Nach Chemo - anderes Kind?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von jel83 14.09.08 - 23:42 Uhr

Hallo,

Ich weiß gar nicht wie ich mich ausdrücken soll um nicht falsch verstanden zu werden
also bei meinem Stiefsohn (6 j.) wurde vor 6 mon ein Augenmuskelkrebs entdeckt er wurde schon operiert hat Chemo und eine speziele Strahlentherapie in der Schweiz hinter sich die Heilungschancen liegen bei 85-95% ist ja gut,
aber seit der Chemo ist er manchmal wie ausgewechselt er ist, wie soll ich sagen "gemein"?

Er zerstört Spielzeug seiner Schwester weil er sagt das wären seins, ich muss sagen eigentlich lebt er nicht bei uns sondern in Griechenland(seit Nov.07´) bei seiner Mutter er ist nur wegen seiner Krankheit bei uns die kam auch nach Deutschland, ist jetzt aber seit 30.08 wieder zurück wegen Ihrer Tochter die hat jetzt 6 mon bei Ihrer Oma gelebt er ist super frech wiederspricht in fast allem was man ihm sagt er sagt nicht Hallo/Tschüß ist knatschig u.s.w. ich weiß er ist krank und er wird auch grad von seinem Vater verwöhnt bekommt fast jeden Wunsch von den Lippen abgelesen usw Hab ich ja auch verständnis ehrlich aber ich finde man sollte es auch nicht bei einem kranken Kind übertreiben was meint Ihr?

Gestern hat er den Vogel abgeschossen Ich hab Pfannkuchen gemacht und die Kinder haben im Whz. gegessen es gab auch Wiener dazu
Ich stand in der Küche und hab kurz! gespült mein Freund war auf der Arbeit.
Aufeinmal kommt Antonia (3 j.) in die Kü. mit nem KNALLROTEN KOPF und bekommt keine Luft weil sie sich verschluckt hat, hab sie natürlich sofort gedrückt und Ihr das Essen aus dem Mund gefischt dann bin ich ins Whz. und frag ihn im normalen Ton:"Sag mal hast du deine Schwester nicht bemerkt das sie sich verschluckt hat?"
ER dann:" Nein"
Ich:"Hey schau mich an wenn ich mit dir rede und wenn sie gestorben wäre?"
er dann immer noch in die Glotze kuckend und ganz kalt:"Ja und? muß sie halt aufpassen wenn sie Essen tut!"
Ich war #schock

Er war so lieb hat ihr die Haare gemacht als er keine mehr hatte hat ihr immer geholfen und so
Mich (uns) macht das ziemlich fertig Wir wissen ja das daß normal ist und das eine Chemo ein Kind/Mensch verändert, aber so sehr #schmoll
Wir reden auch sehr viel über die Sache und uns macht das beide traurig
Antonia hingegen haben wir das Gefühl liebt Ihren Bruder viel mehr als vorher (wenn das überhaupt geht)
Wir wollen ja auch nicht ständig schimpfen vielleicht habt ihr einen Rat oder kennt vielleicht jemand der so etwas leider auch erleben musste

aber Ich weiß echt nicht mehr weiter

ach und an der Trennung der Eltern kanns nicht liegen bin schon 5Jahre mit dem KV zusammen


sehr Sehr lang aber ich musste das mal loswerden

VG #herzlich

Beitrag von nicolchen27 15.09.08 - 05:51 Uhr

hallo

ich kann diese sache nur bestättigen meine tochter war 4 als sie leukämie bekommen hat
mit vollem program chemo und so wieter
nun wird sie nächste woche 9 und ist auch nach der chemo ganz anders geworden als vorher
sie hat wie soll ich sagen das eine jahr im kh die kindheit verloren
sie wurde danach richtig erwachsen
das schmerzempfinden ist auch ganz anders geworden
vorher war der kleinst kratzer eine katastrophe heute ist das alles nix mehr
ich denke auch die kinder wissen ganz genau das sie sich verändern
lg nicole

Beitrag von tinaxx 15.09.08 - 19:47 Uhr

Hallo!

Dass dein Stiefsohn sich nach einer solchen Erkrankung und den sehr einschneidenden Therapien (OP, Chemo, Bestrahlung - das volle Programm!) verändert, darf dich nicht wundern.
Hat er während der Therapie mal psychologische Unterstützung bekommen? Weiß er genau, was mit ihm los war und was wieso gemacht wurde? Hat er (vielleicht immer noch!) Angst zu sterben? Sucht er nach noch mehr Aufmerksamkeit?

Ich finde es ganz schwierig, ein krankes Kind "normal" zu behandeln. Ihm genauso Grenzen zu setzen, es genauso anzunehmen, es wegen der Krankheit nicht zu verhätscheln, die Krankheit aber auch nicht runter zu spielen ist enorm schwer - eine Gratwanderung.

Könnt ihr euch nicht Hilfe bei einer Beratungsstelle, beim sozialpsychologischen Dienst der Klinik oder einem Eltern-/Förderverein holen?

Ich wünsche eurem Sohn nur das beste und euch viel Kraft,
Tina (die auch ein besonderes Kind hat).

Beitrag von jel83 16.09.08 - 19:58 Uhr

Ich danke euch
er weiß was mit ihm los ist
und warum das alles gemacht werden muss
übers Sterben haben wir nicht gesprochen
und wir hoffen auch das wir das nie müssen

Bis jetzt macht er ja alles gut mit er hat gute und schlechte Tage, die schlechten überwiegen z.Zt. einfach

Wir haben jetzt auch schon ne Kur beantragt
mal sehn wie es dann wird

#danke nochmal