Lebensmodelle

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von litha 18.09.08 - 09:41 Uhr

Das könnte direkt eine Umfrage werden :-)

Ich beschäftige mich seit einigen Jaren mit den Lebensmodellen, die man in einer Partnerschaft führen kann. Durch meine eigene Erfahrung, durch Lesen der vielen Frustpostings hier im Forum, durch Gespräche mit Männern und Frauen, durch Beobachtungen im Freundes- und Bekanntenkreis, komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass es wohl einem Sechser im Lotto gleicht, einen Partner zu finden, der nicht nur die gleichen Träume, Wünsche und Ziele hat, sondern mit dem man auch im sexuellen Bereich harmoniert. Zudem gibt es durchaus eine große Anzahl der Menschen (geschlechtsunabhängig), die nicht monogam leben wollen bzw. können.

Ich komme aus einer langjährigen monogam geführten Ehe, die letztendlich an der unterschiedlichen Libido gescheitert ist. Mein ernstgemeintes Angebot an meinen nun Exmann, sich doch für die sexuelle Befriedigung eine andere Partnerinn zu suchen wurde fast empört von ihm abgelehnt. Sehr schade, denn als Mensch vermisse ich ihn unendlich und wäre gerne meinen Weg mit ihm weiter gegangen, als Mann jedoch gar nicht. Und so mussten sich unsere Wege leider trennen.

Nun schaut frau sich also um, und stellt fest, dass die meisten Partnerschaften nicht so geführt werden, wie sie eigentlich sollten. Heimlichkeiten, Betrügereien, Lügereien. Will ich sowas für die Zukunft? #schock Eher nicht.

Mir ist ein Partner wichtig, in dessen Herzen ich ganz klar den meisten Raum einnehme, der loyal, zuverlässig und vertrauenswürdig ist. Mit dem ich gemeinsame Ziele, Träume und Wünsche umsetze und mit dem natürlich auch die Intimitäten Freude bereiten. Wenn er jedoch eine größere Libido hat oder Praktiken bevorzugt, die nun nicht meinen Neigungen entsprechen, sollte er das Gespräch mit mir suchen und dann findet sich sicherlich eine Lösung. Offenheit, klare Regeln und Absprachen empfinde ich als ungemein wichtig und dann ist das Modell der offenen Ehe meiner Meinung nach das zukunftträchtigste.

Eine Partnerschaft, in der ich zufrieden bin, mir nichts fehlt und ich mich nicht vernachlässigt fühle hat eine sehr stabile Basis und lässt jede Menge Freiraum, damit jeder seine Individualität behalten kann.

Das sind meine Gedanken zum Donnerstag und nun würde ich gerne eure Meinung dazu hören. Ich denke, ich weiß in welche Richtung es alleine durch den Altersdurchschnitt gehen wird, aber es sind hier ja auch ältere und erfahrenere (?) Semester unterwegs :-)

Lieben Gruß
Litha

Beitrag von silkstockings 18.09.08 - 09:55 Uhr

Im Prinzip hast du Recht, sagt Radio Eriwan ... aber ich könnte nicht gut teilen.

Beitrag von litha 18.09.08 - 10:04 Uhr

Ich führe seit langem Gespräche mit einem sehr guten Bekannten (nein, nicht der, den du meinst #cool) über dieses Thema und er brachte es mal genau auf den Punkt:

>>>die forderung an deinen partner sollte daher lauten: es gibt nur eine frau, mit der er alles teilt und der er emotional unbedingt zugehörig und treu ist. dieser zusammenhalt muss sicher sein, bevor die auswärtsspiele beginnen. alles weitere ist guter, geiler aber letztlich auch schnöder sex. nicht mehr, nicht weniger.<<<

Wenn es "nur" Sex ist, ist das kein Teilen. Sofern er auch dich beglückt :-)
Gefährlich wird es, wenn er sein Herz verliert.

Beitrag von silkstockings 18.09.08 - 10:06 Uhr

Theoretisch könnte ich das unterschreiben, praktisch aber nicht, da kenn ich mich zu gut. Ich wäre bestimmt das erste Mal in meinem Leben eifersüchtig.

Aber die Frage stellt sich mir ja gar nicht.

