Wies aussieht bin ich ziemlich spießig....

Archiv des urbia-Forums Liebesleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von subtil82 19.09.08 - 09:03 Uhr

Ein „Freund“ schrieb mir vor Kurzem:



„ Ja zum Thema "Seitensprung" haben wir sicher unterschiedliche Denkweisen. Aber das nehme ich Dir ja auch garnicht übel :), in unserer Gesellschaft wird halt Treue allein daran festgemacht, ob jemand in der Lage ist, seinen von Natur aus mitgegeben Trieb zu unterdrücken oder nicht. Wie sehr auf den Partner Verlass bei wirklich wichtigen Dingen ist, wird dann in den Hintergrund gedrängt. Aber da kann man länger drüber diskutiren, bis die Diskussionpartner schlussendlich meine Position einnehmen (tatsächliche Erfahrung). Würdest Du die Welt eine Minute lang aus der Perspektive eines Mannes betrachten, würdest Du dem Sex und damit dem körperlichen Seitensprung auch einen deutlichtlich geringeren Stellenwert beimessen.

Denn wenn ich von einem Partnerin einmal überzeugt bin, dann weiche ich auch nicht mehr von ihrer Seite und stehe auch zu ihr, insbesondere in schwierigen Zeiten wie Krankheit oder Unglück .... und das bedeutet für mich Treue, nicht irgendwelche körperlichen Begehrlichkeiten.
Und dass ich mich in Deiner Nähe trotzdem wohl fühle, versuche ich jetzt garnicht zu erklären. Denn in Eurer Frauenwelt werdet Ihr ja blind für alle anderen Männer, sobald Ihr vergeben seid. Sich zu anderen Menschen hingezogen zu fühlen trotz intensiver Liebe zum langjährigen Partner, das gibt es bei Euch ja auch nicht .... beneidenswerte, perfekte Wesen :).

auch ich mache keine Seitensprünge, es gibt nämlich unzählige Gründe die in einer Beziehung einfach dagegensprechen. Ich würde meine Partnerin einer gesundheitlichen Gefahr aussetzen (was wirklich schlimm wäre), abgesehen davon wäre Kerstin nicht damit einverstanden, da sie ja eine Frau ist. Aber prinzipiell stimmt sie mir schon zu, dass diese Sache einfach überbewertet wird. Und ich denke nicht, dass sie schon einen Seitensprung gemacht hat. Wobei meine Hand würde' ich in dieser Frage für sie auch nicht ins Feuer legen, da sie ja auch nur ein Mensch ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einmal passiert, nimmt auf jeden Fall mit zunehmenden Alter der Frau zu (solange sie für andere Männer natürlich attraktiv ist und umworben wird).

Zu Deiner Frage "würdest du es genauso aktzeptieren wenn ihr ein anderer mann die "kleider vom leib" reißen würde und du siehst dass es ihr gefällt ev. besser als mit dir??" ..... ich bin Realist und weiß, dass wir mittlerweile seit zehn Jahren ein Paar sind. Und so gut kann ich garnicht sein, dass es ihr mit einem fremden Mann, den sie anziehend findet und der auch nur mittlere Performance liefert, nicht besser gefallen würde. Auch wenn Du mich jetzt für einen komplett kranken Menschen hälst, die Phantasie dass ihr jemand die "Kleider vom Leib reißt" und sie es voll genießt, gefällt mir sogar und das weiß sie auch. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass dieser Mann nicht zu unserem Umfeld lebt. Weil ich es nicht ertragen könnte, wenn irgendjemand schlecht über meine zukünftige Frau (oder unsere Beziehung) redet und sie möglicherweise ausrichtet.

Ich bin überzeugt, dass Dein Vater ein aufrichtiger, guter Ehemann ist und seine Frau liebt. Genauso überzeugt bin ich allerdings auch, dass Du Dich um Zehnerpotenzen vertun würdest, wenn Du schätzen müsstest, wie oft er in Gedanken schon fremdgegangen ist.

