Wie lange gibts Unterhalt?

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 08:18 Uhr

Hallo!


Nächste Woche werde ich geschieden, mein Nochmann zahlt Kindes-und Trennungsunterhalt!

Nun meine Frage: wie lange MUSS er denn Unterhalt an mich zahlen?

Ich bin noch bis 13.12. in Elternzeit, gehe danach aber wieder arbeiten, logo! Bis dahin muss er doch zahlen, oder nicht???
Bekomme langsam ein wenig angst, wenn er ab der Scheidung nimmer zahlen müsste, wie ich dann alles finanziell schaffen soll.....#kratz

LG und Danke,

Steffi

Beitrag von soulcat1 17.09.08 - 10:11 Uhr

Gute Frage...

Ich würd ja sagen auf jeden Fall bis Du wieder arbeiten gehst und Dein eigenes Geld verdienen kannst.

Es gibt aber auch Fälle wo die Frau zwar arbeiten geht aber trotzdem noch schön vom ExMann Unterhalt kassiert.

Wenn wirklich alle Stricke reißen würden hast Du immernoch Anspruch auf ALGII und sei Dir niemals zu fein dafür, andere nehmen diesen Anspruche auch in Kauf!

Ich zum Beispiel hab als ich mich getrennt habe knapp 2,5 Jahre ALGII bekommen weil ich keine Arbeit hatte und ein 1 1/2 jähriges Kind versorgen musste. Weil mein ExMann der zu wenig verdient hat um Unterhalt für das Kind und für mich zu bezahlen.

Also mach Dir keine Sorgen, so schnell geht man nicht unter...

Ganz lieben Gruß

Petra & Joelina 4 1/2 :-p (wo die Mama seit 3 Monaten endlich wieder arbeiten geht...)

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 10:14 Uhr

Danke für deine Antwort!!

Ich hoffe wirklich, dass er noch zahlt, bis ich arbeiten gehe! Denn auf Geld vom Staat würd ich gern verzichten....
Aber ich gehe ja wieder arbeiten, wenn Max im Kiga ist! ;-)

Bin gespannt, was der Richter sagt!!!

LG, Steffi

Beitrag von seikon 17.09.08 - 11:11 Uhr

Also Trennungsunterhalt ist mit der Scheidung hinfällig.
Der wird dann weg fallen. Kindesunterhalt muss er natürlich weiterhin zahlen.
Und für dich muss er zu 99% auch weiterhin nachehelichen Betreuungsunterhalt zahlen, bis du eben wieder arbeiten gehst. Im Einzelfall sogar darüber hinaus.

Der Betreuungsunterhalt wird aber vermutlich niedriger ausfallen als der Trennungsunterhalt. Je nachdem, was dein Mann an Einkommen zur Verfügung hat.
Ich würde meine Anwältin/Anwalt mal fragen, ob man den nachehelichen Betreuungsunterhalt gleich in der Scheidungsverhandlung festsetzen lassen kann, und falls nicht, dass dafür schnellstens ein Termin gefunden wird.

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 11:17 Uhr

Also, meine Anwältin meinte, dass ich sie damit nicht beauftragt hatte, somit wird das nicht gemacht in der Verhandlung....würde wohl wieder extra kosten! :-(

Wir der Richter denn nicht festlegen, dass mein Nochmann bis zum 3.Geburtstag von Max zahlen muss??

LG, Steffi

Beitrag von seikon 17.09.08 - 12:20 Uhr

Nein, wieso sollte der Richter das automatisch festlegen?
DU musst schon von dir aus sagen, dass du Betreuungsunterhalt brauchst, weil du erst im Januar wieder arbeiten gehen kannst.
Es gibt ja viele Mütter, die bereits nach 1/2 oder 1 Jahr wieder voll arbeiten, und die bekommen dann natürlich keinen Betreuungsunterhalt, weil sie sich ja selber versorgen können.

Ist zwar dumm, dass du deine Anwältin damit nicht beauftragt hast, aber das solltest du noch machen.
Das wird dann ggf. zwar extra kosten, und auch einen neuen Gerichtstermin erfordern, aber wie gesagt, dein Nochmann kann nach der Scheidung erst mal die Zahlung für dich einstellen.

Setz dich am besten sofort mit deiner Anwältin in Verbindung, dass der Unterhalt eben sehr zügig festgelegt wird.
Aber dass deine Anwältin dich da nicht beraten hat wundert mich. Die wird doch wissen, wie deine finanzielle Lage nach der Scheidung ist. Oder gibt es noch so viel Vermögen, was aufgeteilt wurde?

