Dank schonmal für die Hilfe!:-)

LG

Beitrag von honeybearchen 14.09.08 - 12:47 Uhr

Vater würde ich auf jeden Fall angeben, sonst bekommst ja keinen Unterhalt!!!

Alleiniges Sorgerecht bekommst AUF JEDEN FALL AUTOMATISCH, wenn ihr nicht verheiratet seid oder Ihr gemeinsames Sorgerecht beantragt... Also keine Sorge..


Ähm wenn Baby angemeldet wird und Du sagst nichts vom gemeinsamen Sorgerecht hast Du es automatisch...

Beitrag von tigra85 14.09.08 - 12:51 Uhr

Dass ich dann alleiniges Sorgerecht hätte, dachte ich auch. Der Vater meiner ersten Tochter, mit dem ich auch zusammen bin, steht auf der Geburtsurkunde. Deswegen muss er nun auf allem unterschreiben, was ich mit der Kleinen machen will. Da stört mich das nicht, weil wir, wie gesagt, zusammen sind. Nur bei dem anderen Kind möchte ich das nicht riskieren. mir wurde in der Bank gesagt, wenn er auf der Geburtsurkunde steht, hat er Sorgerecht. Ich müsse extra beantragen, das alleinige Sorgerecht zu bekommen.

Hm, jetzt bin ich etwas verwirrt.:-)

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 13:02 Uhr

Hallo,

als unverheiratete Mutter bekommst Du die alleinige Sorge automatisch.
Das hat nichts damit zu tun, ob der KV auf der Geburtsurkunde steht oder nicht.
Dass der KV Deiner ersten Tochter mit Dir zusammen das Sorgerecht hat, ist nur darüber möglich, dass ihr bei der Geburt entweder verheiratet ward oder aber die gemeinsame Sorge beim Jugendamt eingerichtet habt (das müsst ihr beide unterschreiben und Du musst dem zustimmen).
Nur darüber, dass er in der Geburtsurkunde steht, hat er das Sorgerecht NICHT ... es sei denn, wie gesagt, ihr ward verheiratet, dann gibt es das automatisch.
Sorry, aber Du wirst doch wissen, ob Du es mit ihm geteilt hast.

Wenn Du die alleinige Sorge innehast und der KV steht auf der Geburtsurkunde, benötigst Du für Banksachen, Pass etc einfach nur eine sogenannte Negativ-Bescheinigung (dass Du das alleinige Sorgerecht hast), die Dir das Jugendamt problemlos ausstellt.

Gruß,
Julia


Beitrag von tigra85 14.09.08 - 13:06 Uhr

Beantragt haben wir das nicht, aber dass ich diese Negativbescheinigung brauche, wurde mir auch gesagt. Ich bin bisher nur in der Bank auf das Problem gestoßen und habe mich nicht weiter damit befasst.

Gut, dann hat sich das Problem geklärt.

LG

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 13:09 Uhr

Hallo,

wenn ihr das nicht festgelegt habt und auch nicht verheiratet ward/seid, dann hat der Vater Deiner älteren Tochter auch nicht das Sorgerecht zusammen mit Dir ... Du hast also bei dem Kind auch die alleinige Sorge inne.

Gruß,
Julia

Beitrag von muemelkronster 14.09.08 - 13:12 Uhr

Wenn ein unverheirateter Vater auf der Geburtsurkunde steht, bedeutet das erstmal nur, dass er die Vaterschaft anerkannt hat.
Wenn Du mit dem Kindsvater keine Erklärung über die gemeinsame Sorge abgeben hast, bleibt das Sorgerecht ganz alleine bei Dir.
Geh zum zuständigen Jugendamt und lass Dir eine sog. Negativbescheinigung ausstellen. Diese besagt, dass Du das alleinige Sorgerecht hast. Wenn das zweite Kind da ist, mach es gleich ;-).

Übrigens: Wenn Du Dich und Dein (zweites) Kind selbst versorgen kannst, brauchst Du den Vater nicht angeben. Solltest Du aber staatliche Hilfe in welcher Form auch immer benötigen, wird der Staat sehr wohl wissen wollen, wer der Vater ist. Denn dieser ist mindestens für das kind unterhaltspflichtig und darüber hinaus auch für Dich bis mindestens zum Ende des 3. Lebensjahres des Kindes.
Bedenke auch, dass das Kind ein Recht hat zu wissen, wer sein Vater ist.

muemel

Beitrag von tigra85 14.09.08 - 17:05 Uhr

Vielen Dank für deine detaillierte Antwort.:-)
Ich kann finanziell selber für mich und die Kinder aufkommen. Das wäre nicht das Problem. Ich habe mich mit dem Vater geeinigt, dass er mal einen Pack Windeln oder Klamotten bezahlt. Das wäre okay.

Ich möchte durchaus, dass das Kind Kontakt zu dem Vater hat. Nur möchte ich nicht jede Kleinigkeit von ihm unterschreiben lassen müssen. Das fängt schon bei dem Sparbuch an, dass ich direkt nach der Geburt anlege. Ist ja nicht so, dass wir verstritten wären, aber ich möchte einfach selber entscheiden können.

LG

Beitrag von parzifal 16.09.08 - 12:16 Uhr

Das ist das Wichtigste.

Der Unterhalt!

Wenns den nicht gäbe wäre die Nichtangabe Deiner Meinung nach also in Ordnung.

Die Angabe des Vaters sollte doch wohl unabhängig von dieser Frage erfolgen und eine Selbstverständlichkeit sein.

Aber je nach dem zu entscheiden/Raten wann man die größeren Vorteile hat ist ja Egoismus in Reinkultur.