Beitrag von codie 18.09.08 - 11:29 Uhr

Um nicht eifersüchtig zu werden müsste das Vertrauen in diesen Mann schon sehr groß sein.
Da wir alle aber offensichtlich schon viele Erfahrungen gemacht haben, die dagegen sprechen, sind wir (vielleicht) gar nicht mehr fähig so sehr zu vertrauen?!
und hängt es nicht zusätzlich davon ab wie viel Vertrauen man erfährt? Denn nur wo Vertrauen gesäht wird, kann es auch wachsen, oder?

Beitrag von rockbar 18.09.08 - 10:07 Uhr

Das Modell der offenen Ehe mag zukunftsträchtig sein, hat aber einen Haken:
Unsere Vorstellungen von Ehe und Beziehung verdanken wir unserer Sozialisation und die sagt uns ganz klar, dass Treue ein wichtiger Faktor ist.

Historisch betrachtet ist das Prinzip der Treue wichtig für die Versorgung der Frau und der Kinder gewesen, da die Gesellschaften der letzten Jahrhunderte bzw. Jahrtausende auf einer ganz klaren Rollenverteilung basierten.

Unsere heutige Gesellschaft hat diese Normen übernommen.
Demzufolge fühlt sich die Mehrheit hintergangen und verletzt wenn das Prinzip der Treue durchbrochen wird.

Sich der eigenen Sozialisation entgegen zu stellen und eine offene Ehe zu tolerieren verlangt viel Selbstreflexion und Selbstsicherheit und vielleicht auch ein hohes Maß an Lebenserfahrung.

Ich für meinen Teil bin frisch verliebt und denke nicht im Traum daran meinen Liebsten mit irgendjemandem zu teilen. :-)

Beitrag von silkstockings 18.09.08 - 10:12 Uhr

>>Sich der eigenen Sozialisation entgegen zu stellen und eine offene Ehe zu tolerieren verlangt viel Selbstreflexion und Selbstsicherheit und vielleicht auch ein hohes Maß an Lebenserfahrung. <<

Das seh ich auch so und im Grunde halte ich mich dazu für fähig.

Und ich glaube es wäre einfach gekränkte Eitelkeit wenn mein Partner nicht mit mir ins Bett wollte sondern mit einer anderen ... wozu in die Ferne schweifen ...

Andersherum stehe ich Freundschaft und auch inniger Freundschaft mit dem anderen Geschlecht sehr, sehr offen gegenüber.

Beitrag von litha 18.09.08 - 10:16 Uhr

>>>Und ich glaube es wäre einfach gekränkte Eitelkeit wenn mein Partner nicht mit mir ins Bett wollte sondern mit einer anderen ... <<<

Du springst zu kurz. Natürlich muss er auch mit dir ins Bett wollen :-) Und alles andere ist in der Tat gekränkte Eitelkeit und Besitzdenken.

Beitrag von silkstockings 18.09.08 - 10:18 Uhr

Möglich, dass ich da zu kurz springe. Ich stand aber auch noch nie vor der Frage.

Besitzdenken habe ich ja eigentlich nicht, aber vielleicht bin ich da ja auch grauenhaft eitel.

Beitrag von codie 18.09.08 - 11:57 Uhr

Eitelkeit ist hier, wie ich glaube, weniger ein Faktor als Selbstsicherheit, bzw Selbsbewusstsein.

Ich könnte auch nicht damit leben, einen Partner, wenn auch "nur" körperlich teilen zu müssen.
Nicht aber, weil es mich kränkt, dass der Partner "nicht nur mich scharf findet", sondern weil ich Angst hätte, dass er sein Herz verliert.

Salopp gesagt muss man sich eben "nur" einreden, dass man selbst im Bett sowieso besser ist. ;-)
Gegen die Chemie aber hat man keine Chance.
Es kann immer passieren, dass eine andere, neue, fremde Chemie besser oder genauso gut passt.
An dieser Stelle wird es dann gefährlich für die Beziehung.

Beitrag von litha 18.09.08 - 10:15 Uhr

Ich differenziere mittlerweile Treue. Treue im Herzen ist unabdingbar. Sexuelle Treue halte ich für unwichtig(er). Siehe meine Antwort an Silk.

Beitrag von rockbar 18.09.08 - 10:22 Uhr

Gekränkte Eitelkeit, das trifft es wohl am ehesten. Und diese zu überwinden halte ich für schwierig.

