Weiß nicht mehr weiter....vorsicht lang

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ratlose 16.09.08 - 10:33 Uhr

Hallo zusammen,

mein Freund ist vor gut 10 Monaten aus einer ca. 500 km entfernten Stadt zu mir gezogen. Er promoviert in dieser Stadt. Das führt dazu, dass er ab und zu pendeln muss. So alle 2 Monate ist er dort. Unsere ganze Aktion war ein Risiko, weil er einerseits erheblich jünger ist als ich, andererseits vor 1,5 Jahren aus einem orientalischen Land nach D. gezogen ist und somit klar war, dass Mentalitätsfragen zum Tragen kommen würden. Aber ich - und auch er - waren bereit, das Risiko einzugehen.

Am Anfang war unser Zusammensein der Himmel, aber schon nach 3 Monaten bekam das Ganze Risse. Er war sehr obsessiv, verdächtigte mich ohne Grund irgendwelche Dinge ihm gegenüber "aus Absicht" getan oder gesagt zu haben #augen, entwickelte m. E. einen Kontrollzwang (obwohl er das stets leugnete), mochte (tlw. plötzlich, tlw. von Anfang an) meine besten Freunde nicht mehr, weil die angeblich etwas gegen ihn hätten. Entsprechend gab es jedesmal Stunk, wenn ich zu meinen Freunden ging. Der Stunk wurde zwar nicht daran festgemacht, doch suchte er immer Nebenschauplätze, um seinen Frust loszuwerden. Manchmal brach der Konflikt aber auch offen hervor (nach dem Motto: entweder Deine Freundin xy oder ich). Später sagte er dann immer, dass er ja nichts gegen meine Freunde habe, er aber auf jeden Fall Klarheit brauchte. Ich habe nie verstanden, was er mit Klarheit meinte...er konnte es mir auch nie deutlich sagen, welche Verhaltensweise meinerseits ihm seine Sorgen nehmen konnten. Ich wurde zunehmend verunsichert, und er machte mich wirklich für alles verantwortlich. Er hatte wahnsinnige Angst, er könnte mich verlieren...Gleichzeitig entwickelte sich langsam eine Spannung zwischen uns, weil ich Angst hatte, irgendetwas zu sagen oder zu tun, was wieder sein Missfallen finden würde. Hatte mich aus dem Grund schon ziemlich von den Freunden isoliert, ging kaum noch ans Telefon, um mit jemandem zu sprechen...er hätte ja ein Wort aufschnappen und falsch interpretieren können. Ich habe mich am Ende nur noch auf ihn und seine Bedürfnisse konzentriert, abgesehen davon, dass er sich nicht an den lfd. Lebenskosten beteiligt hat (außer Essen). "Es ist ja eine Eigentumswohnung...ich finanziere doch nicht Deine Eigentumswohnung." Vorher konnte er in der anderen Stadt der älteren Frau bei der er wohnte (Mutter eines Freundes) 100 Euro zahlen. Aber ich werde hier zu lang...Jedenfalls fing er immer häufiger an mich wegen irgendwelcher abstrusen Dinge zu beschuldigen. Es endete fast immer in einem ekelhaften Streit in Wahnsinnslautstärke, was daran lag, dass er mich nie ausreden ließ und mich übertönen musste. Nachdem ich eines Abends einfach bei einer Freundin übernachtet habe (aus meiner eigenen Wohnung geflüchtet bin), hat er nächtens die Sachen gepackt und gleichzeitig versucht, mich ständig zu erreichen. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr zu können und blieb noch länger bei der Freundin. Letzten Endes ist er dann vorübergehend zu der Bekannten eines Freundes hier gezogen, wo er aber nicht mehr bleiben kann. Zwischendurch - das zog sich so 3 Wochen - hatten wir immer mal wieder direkten Kontakt. Tlw. war das sehr schön, tlw. wieder mit Problemen behaftet.