Jede Beziehung reift mit den Jahren und die Liebe zum Partner verändert sich. Der Partner nimmt mit den Jahren sogar noch einen höheren Stellenwert im eigenen Leben ein, allerdings liebt man einfach anders. Die Liebe wird zwar tiefgründiger, allerdings auch deutlich alltäglicher. Und wenn man in dieser Phase noch von anderen massiv umworben wird (damit meine ich meine Freundin und nicht mich), dann kann mir niemand erzählen, dass man kein Interesse fürs andere Geschlecht entwickelt. Die Realität ist ja auch, dass viele über Jahre einfach treu bleiben ... ich meine keinen Seitensprung wagen ... weil sich ihnen einfach keine Möglichkeit dazu mehr bietet. Und auf diese Standfestigkeit brauch man dann auch nicht stolz sein.“



Bin sehr interessiert ob andere Männer auch so denken?!

Finde ja, dass er intensiv nach rationalen Erklärungen sucht um einen Seitensprung machen zu können ohne dafür Vorwürfe (oder Schlimmeres) zu kassieren. Weils ja „eh nur ein Unterdrücken des Triebes ist auf das man nicht stolz sein muss“

Was meinen andere „perfekte Wesen“ dazu?

Beitrag von hezna 19.09.08 - 09:25 Uhr

Etwas weiter unten wurde das Thema schon erörtert.

Hier wirst du keine allgemeingültige Antwort finden, doch dein Freund gibt eine durchdachte Meinung ab, die keiner Grundlage entbehrt, wie ich finde.

Moralisch gesehen wird er empörte Aufschreie ernten. Aber wieviele Ehen könnten noch funktionieren, wenn die Partner begriffen, das körperliche Lust durchaus teilbar ist.

In seelischer Hinsicht bin ich nicht dieser Meinung, denn dort funktioniert das nicht.

Ich persönlich denke, diese - heute noch - undenkbare Konstellation wird immer häufiger funktionieren, nur muß man sich bewußt sein, die Sexualpartner fein säuberlich vom "Privatleben" fernzuhalten.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von schwarz_wie_die_Nacht 19.09.08 - 09:25 Uhr

Ich bin Mitte Dreißig und weiblich, jedoch alles andere als perfekt. Ich denke von der Sache her wie dein Freund.
Körperlich bin ich treu und auch eine zuverlässige Partnerin, auf die sich mein Partner wirklich 100% verlassen kann.
Ich genieße es allerdings sehr, von anderen Männern umworben zu werden. Ja, ich spiele dann auch in Gedanken mit der Vorstellung "was wäre wenn". Allerdings setze ich es nicht in die Tat um, da es meinen Partner sehr verletzen würde und auch das Infektionsrisiko zu groß ist. Außerdem haben wir Kinder zusammen, die nicht darunter leiden sollen, dass die Partnerschaft ihrer Eltern zerbricht, weil die Mutter ihren Trieb nicht unter Kontrolle hatte.
Wir haben eine sehr erfüllte Sexualität zusammen, aber es soll tatsächlich Menschen geben, die sich zumindest außer Haus inspirieren lassen, um es dann zuhause umzusetzen.

Es grüßt freundlich

schwarz_wie_die_Nacht

Beitrag von bhjffsdxf 19.09.08 - 09:44 Uhr

Hallo

ich (weiblich) finde deinen beitrag und die Meinung des Bekannten sehr interessant. ich habe darüber auch schon viel diskutiert und ich gebe ihm recht. ich möchte aber ergänzen, dass, wenn frauen fremd gehen es eben dann meist schon etwas zu bedeuten hat. (Ausnahmen bestätigen die regel)
und das genau ist das paradoxe.
Mein mann würde mir einen seitensprung glatt verzeihen - obwohl für mich wohl mehr dranhängen würde.

ich wäre vermutlich gekränkter und würde über trennung nachdenken, obwohl er einfach nur mal lust hatte und eben fremd gepoppt hat (vielleicht so wie man sich was von Mc Donalds holt, weil es zu hause Linseneintopf gibt)
es also für ihn keine tiefe bedeutung hätte.