Treue in einen emotionalen und einen sexuellen Aspekt zu differenzieren halte ich für ein gedankliches Meisterstück, aber wenn dies gelingt kann man bestimmt in einer offenen Ehe glücklich werden.
Allerdings können das sicherlich nur wenige.
Ich zum Beispiel könnte es nicht.

Beitrag von doctor-avalanche. 18.09.08 - 11:06 Uhr

Treue oder die Einforderung dessen ist nicht allein bzw. nicht vor allen Dingen ein Resultat der Sozialisation.

Inbesondere die Bedingung der körperlichen Treue ist evolutionsbiologisch gesehen, viel älter als soziologische Zusammenhänge mit diesem Thema (welche, wie Du richtig sagst, in unserer heutigen Wahrnehmung eine viel höhere Bedeutung haben).

Die Natur hat zum Zwecke der Erhaltung einer Spezies viele Strategien hervorgebracht, die sich genau nur diesem Ziel widmen. Monogamie hat demnach nicht nur eine als Moral formulierte Werte-Botschaft sondern sichert in bestimmten Situationen das Überleben einer Population. In vielen Fällen in osmotischer Art und Weise wenigstens die Treue vom Weibchen zum Männchen, während das Männchen gleich mehrere Paarungspartner in einer bestimmten Zeitperiode zur Verfügung hat. Oberstes Ziel ist es immer, die stärksten Gene zu transportieren. Starke Gene sind resistenter gegen Krankheiten und somit nimmt die bedrohung für die Art auszusterben ab.

Monogame Verbindungen sind wesentlich besser gegen Krankheiten gefeit als promiskuitive Beziehungsmodelle. Für die katholische Kirche und andere Werteinstitutionen hatte (und hat) es deswegen keinen abstrakten Moralbegriff als Hintergrund, wenn man Monogamie und die Einehe favorisiert hat - auch wenn die Formulierungen äusserst abgehoben gewählt waren.

In Europa sind im Mittelalter mehr Menschen durch Syphillis gestorben als durch den schwarzen Tod. Syphillis wird primär durch Geschlechtsverkehr übertragen. Je weniger wechselnde Geschlechtspartner in einer Population vorkommen, desto geringer ist das Risiko einer Verbreitung oder gar einer Pandemie einer solchen Krankheit. Da insbesondere in der vorindustriellen Zeit, die menschliche Arbeistkraft und damit der Mensch im Mittelpunkt prosperierender wirtschaftlicher Entwicklung stand,, war die menschliche Populationsanzahl sehr wichtig, z.B. damit Steuern gezahlt werden konnten, der Handel existieren konnte, die Felder bestellt wurden usw.. Wenn Seuchen ganze Landstriche entleert hatten ging das mit einem starken wirtschaftlichen Zerfall einher. Ergo wurde Treue zum Ehepartner eingefordert um ein Seuchenrisiko zu verringern und die ökonomische und soziale Leistungskraft einer Region, eines Landes, wie auch immer, zu erhalten.

Insofern dienten und dienen moralische Werte auch immer, sehr nüchtern betrachtet, der Arterhaltung.

Dem entgegen steht jedoch der ganz natürliche Trieb, vor allem bei Männern, seine Gene möglichst häufig zu reproduzieren. Natürlich haben bestimmte Regeln in einer zivilisierten Gesellschaft dazu geführt, daß Männer nicht einfach die nächstbeste, für sie attraktiv erscheindende Frau bespringen und begatten dürfen, Es werden i.d.R. bestimmte Umwerbungsrituale, die wiederrum einen eher archaischen Hintergrund haben, eingehalten, zu dem stehen bestimmte ehtische und auch juristische Regeln einer wahllosen Triebabfuhr entgegen.

Was wir "dürfen" und was wir "könnten" sind demnach zwei paar Schuhe, Die einen entscheiden sich eher für das "dürfen" andere folgen mehr ihren Instinkten. Totale Auslebung der Lust und der Bedürfnisse versus einem Regelwerk aus Justiz, Moral und eigenen kognitiven Ansätzen.

Zieht man die Essenz aus all dem, ist eigentlich weder ein strikt monogames noch ein strikt polygames Modell für die meisten Menschen - unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund - möglich.

