kleine fragt nach papa...was sagen

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von koll 18.09.08 - 11:29 Uhr

hallo ihr...
meine kleine geht seit august in die kita von 9-12 und 3 mald ie woche bis 13 uhr... da sieht sie dann ja auch oft die papas kommen, gestern nach dem baden sagte sie "der papa hat gesagt" ich sagte welcher papa hat was gesagt, sie darauf "der papa von lea" "mamaaa, mein papa?" ich sagte du hast keinen papa hier wohnen, du hast nur den opa drüben wohnen, ich schluckte dann mal bevor ich los heule... mir tut es sooooo weh das ich ihr keinen papa bieten kann, weil ihr erzeuger kein bock auf sie hat... ich habe ihm den vorschlag gemacht er wohnt ca 50km von hier... das er ja mittags her kommen kann wenn sie mittagsschlaf macht und wenn sie wach ist ist er da... er sagt ich soll kommen dann könnt ich ihn ja uach nochmal sehen und er würde fabi (wie ich diese abkürzung hasse #aerger) dann kennen lernen... also soll ich mit sack und pack mit dem zug hin fahren und das geld dafür ausgeben... damit er weiter sein geld für pc etc ausgeben kann... keine karte kein nix zum geb zu weihnachten... einfach keine lust, er fragt auch nicht nach ihr, weil er ja weis das es ihr bei mir gut geht...

ich kann aber meiner kleinen maus mit 2 jahren und 8 monaten nicht sagen dein vater hat kein bock auf dich... ich hab ihr dann gesagt das er krank ist (hatte einen schlaganfall 2006) sie fragte dann hat der bauchschmerzen, ich sagte nein er hat herzschmerzen und wohnt auch weit weg.... für den moment war das dann erledigt #schwitz... sie sagte dann "mama ich liebe dich aber mein opa und meine oma auch" ich umarmte sie und sagte nur "ich dich auch mein schatz" *schluchz*

wie reagiert ihr auf solche fragen? ich habe auch keinen freund von daher hat sie wirklich nur ihren opa und 2 onkel, und meinen exmann den sie liebt und er sie (wieso auch immer die beiden so aneinander hängen #kratz ) aber er ist verheiratet und könnte nicht diesen part übernehmen...

LG die verzweifelte nicole & fabienne (die in der WARUM phase ist)

Beitrag von idualc 18.09.08 - 11:37 Uhr

ach je, wie ich das kenne...

Der Vater meiner Tochter wohnt in Deutschland, 800km entfernt. Auch ich habe keine Beziehung und 'nur' Leihoma und -opa hier.

Der größte Wunsch meiner Tochter ist, dass ihr Papa sie mal vom Kindergarten abholt. Schon seit einem halben Jahr redet sie davon. Aber wenn wir ihn mal anrufen und sie ihn fragt, sagt er immer "jaja", aber hier war er noch nie...

Jetzt geht es schon los, dass die anderen Kinder sie ärgern á la "du hast ja gar keinen Papa"...
Manchmal liegt sie abends im Bett und fängt plötzlich an zu weinen - weil sie ihren Papa hier haben will.
Das ist echt furchtbar und ich fühl mich echt schlecht damit - aber was soll ich tun? Irgendeinen Typen will ich ihr nicht anschleppen, nur damit sie ne Vaterfigur hat...

Ich erklär ihr immer, dass der Papa eben weit weg wohnt und nicht so einfach kommen kann. Irgendwann wird sie aber nachfragen warum immer nur wir nach Deutschland fahren (3-4mal im Jahr), er aber nie zu uns kommt...

Tut mir leid, dass ich dir nicht wirklich helfen konnte - aber #liebdrueck ich drück dich mal, du bist nicht die Einzige mit einer traurigen Tochter #schmoll

Beitrag von jamey 18.09.08 - 11:38 Uhr

also, ich würde ihr erklären wie die lage ist....dass mama und papa sich nicht mehr lieb haben und der papa daher weit weg wohnt....man muss es ja zunächst nicht so drastisch ausdrücken.ihr könn teuch ja auch unterhalten, dass ihr zwei irgendwann einen neuen papa suchen wollt, aber du einen ganz besonders lieben papa für sie möchtest und dass man da lange suchen muss ... und so lange hat sie die anderen.