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 13:06 Uhr

Hallo,

wenn Du den KV nicht angibst, also "Vater unbekannt", bringst Du Dein Kind um den zustehenden Unterhalt, Erbrecht und auch seine Wurzeln.
Des weiteren stünde auch Dir Unterhalt zu.

Die alleinige Sorge hast Du als unverheiratete Mutter sowieso inne.

Gruß,
Julia

Beitrag von tigra85 14.09.08 - 13:08 Uhr

Er soll ja Kontakt mit dem Kind haben, ich möchte nur nicht riskieren, dass er überall mitbestimmen kann. Der Unterhalt war mir nicht so wichtig.

Beitrag von schnuffelschnute 14.09.08 - 13:10 Uhr

Du kannst aber nicht auf den Unterhalt für dein Kind verzichten.

LG

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 13:18 Uhr

Hallo,

Umgangsrecht und Sorgerecht haben nichts mit einander zu tun.
Auch ohne Sorgerecht hat er die gleichen Rechte auf Umgang, als wenn er das Sorgerecht mit innehätte.
Mitbestimmen kann er nicht ... Dir wurde ja jetzt schon mehrmals gesagt, dass Du das alleinige Sorgerecht automatisch innehast.

Auf den Kindsunterhalt kannst Du nicht verzichten, da es das Geld Deine Kindes ist ... solltest Du von staatlichen Leistungen abhängig sein, geht das schon gar nicht, da Unterhalt vorgeht und voll angerechnet wird.

Gruß,
Julia

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 13:20 Uhr

Mal was anderes ... verzeih meine Neugierde.

Du hast eine Tochter von 16 Monaten und bist mit deren Vater zusammen, bekommst jetzt aber demnächst ein Kind von einem anderen Mann???

Beitrag von sunny102 14.09.08 - 13:22 Uhr

die Frage habe ich mir beim Lesen des Beitrags der TE auch gestellt #cool

und selbst wenn sie keinen Unterhalt will, so hat doch wenigstens das Kind ein Recht darauf, irgendwann zu erben und auch ihre/seine Abstammung zu kennen.

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 13:25 Uhr

Dann warten wir doch mal gespannt auf Antwort ... ;-)

Beitrag von tigra85 14.09.08 - 16:59 Uhr

Ich bin "wieder" mit dem Vater meiner Tochter zusammen. Haben uns getrennt, als meine Tochter 6 Monate alt war. Silvester hatte ich etwas mit einem anderen Typ und daraus ist nun dieses Kind entstanden.

Wie dem auch sei; ich habe nicht vor, dem Kind seinen Vater vorzuentahlten. Ich möchte lediglich meine Entscheidungen für mich treffen können. Den Kontakt hat er, sofern er ihn haben will, trotzdem.

Beitrag von mellli-benni 14.09.08 - 16:46 Uhr

Wenn du den Vater kennst musst du natürlich den Vater angeben.

Und mit dem Sorgerecht hat das rein gar nichts zu tun.

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 17:17 Uhr

Hallo,

ein Gesetz, dass besagt, dass eine Mutter den Namen des Vaters angeben MUSS, gibt es nicht.

Nur wenn Sozialleistungen (z.B. Sozialgeld) oder Unterhaltsvorschuß bezogen werden sollen, macht sich die Mutter strafbar, falls sie wissentlich falsche Angaben macht, z.b. wissentlich Vater unbekannt angibt, obwohl sie weiß, wer er ist.

Ansonsten kann keine Frau gezwungen werden, den Namen des Vaters preiszugeben ... das ethisch-moralische dabei steht noch auf einem anderen Blatt.

Nur mal so zur Info ...

Gruß,
Julia

Beitrag von mellli-benni 14.09.08 - 17:19 Uhr

Danke für die Belehrung.

Beiträge von dir les ich doch immer gern.

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 17:23 Uhr

Ich weiß ...

Beitrag von mellli-benni 14.09.08 - 17:26 Uhr

na dann ist ja gut.

Dann nehm dir das doch mal bitte zuherzen.

Ich ander würden sich da sicher auch drüber freuen.

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 17:29 Uhr

Hallo,

a. Was ist gut?
b. Dass Du mich so gerne liest, nehme ich mir selbstverständlich zu Herzen ... freue mich, dass meine Beiträge bei Dir so gut ankommen und werde Dir den Wunsch nach mehr gerne erfüllen.
c. Trotz mehrmaligen Lesens verstehe ich den 3. Satz nicht.

Gruß,
Julia

Beitrag von mellli-benni 14.09.08 - 17:33 Uhr

Upps so kann es gehen wenn man zu viele dinge im Kopf hat. Sorry.

Dein "Ich weis..." hatte ich als Ironie empfunden und daher würden sich evtl. viele ander hier freuen wenn du dich mit deinen ewig nervenden Beiträgen etwas zurückhalten würdest.

Beitrag von jules1971 14.09.08 - 17:42 Uhr

So, so ... Du solltest a. nicht von Dir auf andere schließen und b. bin ich niemals ironisch ... oder doch#kratz

Aber ich entschuldige mich natürlich vielmals dafür, dass ich es gewagt habe, Deine Fehlinformation, dass man den Vater angeben MÜSSTE, korrigiert habe. Und dass Du das auch noch als nervig empfunden hast, tut mir leid.
Ich bin nur der Meinung, dass mit falschen Informationen niemanden weitergeholfen ist und es war nicht persönlich gemeint, soll heißen dass ich eine solche Fehlinfo auch bei jedem anderen User korrigiert hätte.

Gruß,
Julia

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