Frage zur Selbstständigkeit

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Beitrag von magicofblue 16.09.08 - 20:32 Uhr

Hallo,

ich hab eine Frage zur Selbstständigkeit.

kurz zu den Fakten

Mein Freund hat ein Angebot bekommen, für eine Firma zu arbeiten. Das ganze soll so laufen, dass er ein Gewerbe anmeldet und der Firma seine Leistung in Rechnung stellt.

Die Leistung soll entweder als Stundenlohn oder als ein Betrag pro Projekt berechnet werden.

Wir sind nun am Überlegen, ob sich die Zeit, die er investiert auch rechnet. Also ob auch von dem Geld was übrig bleibt. Auf das Geld angewiesen ist er nicht direkt, da er im Hauptberuf einen Job hat. Aber eine zusätzliche Finanzspritze schadet ja nicht ;-)

Kann mir jemand sagen, was übrig bleibt, wenn man z Bsp 20 Euro pro Arbeitsstunde nimmt?? die Hälfte oder ein Drittel oder #kratz
Wie schlägt das Finanzamt zu?

Groß abzusetzen ist nichts, da die Arbeitsmittel bereits alle vorhanden sind.

Oder wäre es besser, er lässt sich von der Firma auf 400 Euro-Basis einstellen? Aber mit einer Gewerbeanmeldung könnte er auch für andere Firmen arbeiten....

schwere Entscheidung :-(

Danke für eine Antwort!!

viele Grüße
magicofblue

Beitrag von marion2 16.09.08 - 20:42 Uhr

Hallo,

wie viel von 20 Euro pro Stunde übrig bleibt, kommt darauf an, wie viele Stunden er pro Monat arbeitet und welche Ausgaben von den 20 Euro abgehen. Das ist bei Selbständigen unterschiedlicher als bei Angestellten.

http://www.iwi.hs-karlsruhe.de/gruenderinnen/

Anmelden ist kostenlos. Da sind Exceltabellen hinterlegt, mit denen ihr das für euch gut nachrechnen könnt.

Ich fand den Kurs seinerzeit hilfreich, als mein Mann in die Selbständigkeit startete.

Beitrag von magicofblue 16.09.08 - 21:04 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort und besonders den Link, da kann ich mich ja mal durchwuseln.

Ausgaben hat er eben nicht, da alle Arbeitsmittel schon da sind und noch eine lange Weile halten werden.

Leider wird es nicht funktionieren, dass er sich in dem Gewerbe ganz selbstständig macht - der Hauptberuf als Lebensunterhalt ist unentbehrlich.

viele Grüße
magicofblue

Beitrag von hope_elmo 17.09.08 - 01:07 Uhr

Hallo,

wenn er nur diesen einen Auftraggeber hat, fällt das unter den Begriff "Scheinselbständigkeit", und dagegen hat das Finanzamt ganz massiv etwas. Funktioniert also nicht!

Viele Grüsse,
Sabine

Beitrag von magicofblue 17.09.08 - 11:00 Uhr

Hallo Sabine,

danke für den Hinweis.

Wenn er ein Gewerbe hat, kann er natürlich auch für andere Firmen arbeiten - aber die klingeln ja nicht mit Aufträgen an der Tür.... deshalb wäre es am Anfang die eine Firma, die ihn beauftragt. Ob es mehr werden, bleibt abzuwarten

viele Grüße
magicofblue

Beitrag von morkel- 17.09.08 - 09:14 Uhr

Hallo
zunächst muß du beachten das es Berufe gibt wo ein Meister pflicht ist und ob dein Mann den Beruf einfach so ausüben darf?? Ich weiß ja nicht was der Beruflich macht.
20 Euro für eine Stunde Arbeit halte ich aber für viel zu wenig.
20 Euro bedeutet das darin 19 % Umsatzsteuer enthalten sind die du ans Finanamt jeden Monat abgeben darfst.Bleiben euch also nur noch 16,80 davon gehen noch ab
EK Steuer, Fahrtkosten,Beiträge zur Berufsgenossenschaft,Handwerks-oder Einzelhandelskammer und und und
20 Euro halte ich für eine Arbeitsstunde als Selbständiger für viel zu wenig

Beitrag von marion2 17.09.08 - 09:52 Uhr

Hallo,

die Meisterpflicht wurde weitgehend abgeschafft. HWO § 7a und 7b http://www.gesetze-im-internet.de/hwo/BJNR014110953.html#BJNR014110953BJNG000202377

LG Marion

Beitrag von morkel- 17.09.08 - 12:48 Uhr

Aber es gibt noch viele Berufe wo es zwingend ist zb im meinem und da bin ich froh drüber

Beitrag von marion2 17.09.08 - 12:55 Uhr

Hallo,

laut HWO sind es genau noch 6 Berufe, die meisterpflichtig sind.

"Viele" sind es also nicht mehr.

Du musst also Schornsteinfeger, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher oder Zahntechniker sein.

LG Marion

Beitrag von magicofblue 17.09.08 - 11:03 Uhr

Hallo,

dass die 20 Euro zu wenig sind, hab ich heute auch in Erfahrung gebracht. Das Doppelte, wenn nicht Dreifache, wäre mindestens angebracht.

Aber wir müssen ja zum Glück nicht von leben, da mein Freund seinen Job behalten würde.

Meisterpflicht gibts in dem Gewerbe nicht.



Beitrag von senfdazugeber 17.09.08 - 14:55 Uhr

Es gibt eine Grenze, bis zu der man Rechnung auch ohne Ust. schreiben kann. Das Gleiche gilt für IHK-Beiträge.

Die Steuer richtet sich nach dem Gesamteinkommen, er zahlt also soviel % wie auf die letzten € von seinem anderen Gehalt.

Beitrag von manavgat 17.09.08 - 10:41 Uhr

Selbstständig muss mindestens 30,-- Euro die Stunde genommen werden! darunter ist nicht gewinnorientiert.

Wenn es als Nebenjob zum Vollzeitberuf gemacht wird, dann kann er das so machen, aber: was ist mit Haftpflicht-(!!!!), Unfallversicherung?

Der 400 Euro Job wäre in meinen Augen die bessere Wahl, sofern der AG die gesetztlichen Abgaben (30 %) trägt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von magicofblue 17.09.08 - 11:08 Uhr

Hallo Manavgat,

hm, wg einer Haftpflicht müsste ich mich erkundigen.

Eine gesetzl UV kommt nicht in Frage. Ich arbeite zufällig bei der Berufsgenossenschaft, die das Gewerbe in Versicherung hat. Da ist die UV für den Unternehmer freiwillig und meiner Meinung nach bei 2-3 Arbeitsstunden pro Tag entbehrlich.
Angestellte, die unter die Pflichtversicherung fallen, wird es nicht geben.

Gruß
magicofblue