wir sind in ähnlicher situation..ich habe meinem sohn erklärt (jetzt, mit 2,5) dass sein papa gestorben ist und dass er im himmel ist...und dass er jetzt einen neuen papa hat, der ihn ganz sehr lieb hat.... weitere hintergründe gibts später mal. ich finde man hats leichter wenn man den kindern (immer altersentsprechend) reinen wein einschenkt

alles gute #blume

Beitrag von koll 18.09.08 - 11:42 Uhr

sie kennt ihren ja nicht mal... der war an ihrem 1. lebenstag da und als sie 15 wochen alt war... sonst noch nie! demnach denk ich wär es nicht so angebracht zu sagen das wir uns nicht mehr lieb haben... ich empfinde nur noch wut ihm gegenüber .... aber das bekommt die kleine nicht gezeigt...

Beitrag von jamey 18.09.08 - 12:24 Uhr

was hat das damit zu tun ob sie ihn kennt oder nicht. man kann doch erklären....in dem alter verstehen sie mehr als man denkt. man kann doch sagen dass sie noch in deinem bauch war als mama und papa sich trennten oder was weiß ich...man muss es halt kindgerecht formulieren. irgendwann musst du ja mal tacheles reden?!
wie hast du dir das denn vorgestellt?

Beitrag von koll 18.09.08 - 12:29 Uhr

ja du hast recht so werd ich es auch machen beim nächsten mal wenn sie fragst, solange sie nicht fragt brauch ich es ja nicht wieder anfangen...
ich hab mir die situation immer schwer vorgestellt und wollte auch immer die passenden sätze parat haben, aber das klappt wohl nie...
aber im prinziep hab ich ja schon so geantwortet...
er ist krank und hat aua herz (wegen dem schlaganfall) und wohnt weit weg das er nicht kommen kann...

#danke

Beitrag von koll 18.09.08 - 11:38 Uhr

mein exmann ist nur noche in guter freund, mehr wird nie wieder sein dafür weis ich zuviel!!!! also bitte keine ratschläge das ich ihn zurück nehem soll.... ;-)

Beitrag von ina_ragna 18.09.08 - 11:46 Uhr

Hallo!

Ich hatte damals auch das Problem und wusste nicht, wie ich es angehen sollte.
Ich habe dann ein Gespräch mit der Kita-Erzieherin geführt und mir ihren Rat eingeholt. Sie meinte, dass ich vorerst meinem Sohn antworten soll, dass der Papa ganz weit weg wohnt und leider keine Zeit hat. Der Papa kann ihn aber jederzeit besuchen.

Damit war für meinen Sohn dann erstmal das Thema erledigt gewesen.

Später (da war mein Sohn 4,5) hatte er die Phase, dass er schuld daran sei, dass sein Papa ihn nicht besucht. #schock
Da musste ich ihm leider die Wahrheit sagen, dass sein Papa ihn immer besuchen kann, er es aber nicht will. Ich habe das ganz normal gesagt und weiter nichts. Meine Gedanken diesbezüglich behalte ich für mich.
Mein Sohn hat dies akzeptiert. Ab diesem Zeitpunkt hat er von sich aus anderen auf deren Fragen (z. B. "Kaufst Du das für Deinen Papa?") geantwortet, dass er keinen Papa hat (obwohl er das natürlich weiß).

Er kann damit gut leben.

#blume

LG
Ina

Beitrag von djafina1 18.09.08 - 15:55 Uhr

Hallo,
hey das hört sich schlimm an und ich kann verstehen das Du auf den Erzeuger sauer bist. Aus meiner Erfahrung herraus (ich hatte auch so einen netten Erzeuger) weiß ich wie schwierig das als Mutter ist. Mein Herr Vater (eigentlich darf er sich garnicht so nennen) sollte uns ein mal im Monat Sonntags abholen. Er tat es, und er tat es auch nicht. Irgendwann (ich war 8 Jahre) sagte meine Mutter zu ihm "entweder regelmäßig oder garnicht"...........und er wart nie mehr gesehen. Meine Mutter hat gelitten wie ein Hund weil wir uns so gefreut haben und er einfach nicht kam. Das erklär mal. Anscheinend kam ihm das recht. Das ist nun 30 Jahre fast her und ich habe keinen Kontakt zu Ihm und hasse ihn auf eine art und weise immer noch. Mit meiner Schwester hat er Kontakt, schon seit Jahren wieder. Witzig ist das er von mir 10 km entfernt wohnt, meine Schwester wohnt 150 km entfernt. So gehts manschmal. Sag Ihr einfach wie es ist und zeig ihr ruhig wie traurig dich das macht. Später kann Sie immer noch entscheiden ob Sie Kontakt will oder nicht. Ich will und wollte es nie mehr allein weil ich weiß wie weh es meiner Mutter täte. Und mal ehrlich wer war den immer für mich da!
Gruß
Djafina

