Ich bin verzweifelt

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von besimpau25 17.09.08 - 21:21 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist 4 1/2 Jahre alt und ich komme einfach nicht klar mit seiner Erziehung. Er ignoriert einfach alles. Wenn ich ihm Anweisungen gebe (Schuhe anziehen, Gewand anziehen, essen gehen,...) ignoriert er einfach alles. Er tut nie das was ich Ihm sage. Wenn wir Ihm dann Konsequenzen geben (z.B. er muss in sein Zimmer gehen) lässt ihn das völlig kalt und es ändert absolut nichts an seinem Verhalten. Wenn ich mit Ihm schimpfe lacht er mich aus. Ich komme mir oft vor als wäre ich der volle Hampelmann ich rede und mache und rede und es kommt einfach nichts zurück. Ich bin schon total ausgelaugt was dazu führt das mir des öfteren dann die Hand ausrutscht. Ich bin dann total sauer auf mich selbst weil ich es gatan habe aber es kommt dann einfach im Affekt weil ich in dieser Situation überfordert bin. Aber was tun wenn er alles ignoriert und einfach nichts ´hilft Ihm einige einfache Regeln beizubringen??? Hat jemand einen Rat für mich wie wir unsere Situation bessern können???

LG Bettina

Beitrag von aureliana 17.09.08 - 21:30 Uhr

Hi Bettina,

oh oh, das hört sich aber nicht gut an, sein Verhalten. Das dir die Hand ausrutscht ist freilich nicht so schön, aber ich verstehe es, wenn man in Rage ist, man muss sich wirklich sehr sehr zusammenreisen, damit einem die Hand nicht ausrutscht.

Aber zu deinem Sohn, vielleicht hast mal ADHS in Erwägung gezogen? Die Symptome passen doch auch zu ADHS. Denn in dem Alter sollten sie meinermeinung nach schon verstehen können und den Eltern mehr Respekt erweisen als es dein Sohn tut.

Hast du ihn mal ignoriert wenn er böse ist oder ihm aufgezeigt das du sauer bist auf ihn, oder mal mit ihm nicht gesprochen und ihm gesagt, das du böse auf ihn bist, weil er.........Das würde ich vielleicht versuchen um seine Reaktion zu testen, ob ihn das auch so kalt lässt, wäre mal gut zu wissen.

LG
Ines

Beitrag von crystall 17.09.08 - 21:40 Uhr

deine ratschläge sind allesamt die hölle

verzogene kinder---- wegen dem muß es doch nicht gleich ad(h)s sein

hand ausrutschen---- das ist nicht nur nicht schön sondern kindesmißhandlung


Beitrag von besimpau25 17.09.08 - 21:48 Uhr

Also ich bin absolut der Meinung das ich mein Kind nicht mißhandle. Was ist das für eine Unterstellung.

Verzogen ist mein Kind auch sicher nicht. Denn bei uns gibt es klare Regeln die strikt durchgezogen werden. Beispiel: An der Kasse wir um einen Schokoriegel gebettelt ich sage den kriegt er nicht dann kann er sich auf den Kopf stellen und Hampelmann machen bekommt er ihn nicht. Verzogen wäre er wenn er alles was er will bekommt und das ist absolut nicht der Fall.

Beitrag von besimpau25 17.09.08 - 21:44 Uhr

Hallo Ines!

Zuerst einmal danke für deine Antwort. Ja ich habe schon oft gesagt das es mich total traurig und sauer macht wenn er absolut nicht folgt und alles ignoriert. Was kommt dann??? NICHTS, rein gar nichts. Entweder er will sich von mir losreissen (bei solochen 4-Augen-Gesprächen hab ich Ihn meist bei mir am Schoß sitzen) oder er redet plötzlich von etwas ganz anderem.

Wo geht man hin um rauszufinden ob das Kind ADHS hat zum Kinderarzt? Ich bin mir da so unsicher ich möchte ja nicht als übersensible Mutter abgestempelt werden die mit ihrem Kind nicht zurecht kommt.

LG Bettina

Beitrag von sonne_1975 17.09.08 - 22:30 Uhr

Du musst ganz dringend Hilfe holen, so kann es einfach nicht weitergehen.

Und ob du es glauben willst oder nicht, es ist Misshandlung, wenn du dein Kind schlägst. Und helfen tut es ja sowieso nicht.