Dementsprechend sollten wohl mehr Frauen ihren Männern verzeihen aber die Männer sollten sich bei einer frmdgehenden Frau mal wirklich gedanken um die beziehung machen....
Klar - es würde mich einfach verletzen, wenn ich "die olle Linsensuppe" bin :-)

Richtig sauer wäre ich allerdings auch, wenn mein mann keine gummis benutzen würde - denn das wäre der totale Vertrauensbruch.

ich selber bin ein sehr treuer Mensch und hätte noch vor Monaten geschworen, ich würde wirklich 100% niemals fremd gehen.
Nun, nach jahren Ehe bemerke ich , dass ich manchmal ein prickeln und eine aufgeregtheit spüre und ich diese gefühle als leben empfinde bei fremden Männern und frauen...und bei eigenen mann ist das eben alles abgeflacht.
Ich bin mir dessen bewusst und versuche , die Aufregung mit meinem mann wieder zu erlangen. Zumindest funktioniert es so gut,dass ich bieser nicht fremd gegangen bin - eben auch, weil so viel anderes dran hängt und weil ich weiss, dass es nicht bei einmal bleiben würde, wenn ich diese Grenze erstmal überschritten habe.

Nur, noch 5 oder 10 jahre weiter gedacht und wenn sich dann eine Situation ergibt und jemand mich anmacht....ich schwöre nichts mehr.
Vor allem, weil es eben 2 Dinge gibt, die ich gerne im bett machen würde, die mein mann aber nicht will.

Perfekte wesen gibt es im übrigen nicht und Frauen sind ebensowenig perfekt wie Männer.
Anders eben.
Als ich das erste mal hormonellbedingt so geil war, das ich nicht genug sex bekommen konnte und sogar fast mit dem kassierer des Supermarktes ins lager verschwunden wäre, einfach weil er so geil nach frischem schweiss roch - da konnte ich verstehen, wie die meisten männer iMMER ticken - und aus der situation heraus könnte ich einen Seitensprung verzeihen.

ich denke, er sucht nicht nach Erklärungen sondrn er liefert sie.
Und wir Frauen unterschätzen die triebhaftigkeit eines mannes . und wir frauen vermischen sex viel schneller mit liebe oder anderen bedeutungsschweren gefühlen.




Beitrag von bluehorizon6 19.09.08 - 10:07 Uhr

Das Thema ist so komplex das es, so glaube ich, nicht so einfach abzuhandeln ist.

Und der Gedanke der dir kommt, ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Er baut sich eine rationale Brücke um im Falle der Fälle vor sich bestehen zu können.

Aber eines ist auch richtig, dieser Mann hat eine klare Sicht der Dinge und Fremdgehen ist Bestandteil unsere Gesellschaft. Und Sexualität ist eines unserer Grundbedürfnisse. Und ich bin auch überzeugt davon wenn sich alles in einer Partnerschaft entwickelt und die Sexualität nur ein add on ist und sich nicht mit verändert, dann kommt es zu Spannungen. Und ja, auch ist weibliche Sexualität anders als männliche. Nur eines halte ich für falsch, das Frau sich ausblendet wenn sie in festen Händen ist. Irgendwer muß dem Fremdgäger zur Verfügung stehen und das sind nicht nur Singledamen und Prostituierte. Es sind die verhungerten Damen von Nebenan und aus dem Freundeskreis und Arbeitsstelle. Die "Gefahr" ist näher als man sich eingesteht.

Doch glaube ich das es auch unterschiede gibt in der Motivation fremd zu gehen. Mann wird mehr der Jäger und triebgesteuerte Aktionist sein, wohin gegen Frau sehr nachdenkt bevor sie es tut. Dann aber tut sie es bewußt und mit Vorsatz. Heißt das sie ist schlimmer noch als der Mann? Wann handelt aus der Situation, aus dem Affekt und Frau mit Vorsatz? Ich weiß nicht, denn der Tatbestand ist der selbe.

