Panik vor Beerdigung...

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von bowlingkugel 14.09.08 - 18:13 Uhr

Hallo liebe Mit-Trauernden.#schmoll

Ich habe ja vorgestern schon gepostet wegen meinem Opa...siehe hier:http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=18&tid=1665033

So, und morgen ist die Beerdigung und ich habe übelst Angst davor. Die anderen konnten meinen Opa vorgestern nochmal anschauen im Leichenschauhaus und ich will as unbedingt auch noch machen um ihn wenigstens noch einmal zu sehen.

Das geht aber nur vor der Beerdigung. Jetzt haben aber alle Bedenken ob ich das verkrafte ihn so kurz vorher nochmal zu sehen bevor er da runtergelassen wird.

Und ich selbst weis auchnicht so recht wie ich es überleben soll morgen... Bin schon seit gestern jetzt bei meiner Mutter, mein Männe und Meine Kleine sind auch dabei. Heute gabs wie immer Kaffee und Kuchen bei Oma. Und wieder kamen die Erinnerungen hoch, als ich das Haus betrat.#heul

Wie soll das erst morgen werden?

Wie habt ihr das überstanden? Habt ihr den Verstorbenen nochmal angeschaut?
Ich habs noch immer nicht kapiert...es ist so unreal.
Ich denke immer Jeden Moment klingelt das Telefon und ER ist dran, oder er kommt um die Ecke...

Naja bis Denne
GrüßleBK

Beitrag von bowlingkugel 14.09.08 - 18:14 Uhr

Hupsi falscher Link.

Das isser:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=18&tid=1665033

Beitrag von lexie 14.09.08 - 19:44 Uhr

Hallo!
Erst mal einen ganz lieben #liebdrueck!
Mein Opa ist im Dezember 2006 gestorben. Ich hätte ihn so gerne nochmal angeschaut. Ich habe lange Jahre bei meinen Großeltern im Haus gelebt und hatte immer eine besondere Bindung zu ihnen.
Mein Opa war im KKH, es war immer ein auf und ein ab aber zum schluß sah es doch wiederr gut aus, sogar der Entlassungstermin stand schon fest. Leider kam alles anders und mein Opa starb von Freitag auf Samstag. Mein Papa hat es mir am Samstag Vormittag erzählt.
Das ging alles so schnell. Mein Papa und meine Oma haben sich am Freitag bei ihm verabschiedet. Mein Opa wurde eingeäschert. Ich hatte leider nicht mehr die Möglichkeit ihn zu sehen.
Ob Du Deinen Opa nochmal anschauen willst oder nicht, musst Du für Dich selber entscheiden, leider kann Dir das niemand abnehmen.
Du schaffst den Tag morgen, ganz ganz sicher! Ich dachte auch, ich schaff das nicht. Es war knallhart, keine Frage. Aber ich hab's geschafft - und Du schaffst das auch!
Ich wünsche Dir viel Kraft und #liebdrueck Dich nochmal ganz doll!
LG Lexie, die eine #kerze für meinen und eine #kerze für Deinen Opa anzündet.

Beitrag von sunny_dada 14.09.08 - 19:07 Uhr

Hallo...

...meine Oma ist vor 2,5 Jahren nach 3tägigem unerwarteten Krankenhausaufenthalt gestorben. Noch im Krankenhaus hatten wir alle uns von ihr verabschieden können, sie hat auf uns alle "gewartet".
Wir wollten Sie zuerst nicht nochmal im offenen Sarg aufbahren, aber der Pfarrer hat uns dann doch zugesprochen und gemeint, dass wir dann, wenn wir möchten uns doch noch mal verabschieden können.

Ich hätte nie gedacht, dass ich sie so "anschauen" möchte/kann. Aber was soll ich sagen: so in der ganzen Situation vor der Beerdigung, hatte ich irgendwie das Bedürfnis zu ihr zu gehen und sie sogar noch ein letztes mal zu streicheln.

Wir haben ihr dann noch Bilder Ihrer Kinder und ihres im Krieg gefallenen Mannes unter das Jacket auf die Herzseite gelegt sowie ein Bild meines damals 6-jährigen Neffens, das er ihr noch im Krankenhaus gemalt hat.

Es hat uns allen gut getan und wir konnten ihren Tod dadurch, glaube ich, auch besser begreifen.

Als der Sarg zugemacht wurde, wurden wir in die Kapelle geschickt, denn dieser Moment soll für Angehörige schlimm sein, meinte das Beerdigungsinstitut und auch der Pfarrer.

Lass es am Tag der Beerdigung einfach auf dich zu kommen und entscheide dich dann. Dieser Tag wird sowieso unrealistisch / unbeschreiblich werden. Die Gefühle und Empfindungen kann man nicht planen. Aber sobald die Beerdigung vorbei ist, wird es immer besser...