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 12:42 Uhr

Mich wundert es auch, das sie das nicht von sich aus gemacht hat - zumal SIE ja die Fachfrau ist! Woher soll ich das denn wissen?!?!
Er hat mir zugesichert, solang zu zaheln, bis ich arbeiten gehe - darauf verlass ich mich mal....#schein
Ansonsten werde ich sie eben nochmal kontaktieren - oder einen andern Anwalt, denn das find ich echt seltsam, dass sie das nicht gesagt hatte.....:-(

Beitrag von grundlosdiver 17.09.08 - 11:12 Uhr

In Deiner VK habe ich gelesen, dass Dein Kind 2 Jahre alt ist und Du einen neuen Freund hast!

Ob und wieviel und wie lange nach der Scheidung gezahlt werden muss, ist eine individuelle Angelegenheit - hängt von verschiedenen Lebenssituationen ab.


Unsere Situation:
Seite 1 - Exfrau mit Kind, 8 Jahre - Exfrau geht 6 Stunden arbeiten

Seite 2 - mein Mann und ich - seit kurzem verheiratet mit Kind, 3 Monate - mein Mann geht Vollzeit arbeiten, ich bekomme Elterngeld und bin mit unserem Zwerg noch zu Hause

Mein Mann darf nun 1000 Euro Selbstbehalt seines Einkommens behalten. Der Rest wird aufgeteilt. Seine Exfrau bekommt knapp 700 Euro, ich bekomme ein bißchen weniger als 700 Euro.
Seiner Exfrau ist das nicht genug und sie streitet seit Monaten deswegen herum. Sie stellt sich immer hin, als ob sie mit der Tochter nochmal verhungert und mehr als 6 Stunden arbeiten ist ihr nicht zuzumuten! Wir wissen noch nicht, in wieweit sie damit durchkommt, aber wenn wir Pech haben, zahlt mein Mann noch ca. 3 Jahre Kindesunterhalt und nachehelichen Unterhalt!

Soviel dazu!

So, bei euch ist aber vermutlich die Situation anders - Du hast einen neuen Partner, mit dem Du Dein Leben verbringen willst. (steht in Deiner VK) Er sicher auch mit Dir. Warum kann er Dich nicht finanziell so unterstützen, dass ihr klar kommt bis Du wieder arbeiten gehst?

Für das Kind MUSS Dein Nochmann ja eh zahlen bis das Kind zumindest die 1.Ausbildung abgeschlossen hat!
Nachehelicher Unterhalt ist wie gesagt eine individuelle Geschichte. Wenn er es darauf ankommen lässt, zahlt er nach der Scheidung nicht mehr und Du musst es Dir erklagen. Vielleicht kannst Du Dich gütlich mit ihm einigen, wenn Du sagst, dass Du ab dem Zeitpunkt X wieder arbeiten gehst und so lange seine Unterstüzung noch brauchst.

Mein Mann wäre glücklich, wenn seine Exfrau so einen Vorschlag gebracht hätte, das hätte uns viele Nerven und Geld (Anwalts- und Gerichtskosten) im Hin und Her mit den Anwälten erspart!

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 11:21 Uhr

Hmmm, mit meinem Freund lebe ich nicht zusammen - wir sehn uns nur am WE!!!!! Daher ists völlig quatsch, wenn er mich unterstützt! Ich muss ja meine Miete etc weiterhin zahlen, weißt du?
Mein SOhn wird im Dezember 3! Von daher ists ja absehbar! Aber vllt hast du recht und mein Nochmann zahlt die 3 mal noch "freiwillig" - er weiß ja auch, dass ich dann wieder arbeiten gehe!

Aber sagt der Richter nicht, dass er das noch zahlen sollte?!? Immerhin ist Max ja noch nicht im Kiga, somit kann ich ja noch nicht arbeiten gehn! Und solang sollte er mich doch freiwillig unterstützen, oder?!? #kratz

Ich dachte immer, bis zum 3 Geb. gibts Geld, weil danach die Frau in der Lage ist, zu arbeiten!

LG, Steffi

Beitrag von grundlosdiver 17.09.08 - 11:38 Uhr

Ja, da hast Du schon Recht. Bis zum 3.Lebensjahr gibt es den Betreuungsunterhalt und an der Stelle Deines Exmannes würde ich die 3 Monate dann auch noch zahlen.

Aber wie Du siehst gibt es halt auch andere Fälle und Möglichkeiten:
Da mein Mann für Exfrau mit 8jährigem Kind zahlt, muss ich nach 1 Jahr wieder arbeiten gehen, weil ich dann kein Elterngeld mehr bekomme, wir aber auf das Geld angewiesen sind. So einfach ist das!

