Kündigung mit Angebot auf Aufhebungsvertrag, Frage dazu

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Beitrag von sandra3008 14.09.08 - 18:30 Uhr

Hallo zusammen,

ich wurde am Donnerstag davon unterrichtet, dass ich zum 31.12.08 meine Kündigung erhalten werde.
Da diese "ungerechtfertigt" ist wurden mir gleich 3 Wahlmöglichkeiten gestellt.

1. ordentliche Kündigung zum offenhalten einer KüSchKlage
2. Aufhebungsvertrag zum 31.12 mit Abfinung von 3 Monatsgehältern mit dem Passus "anstelle einer orddentlichen Kündigung"
3. Aifhebungsvertrag zum Zeitpunkt meiner Wahl auch mit Abfindung mit dem Passus "im Beidseitigen Einverständins.

Nun meine Frage

wenn ich die 1. Variante nehme, würde ich da ggf, vor Gericht mehr als 3 Gehälter zugesprochen bekommen?
Wenn ich die 2. wähle, wird die Abfindung dann auf das ggf. folgende Arbeitslosengeld angerechnet?
3. kommt für mich nicht in Frage da ich ja dann mein gehalt bis einschl. Dezember verliere und soweit ich aus auch 3 Monate Sperre beim Arbeitsamr bekomme, oder?

Bis Mittwoch muss ich mich entschieden haben!

Ach so, ich bin 6 Jahre in der Firma!

Beitrag von jessica-1985 14.09.08 - 19:05 Uhr

Hey Sandra,
mache auf gar keinen Fall einen Aufhebungsvetrag,da hat nur Dein Arbeitgeber vorteile und Du bekommst eine 3-monatige Sperre vom Arbeitsamt.
Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.

Lg

Beitrag von woodgo 14.09.08 - 19:15 Uhr

Hallo,

such Dir einen Anwalt, so schnell wie möglich und lass Dich von Ihm beraten;-) So bist Du auf der sicheren Seite.

LG

Beitrag von goldtaube 14.09.08 - 19:50 Uhr

Mein Tipp: Geh zum Anwalt und lass dich beraten.
Damit du dich nicht für das falsche entscheidest.

Beitrag von chi2110 14.09.08 - 20:43 Uhr

Unterschreib auf gar keinen Fall irgendetwas bevor Du nicht beim Anwalt warst...

wenn es vor Mittwoch nicht klappt mit einem Termin lass es lieber darauf ankommen das es evtl. eine ordentliche Kündigung wird... und klage deine Rechte anschließend ein...

Es ist reiner Druck die die Firma natürlich versucht auszuüben damit Du schwups mal unterschreibst...

tatsache ist aber das wohl kaum eine Firma dem Mitarbeiter den Sie los werden wollen ein "Super" Angebot machen will... es ist eigentlich immer so das Sie natürlich versuchen so günstig wie möglich dabei weg zu kommen...

also wie gesagt am wichtigsten ist in solchen Fällen immer... sich niemals so unter Druck setzten zu lassen und irgendetwas zu unterschreiben ...bevor man nicht mit einem Anwalt für Arbeitsrecht gesprochen hat...

Falls es zur Klage kommen sollte, meißt endet das dann mit einem Vergleich... würde ich darauf bestehen das der alte Arbeitgeber sich in der Arbeitsbescheinigung für das Arbeitsamt nicht negativ zu Deiner Arbeitseinstellung/weise äußern darf.... ganz wichtig...

hat uns unser Anwalt damals nicht drauf hingewiesen... Lieblingsexchefchen hat dann erstmal negative Arbeitseinstellung als Kündigungsgrund angegeben... und somit hat das Arbeitsamt die Sperre aufrecht erhalten... bis wir einen 2 Seiten langen Wiederspruch dort hin geschickt haben... und letztendlich die Sperre endlich aufgehoben wurde...

das war ein ärger .... der nunmal nicht sein hätte müssen..

so hoffe ich konnte Dir helfen

lg
claudia

Beitrag von sockeline 15.09.08 - 08:34 Uhr

Man will dich also mit aller Gewalt loswerden.

1. Mit welcher Begründung will man dir kündigen? Hätte eine Kündigungsschutzklage Aussicht auf Erfolg? Würdest du danach wieder in der Fa. arbeiten wollen?