Aber im Mikrokosmos der kleinstmöglichen Einheit einer Beziehung - nämlich der zweier Menschen - ist die Fortentwicklung und Dynamik der eigenen, nur in dieser Beziehung, aufgestellten Regeln möglich.

Daher ist sowohl für mich als auch für meinen Partner die sexuelle Fortentwickung auch ausserhalb der Partnerschaft möglich (aber nicht notwendigerweise!), so lange andere Regeln, die für Existenz der Partnertschaft wichtig sind - Vertrauen, Geborgenheit, Sicherheit z.B. - nicht angetastet werden

Genug des Geschwafels....Was wollte ich eigentlich sagen?

Ah ja.......

Die Einforderung von (körperlicher) Treue, insbsondere bei jüngeren Menschen ein realtiv normaler Gedanke ist, da der körperliche Aspekt in jungen Jahren eine sehr viel höhere Gewichtung hat. Mit dem Alter verschieben sich die Prioritäten. Ein Mann, der sich mit den Jahren weiterentwicklet hat, weiss, daß seine sexuelle Leistungskraft nicht das einzige Kriterium ist, um eine (seine) Frau an seiner Seite zu halten. Er besticht auch durch andere Merkmale, die ihn für seine Partnerin attraktiv machen. Solange er nichts vermisst, sollte seine Frau, sofern sie es als Bedürfnis empfindet, auch sexuelle Erfahrungen auf anderen Beziehungsebenen erleben dürfen.

Wenn das Fundament aus Vertrauen und Verlässlichkeit, vor allem aber auch Loyalität und Ehrlichkeit stimmt, sehe ich da nicht nur kein Problem sondern empfinde die ausserpartnerschaftlichen Erlebnnisse als echte Bereicherung der Partnerschaft selbst. Sowohl in sexueller als auch intellektueller Hinsicht.

Das Problem für die meisten Menschen ist wohl, dies verdaulich & verständlich seinem Partner gegenüber zu kommunizieren........

Beitrag von rockbar 18.09.08 - 11:31 Uhr

Da ich mich zu den oben genannten "jüngeren Menschen" zählen darf, freue ich mich einfach darüber, dass ich und mein Partner unsere Sexualität exklusiv ausleben und kein Bedürfnis nach anderweitigen Lebensmodellen besteht.

Sollte dies jedoch irgendwann einmal der Fall sein, wird die Zeit zeigen wie tolerant man wirklich sein kann, wenn eine offene Ehe nicht nur theoretisch besprochen, sondern tatsächlich ausgelebt werden soll.

Sozialisation vs. Trieb.

Ich bin gespannt wer wohl gewinnt und harre der Dinge die da kommen mögen.
:-)

Beitrag von jacky 18.09.08 - 10:07 Uhr

Für mich ist eine Beziehung, in der einer oder beide nebenbei einen anderen Sexualpartner haben keine Beziehung. Sowas ist für mich ein absoluter Trennungsgrund.

Meistens hat man doch am Anfang die gleichen Ziele. Zumindest wenn man jung ist: Spaß haben, Urlaub, Zusammenziehen, heiraten, Kinder. So jedenfalls die meisten Leute.

Ob das mein persönliches Lebensmodell ist, kann ich nicht sagen.

Wie gern hätte ich ganz jung einen Mann geheiratet und jetzt schon Kinder.

Was ich bekommen habe war eine große Liebe, die mich hintergangen und verlassen hat und eine Menge dämlicher Typen, die nur was fürs Bett gesucht haben.

Heiraten ist für mich mittlerweile auch sehr fragwürdig, da ich für einen Juristen arbeite und wir tagtäglich die dollsten Scheidungsfälle auf dem Tisch haben. Sowas wünscht man sich für sich selbst nun mal nicht.

Kinder ja. Auf jeden Fall. Die Frage ist nur wann und mit wem und wie das dann alles geklärt wird mit Geld und Job.

Leider habe ich oft das dumpfe Gefühl, dass ich mal allein alt werde. Ich weiß auch nicht, wieso.

Für die Zukunft wünschen würde ich mir trotzdem eine ganz normale Familie: Heiraten, Kinder usw. Und einen Mann, der nicht fremd geht. Und mit dem ich alt werden kann.

Aber leider weiß ich auch, dass die Chancen dafür in unserer Gesellschaft mittlerweile verschwindend gering sind.

