Kind will nicht in die Schule

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von wunderbaum 16.09.08 - 09:53 Uhr

Mein Kind wurde jetzt eingeschult, hat sich auch riesig gefreut auf den erste Schultag aber irgendwie will sie nicht mehr in die Schule morgens. Wenn sie dann nach Hause kommt, ist alles in Ordnung, sie erzählt wie toll es war, macht ihre Hausaufgaben mit Hingabe nur morgens will sie nie, sie brüllt und weint und schreit, klammert sich an mich, sie will nicht gehen, Schule sei wohl langweilig usw. Sie wird erst 6 dieses Jahr, vielleicht ist sie noch zu jung aber diese Entscheidung, sie schon ein Jahr eher einschulen zu lassen, kam nicht nur von mir. Ich habe natürlich vorher mehrere Gespräche mit ihrer Kindergärtnerin gehabt, sie ist ja Pädagogin und muss es ja einschätzen können, vor allem kannte sie meine Kleine ja auch seit 3 Jahren. Sie meinte damals nur zu mir immer wieder, dass sie auf jeden Fall in die Schule soll, da sie von allen Kindern mit ihrer Entwicklung am weitesten ist, wollte schon im Alter von 4 Jahren lieber rechnen und schreiben als immer nur spielen. Geistig ist sie total fit, sie kann rechnen, das ist unglaublich, schreiben kann sie auch schon recht gut, das hat sie sich alles selber beigebracht, da habe ich nie Druck gemacht, sie wollte es selber, sie malt unglaublich gut für ihr Alter, das konnte ich damals nicht, auch ihr Wortschatz ist für eine 5-jährige nicht normal. Teilweise redet sie wie eine Erwachsene. Nur mit der Schule. Emotional scheint sie gerade in einer Krise zu sein. Was kann man da machen, dass sie morgens in die Schule geht ohne dieses Theater, sie war normalerweise nie so. Wir sind gerade alle total hilflos und überrascht. Das KOmische ist einfach, dass sie, wenn sie nach Hause kommt, freudig erzählt und mir immer verspricht, sie macht so ein Theater nicht mehr, es sei ja sinnlos. Was kann ich denn jetzt machen?

Beitrag von marion2 16.09.08 - 10:24 Uhr

Hallo,

kommt deine Tochter direkt nach der Schule nach Hause oder geht sie vorher noch in den Hort? Mein Sohn hat so ein ähnliches Verhalten gezeigt. Wir dachten anfangs, es wäre die Umstellung. Heute weiß ich, dass der Hort und die Pausen in Ordnung waren - darauf bezog sich sein "war gut" nachmittags. Der Unterricht selbst ne Katastrophe.

Du musst dringend ein ausführliches Gespräch mit deiner Tochter führen und mit den Lehrern. Irgendwas scheint ja nicht zu laufen.

LG Marion

Beitrag von maren.m 16.09.08 - 11:40 Uhr

Ich kenne das von meiner Tochter. Da hilft nur: durchhalten! So schwer das für alle Beteiligten ist.

Meine Tochter ist ein sehr anhängliches und sensibles Kind und jeder Anfang, alles Neue ist erstmal schwer für sie. In den ersten Schulwochen hatten wir absolut die gleichen Probleme wie du sie schilderst. Morgens Theater, Geheule, Bauchweh, Beinschmerzen ect.! Alles Mögliche wurde "erfunden", nur um nicht in die Schule gehen zu müssen. Ich musste sie sogar mehrmals aus der Schule abholen, weil der Lehrer anrief und meinte, mein Kind wäre krank. Wenn sie allerdings Mittags nach Hause kam, war sie fröhlich und fand die Schule ok!

Das alles hat sich irgendwann gegeben! Es ist eine große Umstellung für ein sensibles Kind (vermutlich für die meisten Kinder) plötzlich Schulkind zu sein. Es wird ihnen doch einiges abverlangt. Habe Geduld mit deinem Kind. Das wird sich geben!

LG

Beitrag von kleinjano 16.09.08 - 11:56 Uhr

Hallo,
bei meiner Tochter würde es vermutlich helfen, sie mit ihrem "Problem" sehr ernst zu nehmen. Also, die Tatsache, dass da ein Problem ist, wahrnehmen, nicht zu schnell "Wegreden" und mitfühlen.

Da deine Tochter sprachlich sehr weit ist, könnt ihr bestimmt zusammen herausfinden was ihr Problem ist.
Vielleicht steht dann am Ende "nur": "Die Trennung ist so schwer. Ich werde da richtig traurig." oder "Ich kenne da niemanden. Keiner spricht mit mir..."
Dann würde ich (wieder gemeinsam) weiter überlegen, was denn helfen könnte. Was du/sie machen könnte, dass es besser klappt. (Bsp. einen Glücksstein, der Kraft gibt in die Hosentasche, denn sie immer wieder anfassen kann).