Weiß nicht mehr, ob Du das irgendwo geschrieben hattest: Habt ihr ein gutes Verhältnis? Dann frag ihn einfach. Er weiß doch dann, dass Du es nicht "böse" meinst, weil Du wieder selbst für Dich sorgst, wenn Du arbeiten gehst! Ich verstehe Dich jedenfalls so, dass Du Dich um Kinderbetreuung und Arbeit bemühst.

Also wird schon alles gut für Dich ausgehen! #klee

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 11:46 Uhr

Ja, wir haben ein "normales" verhältnis und er meinte, er zahlt, bis ich arbeiten geh! :-)

Max geht ja ab November in den Kiga - das ist sicher und ich habe einen unbefristeten Arbeitsplatz - hoffe nur, dass die Teilzeit genehmigt wird! Aber ich schaue auch grade nach andern Stellen! :-)

Ganz sicher will ich dann kein Geld mehr von ihm - halt nur, wenn das Gericht das so beschliessen würde! Und ist es nicht so, dass er die Differenz von meine (zukünftigen) GEhalt zum jetzigen Unterhalt drauf zahlen muss?? Hab mal was gehört, dass es einem nicht schlechter gehn darf, wenn man wieder arbeitet?!?! #kratz

LG, Steffi, die froh ist, dass er solang zahlt :-) #huepf :-)

Beitrag von grundlosdiver 17.09.08 - 12:02 Uhr

Wie gesagt ist das eine sehr individuelle Angelegenheit.

Objektiv würde ich sagen, wenn Du in Teilzeit weniger verdienst als Du jetzt Trennungsunterhalt bekommst und Du kommst damit nicht aus, musst Du entweder mehr arbeiten oder Deine Ausgaben kürzen, denn Dein Nochmann ist nicht verpflichtet sein Leben lang für Dich aufzukommen, auch wenn es sich "nur" um Aufstockungsunterhalt handelt.

Sprich doch mit Deinem Anwalt - wenn ihr es darauf anlegt, muss Dein Mann möglicherweise noch 3 Jahre zahlen.
Oder auf die nette Art: Frag Deinen Nochmann, ob er eine Summe X noch eine Weile zahlen könnte als Aufstockungsunterhalt. Bis Du eben wieder Vollzeit arbeiten gehst - meinetwegen bis zum 8.Lebensjahr eures Kindes o.ä.

Du kannst in meinen Augen aber nicht verlangen, dass er ewig nicht nur für das Kind sondern auch für DICH zahlt, nur damit Du Teilzeit arbeiten gehen kannst und Deinen bisherigen Lenemsstandard aufrecht erhalten kannst.
Außerdem können sich ganz schnell die Lebensverhältnisse ändern. Du hast schon einen neuen Partner, den Du liebst.

Was ist, wenn er eine neue Frau findet, die er liebt und mit der er möglicherweise nochmal ein Kind haben möchte?! Dann verlierst Du ganz schnell Deine Ansprüche! Das solltest Du nicht vergessen und nicht damit rechnen, dass Dein Mann ewig der zahlende Esel bleibt!

lg #liebdrueck

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 12:07 Uhr

ich möchte ja nicht mein leben lang geld vom ihm, nee!!! nach den neuen urteilen heißt es doch aber, dass keiner mutter eine vollzeitstelle zumutbar sei, da sie ja sich noch ums kind kümmert etc!

mein mann hat auch ne neue beziehung, so ists ja nicht - und sie hat auch ein kind.....

mal sehn, wies wird....

Beitrag von grundlosdiver 17.09.08 - 12:24 Uhr

Ja, genau! #klatsch Und entschuldige mich, aber das ist nicht nachvollziehbar!!!

Seiner Exfrau ist es nicht zumutbar Vollzeit zu arbeiten bei einem 8jährigen Kind. Aber mir ist es zumutbar bei einem 1jähr. Kind?!
Ich muss mich auch um Haushalt und Kind kümmern!!!

Nicht nachvollziehbares Urteil!!!

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 12:40 Uhr

??? Hä??? Hab ich grad was nicht mitbekommen???

Es heißt doch, dass einer alleinerziehenden Mutter es nicht möglich sei, Vollzeit zu arbeiten - wieso musst du das mit einem so kleinen Kind?? und die Ex deines Mannes darf daheim bleiben????

Beitrag von grundlosdiver 17.09.08 - 14:01 Uhr

Genau, das ist das Problem!