Beitrag von litha 18.09.08 - 10:28 Uhr

>>>Aber leider weiß ich auch, dass die Chancen dafür in unserer Gesellschaft mittlerweile verschwindend gering sind. <<<

Ich denke nicht, dass sich die Moral der Gesellschaft besonders gewandelt hat. Das "Problem" bestand schon immer, nur wurde darüber nie so ausführlich und offen gesprochen. Das wurde früher mehr im Verborgenen gemacht und viele Frauen blieben bei ihren fremdgehenden Männern, weil sie keine anderen Möglichkeiten hatten.

Und unser Moraldenken ist uns langjährig eingetrichtert worden. Moral an sich ist ja auch ein erstrebenswerter Zustand. Aber manchmal nicht umsetzbar.

Doch es gibt durchaus Partnerschaften, die nach diesem Motto leben, harmonieren und auch funktionieren. Also gib die Hoffnung nicht auf :-)

Beitrag von jacky 18.09.08 - 10:32 Uhr

Damit magst du einerseits Recht haben, andererseits beobachte ich (ich selbst hab es auch schon erlebt), dass das Internet mit seinen zahlreichen Möglichkeiten mittlerweile bei fast jedem schon zu einer gescheiterten Beziehung geführt hat. Früher wurde auch fremd gegangen. Aber sicher nicht in diesem Ausmaße wie mittlerweile. Ich kenne so gut wie keinen, der noch keinen Partner hatte, der sich im Internet rumtrieb und sich was für nebenbei gesucht hat.

Hier liest man auch fast jeden Tag mindestens einen Thread dazu. Ich finde sowas total schlimm. Aber es wird einem ja auch ständig suggeriert: Irgendwo da draußen, nur einen Mausklick entfernt wartet schon der nächste potentielle Partner.

Ändern wird man daran wohl nichts. Aber schlimm find ich das trotzdem.

Beitrag von litha 18.09.08 - 10:45 Uhr

Damit hast du natürlich Recht. Internet und die anscheinend freie Verfügbarkeit auf alles und jeden ist der Sargnagel für die meisten Beziehungen.

Von solchen Beziehungen spreche ich aber auch nicht. Einen Partner, der meint, er poppe alles, was nicht bei 3 auf einem Baum ist würde ich generell nicht wählen.

Beitrag von engelchen113 18.09.08 - 10:57 Uhr

Da hast Du echt mal recht!

Ich finde das auch wirklich schlimm, daß es einem so einfach gemacht wird. Die Hemmschwelle sinkt einfach immer weiter, da es mittlerweile fast "gesellschaftsfähig" geworden ist...brrrrr:-(

Lg, engelchen113

Beitrag von joulins 18.09.08 - 11:30 Uhr

Hallo Jacky,

"Leider habe ich oft das dumpfe Gefühl, dass ich mal allein alt werde. Ich weiß auch nicht, wieso."

Was aus deinen Beiträgen zu lesen ist, ist eine herbe Enttäuschung und eine daraus resultierende "ab-jetzt-wird-nach-meinen-Regeln-gespielt-oder-gar-nicht-Haltung". Bestimmte Dinge, die vielleicht Voraussetzung sind, um eine liebevolle und stabile Beziehung aufzubauen, schließt du für dich ganz aus, z.B. eine gewisse Toleranz, oder die Fähigkeit, dem anderen Freiräume zu gewähren. Dafür liest man eine gewisse Härte heraus.

Ich denke, das spüren viele Männer. Deshalb halten die geeigneten Kandidaten vielleicht respektvoll Abstand, und du hast eher mit denen zu tun, die sich ohnehin nie ernsthaft auf eine anspruchsvolle Frau einlassen wollen.

Du hast sicher eine Unmenge Angebote, immerhin bist du jung und gutaussehend. Daß du selbst deine Chance, eine "normale" Familie zu haben, als so schlecht beurteilst, sollte dir bei deinen Voraussetzungen zu denken geben!

Ich will hoffen, daß es keine self-fulfilling prophecy wird.

Ich wünsch dir was! #klee

Joulins

Beitrag von karo_austria 18.09.08 - 10:26 Uhr

Guten Morgen!

Tja - so was ähnliches hatte ich auch schon öfters im Kopf!

