Unerfüllter KiWu - Bei Euch auch ein Tabu-Thema?

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von smash79 15.09.08 - 16:31 Uhr

Hallo ihr lieben Mit-Leidensgenossinnen

Ich wollte mal fragen, wie das bei Eurem Umfeld (Freunde, Verwandte) so ist. Mir ist aufgefallen, dass über das Thema "unerfüllter KiWu" überhaupt nicht gesprochen wird, und wenn ja, wird man richtig bemitleidet und man fühlt sich irgendwie, als hätte man Aussatz oder so #heul

Bei uns werden rundherum gerade alle Freunde Eltern #baby Klar freut man sich mit denen, aber oft kommen dann auch so blöde Sprüche wie "Wann ist es denn bei Euch soweit?" Und wenn man dann nach längerem doch damit rausrückt, dass es nun mal nicht so klappt wie man es gerne hätte, dann ist man total geschockt und perplex.

Ich finde das Thema "Ungewollt kinderlos" sollte vielmehr auf den Tisch kommen, aber dieses Thema wird einfach totgeschwiegen #augen Jeder nimmt an, dass er soviele Kinder in die Welt setzen kann wie er will. Dabei sagen doch die langen Wartezeiten bei den KiWu-Kliniken ganz was anderes...

Was meint ihr dazu?
Wie geht Eure Umwelt mit Eurem Schicksal um? Wissen die überhaupt Bescheid? Wenn alle etwas offener mit dem Thema umgehen würden, dann würde man sehen, dass es viel mehr betroffene Paare gibt als man meint, und man sich dann besser austauschen und helfen könnte.

Von daher bin ich MEGA froh, gibt es dieses Forum, denn alle rundherum verstehen einen sowieso nicht #augen

Liebe Grüsse
ANDREA,
die sich nach 14 ÜZ und schlechtem SG nun in der KiWu-Praxis angemeldet hat #schwitz

Beitrag von murkelchen72 15.09.08 - 16:40 Uhr

Hallo Andrea,

ich bin mit dem Thema immer offensiv vorgegangen und habe kein Geheimnis draus gemacht.

Auch jetzt erzähle ich wie es zur SS gekommen ist. Ich sehe das so wie Du, dass dieses Thema irgendwie totgeschwiegen wird#klatsch.

Drücke Dir die Daumen, für den Besuch im Kiwuzentrum!

lg Daggi#liebdrueck

Beitrag von engelchen7477 15.09.08 - 16:42 Uhr

Hi Andrea,
das ist echt ein heikles Thema, und ich kenne es auch leider zu gut. Bei uns hat es auch etwas länger gedauert, bis ich dann endlich einen pos. SST in der Hand hatte. Aber es stimmt wirklich, dass EIGENTLICH darüber nicht so gern gesprochen wird, und wenn doch, dann nur so bemitleident, und darauf kann man verzichten, denn man selbst hat schon genug damit zu kämpfen.
Gib die Hoffnung nicht auf, auch bei dir wirds bald klappen, wenn dein Baby meint, es ist die richtige Zeit...
Wünsch dir alles Gute...
engelchen

Beitrag von kleinemaus166 15.09.08 - 16:47 Uhr

Hallo Andrea!

Wir sind von Anfang an sehr offen mit unserem Problem umgegangen und erfahren auch weniger Mitleid als Unterstützung von Verwandten und Freunden.

Es war einfach besser von Anfang an Klartext zu reden , zumindest für uns, da dann sowas wie >wann ist´s denn bei euch soweit< einfach nicht mehr kam.

Jetzt gibt es einfach Interesse und ein gewisses mitfiebern von allen die´s wissen und ich/wir finden dadurch auch immer ein offenes Ohr und eine "Anlehnschulter" wenn wir mal nicht nur mit dem Partner über Hoffnung und Ängste reden wollen.

Es muß jeder für sich selbst entscheiden, aber uns tut diese Offenheit einfach gut, ist angenehmer, als sich dauernd zu verstecken wenn´s einem schlecht geht oder um jeden Preis Gefühle zu verbergen.

LG kleinemaus #sonne

Beitrag von thomas-bw 15.09.08 - 16:49 Uhr

Wir sehen die Sache etwas differenzierter. Wir möchten nicht jedem über unseren unerfüllten KiWu erzählen, auch nicht den Leuten in der Clique. Da ist nur ein Paar, wo die Frau bei einem FA arbeitet, mit der haben wir schon gesprochen und dann mit einem anderen Freundespaar - nicht aus der Clique - die bereits eine KiWubehandlung erfolgreich hinter sich gebracht haben und inzwischen eine hübsche kleine Viola haben. die haben uns auch angeboten, bei Problemen mit ihnen zu sprechen. In der Familie sprechen wir nicht viel darüber. unsere Eltern wissen, dass wir uns Kinder wünschen, aber nicht alles, was wir hierfür machen bzw. dass wir in einer KiWuKl schon waren. Wir haben keine Lust, dass dies alles im "Familienrat" besprochen wird, zumal die gar nicht mitfühlen können, wie so etwas läuft und wie man sich dabei fühlt. Ein Arbeitskollege habe ich noch als Ansprechpartner, da er auch lange probiert hat und wir zufällig mal auf dieses Thema gestossen sind. Inzwischen ist seine Frau im 9. Monat schwanger, also in 2 Wochen ist es soweit. Da kann ich dann wenigstens auch von Mann zu Mann über Probleme sprechen, die mit der eigenen Männlichkeit zu tun haben. Als bei meiner Frau eine Zyste festgestellt wurde, hat sie mal im Büro mit einer Kollegin darüber gesprochen und es war erstaunlich, wie viele Frauen schon Zysten hatten.