Und ich glaube auch, das in sehr vielen Fällen das intime offene Gespräch fehlt und keiner der Partner mal Tacheles redet was er eigentlich will und auch viel zu viele Vorbehalte gegen das gewagte Sexspiel besteht. Es gibt so etwas wir ein Grundnorm im Partnersex und eine Norm zu verlassen heißt Dinge zu tun oder zu geben die ungewohnt sind und daher erst einmal abgelehnt werden und damit steht der andere dann im Regen. Würden wir Sexualität als etwas der Partnerschaft unablässig zugeordnetes Empfinden, also etwas ganz natürliches, dann würden wir auch natürlich damit umgehen. Aber 80 % sind verkrampft und lassen nur das zu was genormt ist. Die sexuelle Flucht des Partners ist also programmiert. Und das wird auch noch geschürt durch Medien und Netzwerk.

"Hilfe ich hab meinen Partner erwischt beim Bildchen schauen"

Was mir noch auffällt, er beschreibt dieses Bild, ihr werden die Klamotten vom Leib gerissen, aber bitte nicht von einem Bekannten. Tja, und was man so mal locker sagt ist in der Realität dann doch mit größten Schmerzen verbunden. Sexuelle Fantasie und Sexuelle Realität sind 2 Paar Schuhe. Sich mit dem Partner auf eine gedankliche Reise zu begeben in Fantasien sie so geil sein können das man alles um sich vergisst ist sicher etwas positives, aber es in Realität zu tun und umzusetzen ist etwas anderes, vor allem das empfinden kann vollkommen anders sein und die seelische Balance vollkommen über den Haufen geworfen werden.

Und zum Schluß noch folgende Anmerkung. Du bist nicht spießig wenn deine Denkweise anders ist als die deines Freundes, du solltest dann nur nicht nach einem Partner suchen für den die sexuelle Befreiung als oberstes in der Priorität steht. Wir sind geworden wie wir sind, und Fremgehen ist eine Belastung für jede Partnerschaft weil Sexualität etwas persönliches ist, ein Geheimnis in der Beziehung. Es ist ein Vertrauensbruch. Und halte es für zu einfach zu sagen das Treue nichts mit körperlicher Treue zu tun hat.

Und wenn jemand in einen Swingerclub geht, sich auf andere Paare oder Personen einläßt, oder sonsterlei Spiel für sich als gut befindet, so ist das alles machbar wenn der Partner es mit trägt und einbezogen ist. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel der Treue.

blueH6

Beitrag von subtil82 19.09.08 - 14:59 Uhr

hallo blue

deine aw war mit abstand die zufriedenstellenste... :)
ich gehöre "leider" zu denen die schon sehr eifersüchtig sind. es fällt mir auch schwer mein temperament im zaum zu halten. solange diese phantasien eben diese bleiben ist es ja auch völlig ok. aber, es ist, wie du schon sagstest, ein sehr komplexes thema. auch wenn man einen menschen gut zu kennen glaubt gibt es, ich glaube doch noch einige geheimnisse die man nie aussprechen und die auch der partner nicht herausfinden würde. schließlich muss jeder selbst damit zurechtkommen. so ist das mit dem Tacheles reden.

mich macht es einfach wütend wenn mann einfach tut und es ein leichtes ist, ihm auf die schliche zu kommen. auch mit dem, dass frauen wohl-überlegt fremdgehn, stimm ich mit dir überein. und es ist für mich ganz logisch so zu denken: wenn mir was fehlt,mir der partner aber lieb ist,ihn nicht verlassen will, such ich mir das fehlende woanders, damit ich nicht darunter leiden brauch. aber das in die tat umzusetzten ist bei mir ganz weit weg. weil was du nicht willst dass man dir tut das füg auch keinem andern zu. das hat auch was mit respekt und eben liebe zu tun.

ich weiß eben nicht wie dass dann nach vielen jahren beziehung ist. meine dauerten so um die 2-4 jahre...vielleicht ist es dann wirklich so, dass man "abflacht" schade. warum hält man diese beziehung dann überhaupt noch? gewohnheit?? angst allein zu sein? da schluckt man lieber das "abgeflachte" und betrügt sich dann womöglich gegenseitig? ich bin vielleicht naiv-romantisch aber ich glaube schon daran, dass man auch nach sehr langer zeit sich überraschen kann und, dass man dieses "verliebtsein" nicht verliert bzw. vergisst. aber da bin ich anscheinend eine ausnahme.