Gruss
Sunny

Beitrag von liebesmaedel 14.09.08 - 20:15 Uhr

Hallo,

ich kann Deine Gefühle bestens nachvollziehen. Mein Opa starb vor 5 1/2 Jahren.
Wir waren alle bei ihm, als er seinen letzten Gang ging. Ich bin dem lieben Gott heute sehr dankbar, dass ich ihn begleiten durfte.

Wenn Du die Möglichkeit hast ihn nocheinmal zu sehen, dann tu es. In der ersten Zeit wirst Du viel an diesen Augenblick denken, aber Du wirst irgendwann dankbar sein für diese Erfahrung. Glaube mir.

Aber es dauert alles seine Zeit. Mir fällt es heute noch schwer im Wohnzimmer meiner Oma zu sitzen (dort ist mein Opa gestorben). Aber es wird besser mit der Zeit.

Im Moment kannst Du Dir wahrscheinlich nicht vorstellen, dass es jemals besser wird. Aber das wird es auf jeden Fall.

Das allerwichtigste ist, dass Du über Deine Trauer redest. Nichts runterschlucken und versuchen die Starke zu sein. Er war Dein Opa und Du hast das Recht zu trauern.
Weine wenn Dir danach ist und schlucke dir Tränen nicht runter.
Ich hatte damals niemanden, mit dem ich reden konnte. Ich wollte ja auch nicht immer meine Mutter belämmern, sie hatte ja auch gerade ihren Vater verloren.
(Mein leiblicher Vater starb drei Monate vor meinem Opa, ich hatte also auch noch mein Päckchen zu tragen).


Eine #kerze für Deinen Opa.
Du schaffst das morgen. Ich denke unbekannterweise an Dich#liebdrueck

LG
liebesmaedel

Beitrag von juli.1992 14.09.08 - 21:39 Uhr

Hallöchen,

erst einmal mein Herzliches Beileid. Ich denke an Dich.

Ich durfte mich dieses Jahr auch von meiner Oma verabschieden. Ich war in der 30 Schwangerschaftswoche als ich die Nachricht bekam. Konnte mir nicht nehmen lassen zur Beerdigung zu gehen. Meine Tante wollte den Sarg offen in der Kirche stehen lassen, aber wir haben alle ihr das ausgeredet. Ich finde es auch besser so, weil ich meine Oma so in Erinnerung behalte wie sie bei meinem letzten Besuch aussah. Diese Zeit war für mich nicht leicht, das es meinen einzige Oma war und ich sehr an ihr gehangen habe. Da kommen mir jetzt auch wieder die Tränen . Ich war froh als der Tag vorbei ging und wir langsam zur Ruhe kommen konnten. So ruhig bin ich aber nicht geworden und mußte nach einer Woche ins Krankenhaus da ich schon frühzeitige Wehen hatte. Zum Glück ist alles gut gegangen und jetzt habe ich mein kleinen Schatz. Bin nur so traurig das meine Oma nicht mehr unseren Sohn sehen konnte.

Ich drück dir ganz fest die Daumen das du alles überstehst. Kannst mir ruhig schreiben wie du es empfunden hast.

LG Juli

Beitrag von bowlingkugel 15.09.08 - 22:47 Uhr

Hallöchen, ich antworte jetzt mal für Alle die mir was geschrieben haben.

Danke für eure Lieben Worte!
Ich habe sie zwar erst gelesen als alles schon vorbei war, trotzdem sehr lieb von euch!

Ich bin nochmal bei ihm gewesen, ich MUSSTE einfach rein, um zu sehen das es wirklich wahr ist! Um alles zu begreifen.

Es war garnicht so schlimm wie ich dachte, er sah friedlich aus, fast wie immer. Natürlich war es schlimm zu wissen das es nun das letzte mal sein wird, aber ich bin froh das ichs gewagt hab.

Hab ihm auch noch ein kleines Briefchen geschrieben und mit ins Grab geworfen. Jetzt weis er, das wir die Taufe unserer Kleinen, die er sich so sehr gewünscht hatte, trotzallem an seinem Geburtstag machen werden!

Für meinen Geliebten Opi, nochmal eine Kerze...#kerze
Ich hoffe es geht dir gut da wo du jetzt bist.#herzlich

In liebe Nadine...#blume

Beitrag von estragon 19.09.08 - 10:21 Uhr

Guten Morgen BK,

mir fällt gerade auf, daß mein kleiner Bruder nun schon seit 11 Jahren nicht mehr lebt. Ich habe damals auch lange überlegt, ob ich ihn mir noch mal ansehe, habe mich dann aber dagegen entschieden. Ich wollte ihn so in Erinnerung behalten, wie ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Ich glaube, es war gut so, zumindest habe ich es nie bereut.
Ich wünsche Dir viel Kraft für morgen, liebe Grüße, Grith