Wir sind vielleicht nicht das Paradebeispiel von Paaren, die einen Kinderwunsch haben und sind eher verschlossen. Aber so bekommt man auch nicht ständig dumme Fragen gestellt.
lg Thomas

Beitrag von babycherry 15.09.08 - 17:02 Uhr

ja das kommt mir bekannt vor.

die einen kucken einen an als ob man die pest hat und unfruchtbarkeit ansteckend ist und die andern meinen man müsse sich nur richtig entspannen und locker lassen, dann flutscht es schon von allein ...

lg, cherry ÜZ 19, ab nächsten monat im KiWu-Zentrum

Beitrag von kessilein 15.09.08 - 17:23 Uhr

Hallo Andrea!

Am Anfang unserer Kinderwunschzeit habe ich nicht groß rumerzählt, daß wir uns ein Kind wünschen, einfach um den Druck von außen zu vermeiden.
Aber nach der Hochzeit rechnen die Leute damit, daß man schwanger wird und so kamen immer wieder Fragen wie " Und wann ist es bei Euch soweit?"

Nachdem wir uns jetzt schon seit fast 3 Jahren ein Kind wünschen gehe ich auch anders damit um.
Das wir in einer Kinderwunschbehandlung sind, wissen nur wenige! Das finde ich auch gut so, denn ich möchte auch nicht mit jedem darüber reden und wenn ich dauernd gefragt werden würde, obs geklappt hat, würde mich das nur belasten!

Aufgrund der Arzttermine währnd meiner Arbeitszeit habe ich es inzwischen meinen Kolleginnen erzählt. Ich war sehr froh, daß sie so toll reagiert haben. Das hat mir auch wieder Mut gemacht.
Ansonsten kann ich mit meiner Mutter gut über dieses Thema reden und natürlich fühle ich mich hier bei Urbia sehr wohl und verstanden!

Auch für mich ist es erstaunlich, wieviele vom unerfüllten Kinderwunsch betroffen sind. Das hätte ich anfangs nie gedacht. Aber jeder muss für sich entscheiden, ob er davon erzählen möchte.
Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, daß wir nicht alleine mit diesem Problem sind. Und das hilft mir sehr!!

Alles Liebe für Dich und viel #klee
Kessi

Beitrag von babylove05 15.09.08 - 17:33 Uhr

Also bei mir ist es zum glueck so gewesen das meine Freunde und Familie immer mut gemacht haben .

Leider hat das meist naruerlich nicht geklappt aber nun gut.

Schlimm war es als beide meiner Schwester gleichzeitg Schwanger wurden.

Nun hat es ja dann doch auch nach 5 jahren ueben ueben ueben bei uns geklappt...Danke viel Metformine und an das nicht aufgeben und ich danke gott das er mir immer dir kraft gegeben hat weiter zumachen

Lg Martina ( Drueck euch gaaaaanz doll die daumen )

Beitrag von nicky78 15.09.08 - 18:11 Uhr

Hi..

Also bei mir is' es schon ne Weile her, dennoch werd' ich die Zeit nie vergessen und hab' manchmal das Gefühl, es sei gestern grad' gewesen. #schmoll

Ich fand's ganz arg, denn in meinem Umfeld hat keiner Erfahrung mit dem Thema gemacht. Umso krasser fiel dann das Verständnis dafür aus. Gleich null! :-( Ich wurd' sogar noch blöd angemacht von wegen ich soll mich nicht so anstellen oder ich sei ein schlechter Mensch, würd's anderen nicht gönnen #schwanger zu werden, nur weil ich vielleicht nicht an nen Kindergeburtstag geh'n wollt' wo nur Schwangere und kleine Kinder waren. #schmoll
Ich hab' mich arg abgeschottet, auch Freunde verloren. Ich glaub' es is' ein Tabuthema, denn wer's nicht kennt, der hat einfach null Ahnung. Man denkt auch heut' noch, dass man einmal die Pille vergisst und dann sofort #schwanger is'. Ging mir doch genauso. Man wacht dann auf, wenn man auf einmal selbst da steht und übt ohne Erfolg. #schmoll
Ich wünsch' es keinem, und dennoch.. es wär' einfacher gewesen, hätt's in meinem Umfeld auch jemanden gegeben, der das durchgemacht hat. So kam ich mir vor wie die grosse Ausnahme, und alle wussten auch warum das so war (schlechte Ernährung, zu viel Stress, usw.). :-(

