ALG 2 Frage wegen Nachzahlung ( wird verweigert )

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Beitrag von urmel1984 18.09.08 - 15:34 Uhr

Hallo Zusammen

Es geht hier um ein Problem meiner Schwägerin aber da sie nicht hier bei Urbia gemeldet ist hab ich mich angeboten mal nach Meinungen zu fragen.

Folgendes:

Meine Schwägerin bezieht ALG 2 für sich, einen Partner und zwei Kinder.
Beide erhalten den normalen Regelsatz und pro Kind 207 €.
Natürlich wird das Kindergeld abgezogen.

Also erhalten so sozusagen für beide Kids 106 € ALG 2.
Nun ist ihr aufgefallen, dass seid 20 Monaten irrtümlich 53 € für das große Kind abgezogen werden. Sie blickte wohl bei den Bescheiden nicht durch, rief auch an aber es wurden keine der Anrufe notiert im PC.
Nun hat sie aber im August nochmal angerufen als sie ihren neuen Bescheid bekam und nachgefragt warum das Kind das Geld angerechnet bekommt. Es bekommt keinen Unterhalt/Vorschuss da sie mit dem Vater der Kinder zusammen lebt.
Nun weigert sich das Amt das Geld nachzuzahlen, hat aber die 53 € abgeändert. Die bekommt sie monatlich nun mehr.
Von der obersten Chefin sei das abgesegnet worden. Man wisse nicht woher und warum das Geld dem Kind nicht gezahlt wurde und warum es angerechnet wurde. Daher kann man das nicht nachzahlen. Das sei zu lange her. MAn kann das nicht navollziehen. Meine Schwägerin wand ein, dass der Bescheid nun ja auch 3 oder 4 mal bearbeitet worden sei. Dazu sagte man: Ja, aber es wird nicht jedes Mal alles neu berechnet. Das glaub ich nicht, denn der Freund arbeitete letztes Jahr.
Also nachdem er arbeiteslos wurde ( sie bekamen ergänzendes ALG 2 in der Zeit ) musste doch alles neu berechnet werden. WARUM ist das nicht aufgefallen???

Was kann sie tun?
Wiederspruch könne sie keinen mehr einlegen.
Einen Anwalt könne sie sich gerne nehmen, aber Erfolg habe sie damit eh keinen...

WAS NUN?

Ist das Geld ( immerhin 1060 € ) nun futsch?


Um hilfreiche Antworten wäre ich im Namen meiner Schwägerin dankbar.

Gruß

das Urmel

Beitrag von goldie99999 18.09.08 - 15:44 Uhr

Schau mal hier:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e199c411fcf04.php

Beitrag von urmel1984 18.09.08 - 15:52 Uhr

AHHA! ;-)
Also ist dem nicht wie ihr gesagt wurde!!! Somit MÜSSEN die ja nachprüfen was da falsch gelaufen ist. Interessant!
Danke dir ganz herzlich für die schnelle und hilfreiche Antwort!

Bist du vom Fach?
Wenn ja, wäre es sinnvoll sich einen Anwalt zu nehmen?
Ich mein, sie als Laie? Sie kann doch net das alles alleine machen oder?

Alles Liebe

Jasmin

Beitrag von goldie99999 18.09.08 - 16:13 Uhr

Ich würde einen Anwalt nehmen.

Hab es oft genug erlebt, dass die SB ihre eigenen Bescheide prüfen ... Es herrscht schlicht Personalmangel.

Ich war bis Ende letzten Jahres bei der BA tätig. Aber nicht im Bereich SGB II, da gibt´s hier andere die sich gut auskennen.

VG

Beitrag von urmel1984 18.09.08 - 20:49 Uhr

Ich vermute sie hat es der Chefin gegeben.
Scheint schonmal was ähnliches gewesen zu sein damals aber mit dem Kindergeld ( als dieses ausgelaufen ist und sie das bekannt gegeben hat gab es wohl auch irgendwelche Scherereien... ).

Ja, sie hat für Morgen noch einen Anwalt erwischt mit Fachgebiet Wirtschaft und er kannte sich damit aus.

