Kinder in die Krippe geben / schlechtes Gewissen

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von dani258 18.09.08 - 17:32 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

habe gerade weiter unten Beiträge zu dem o.a. Thema gelesen und würde mich gerne dazu mal austauschen.

Mein Sohn Leon wird Ende Oktober zwei und ich gehe auch seit einem Jahr wieder arbeiten (halbtags nachmittags), weil es finanziell nicht anders geht. Ich habe immer mit meinem schlechten Gewissen zu kämpfen, weil ich immer Sehnsucht nach ihm habe, wenn ich auf der Arbeit bin. Habe aber trotz allem Glück, weil meine Arbeitsstelle direkt neben an ist und ich das Babyphone mitnehmen kann. Wir haben zwei Tage die Woche ein Kindermädchen und ein Tag ist er bei Oma. Sonst guckt mein Mann nach dem Kleinen.

Ich frage mich, wie man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, ein Kind mit ein paar Monaten in die Krippe zu stecken, weil man Lust aufs Arbeiten hat. Ich habe auch mehrere Bekannte, die das so handhaben. Ich versteh das einfach nicht.

Dann braucht man sich doch keine Kinder anschaffen.

Natürlich ist es was anderes wenn es finanziell nicht anders geht.

Wie seht ihr das denn?

LG Dani

Beitrag von lulu06 18.09.08 - 17:40 Uhr

Hallo,

ich bin auch dafür, dass unsere Kurze erst mit 3 Jahren ganz normal in den KiGa geht. Ich gehe auch wieder arbeiten im Schichtdienst, 20,5 Std die Woche, und sie ist in der Zeit bei ihren Omas oder dem Papa.

Trotzdem würde ich nie jemanden ver-/beurteilen, der seine Kinder aus welchen Gründen auch immer in die Kita gibt. Es gibt viele Kinder, die in die Kita gehen, denen es besser geht und die eine bessere Bindung zu ihren Eltern haben, als Kinder, die Ganztags zu hause betreut werden.

Jeder muss das nach bestem Wissen und Gewissen machen und meiner Meinung nach sind die Zeiten vorbei, indenen die Mama sich nur nach ihrem Kind zu richten hat. Sonst würde es wesentlich weniger Kinder geben. Und warum werden eigentlich NIE die Väter verurteilt. Die können doch auch zu hause bleiben.

LG Lulu

Beitrag von dani258 18.09.08 - 17:51 Uhr

Natürlich muss das jeder selber wissen. Ich verstehe es nur nicht.

Du schreibst z.B.:

"die Zeiten sind vorbei, indenen die Mama sich nur nach ihrem Kind zu richten hat"

das will man doch von sich aus. Natürlich richte ich mich nach meinem Kind. Ich wollte es doch auch!

Klar können die Väter auch zu Hause bleiben, aber erfahrungsgemäss verdienen die einfach mehr.

Beitrag von quinny78 18.09.08 - 21:17 Uhr

#pro

Beitrag von anyca 18.09.08 - 17:42 Uhr

Dem Kind ist es doch total schnurz ob Mama Spaß an der Arbeit hat oder nicht. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß es von einer "arbeitet gerne und ist ausgeglichen" Mama mehr profitiert als von einer "ich hab ja so ein schlechtes Gewissen, mein armes Schätzchen" Mama oder einer "mir fällt die Decke auf den Kopf" Mama.

Beitrag von dani258 18.09.08 - 17:54 Uhr

aber darüber muss man sich doch im Klaren sein, bevor man ein Kind zeugt, dass man dann zu Hause bleibt und nicht von wegen:

Oh, das ist nix für mich nur Hausfrau und Mutter, dann geht das Kind in die KITA und ich geh wieder arbeiten.