Beitrag von bluehorizon6 21.09.08 - 09:01 Uhr

Ich glaube nicht das du die Ausnahme bist, er Anfang der Liebe ist ja erst mal nichts weiter als ein chemischer Cocktail der verursacht wird weil so ein Dreibein dein Beuteschema trifft. Das ist erst mal alles.

Und dann kommen die Dinge wie Erfahrung, Erziehung, Religion und Lebensumstände hinzu. Dinge die von Aussen auf einen eindringen und einen prägen. Und nun stehst du da als eine eifersüchtige, naiv-romantische wahrscheinlich sogar liebenswerte Person.

Und dann kommt der 3. Faktor ins Spiel, die Zeit. Die Zeit verändert, und die Frage ist wie weit sie verändert und ob ich überhaupt mitgehen kann. Kann ich mich auf Veränderung einlassen, ist Veränderung etwas positives? Und sicher ist es so das Verliebtsein und Liebe über die Zeit anders werden, ich sage bewusst nicht verflachen. In meinen Augen kann man sehr viel tun das Leben, das gemeinsame Leben interessant zu halten, aber nur wenn man Veränderung zuläßt und will.

Und das fängt an mit den Hobbies und hört für manche Parnterschaft eben auf mit einem variantenreichen Sexualleben...

Und noch einen schönen Sonntag

BlueH6

Beitrag von arimum 19.09.08 - 15:52 Uhr

Oh mein Gott, jetzt werden sogar schon Briefe in den Weiten des Internets veröffentlicht. Mal abgesehen davon, dass diese Birne von Mann so insgesamt nicht gerade der Hellste scheint (und ich lasse hier mal bewußt das inhaltiche außenvor)- WAS ZUM GEIER REITET EINEN MENSCHEN - in diesem Fall DICH- DEN BRIEF EINES ANDEREN MENSCHEN in einem Forum ZU VERÖFFENTLICHEN!

Sorry, aber sowas finde ich unmöglich...

Beitrag von snuupy1969 19.09.08 - 18:12 Uhr

die kritik ist in der form unsachlich vorgebracht, aber nicht ganz abwegig. hier hätte man den text durchaus zusammenfassen und verfremden können.

nebenbei: hallo kerstin! ;-)

allerdings halte ich den verfasser des briefes für einen sehr klugen und abgeklärten kopf. er steht außerhalb der aktuell gültigen moralnorm, aber dumm ist er nicht.

ich plädiere für eine neudefinition von treue, präzise in dem von hezna erläuterten sinn. mein eindruck ist:

* eine mehrheit der hier schreibenden hält scheidung / trennung für etwas schlechtes / schlimmes / vermeidbares, vor allem, wenn kinder davon betroffen sind
* jede dritte oder sogar zweite ehe wird heute geschieden
* ausschlaggebendes moment dieser trennungen ist immer ein sexuelles: seitensprünge, unzufriedenheit, frust, der in angrenzende lebensbereiche ausstrahlt...

die logische konsequenz ist für mich, das sexuelle ventil zu öffnen und somit genau den druck abzubauen, der letztlich zu dermaßen vielen trennungen führt.

dass treue heute vor allem sexuell definiert wird ist ein grundübel und definitiv völlig überholt. es mag ja menschen geben, für die monogamie höchstes glück ist, für eine mehrheit ist es aber lediglich eine diziplinierung. und was hat das dann noch mit liebe zu tun?

liebe ist für mich, auch dann noch absolute hingabe, verpflichtung und tiefe emotionalität für einen menschen zu empfinden, wenn man gerade mit einem anderen partner so richtig geilen sex hatte.

Beitrag von subtil82 19.09.08 - 21:13 Uhr

ich finds immer wieder interessant welche birnen sich da so rum treiben...ggg

Beitrag von binnurich 19.09.08 - 20:30 Uhr

ich finde es eigentlich auch nicht gut, den Brief eines anderen zu veröffentlichen. Ist es überhaupt der Brief eines anderen oder sind es deine Gedanken.

Letztendlich aber egal, ich glaube die Grundeinstellung hat wenig mit dem Geschlecht zu tun, denn ich als Frau glaube letztendlich auch, das langjährige Liebe und parallele sexuelle Erfahrungen sich nicht ausschließen.