Im Endeffekt ist die Sachbearbeiterin selbst Schuld, dass sie sich einen Anwalt nimmt, denn diese sagte es ihr ja Quasi noch.

Danke dir ganz lieb für deine Mühen.

Jasmin

Beitrag von ruhrpottjunge 18.09.08 - 16:03 Uhr

www.gegen-hartz.de #schock

Ich glaub's nicht. Wovon wollen die denn sonst leben?

Beitrag von goldie99999 18.09.08 - 16:11 Uhr

Da gehts wohl eher gegen die Hartz- reformen, nicht gegen ALG II.

Mir ist die seite ohnehin unsympathisch, aber der überprüfungsantrag ist da sehr gut beschrieben. sonst eher nicht zu empfehlen.

Beitrag von ruhrpottjunge 18.09.08 - 16:16 Uhr

Stimmt, die Seite wirkt sehr einseitig.

Und ob dem Anliegen gedient ist, wenn sich in fast jedem Beitrag Rechtschreibfehler finden, sei mal dahingestellt.

Ich zitiere: "Wenn Sie einen Widerspruch gegen eine Ihnen angebotenes 1 Euro Job Angebot stellen möchten, können Sie sich kostenlos einen Widerspruchs Muster bei uns downloaden".

Wer auch immer die Seite macht, ein arbeitsloser Deutschlehrer ist es wohl nicht.

Beitrag von goldie99999 18.09.08 - 16:20 Uhr

Wäre man bösartig könnte man sagen, dass man sich vielleicht nur der Zielgruppe anpaßt.

Aber so sind wir ja nicht...

Das wäre ernsthaft unfair.

Beitrag von nightingale1969 18.09.08 - 17:43 Uhr

Wie goldie rät: Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X stellen, dazu braucht man keinen Anwalt.

"WARUM ist das nicht aufgefallen???"

"Nur wer gar nix schafft (hess. für "arbeitet") macht keine Fehler!"

Das Programm, mit dem das ALG II errechnet wird, besteht - ähnlich wie diese Seite hier - aus mehreren Unterseiten. Wenn man ein Gehalt eingibt oder ändert, dann klickt man nur bei der Person, die das Einkommen erzielt, auf "Einkommen". Wieso sollte man sich durch alle anderen Seiten klicken, wenn sich doch nach dem letzten Bescheid offenbar nur das Einkommen geändert hat und gegen nichts aus den alten Bescheiden Widerspruch erhoben wurde?!!

Gegenfrage: Wieso tun Hilfeempfänger eigentlich immer, als seien sie selbst komplett fehlerlos durchs Leben spaziert?

Schließe mich goldie zur Überlastungssituation vollinhaltlich an. Und die "guten" SB wollen langsam aber sicher nicht mehr und bewerben sich zuhauf weg (ich auch). Weil man es langsam aber sicher leid ist, sich verrückt machen zu lassen von zu hohen Fallzahlen und patzigen Leuten, die unfreundliche Fragen stellen wie "WARUM ist das nicht aufgefallen???". Weil einem langsam auch das Verständnis fehlt. Zurück bleiben dann die SB, denen eh alles scheißegal ist und die seit jeher einen Scheißjob machen. Gut hinbekommen haben das unter anderem auch die Hilfeempfänger mit ihrem unverschämten Auftreten.

Beitrag von urmel1984 18.09.08 - 20:46 Uhr

Hallo und Danke erst mal!

Meine kleine Schwägerin hat nun Morgen einen Termin für einen Anwalt gemacht. Die Sachbearbeiterin war wohl sehr unfreundlich am Telefon und meinte:

Sie können sich ruhig einen Anwalt nehmen. Das ist wasserdicht, sie bekommen kein Geld mehr zurück. Die obere Chefin hat das so abgesegnet.