Beitrag von anyca 18.09.08 - 18:03 Uhr

Und wieso muß man unbedingt Hausfrau sein wollen als Mutter? In welchem Jahrhundert lebst Du denn?#kratz

Du tust ja so, als ob arbeitende Mütter das Kind ins Heim geben würden statt ein paar Stunden in die Krippe #augen

Beitrag von dani258 18.09.08 - 18:46 Uhr

man muss ja nicht hausfrau sein, man kann sich auch ne Putze anschaffen, aber MUTTER sollte man sein.

Die Kleinen brauchen doch Ihre Mama, hallo??? Vorallem im ersten Jahr, da rede ich eigentlich die ganze Zeit von!

In welchem Jahrhunder lebst du denn????

Beitrag von anyca 18.09.08 - 19:47 Uhr

Ich lebe in einem Jahrhundert, wo es nicht mehr automatisch Mann=Ernährer und Frau=Hausmutti heißt. Ich bin wieder Teilzeit arbeiten gegangen, als meine Tochter 8 Monate alt war, derweil hat mein Mann sie betreut, der in der Examensphase seines Studiums war. Mein Neffe kam mit 9 Monaten zur Tagesmutter, das hat ihm auch nicht geschadet.

Kinder brauchen verläßliche Bezugspersonen, das muß aber nicht 24 h am Tag Mama sein. Papa, Oma oder Tagesmutter dürfen durchaus auch mal dabei sein - auch wenn manche Mami sich gerne für unentbehrlich hält.

Beitrag von tonip34 18.09.08 - 22:17 Uhr

Dann sei mal froh das Du in Deutschland lebst , in jedem anderen Land, gerade die Nordeuropaeischen Laender ist es ganz normal wieder frueh arbeiten zu gehen , und da gibt es wesentlich mehr Kinder als hier . Oder Holland ...oder Belgien...oder Frankreich, da bleibt keiner 3 Jahre zuhause , und diesen Kinder geht es auch gut .
Mein Sohn ist 2 ,5 und ich arbeite seit er 4 mo alt ist , ich bin selbstaendig , soll ich 20 Jahre Arbeit einfach hinschmeissen oder sagen ich bekomme kein Kind weil ich es nicht 24 h betreuen kann ?? Das ist totaler Bloedsinn !!

lg toni

Beitrag von kessita 19.09.08 - 20:00 Uhr

Hallo,

warum muss man dann zu Hause bleiben?
Ich habe einen Mann , der sich genauso gut um meine Tochter kümmern kann wie ich.
Und, nein mir zum Beispiel war klar, dass ich spätestens nach einem Jahr wieder arbeiten gehen muss und will.

Kinder zu haben ist toll! Aber es ist nicht der einzige Lebensinhalt und Kinder brauchen auch nicht nur ein Person.
Wenn man Pech hat und nach den vollen freiwillig genommen 3 Jahren Elternzeit ( je nach Anzahl der Kinder auch mehr) will einen mancher Arbeitgeber gar nicht mehr.

Und was ist mit den Frauen die studiert haben und / oder in ihren Berufen glücklich sind?
Müssen diese Frauen dann alles aufgeben "nur" weil ein Kind da ist - oder müssen diese Frauen auf Kinder verzichten?

Es ist schön, dass es Frauen gibt die voll und ganz in ihrer Mutterrolle aufgehen.
Aber bitte mach das nicht zum Dogma.

LG Kessita

Beitrag von eisibaby 18.09.08 - 17:51 Uhr

Hallo,

ich gehe seit letzter Woche wieder arbeiten und mein Sohn seit vier Wochen bis mittags um 14 Uhr in die Kinderkrippe.