Ich wünsch' Dir ganz doll, dass es bald klappt. Auf einen Schlag is' dann nämlich alles anders. ;-)

Toi toi toi!
Nicky

Beitrag von mistia 15.09.08 - 18:23 Uhr

Hi,
also wir haben ziemlich jung geheiratet ( 1999 mit 21 ) und da war für uns klar das wir noch ein paar Jahre warten wollen und uns ein finanzielles Polster zulegen. Nach ein paar Jahren hab ich die Pille abgesetzt, wusste aber keiner, mein Mann natürlich ja, und da kamen auch schon die ersten Fragen. Irgendwie haben wir das immer abgewiegelt und gesagt das wir noch warten wollen. Irgendwann hab ich dann erzählt das wir jetzt am üben sind es aber nicht so klappt wie wir uns das vorstellen. Als die Fragen dann immer öfter kamen ging mir das total auf die Nerven. Und dann noch diese gut gemeinten Ratschläge wie Ihr sie auch schon alle gehört habt. Zum Anfang gings ja noch aber mit der Zeit konnte ich es nicht mehr hören, das die Leute wissen was gut für mich ist. In meiner Familie wird so gar nicht darüber gesprochen, möchte ich auch nicht. Und in Zukunft hab ich mir auch vorgenommen bei anfragen zu sagen das ich darüber nicht sprechen will. Einfach nur zu reden wäre ja nicht so schlimm, aber immer diese Tipps....als wenn wir das nicht schon durch hätten.Ich hab das Gefühl hier besser verstanden zu werden, auch wenn ich nicht oft schreibe.

Liebe Grüsse mistia

Beitrag von clazwi 15.09.08 - 19:09 Uhr

Hallo Andrea,

für uns war das alles "halb so wild", wir sind völlig offen damit umgegangen, als sich herausstellte, dass ich möglicherweise günstiger "mit Nachhilfe" schwanger werden könnte (unregelmässiger Eisprung).

Die Familie und der Freundeskreis war in viele Überlegungen und Abwägungen involviert und konnte auch gut verstehen, als wir uns gegen eine repromedizinische Behandlung zu Gunsten einer Adoption entschlossen haben.

Es gab wohl den einen oder anderen, der es nicht ganz nachvollziehen konnte, dass wir lieber "leiblich kinderlos" bleiben anstatt die Medizin in Anspruch zu nehmen - die meisten haben uns aber moralisch super unterstützt, diesen Plänen nachzugehen.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich einen unregelmässigen ES habe und es war im Prinzip dann auch keine "grosse Überraschung" als wir adoptiert haben.

Wir haben uns nie "minderwertig" gefühlt, weil wir u.U. Nachhilfe "gebraucht" hätten - für uns war das keine Krankheit.
Für uns gab es auch etliche Alternativen für ein Leben ohne Kinder.

Ich glaube, das hat sich auch auf unser Umfeld übertragen, dass wir das schon mal nicht als Schicksalschlag empfunden haben. Es gibt Schlimmeres....jedenfalls haben wir das so gesehen.

Totschweigen gab es bei uns nicht....

LG
Claudia

Beitrag von kleinehexe1 16.09.08 - 10:25 Uhr

Hallo Andrea,

ich kann Dich gut verstehen. Bei uns war das am Anfang unserer "Übungszeit" auch so. Alle wurden nach und nach Eltern, und wir schauten nur aus der Entfernung zu.
Dann kamen die Fragen, "Nah, wollt Ihr denn keine Kinder, oder, wann darf man euch denn mal Gratulieren? usw"
Da unsere Familien ziemlich schnell bescheid wußten, hatten wir allerdings von dieser Seite gute Rückendeckung.
Nach ca 2 Jahren wurden dann die Fragen immer nerviger und es wurde immer belastender eine Ausrede zu erfinden, und da haben wir beschlossen, mit dem Thema ganz offen umzugehen.

Und siehe da, es gibt in unserem Bekanntenkreis noch viel mehr betroffene als wir angenommen hatten.

Wir wurden nicht mehr belästigt, und unsere Freunde haben uns eher seelisch unterstützt, als genervt.

So, in ca. 6 Wochen kommt nun unser Urmel zur Welt, und alle haben sich so richtig herzlich mit uns gefreut.

Auch ein sehr schönes Gefühl.

Also wir finden, das durch offenheit (nicht jammern, sondern einfach erklären wie es nunmal ist) viel mehr Verständnis anderer möglich ist, und es ist einfacher damit umzugehen, wenn man nicht andauernd und zu den unpassensten Anlässen erklären muß, warum noch kein Nachwuchs da ist .

Mir hat das offene Wort jedenfalls sehr geholfen

#klee Viel Glück weiterhin

kleinehexe1