Die Konsequenzen, die du machst (ins Zimmer gehen), haben mit seinem Verhalten wenig zu tun, deswegen befolgt er sie auch nicht.

Geh zur Erziehungsberatung, da wird dir geholfen. Oder lies ein paar vernünftige Ratgeber ("Familienkonferenz", "Smart Love").

Gruss. Alla

Beitrag von hexenwesen25 18.09.08 - 07:25 Uhr

Hallo Bettina,

hört sich so an als hättest du den absoluten Rabauken zu Hause. Geht er in den Kindergarten? Wenn ja rede mal mit den Erzieherinnen über sein Verhalten vielleicht haben die ja einen Rat. Sollte er wirklich AD(H)S haben würde er auch im Kindergarten verhaltensauffällig sein. Vermutlich werden die Erzieherinnen dir auch sagen können wie und wo du ihn am besten darauf testen lassen kannst. Mit dem Kinderarzt kannst du auch darüber sprechen der hat auch den ein oder anderen Rat.
Ich verurteile dich nicht das dir die Hand ausrutscht aber das muss aufhören! Dadurch änderst du nichts. Wenn du mit den Erzieherinnen oder den KiA rededest sag es ruhig das du am Ende bist und dir aus verzweiflung schon die Hand ausgerutscht ist. Keiner wird dir den Kopf abreissen oder die Augen verdrehen oder was auch immer. Glaub mir die haben schon ganz andere Dinge gehört und gesehen und wissen auch wie anstrengend der Alltag mit Kindern sein kann. Du solltest dir auf jeden Fall hilfe holen es hört sich nämlich so an als ob ihr zwei da nicht mehr alleine raus kommt.
Lg Nicole

Beitrag von connie73 18.09.08 - 18:09 Uhr

hi
ihr schreibt alle immer das es (kindes-)misshandlung ist, ich bin absolut gegen das schlagen, aber nur deshalb, weil meiner mutter permanent die hand ausgerutscht ist, und das meist im gesicht, oder der kochlöffel auf dem restl. körper. das nenne ich misshandlungen, aber nciht wenn man dem kind mal einen klaps auf den po gibt. meine bekommen meist nur schelte, aber wenn sie mich mal wirklich auf die palme gebracht haben, dann gibt es einen klaps auf die hand. das reicht aus, da das nur einmal pro jahr ca. vorkommt.
aber sie deshalb als misshandlerin darzustellen, finde ich wirklich krass.

lg connie

Beitrag von colli26 19.09.08 - 09:24 Uhr

Hallo Bettina,
mal ganz vereinfacht gesagt:

Kleine Kinder verhalten sich richtig, weil sie ihren Bezugspersonen eine Freunde machen wollen. Sie verhalten sich falsch (im Sinne der Erwachsenen), wenn sie keine Veranlassung haben, dem Erwachsenen eine Freude zu machen. Erst wenn sie empathie- und differenzierungsfähig geworden sind, können sie aus eigenem Antrieb heraus eine präferierte Handlung (Blödsinn machen) abstellen, um sich "richtig" zu verhalten. Das ist aber bei einem 4,5Jähreigen mit Sicherheit noch nicht der Fall.

Hast Du Dich mal gefragt, ob Du jemanden eine Freunde machen wollen würdest, der ständig rummeckert, dich mit willkürlichen Strafen belegt und Dich auch noch klapst? Orientierung (und damit Erziehung) funktioniert nur aus Beziehung heraus. Aus dem Grund würde ich erst einmal eure Beziehung beleuchten. Kann sich Dein Sohn Deiner Liebe sicher sein? Kann er sich in seinen Gefühlen der Wut, Angst, Trauer angenommen fühlen? Kann er das Gefühl haben, in Dir einen Menschen gefunden zu haben, dem er vertrauen kann? Kann er Dich als Vorbild ernst nehmen? Bist Du in Deinen Aussagen und Anweisungen so klar und eindeutig, dass er sich auf sie verlassen kann? Wenn Du all diese Fragen vorbehaltlos mit "ja" benatworten kannst, dann wundert mich das Verhalten Deines Sohnes wirklich und es wäre vielleicht Zeit für eine Erziehungsberatung. Wenn nicht, ist es wohl an der Zeit, dann hättest Du da schon einen Veränderungsansatz.

Alles Gute!

Coli
mit Jule und Lena (3J 4M)