Ich hätte nicht wirklich arbeiten müssen, sicherlich wären wir auch ohne mein Gehalt über die Runden gekommen, doch dann hätten wir uns ganz schön einschränken mussen auf Dauer.
Außerdem liebe ich meinen Beruf über alles (bin Lehrerin) und habe lange und hart dafür lernen müssen um so weit zu kommen.
Mein Sohn wird in der Krippe optimal betreut (10 Kinder in einer integrativen Krippengruppe mit 3-4 Erzieherinnen). Was er dort sozial lernt, könnte ich ihm zu Hause niemals bieten.
Sicherlich gibt es Momente, wo es mir leid tut ihn abzugeben (wenn er nachts schlecht geschlafen hat und morgens noch müde ist, oder eine besonders anhängliche Phase hat), doch ich denke die Kinder gewöhnen sich schnell an andere Umstände und ich habe den ganzen Nachmittag Zeit für meinen Sohn. Ich arbeite erst für die Schule wenn er abends im Bett ist, korrigiere, bereite Unterricht vor und erledige noch meinen Haushalt.

Ich habe kein schlechtes Gewissen, weil mir meine Arbeit auch wichtig ist und ich wollte mir trotzdem bewusst ein Kind "anschaffen", denn ich denke, dass sich das sehr wohl nicht gegenseitig ausschließt.

Liebe Grüße,

Eisibaby

Beitrag von dani258 18.09.08 - 18:02 Uhr

ich finde ja auch, dass es auch aufs Alter ankommt.

Mein Sohn geht auch seit einigen Wochen 2x die Woche zur Spielgruppe, wo ich nicht dabei bin. Weil ich denke, dass es gut für seine Entwicklung ist.

Denke aber, du warst seit der Geburt doch zu Hause bei deinem Baby und das finde ich halt sehr wichtig.

Und du bist ja auch nicht den ganzen Tag weg!

LG Dani

Beitrag von wir3inrom 18.09.08 - 18:16 Uhr

Das Kind sitzt ja auch nicht den ganzen Tag alleine rum und fragt sich, was es jetzt noch alles machen könnte, bis Mama wieder kommt. #augen

Beitrag von vukodlacri 18.09.08 - 18:09 Uhr

Ich sehs ähnlich wie du.
Meine Tochter (1 Jahr) bleibt auch noch eine Weile zuhause. Auch wenn wir uns finanziell ein wenig einschränken müssen, halte ich es für sinnvoller, dass sie in den ersten 2-3 Jahren ihres Lebens die Mama hat und nicht eine Krippentante. Außerdem haben wir außer den Windeln kaum Kosten für sie im Monat (sie stillt und isst ein paar Brocken vom Familientisch...Klamotten hat sie bergeweise geschenkt bekommen), die Kinder werden ja erst später teuer, und dann will ich auf jeden Fall wieder halbtags arbeiten ;-)
Allerdings besuche ich mehrmals wöchentlich verschiedene Krabbelgruppen, damit sie unter Gleichaltrige kommt, das finde ich persönlich sehr wichtig und förderlich für Kinder. Im Prinzip ist das ja wie Krippe, nur halt mit Mama.

LG

Beitrag von dani258 18.09.08 - 18:16 Uhr

das finde ich gut, genauso habe ich das auch gemacht. Ich denke, wenn du wieder arbeiten gehst, bist du froh, dass du die Zeit zu Hause geblieben bist. Und wie schon gesagt, man hängt ja nicht den ganzen Tag zu Hause und ist frustiert, dass man Hausfrau und Mutter ist. Man kann soviel mit den Kleinen machen.

LG Dani

Beitrag von wir3inrom 18.09.08 - 18:17 Uhr

Du verallgemeinerst.

Beitrag von mari75 18.09.08 - 21:35 Uhr

na wenn ihr sonst keine grossen Kosten habt könnt ihr das so machen. Wir haben halt auch nen Kredit aufs Haus abzuzahlen und das geht mit einem GEhalt einfach nicht. Da mein Kind Ende 06 geboren ist gabs auch kein Elterngeld und 3 Jahre mit nur einem Gehalt könnten wir nicht leben.

LG
Mari

Beitrag von vukodlacri 18.09.08 - 21:46 Uhr

Gottseidank haben wir keine Kredite laufen, ansonsten hätte das so natürlich nicht gepasst.
Von daher klappts bisher ganz gut so, ich hab auch noch einiges gespart für die kommende Zeit jetzt, sodass wir noch 1-2 Jahre über die Runden kommen werden. Wenn nur das Auto so lange durchhält ;-) Ein neues ist nämlich so natürlich nicht drin.