Nun ich hab ihr auch geraten das alles nochmal nachprüfen zu lassen.
Sie rief dann nochmal bei der Sachbearbeiterin an ( war Heute im Dienst bis 18 Uhr ) und sie machte einen sehr genervten Eindruck. Das Telefonat fand bei mir statt weil ich hier Internet hatte und sie hier den § hatte. Auch daraufhin sagte die Sachbearbeiterin : Bitte, dann nehmen sie sich einen Anwalt. Der ändert auch nichts daran. Das Geld bekommen sie nicht mehr wieder.
Auf ihre Frage hin warum es damals bei der Neuberechnung nicht aufgefallen sei nachdem ihr Freund wieder arbeitslos wurde sagte die Frau:
Kinder bekommen kein Geld angerechnet.
Also nur die beiden Erwachsenen bekamen den Lohn verteilt den er verdiente.

Natürlich kann ich verstehen, dass es auch für die Sachbearbeiterin stressig ist. Aber andererseits:
Meine Schwägerin war höfflich. Sie hat wirklich ganz normal gefragt: Warum ist das aber bei den ganzen Neuberechnungen und bei den Verlängerungen nicht aufgefallen. Daraufhin wurde sie wirklich angemeckert als habe man die Frau persönlich beleidigt.
Natürlich kann man Fehler machen. Doch der Fehler ist nun entdeckt worden und warum kann man dann nicht einfach sagen:
Entschuldigen sie Fr.Soundso das kann vorkommen sie bekommen das nachgezahlt und Ende Gelände?!

Naja. Wie dem auch sei, vielen lieben Dank für deine Antwort.

Grüße

Jasmin

Beitrag von phoe-nix 19.09.08 - 09:28 Uhr

Warum ist es denn Deiner Schwägerin nicht vorher aufgefallen?

Sie hat ja auch eine gewisse Mitwirkungspflicht, ihre Bescheide zu prüfen und ich denke schon, dass es da Fristen gibt, sofern ihr der Fehler hätte auffallen können/müssen.
Das wird bei Gehaltsabrechnungen ja genau so gehandhabt.

LG

Beitrag von urmel1984 19.09.08 - 22:32 Uhr

Warum es ihr nicht aufgefallen ist hatte ich versucht im ersten Posting zu erklären. Sie blickte nicht wirklich durch. Sie hat bemerkt, dass etwas nicht stimmen konnte da sie im Vergleich zu ihrer damaligen, kleineren Wohnung und mit einem Kind weniger fast mehr Geld bekam als nun in einer teueren Wohnung ( abgesegnet vom Amt ) und mit einem Kind mehr. WO aber der Fehler lag bekam sie nicht raus weil sie immer Bescheide bekam mit 16 Seiten oder mit noch mehreren Seiten! Ungelogen sie hatte sie dabei als sie hier zu Besuch war und selbst ICH die im Büro gelernt habe hatte Schwierigkeiten mich Zurecht zu finden.

Natürlich hat sich auf eine mitwirkende Pflicht. Dieser ist sie nachgekommen in dem sie ( nachdem ihr aufgefallen ist, dass sie zu wenig Geld bekommt ) bei der GFA angerufen hat und nachgefragt hat an was es läge. Sie SAGTE noch, es tut mir Leid ich blicke bei den vielen Seiten nicht wirklich durch. Statt ihr einen Termin zu geben und gemeinschaftlich zu sehen wo der Hund begraben liegt wurde sie schroff zurecht gewiesen, dass das Amt schon wisse wie was zu berechnen sei und es habe schon seine Ordnung und sei vollkommend richtig berechnet.

Gruß

Jasmin

Beitrag von hoeppy 18.09.08 - 20:52 Uhr

Hallo,

Wenn jemand einen Antrag auf ALGII abgibt, dann wird auch erwartet das alles korrekt angegeben wird.
Stellt sich später raus, dass etwas falsch angegeben wurde-und sei es aus versehen, dann muss der Empfänger das zuviel erhaltene Geld zurück zahlen.

Oder wie im Falle meiner Tante-
Onkel Rentner, sie momentan ohne arbeit- haben alles korrekt angegeben. Doch der SB hat sich verrechnet. Meiner Tante fiel der Fehler nicht auf.
Plötzlich beim Folgeantrag fiel es dem SB auf. Sie sollten dann für ein halbes Jahr knapp 600 Euro zurückzahlen.