Beitrag von friendlyfire 18.09.08 - 17:13 Uhr

Hallo Nicole,

meine Tochter ist im August 3 geworden, also ein ähnliches Alter. Wir haben mit ihrem Papa bis Dez 07 zusammen gelebt.
Ich würde an deiner Stelle noch nicht zu ihr sagen, dass Mama und Papa sich nicht mehr lieb haben.
Ich war bei einer Alleinerziehendenberatung, eben wegen deines Problems und da hat die Kinderpsychologin mir gesagt, dass diese Aussage Unsicherheit hervorruft, wenn die Kinder zu klein sind.
Denn sie unterscheiden ja in dem Alter noch nicht zwischen Liebe bei Mann und Frau und Liebe zu Kindern, Familie etc.
D.h. "Mama und Papa haben sich nicht mehr lieb" kann die Unsicherheit hervorrufen, ob die Mama das Kind dann auch irgendwann nicht mehr lieb hat.
Ich kanns nicht besser erklären.
Ich sag meiner Tochter einfach, der Papa wohnt zu weit weg (900 km) und muss arbeiten, hat keine Zeit.
Allerdings besucht er sie auch regelmäßig einmal im Monat.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ich es leichter nehmen kann, wenn ich mir immer wieder klar mache, dass die Trennung eine Tatsache ist, mit der wir alle (beide Familien) leben müssen und dass unsere Tochter das Gefühl kriegen soll, dass alles "normal" ist.
Sei nicht verzweifelt. Sie hat ja als männliche Bezugsperson ihren Opa. Das ist gut so. Und ich denke, alternative Lebensmodelle sind heutzutage keine Seltenheit mehr.
Wenn du ihr zeigst, dass es für dich gut so ist, wie es ist, dann wird sie zwar fragen und immer wieder fragen, aber hat die Sicherheit, dass alles gut ist.
Ich weiss selbst, wie schlimm sich das anfühlt und oft könnte ich heulen, wenn sie nach ihrem Papa verlangt und er einfach nicht da ist.
Und seit ich meinen Freund habe, lässt das etwas nach, was nicht heisst, dass er ein Papa-Ersatz werden soll, aber sie hat eine neue männliche Bezugsperson.

Wenn du dir unsicher bist, kann ich dir nur raten, dir mal ne Beratungsstelle zu suchen, die helfen und ausserdem ist es gut für Selbstbewusstsein, wenn man eine Strategie entwickelt, wie man mit solchen Fragen (die immer wieder kommen) umgehen kann.
Mach dich nicht verrückt und sei nicht traurig, du wirst das ganz wunderbar machen.

LG ff

Beitrag von manavgat 19.09.08 - 10:34 Uhr

Warum sagst Du: du hast nur den opa

????

Ich hab meiner Tochter immer gesagt: dafür hast Du einen tollen Opa! (und nicht: nur).

Es gibt viele Kinder die keinen Papa haben. In der weiterführenden Schule steigt die Zahl der Trennungskinder sprunghaft an. Dann wird es für sie einfacher...

Sag ihr ruhig weiterhin: der Papa ist krank, zu weit weg und wir haben hier Tante, Freundin, Nachbarin usw.

Schön ist es, wenn der Opa ganz viel mit ihr macht, dann hat
sie eine männliche Bezugsperson.

Hinter den Erzeuger mach einen Haken, den änderst Du nicht. Wenn Deiner Tocher 9 oder 10 ist, dann kannst Du ihr vorsichtig die Wahrheit sagen. Wichtig: vor! der Pubertät, damit es zu keiner Krise kommt.

Alles gute

Manavgat