Wenn ich so über die letzten Jahre nachdenke, ich hätte nie heiraten dürfen!!!
Mein Mann und ich hatten beide eine relativ schlimme Kindheit (Gewalt in der Familie, Alkohol, Suizidversuch der Mutter - sind wir allerdings erst viel später draufgekommen, dass das bei beiden so ist) und als wir uns gefunden haben, war klar dass wir zusammenbleiben - wir waren einfach ein super Team!!!
Als solches haben wir auch unsere Ehe geführt - nur keine Emotionen - wir haben geheiratet, uns eine schöne Wohnung gesucht, 2 Kinder bekommen, eine Firma gegründet, Wohnung zu klein - Haus gebaut, noch ein Kind bekommen, ...

Von außen waren wir DIE TRAUMFAMILIE - gefehlt hat eigentlich nur der Hund! ;-)

Tja - aber die Gefühle - die blieben auf der Strecke! Und als es dann nach der Geburt unserer Jüngsten dann nicht mal mehr Umarmungen und Küsse gab, Sex zur Pflichtübung mutierte - zog ich mich immer mehr in mich zurück! Zusätzlich versuchte ich über verstärkten Einsatz in der Firma, zu Hause managte ich die Kinder und den Haushalt, und einer zusätzlichen Weiterbildung dieses Manko irgendwie auszugleichen. Das Ergebnis war die Diagnose BurnOut und Depressionen!!!!

Gefühle für meinen Mann (auch freundschaftlicher Art) hatte ich bereits voriges Jahr im Sommer keine mehr und hoffte, dass da noch irgendetwas ist/wieder kommt. Anfang des Jahres war ich wegen meiner Erkrankung auf Rehab - dort habe ich festgestellt, dass ich absolut keine Gefühle mehr zulassen kann (auch den Kindern gegenüber - was mich zutiefst erschrocken hat) und dass ich so nicht mehr weiterleben kann. Ich fasste den Entschluss mich scheiden zu lassen.

Kurz darauf lernte ich einen netten Mann kennen (noch während der Rehab) - nein es war nicht der berühmt-berüchtigte Kurschatten!!!! ;-) Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, viel gesprochen und sind abends immer spazieren gegangen. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass wir uns sehr gern haben - bei ihm - das war wie Entspannungs- und Genusstherapie pur!!!! Und dabei waren das Therapieeinheiten, denen ich während der Rehab absolut nichts abgewinnen konnte! ;-)

Ich denke ich habe mein Deckelchen gefunden!

Mittlerweile bin ich glücklich geschieden - arbeite noch immer in dem Betrieb meines EXMannes (never change a winning team!) und nächste Woche werde ich mit meinem Schatz in unser 1. gemeinsames Zuhause ziehen!

>>Mir ist ein Partner wichtig, in dessen Herzen ich ganz klar den meisten Raum einnehme, der loyal, zuverlässig und vertrauenswürdig ist. Mit dem ich gemeinsame Ziele, Träume und Wünsche umsetze und mit dem natürlich auch die Intimitäten Freude bereiten.<<
Nach deiner Aussage, muss das ein Lottosechser sein!!!
Allein wenn ich bedenke, was dieser Mann für mich schon alles aufgegeben hat (nein keine Frau und Kinder - aber er zieht wegen mir 200 km von seiner Heimat weg und hat sein Haus und Grund an seinen Bruder verschenkt!!!! damit deren Mutter weiterhin versorgt ist!!!).

Wir haben gemeinsame Ziele, ich vertraue ihm voll und ganz - und er mir, er liebt mich einfach über alles - und ich vermisse ihn so schrecklich wenn er nicht da ist. Und was die Intimitäten betrifft, ... #schein - komme mir vor als wäre ich jungfräulich in die Beziehung gegangen! Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich ihn liebe - ich meine diesen Unterschied zu allem was vor ihm war!?!?!?!? #hicks

Also - alles in allem bin ich beim Thema "Lebensmodell" der traditionelle Typ! 2. Heirat nicht ausgeschlossen (aber jetzt testen wir mal das Zusammenleben;-))