Ist sie mit einer Freundin in die Klasse gekommen. Wenn nicht hast sie's sozial als jüngere (die noch dazu geistig fixer ist als andere) evtl. schwerer. Vielleicht liegt's auch daran.

LG und alles Gute

Beitrag von analir 16.09.08 - 12:19 Uhr

Mein Sohn geht nun auch die Dritte Woche in die Schule. Er war und ist sehr sensibel und tat sich immer schwer mit neuen Situationen. Dies war der Grund, wieso wir trotz Hinweisen des Kinderarztes und der Vorschule ihn erst dies Jahr einschulen lassen haben. Er wird nun bald 7 Jahre alt.
Aktuell ist es so, dass er schulisch sehr, sehr gut mitkommt, da er vieles schon kann. Dies hilft ihm dem Unterricht zu folgen und er hat quasi mehr Energie dafür zur Verfügung sich mit dem Neuen auseinanderzusetzen. Und das tut er sehr viel. Alle 2 Tage weint er nach der Schule oder morgens vor der Schule. Gespräche mit der Lehrerin ergaben, das es nicht am Unterricht liegen kann, da er da sehr erfolgreich und mit Begeisterung dabei ist. Also sprachen wir mit dem Hort und nochmal mit Sohnemann selbst.

Siehe da - er wird dort von einem Jungen gefoppt, womit er nicht umgehen kann (war immerschon ein Problem). Ausserdem hat er Angst, sagt er - davor sich zu verlaufen, nicht zu wissen wo er hin muss, was wann anliegt, das er was vergisst, dass ihn jemand vergisst und und und... er hat also mehr Probleme mit dem Schule ansich, mit dem Organisatorischen und auch den Dngen die unter Schulkindern normal sind (hänseln, stänkern, ärgern).

Wir haben nun in Absprache mit der Schule alle drauf zu achten, das er drüber reden kann, sie achten vermehrt auf ihn um ihm Sicherheit zu geben und wir daheim gehen auf sein vermehrtes Liebebedürfnis und Redebedürfnis gut ein. Wir hoffen es hilft.

LG R.

Beitrag von wunderbaum 16.09.08 - 14:27 Uhr

Vielen Dank für eure lieben Antworten. Leider kenne ich so keine Mutter, die ein Kind in meinem Alter hat, mit der ich mich austauschen könnte.
Sie geht nicht in den Hort, ist also nicht lange in der Schule, mal hat sie 3 Std und mal 4, wenn sie 5 hat, ist eine Std davon Sport.
Sie ist momentan allgemein etwas schlecht drauf, hört nicht richtig, wenn ich ihr was sage. Ist hoffentlich nur eine Phase und geht vorbei, nicht dass wir sie wieder zurückstufen müssen. Ich denke, selbst wenn sie wieder in den Kindergarten gehen würde wäre sie auch dann nicht glücklich, denn als sie noch in den Kiga ging, wollte sie auch lieber in die Schule. Sie will eben immer das was sie gerade nicht hat. Ich hoffe es gibt sich aber es tröstet schon mal zu wissen, dass es nicht nur mit meinem Kind zu ist.

Liebe Grüße#liebdrueck

Beitrag von laetitiajosephine 16.09.08 - 17:23 Uhr

den tipp würde ich dir auch geben: wäre sie noch im kiga, wie wäre sie drauf? unterschiedliche phasen machen sie immer durch. das selbstbewusstsein solltet ihr stärken.

ich war früher genauo wie deine tochter. erste klasse nach drei monaten neue schule, neue freunde. meine mutter musste mich zur schule schleifen, ich habe nur geheult udn wollte partout nicht hin. dabei hatte ich super leistungen, viel spaß und viele freunde und wollte nachmittags nicht nach hause. ich habe aber keine ahnung, warum ich dann immer solch ein gezeter gemacht habe...

Beitrag von wunderbaum 17.09.08 - 08:48 Uhr

War bei mir auch so. Ich weiß noch genau, wie ich am Schuleintritt geheult habe. Ich hatte die ganzen 10 Jahre nie Lust auf Schule, hab gerade in der Grundschulzeit immer wieder gejammert, ich will nicht hin, oft durfte ich dann auch zu Hause bleiben, ab der 6. Klasse hab ich mir die regelmäßigen Auszeiten selber gegönnt #schein

Beitrag von milchkuh112 16.09.08 - 18:59 Uhr

hab dir ne PN geschickt