Selbstvertrauen

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Tibby 18.09.08 - 18:28 Uhr

Hallo...

ich hab ein Problem. Es betrifft zwar nur indirekt meine Partnerschaft, aber belasten tut es meinen Freund sicher sehr. Es war schon immer so, dass ich verdammt wenig Selbstvertrauen habe und hatte. Mittlerweile gebe ich mir Mühe in Gegenwart fremder Menschen wenigstens ein bischen was zu sagen, aber ansonsten bin ich sehr ruhig und schüchtern. Normalerweise nicht so schlimm, es gibt hal unterschiedliche Menschen, aber ich mach mir über so viele Dinge nen Kopf. Ob das nun richtig ist oder falsch. Und wenn etwas falsch gemacht wurde, bin ich sofort unten und fühle mich wertlos. Bin leider auch manchmal ein ziemlicher Tollpatsch und wenn dann sowas passiert wie Kaffeetasse mitm Ärmel rumreissen und alle feixen weiss ich nie wie ich mich verhalten soll.
Ich denke damit belaste ich auch meinen Freund recht stark, weil wenn etwas sehr mies war, ist er derjenige der sich alles anhören muss. Ich denke das könnte ihn auf die Dauer nerven. Zu Hause bin ich zwar ganz locker, aber sobald ich einen auf "fröhlichne, lockeren Mensch" machen muss, andere motivieren soll und mich beobachtet dabei jemand ist es aus.
Hat jemand Tipps, wie ich das verändern kann? Es stört mich. Ich möchte auch locker mit fremden Menschen umgehen können und nicht nur schweigend in der Ecke sitzen. Und ich möchte nicht vor meinem Freund stehen und ihn zujammern, sondern ihm zeigen, dass ich jemand bin...

Beitrag von xyz74 18.09.08 - 19:12 Uhr

Hallo Tibby,

hast Du schon mal darüber nachgedacht, dir in Form eines Coaches Hilfe zu holen?

Aber als erstes solltest Du Dich fragen warum Du etwas ändern möchtest?
Für Dich oder für andere?
Was möchtest Du mit einer Änderung erreichen?
Was ist letzendlich Dein Ziel?
Du sagst, Du möchtest jemand sein?
Wer willst Du sein?

LG
Lucy

Beitrag von haiku 18.09.08 - 19:53 Uhr

>> aber sobald ich einen auf "fröhlichne, lockeren Mensch" machen muss, andere motivieren soll und mich beobachtet dabei jemand ist es aus.

Es gibt Menschen die können gut spielen, viele andere nicht. Viele meinen, man muss gut spielen können, um gut durch das Leben zu kommen.
Ich persönlich halte nicht viel davon (ich kanns auch nicht ;-)). Deine Art ist eben Deine Art und sie wird Dich nicht mehr belasten, wenn Du dich an die Vorteile ("nun richtig ist oder falsch", ruhig) und an die Nachteile (ziemlicher Tollpatsch, schüchtern) gewöhnt hast und die Vorteile schätzen lernst.
Wer z.B. sagen kann "Ich bin halt ein Griesgram" oder "Ich bin manchmal ein Tollpatsch" und "Und das ist gut so", hat schon gewonnen und alle Herzen fliegen demjenigen zu, der sich selbst ist. Du musst es nicht verändern, Du musst dich "nur" daran gewöhnen.

Lg. haiku

Beitrag von äffle 19.09.08 - 18:50 Uhr

ich schreibe schwarz, weil viele die unsten stehende Geschichte von mir kennen.

also fest steht: das kann man lernen, übrigens auch noch relativ spät im Leben. Bin ich das beste Beispiel für wenn du wirklich ein ruhiger Mensch bist, lass dich nicht verbiegen.

Ich habe es dann immer öfter so gemacht und mache es auch heute noch so: In Situationen, wo ich mich komplett zum Affen gemacht habe (tut nämlich jeder) reagiere ich bewusst - naja, paradox. Und denke mir dabei: "Üben, üben. Ich übe jetzt, Spaß dran zu haben."

Das beinahe Krasseste war kürzlich: Ich hatte eine Riesenpackung Kondome bekommen, direkt vom Hersteller geschickt, denn ich hab beruflich mit Drogerieartikeln zu tun. (Ich durfte die Packung mit nach Haus nehmen und wollte sie für meinen Sohn mit dem Helium füllen, das wir für Ballons grad daheim hatten. Das fliegt wie nix! )

Mit der Packung ging ich dann nach der Arbeit noch schnell in den Drogeriemarkt.

Nach dem Bezahlen der anderen Sachen ging hinter der Kasse natürlich der ALLAAAAAAAARRRRM los! Das hatte ich nicht bedacht.

Und ich dachte mir wieder: Üben. Spaß dran haben. Cool bleiben. Ich habe es geschafft, so cool zu wirken wie ich nicht war und so unschuldig wie ich war. Es hat geklappt.

Vor fünf Jahren un-denk-bar, und da war ich schon Ende 30.

Also vielleicht überlegst du dir einfach mal, was du mit den nächsten peinlichen Situationen anfangen könntest... was zu dir passt.