Gestern sahen wir uns wieder. Er hängt jetzt bei seinem Freund rum, kann aber da nicht bleiben, weil desse Freundin jetzt einzieht. Seine Sachen sind immer noch bei der anderen Bekannten. Wir trafen uns wieder und er zeigt sich von seiner besten Seite, machte Liebesschwüre. Ich meinte, dass ich z. Zt. nicht in der Lage wäre, mit ihm zusammen zu wohnen. Ich bräuchte Abstand. Er könne aber bei einem sehr guten Freund bei mir wohnen, bis ich mehr Klarheit hätte. Ich brauche jetzt diese Ruhe :-(, bin so kaputt. Unter den Umständen, meinte er, könnte er nicht hier bleiben, sondern müsste sofort wieder in die andere Stadt zurück, da er als Promotionsstudent sich meine teure Stadt nicht leisten könne (seine ursprüngliche Stadt liegt in Ostdeutschland).

Ich weiß, dass eigentlich alles für eine Trennung spricht. Aber wir können nicht miteinander und auch nicht ohneeinander. Da sind noch viele Gefühle. Aber dadurch, dass ich den Abstand bisher nie hatte, konnte ich meine Gefühle nicht ordnen. Wenn er jetzt zurückgeht, erscheint es so endgültig, andererseits zieht sich mir der Hals zu, wenn ich an die möglichen Auseinandersetzungen denke. Ob er sich in der kurzen Zeit geändert hat, wage ich zu verzweifeln.

Wie klingt diese Geschichte für euch. Würdet ihr ihm noch einmal eine Chance geben? Wahrscheinlich findet ihr diese Frage überflüssig und fragt euch, wie man so blöd sein kann (wie ich). Ich verstehe mich selbst nicht. War früher immer eine selbständige, gestandene Frau und weiß gar nicht, was mit mir geschehen ist #heul.

Freue mich auf eure ehrlichen, aber bitte höflichen Antworten.

#Danke! #herzlich

Beitrag von dannen 16.09.08 - 10:49 Uhr

Ich bin mit einer Frau aus einem orientalischen Land verheiratet und mein Schwiegervater, der sehr, sehr viele Leute kennt, ist der Meinung, daß eine Ehe zwischen einem Europäer und einer Orientalin durchaus gut funktionieren kann, daß es aber im umgekehrten Fall (Europäerin - Orientale) erfahrungsgemäß in 99% der Fälle schiefgeht. Schuld sei immer der Mann. Er würde immer im Lauf der Zeit immer mehr von seiner Frau fordern und immer unzufriedener werden, da könne die Frau noch so lieb, brav, anpassungsfähig und unterwürfig sein wie sie will, selbst nach dortigen Maßstäben. Also das mal so als Denkanstoß...

Beitrag von ratlose 16.09.08 - 11:01 Uhr

Hi, das waren klare Worte. Ich weiß nicht, ob man die "Durchfallquote" wirklich so genau beziffern kann, aber wahrscheinlich hast du so oder os Recht. Jedenfalls hatte ich auch den Eindruck, dass mir immer mehr abverlangt wurde. :-(. Fühle mich total ausgepumpt.

Aber Worte wie: "Ich bin nur noch deinetwegen in dieser Stadt. Nur deinetwegen bin ich noch nicht zurückgegangen" erwecken halt immer neue Hoffnungen, obwohl meine Ratio sagt: Finger davon. Es wird nicht besser werden. Ein Mensch ändert sich nicht von heute auf morgen. Aber man lässt sich ja immer von seinen verborgenen Wünschen narren...

Fühle mich auch noch schuldig, dass er - der ja seine Stadt meinetwegen aufgegeben hat - jetzt wieder diesen Umzug auf sich nehmen muss. Er hat allerdings nur Koffer, Bücher und ein Fahrrad, das er sich jüngst gekauft hat. Ich fühle mich irgendwie immer noch verantwortlich.

Danke jedenfalls.

Beitrag von muggles 16.09.08 - 11:03 Uhr

Bist Du es, Morgenlandfahrerin?

Wenn ja, lies mal Deine Postings in letzter Zeit durch. Und dann wirst Du sehen, was die meisten hier Dir raten werden.

Wenn Du es nicht bist, wuerde ich dennoch zur Trennung raten aufgrund der geschilderten Umstaende. Such Dir mal die Postings von "Morgenlandfahrerin" heraus. Vielleicht hilft dies bei der Entscheidungsfindung.

Viel Glueck!

Claudia

Beitrag von litha 16.09.08 - 11:06 Uhr

Sag mal, hast du überhaupt kein Feingefühl? Stell dir vor, sie ist es tatsächlich. Meinst du nicht, dass sie einen Grund hatte, um nicht mit ihrem blauen Nick zu schreiben?