Beitrag von nolady 15.09.08 - 09:29 Uhr

Hallo Sandra,

egal ob du dich für die 2. oder 3. Variante entscheidest, eine Sperre vom Arbeitsamt ist da sicher.
Mehr kann ich dir da auch nicht sagen.

Gruß nolady

Beitrag von uns_uwe 15.09.08 - 12:45 Uhr

So dramatisch ist es nicht wenn der Arbeitgeber Wahlmöglichkeiten anbietet.
Das sehe ich durchaus als Willen um dem Arbeitnehmer entgegenzukommen. Auch die anscheinend klare Aussage das es eine "ungerechtfertigte" Kündigung ist und beim Aufhebungsvertrag der Passus beigefügt wird deutet darauf hin.
Sollte es eine begründete oder gerechtfertigte Kündigung sein hast Du sowieso keine Abfindung zu erwarten.
Auch die Frist für Deine Entscheidung wirkt nicht willkürlich. Voraussichtlich gilt bei Dir eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Quartalsende.

Eine Sperre musst Du möglicherweise bei allen drei Varianten einplanen. Auch bei einer ordentlichen Kündigung wenn diese nicht gerechtfertigt und von Dir nicht beanstandet wird.

Bei 2. kannst Du versuchen eine Sperre anzufechten, eben mit dem genannten Passus. Dies wird schwierig.

3. ist die offenkundige Option wenn Du eine andere Stelle in Aussicht hast und vor dem 31.12. antreten kannst oder sollst. In diesem Fall eine sehr gute Option.

Nun endlich zu den konkreten Fragen.
Keiner kann sagen was das Gericht Dir zuspricht,
das richtet sich sehr nach dem konkreten Sachverhalt.
Es gibt Berechnungen für ein Übergangsgeld, meiner Kenntnis nach mit 1/4 Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr und eine Regelabfindung mit 1/2 Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.
Eine Anrechnung des Arbeitslosengeldes bzw. Ruhen im Zusammenhang mit der Abfindung selber kommt meiner Kenntnis nach nur zum Tragen wenn das Beschäftigungsverhältnis vor einem ordentlichen Kündigungstermin endet.

Natürlich ist das Aufsuchen eines Rechtsanwaltes sinnig.
Sicher kannst Du auch beim Arbeitsamt nachfragen.
Das sehe ich immer als praktisch an, weil man sich später darauf beziehen kann.

Beitrag von mamanats 17.09.08 - 22:44 Uhr

Natürlich ist der Kündigungsvorschlag zum 31.12.2008 schon fies, falls es bei Euch Weihnachtsgeld gibt. Das entfällt Dir durch diesen Termin natürlich.

Meines Wissens nach ist aber die Höhe der Abfindung i.O. Sprich 1/2 Montasgehalt pro Beschäftigungsjahr. Mehr wird auch nicht rausspringen.

Wie schätzt Du den die Lage ein eine andere Stelle zu bekommen? Wenn Du die gut einschätzt dann würde ich nochmal mit dem Arbeitgeber sprechen und die Abfindung annehmen und aber noch aushandeln, dass sie Dir das Weihnachtsgeld auch zahlen sollen.

Sie wird nicht aufs Arbeitslosengeld angerechnet, allerdings bekommst Du bei einem Aufhebungsvertrag ein Sperre.

Wenn Du also eher damit rechnest nicht gleich was anderes zu bekommen, würde ich keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Warum möchte Dir denn die Firma kündigen?

Beitrag von uns_uwe 19.09.08 - 22:34 Uhr

Das ist nicht korrekt.
Die Rückzahlung des Weihnachtsgeldes (sofern es überhaupt welches gibt) ist tarifrechtlich unterschiedlich geregelt.
Sofern eine Rückzahlung im Tarif nicht explizit genannt ist kann auch nichts zurück verlangt werden.

Hier gleich eine fiese Absicht zu unterstellen scheint mir voreilig.

Ich betone nochmals sollte ein anderer Kündigungstermin vereinbart werden, der nicht dem tarifrechtlichen entspricht (z. B. 30.11. oder 31.01. statt einem Quartalsende) dann besteht die Möglichkeit das die Abfindung dennoch beim Arbeitslosengeld angerechnet wird.

Der geschilderte Fall ist bei vielen Firmen gang und gäbe.
Man muss zum Jahresende Stellen abbauen hat aber bei 1000 Mitarbeitern überhaupt keine Chance eine rechtsgültige Sozialauswahl zu treffen.
Somit nimmt man lieber Abfindungen in Kauf.