Mit einer offenen Ehe könnte ich nie klarkommen, dazu bin ich viel zu eifersüchtig (keine Angst - alles im Rahmen - aber ich möchte eindeutig DIE Frau an der Seite meines Mannes sein!!!) Für meinen Teil stelle ich die Treue auch auf ein sehr hohes Podest - als mich mein neuer Freund das 1. Mal küssen wollte (noch während der Rehab) - das ging einfach nicht! Obwohl ich meinen Mann nicht mehr liebte/die Trennung beschlossene Sache war - das ging einfach gegen meine Moralvorstellungen und alles in mir blockierte!!! (Ein paar Tage später hat es mein Freund dann doch geschafft - aber mehr als ein Kuss war lange nicht drinnen - da lief schon lange die Trennung! #hicks

Mein Freund übrigens würde einer Frau die untreu ist keine Träne hinterherweinen - er würde einfach gehen - ohne Kompromisse!!!! Also sind wir uns hier ziemlich einig!!!

Tja - obwohl ich jetzt auch nicht sagen könnte, dass ich noch Jung und unerfahren wäre - ich bin NOCH IMMER für eine monogamen Beziehung, denn ich könnte von mir aus nie zweigleisig fahren!

Bin aber schon neugierig, was bei deiner Umfrage so raus kommt!

Liebe Grüße

Petra

Beitrag von litha 18.09.08 - 10:41 Uhr

Für mich persönlich ist es - bis jetzt - ebenfalls undenkbar, mit einem Mann, mal eben so, rein für die sexuelle Befriedigung ins Bett zu hüpfen. Intimitäten tausche ICH nur mit dem Menschen aus, dem schon mein Herz gehört und diesem bin ich dann auch treu. Sowohl im Herzen als auch körperlich. Denn Sexualität hat eine andere Dimension für mich als für die meisten anderen Menschen. Und es nimmt für mich nicht den Raum ein, den einige andere ihm geben. Höher, schneller, weiter auf der Suche nach dem ultimativen Kick.

Allerdings ist mir durchaus klar, dass es Menschen gibt, die das anders sehen und auch diferrenziern können. Für die ist es eben nur "Sex". Natürlich auch mit Gefühlen, aber auf einer anderen Ebene.

Solange es dabei bleibt, mir es in der Partnerschaft an nichts mangelt, könnte ich diese Ebene akzeptieren, denn dann bin ja immer noch ich DIE Frau an seiner Seite, von der du sprachst. Mit mir will er sein Leben, seinen Geist und seine Seele teilen. Mit der anderen nur den Körper. Wirklich mehrfach in Gedanken durchgespielt gehabt und mich gründlich geprüft.

Beitrag von silkstockings 18.09.08 - 10:44 Uhr

Das klingt aber für mich eher danach- damit ich ihn nicht verliere mache ich ihm diese Tür auf.

Beitrag von litha 18.09.08 - 11:03 Uhr

Nein, das mag für dich und andere so klingen ist aber nicht so.

Ich möchte - um es mal drastisch auszudrücken - das Herz eines Mannes besitzen und auch seines haben. Noch besser, wenn auch die Libido und die Neigungen deckungsgleich sind.

Diese Komination ist aber wohl eher selten, auch wenn sie vorkommt :-) Ich gehe hier immer von mir aus, die eine eher geringe Libido hat im Vergleich zu anderen. Nun kann ich hergehen, wie zu Pupsi (?) geschrieben und irgendwann eben einfach auf mein Level herunterfahren und vom Partner einfordern, er möge sich nicht so anstellen :-) Habe ich lange gemacht und entdecke jetzt erst, was ich meinem damaligen Partner eigentlich angetan habe. Mein Umdenkungsprozess begann, zum Ende der Ehe und ich fand diese Alternative wirklich mehr als interessant. Wir machen weiter wie bisher aber der Erwartungsdruck fällt weg, weil er seine sexuellen Bedürfnisse von jemand anderem erfüllt bekommt. Das hätte ganz sicherlich die ganze Situation entspannt. So fühlte ich mich aber mehr und mehr unter Druck gesetzt und es passierte gar nichts mehr. Und das war das Ende.

Heute sehe ich das einfach mit anderen Augen. Wenn er mehr will als ich zu geben bereit bin sollte ich auch damit leben können, wenn er es sich woanders holt. Aber, wie gesagt, mit Offenheit und klaren Regeln.

Beitrag von silkstockings 18.09.08 - 11:15 Uhr

Das Problem ist nur, dass man nie weiß ob es beim rein sexuellen Kontakt bleibt ...