#klatsch

Beitrag von muggles 16.09.08 - 11:45 Uhr

Wenn sie es ist, dann haette sie die Geschichte besser "verschleiern" muessen. Jeder, der die Threads bei urbia halbwegs verfolgt, kennt diese Geschichte und damit auch den nick.

Davon abgesehen, hat "morgenlandfahrerin" (ob sie es nun ist oder nicht) meine Sympathien fuer ihre Situation auf meiner Seite.

Beitrag von litha 16.09.08 - 11:55 Uhr

Ich erkenne hier auch viele Leute, wenn sie schwarz schreiben. Trotzdem würde ich nicht auf die Idee kommen, hier einen auf wissend zu machen und dem/derjenigen den Schutzschleier mit lautem "Tata" herunterzureißen ... Respekt heißt das Zauberwort, gerade, wenn man angeblich Sympathien für den/diejenige angibt.

Beitrag von muggles 16.09.08 - 12:02 Uhr

Schoen, dass Du meinen Charakter so gut kennst. Und danke fuer den gehobenen Zeigefinger, Frau Lehrerin.

Claudia

PS: Hast Du uebrigens schon etwas Konstruktives zum Posting beigesteuert?

Beitrag von ratlose 16.09.08 - 12:47 Uhr

Danke Litha!

Beitrag von ratlose 16.09.08 - 12:46 Uhr

Danke dir Claudia :-).
Manchmal stehen Vernunft und Intuition in einem mächtigen Widerstreit zur Emotion. Meine Vernunft und meine Intuition haben eigentlich schon längst entschieden. Aber die Gefühle haben noch die Hoffnung, wünschen sich die Wendung, auch wenn längst klar ist, dass es diese nicht gibt. Das Gefühl beweint die Illusionen und die verlorenen Träume

Ich brauche eure Meinungen, um mich selbst zu bestärken, um mir selbst nicht in die Falle zu gehen, verstehst du?

Ja, ich bin diejenige ;-). Mir war auch klar, dass ich hier wahrscheinlich wiedererkannt werde. Dennoch war mir der geschützte Raum des schwarzen Nicks hier wichtig. Einmal, weil man so verletzbar ist in dieser Situation und sich schämt, so irrational zu handeln. Anderseits kennt er meinen Nick, weil ich ihn auch in anderen Foren nutze. Ich weiß, dass er manchmal nach diesem Namen im Internet suchen wird. Und ich will nicht, dass er das hier über den Suchbegriff findet. Im Moment ist das jedenfalls so.

Litha hatte in sofern Recht, dass ich meine Gründe hatte. Aber ich bin dir nicht böse, weil ich weiß, dass du gute Absichten hattest.

LG, die Ratlose

Beitrag von muggles 16.09.08 - 13:04 Uhr

Sorry, wollte Dich wirklich nicht bloss stellen.

Ich habe Deine Geschichte verfolgt. Du scheinst eine so sympathische Person zu sein, und Du hast Dir so viele Gedanken gemacht, wie Du ihm das Leben leichter machen kannst.

Und dann so eine Entwicklung.

Du bist intelligent genug, um die Tragweite Deiner Entscheidung ueberblicken zu koennen, insofern wirst Du die richtige Entscheidung treffen (aber eigentlich hast Du das doch schon, oder?)

Wieviel ist von Deinem Leben verglichen mit vor der Beziehung noch uebrig geblieben? Freunde, Hobbies, Beruf? Vermisst Du etwas?

Eine Freundin hatte einmal zu mir gesagt, als ich in einer schlimmen Phase steckte, wo ich nicht wusste, woran ich mit meinem damaligen Freund war (und diesem mehr oder weniger hinterher lief und einfach nicht loslassen konnte): "Das ist nicht die Claudia, die ich mal kannte. Deine Stimme, als Du mit ihm telefoniert hast ist ganz anders als sonst. So kleinlaut und verschuechtert. So bist Du doch gar nicht!" Das war ein wichtiger Denkanstoss.

Liebe Gruesse, Claudia

Beitrag von snoopy777777 16.09.08 - 12:26 Uhr

keine chance mehr für diesen mann

Beitrag von ratlose 16.09.08 - 12:48 Uhr

Ich #danke dir für deine Meinung. Ich Grunde weiß ich selbst, dass es für mich so nicht mehr weitergeht.

LG