Die Exfrau darf nur Teilzeit arbeiten - wie Du es ja auch schon so formuliert hast, ist es ihr nicht zumutbar, Vollzeit arbeiten zu gehen.
Ihre Tochter ist 8.

Ich muss aber wieder Vollzeit arbeiten gehen, weil wir auf das Geld angewiesen sind, da mein Mann vollen nachehelichen Unterhalt zahlt.
Mein Kind ist dann 1 Jahr.
Unser Problem ist also, dass es mir zumutbar ist, Vollzeit zu arbeiten, weil wir eine glückliche Familie sind, auch wenn ich mich allein um Haushalt und Kind kümmern muss, weil mein Mann nur unterwegs ist und damit beschäftigt, den Unterhalt ranzuschaffen.

De Facto geht es mir und meinem Kind besser, wenn ich meinen Mann sitzen lasse und ihn genauso ausquetsche wie seine Exfrau es tut. Und mir einfach einen anderen suche.

Komisches Deutschland!!!
Wir akzeptieren aber die Umstände, denn es ist mir lieber, dass mein Kind bei glücklichen Eltern aufwächst und dann müssen wir es halt in Kauf nehmen, dass ich wieder arbeiten gehe. Wir suchen eine liebevolle Kinderbetreuung und verbringen den Rest der Zeit möglichst qualitativ mit unserer Maus!

Kannst Du mir jetzt folgen? #liebdrueck

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 18:09 Uhr

Kann man denn da nix machen, dass dein Mann nicht mehr soviel zahlen muss, so dass du nur Teilzeit arbeiten gehn könntest und dich um Kind und Haushalt kümmern kannst???

Das ist ja echt mega heftig - um es mal kindgerecht auszudrücken! Das ist ja - mir fehlen die Worte, echt wahr!!!

Ein Kind von 8 Jahren geht ja wohl mal in die Schule und da kann Madame wohl arbeiten gehn, oder? Zudem die Schulen mittlerweile ja meist Ganztagsschulen sind......versteh einer den deutschen Staat....

LG und alles Liebe,

Steffi

Beitrag von grundlosdiver 17.09.08 - 18:31 Uhr

Du hast es verstanden!
Ja, seine Tochter geht in die Schule und in den Frühhort - vor der Schule sowie auch in den Hort nach der Schule!
Seine Ex könnte problemlos 8 Stunden am Tag arbeiten gehen. Aber naja, wenn es ihr halt nicht zumutbar ist... #klatsch

Nee, wir können wahrscheinlich nichts machen.

Da ich vor der Geburt als Leiterin gearbeitet habe und dementsprechend verdient habe, bekomme ich jetzt mehr Elterngeld als ich beim Wiedereinstieg durch Arbeiten verdiene... Das ist echt ein Problem!!!
Naja, wir werden es schon irgendwie machen - ist ja noch ein bißchen hin - kommt Zeit, kommt Rat #kratz

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 18:57 Uhr

Das ist ja wirklich hammerhart!!!! Manchmal versteh ich den Staat echt nicht! Aber wieso könnt ihr da nichts machen????
Und du gehst dann VOllzeit arbeiten?

Beitrag von manavgat 17.09.08 - 15:01 Uhr

Er muss solange zahlen, wie Du nicht für Euch aufkommen kannst (ganz oder teilweise). Im übrigen gibt es ein neues Gerichtsurteil, dass besagt, auch nach dem 3. Geburtstag muss der erziehende Elternteil nur Teilzeit arbeiten, weil er sonst überproportional belastest wird. Bei einem Kind sind sicher 30 Stunden zumutbar. Der Kindesunterhalt wird in voller Höhe weitergezahlt und steigt eventuell wenn der Unterhalt für die Mutter weniger wird/wegfällt, weil dann u. U. mehr Verteilmasse da ist.

Genau weiß es eine Anwältin.

Gruß

Manavgat

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 18:05 Uhr

Dankeschön! Ich denke, bei der Scheidung wirds eh festgelegt?!?!

LG, Steffi

Beitrag von manavgat 17.09.08 - 18:33 Uhr

Steffi, achte darauf, dass der Unterhalt dynamisch festgelegt wird.

Deine Anwältin weiß was das ist.

Gruß

Manavgat

Beitrag von steffiw77 17.09.08 - 18:56 Uhr

die sagte mir aber (seltsamerweise!), dass ich den nachehelichen unterhalt ihr nicht in auftrag gegeben habe - tolle frau, oder?! woher soll ich als laie das denn wissen, was in ihrem auftrag steht und was nicht????