LG

Beitrag von kanakilu 18.09.08 - 18:10 Uhr

Hallo!

Ich finde deine Argumentation merkwürdig.
Wenn man wieder arbeiten gehen möchte (freiwillig), hätte man sich keine Kinder anschaffen sollen.

Wenn man arbeiten muss (finanziell), dann ist es okay? Da kann man doch genauso sagen, dann hättest du dir kein Kind anschaffen sollen, wenn du dir das finanziell nicht leisten kannst.

Ich wäre eine schlechte Vollzeitmutter, da ich immer das Gefühl hätte zu verkümmern. Mal ehrlich, den ganzen Tag Kinderpuzzel und Bilderbücher ist doch nicht erfüllend.

Ich brauch den "geistigen" Ausgleich und auch mal Gespräche die sich nicht ums Kind drehen.

Wenn ich die Kinder aus der Kita abgeholt haben, bin ich voll für sie da und das mit Freuden!

LG kanakilu

Beitrag von dani258 18.09.08 - 18:21 Uhr

ja, da ist schon was dran, aber das mit dem finanziellen kann man aber nicht so voraussehen. Und es war schon ganz sicher (finanziell), dass ich mindestens das erste Jahr zu Hause bleibe.

Natürlich sind Kinderpuzzle und Bilderbücher nicht erfüllend, aber Spielgruppen/Krabbelgruppe und einfach nur bei seinem Kind zu sein ist für mich sehr erfüllend.

Ein geistigen Ausgleich und mal über was anderes reden hat man ja nicht nur auf der Arbeit.

Beitrag von schnecki82 18.09.08 - 20:20 Uhr

#pro #pro #pro

Wäre ich NOCH LÄNGER zuhause geblieben, hätten sich MEINE Synapsen bestimmt zurück entwickelt.

Von daher kriegst Du meine Daumen!

LG Sabine!

Beitrag von marie.lu 19.09.08 - 16:22 Uhr

dem kann ich nur zustimmen!!!
Und das heisst in keinster Weise, dass wir schlechte Mûtter sind oder es usneren Kleinen schlecht geht.
Mein Zwerg geht seit er 9 Monqte ist in die Kita - 20 Stunden pro Woche und das tut er gerne!!!

Beitrag von wir3inrom 18.09.08 - 18:14 Uhr

Ich hab zwar im anderen Thread auf dich geantwortet, poste aber hier nochmal:

Was ist dir lieber? Eine glückliche, ausgeglichene Mutter, die ihre freie Zeit, die ihr nach dem Arbeiten bleibt, mit ihrem Kind verbringt.
Oder eine frustrierte, depressive Mutter, die über kurz oder lang ihr schlechte Laune auch an dem Kind ausläßt?

Es ist nun mal so, dass man im Vorfeld nicht weiß, wie das Leben mit einem Kind ist. Es gibt nun einfach mal Frauen, denen fällt nach einem halben Jahr Hausfrauen- und Mutterdasein dermaßen die Decke auf den Kopf - auch wenn sie sich bewußt für Kinder entschieden haben!! - dass sie beschließen, wieder arbeiten zu gehen.
Deshalb lieben diese Mütter ihre Kinder nicht weniger, aber sie fühlen sich ausgefüllter.

Nicht für jeden nachvollziehbar. Aber nun mal Fakt.

Beitrag von dani258 18.09.08 - 18:27 Uhr

Natürlich lieben diese Mütter Ihre Kinder genauso.

Aber ich finde, man macht es sich da sehr einfach.
Kein Bock mehr auf Hausfrau und Mutter, dann Kind abgeben und arbeiten. Ich finde das echt traurig.

Freie Zeit nach dem Arbeiten???? Was ist denn mit Haushalt?