Nur ein Anwalt konnte den Fall zugunsten meiner Tante aufklären.

Deshalb frage ich- warum dürfen sich Ämter Fehler erlauben und die Geldempfänger nicht?

Es ist in keinster Weise böse gemeint. Wir beziehen kein ALGII und auch keine sonstigen Gelder außer Kindergeld und Elterngeld.
Und ich muss in meinem Job auch für Fehler gerade stehen und kann nicht zu den Kunden sagen- wer nichts arbeitet macht keine Fehler.

Trotzdem-nichts für ungut. Das wollte ich nur mal los werden.

LG Mona

Beitrag von nightingale1969 18.09.08 - 21:30 Uhr

Mir geht es um den Ton, in dem diese Fehler reklamiert werden. Dieses "WARUM fällt das nicht auf"?!

"Deshalb frage ich- warum dürfen sich Ämter Fehler erlauben und die Geldempfänger nicht?"

Ganz so ist es auch nicht, wie Du es jetzt platt und stammtischmäßig darstellst! Wenn die Behörde einen Fehler zu Gunsten des Betroffenen macht und derjenige den Fehler nicht merken konnte, sondern auf die Entscheidung der Behörde vertrauen durfte, so kann er sich auf eben diesen Vertrauensschutz berufen. Was die Tante ja wohl offenbar mittels Anwalt getan hat.

Im übrigen ist "SB hatte sich verrechnet" ja wohl Unsinn. Die Leistungs-SB sitzen nicht da und rechnen das ALG II eigenhändig aus.

"Trotzdem-nichts für ungut. Das wollte ich nur mal los werden."

Und ich wollte einfach mal loswerden, dass selbst mich die Anspruchshaltung und das ewige "Böse Arge - armer, lieber Hilfeempfänger" auch nur noch nervt.

Beitrag von urmel1984 18.09.08 - 21:53 Uhr

Eben!
Hätte sie nun 20 Monate die 53 € zuviel bekommen HÄTTE sie es bezahlen müssen!!!

Danke dir!

Gruß

Jasmin

Beitrag von nightingale1969 18.09.08 - 22:06 Uhr

"Eben!
Hätte sie nun 20 Monate die 53 € zuviel bekommen HÄTTE sie es bezahlen müssen!!!"

Eben NICHT in jedem Fall!

Beitrag von urmel1984 18.09.08 - 23:43 Uhr

Naja. Ich kann das nicht beurteilen da ich nicht vom Fach bin aber die Vermutung liegt eben näher, dass man eher nachzahlen muss als nachgezahlt zu bekommen.

Habe unter anderem eine Bekannte die ebenfalls Leistungen bezieht und sie bekam automatisch ihre Gelder behalt.
Auch hier drehte es sich um mehrere Hunderte Euro.

Wie dem auch sei, ich mag hier keinen Streit oder sowas losbrechen. Es ging mir einfach nur drum: Bekommt sie das Geld nun oder nicht.

Gruß

Jasmin

Beitrag von phoe-nix 19.09.08 - 09:30 Uhr

"Naja. Ich kann das nicht beurteilen da ich nicht vom Fach bin aber die Vermutung liegt eben näher, dass man eher nachzahlen muss als nachgezahlt zu bekommen. "
Es gibt ganz eindeutige Regelungen und die sind mit Sicherheit nicht so einseitig wie von Dir dargestellt.


"Habe unter anderem eine Bekannte die ebenfalls Leistungen bezieht und sie bekam automatisch ihre Gelder behalt. "
???

Beitrag von urmel1984 19.09.08 - 22:28 Uhr

Sicherlich hatte ich es nicht vor es einseitig darzustellen.

Das andere war ein Tipfehler. Was du dir sicher denken konntest!
Gemeint war:

Habe unter anderem eine Bekannte die ebenfalls Leistungen bezieht und sie bekam automatisch ihre Gelder NACHGEZAHLT!